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06.01.2008, 02:50
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 403
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Nicht nur die arme Bevölkerung war an Veränderungen interessiert, sondern auch die wohlhabenden Bürger, die wie der Rest des Dritten Standes, keinerlei politische Rechte hatten.
Und die Vertreter des Dritten Standes fanden auch Sympathisanten bei Vertretern des Ersten und Zweiten Standes, da ein großer Teil des Klerus und des Adels nicht gerade in Reichtum schwelgten und daher auch sie an Veränderungen interessiert waren.
Zudem wollten auch hohe Vertreter der ersten beiden Stände ihren verlorengegangenen politischen Einfluss wiedergewinnen.
Zitat von Anu
Sie waren nicht für den König, sondern gegen die Revolution. Und da man nichts anderes als Monarchie und Republik kannte, man die Republik aber schlecht fand, entschied man sich eben wieder für die Monarchie.
Ich würde schon sagen, dass die Bauern für den König waren. Im Geschichtsunterricht haben wir mal eine Quelle gelesen, in der eine französische Bäuerin sagte, dass der König ein guter Mann sei, aber nur falsche Berater hätte. Außerdem stand das Amt des Königs zu Beginn der Revolution noch nicht zur Diskussion. Die erste ausgearbeitete Verfassung sah eine konstitutionelle Monarchie vor, Ludwig XVI. hätte sogar weiterhin im Amt bleiben können.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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06.01.2008, 11:27
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
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Die französische Revolution ging vom Bürgertum aus, nicht von der untersten Schicht des Volkes. Es war eine "bürgerliche Revolution". Die Oktoberrevolution war eine Revolution von "ganz unten".
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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06.01.2008, 11:38
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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Zitat von Jason
Die französische Revolution ging vom Bürgertum aus, nicht von der untersten Schicht des Volkes. Es war eine "bürgerliche Revolution". Die Oktoberrevolution war eine Revolution von "ganz unten".
Na ja auch nicht so wirklich. Lenin selbst stammte aus dem niederen Adel, Trotzki stammte von wohlhabenden Bauern ab. Nicht umsonst gilt Stalin als einziger "Kommunist" mit wirklich einfachen Wurzeln. Zudem wurde die Revolution maßgeblich vom deutschen Kaiserreich unterstützt um die Russen zu schwächen.
Eine Arbeiterrevolution sieht anders aus aber es gehört natürlich zur Legende des Kommunismus, dass die Revoluion von ganz unten kam.
Eine andere Frage die man sich stellen muss ist allerdings wieso man das Bürgertum nicht "zu ganz unten" dazu zählt. Im selbstverständnis des monarchischen Ständestaates stand das Bürgertum auf derselben Höhe wie Arbeiter und Bauern und wir sollten uns nicht dazu verleiten lassen das durch unsere moderne Sichtweise umzukrempeln.
Die franz. Revolution war eine aus dem dritten Stand, ob Bürger oder Bauer sie maßgeblich vorrantrieben ist da doch eher zweitrangig.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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06.01.2008, 15:14
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 403
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Zitat von Wulfnoth
Eine andere Frage die man sich stellen muss ist allerdings wieso man das Bürgertum nicht "zu ganz unten" dazu zählt. Im selbstverständnis des monarchischen Ständestaates stand das Bürgertum auf derselben Höhe wie Arbeiter und Bauern und wir sollten uns nicht dazu verleiten lassen das durch unsere moderne Sichtweise umzukrempeln.
Die franz. Revolution war eine aus dem dritten Stand, ob Bürger oder Bauer sie maßgeblich vorrantrieben ist da doch eher zweitrangig.
Ich finde schon, dass es wichtig ist, ob Bürger oder einfache Bauer die Revolution vorangetrieben hatten. Rechtlich waren diese beiden Gruppen zwar gleich, aber es gab doch soziale Unterschiede. Dem wohlhabenden Bildungsbürgertum ging es gut, die Probleme der Bauern, etwa Hungersnöte, hatten sie nicht. Ihnen war mehr an politischer Mitbestimmung gelegen. Wobei ich ihnen nicht absprechen möchte, dass sie sich auch um die Nöte des ärmeren Volkes kümmern wollten.
Außerdem macht es einen Unterschied, ob eine Revolution von Bauern ausgeht, die lediglich an der Beseitigung ihrer Missstände interessiert sind oder von Bürgern, die eine Veränderung des Systems herbeiführen wollen und auch intellektuell in der Lage diese herbeizuführen.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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06.01.2008, 15:16
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 727
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Zitat von Wulfnoth
Die franz. Revolution war eine aus dem dritten Stand, ob Bürger oder Bauer sie maßgeblich vorrantrieben ist da doch eher zweitrangig.
Einen Unterschied gibt es dennoch. Der läßt sich nicht aus dem politischen Status erklären, und hier zeigt sich mal wieder, dass der wirtschaftlicher Hintergrund zu beachten ist.
Also: Das Bürgertum in Frankreich fand (z. B. dank des immer mehr florierenden Manufakturwesens und des Handels, und seien es im transatlantischen Dreieckshandel mit Sklaven) zu Potenzialen - nämlich Geld/Wohlstand und der Erfahrung, dass sich Engagement lohnt, was zu einem Emanzipationsbedürfnis (ich nenne es mal so) drängte. Der Bauer in Frankreich dagegen war wegen über die Jahrzehnte hinweg sinkenden oder gefährdeten Erlöse aus seiner Arbeit demotiviert.
Dazu kamen die unterschiedlichen Bildungschancen, die aber auch wieder eine ökonimische Erklärung haben.
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07.01.2008, 09:05
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 321
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Interessant an der französischen Revolution ist ja, dass die meisten der ideologischen Führergestalten sich ihre Rede- und Schlagfertigkeit in den damals in Paris in Mode gekommenen Debattierclubs, Lesezirkeln, Salons oder Cafés (meist waren diese Orte alles in einem) angeeignet hatten. Dort konnte sich das revolutionäre Gedankengut ungehindert entwickeln. Bezeichnend ist, dass die Köpfe der Revolution aus bildungsbürgerlichen Schichten kamen, die exakt in diesen Etablissements verkehrten. Es waren Anwälte (z.B. Robespierre), Ärzte (z.B. Marat), Juristen oder Professoren. In den Debattierclubs eigneten sich diese Leute eine Wortgewandtheit und Argumentationsfähigkeit an, welche sie später all ihren politischen Widersachern weit überlegen machte.
Natürlich brodelte es damals im Volk wegen der miserablen Zustände im Land (Hungersnöte, Wucherpreise, Steuerlast, etc.). Der revolutionäre Gedanke, sozusagen der ideologische Keim des Aufstandes wurde jedoch in den besagten Debattierclubs gelegt. Das in diesen Orten gepflegte Gedankengut verband sich mit der Unzufriedenheit im Volk und gab der Wut eine politische und ideologische Dimension. Und genau das war es, was die französische Revolution am Ende so "erfolgreich" machte. Eine kochende Volksseele alleine reicht in der Regel nicht aus, um etwas zu verändern – wenn man sie jedoch unter eine ideologische Führung stellt, sind politische Umstürze vorprogrammiert.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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07.01.2008, 11:54
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.048
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Sofern die Staatsmacht so einen Umsturz nicht gewaltsam verhindern kann, was der französische König ja praktisch nicht versucht hat.
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