06.10.2008 - 21:06
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  #16  
Alt 07.04.2008, 21:08
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/vol...A009316000.pdf

Hier ist per pdf eine alte Afrika Karte von 1850. Im Westen bei capo negro steht "Affen". Und in dr Mitte steht ganz deutlich "unbekannte Heimath der Galla und der Gaga-Horden".
Irgendwo dazwischen war doch Tarzan angesiedelt?
Ich denke, daß eine komplette geographische Erfassung des Kontinents damals für weiße ziemlich gefährlich war. Weiße hatten ja im großen und ganzen nur ein Renomé als Sklavenjäger und Kolonialisten, damals.
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  #17  
Alt 08.04.2008, 00:49
...
Gast
 
Beiträge: n/a
Weiße hatten ja im großen und ganzen nur ein Renomé als Sklavenjäger und Kolonialisten, damals.
Wurde die Sklavenjagt nicht hauptsächlich von Afrikanern vollzogen? Man vekaufte doch einfach gefangene Angehörige feindlicher Stämme als Sklaven an die Weissen. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir als fraglich, ob Stämme im Landesinnern mehr über weisse Sklavenhändler wussten als vage Gerüchte.
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  #18  
Alt 08.04.2008, 06:36
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Und Mitte 18. Jhd. war die Sklaverei im British Empire meines Wissens nach bereits abgeschafft und damit der größte Markt verschwunden.
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  #19  
Alt 08.04.2008, 12:19
Spender
 
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Zitat von ... Beitrag anzeigen
Wurde die Sklavenjagt nicht hauptsächlich von Afrikanern vollzogen? Man vekaufte doch einfach gefangene Angehörige feindlicher Stämme als Sklaven an die Weissen. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir als fraglich, ob Stämme im Landesinnern mehr über weisse Sklavenhändler wussten als vage Gerüchte.
Das ist richtig. Der Sklavenhandel wurde in Kontoren der Europäer wie auf der Insel Goree vor der Küste des Senegal oder in Ouidah im heutigen Benin abgewickelt. Die Zulieferung wurde von afrikanischen Füsten organisiert - die "Ware Mensch" kam von Kriegen zwischen den Stämmen, und sie wurde gegen Gewehre, Branntwein und Krimskrams eingetauscht. Dank der Gewehre kamen die Kriege voran, und gab es neuen Nachschub. Ins Landesinnere gelangten die Angestellten der Kompagnien nicht, die die europäischen Stützpunkte unterhielten.
Nach Ende des Sklavenhandels suchten die Europäer nach Ersatzprodukten für den Export - das waren dann Erdnüsse, Baumwolle oder Kakao. Aber auch das wurde wieder von Zwischenhändlern angeliefert, ohne dass die Europäer ins Landesinnere mussten. Das änderte sich erst mit der Berliner Kongokonferenz.
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  #20  
Alt 08.04.2008, 14:34
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The Censor
 
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Beispielhaft für diese Phase des Kolonialismus dürfte das portugiesische Kolonialreich des 17. Jahrhunderts sein. Auf wirkliche Kolonien im modernen Verständnis verzichtete man fast gänzlich sondern errichtete wie z.B. in Goa überall auf der Welt kleinere Stützpunkte an den Küsten oder auf Inseln, die dann dem Handelsnetz dienten.
Lediglich Brasilien stellte hier eine Ausnahme dar, da man sich im Wettlauf mit Spanien befand.
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  #21  
Alt 09.04.2008, 20:07
Benutzerbild von Jason
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Ein Film von Werner Herzog "Cobra Verde" mit Klaus Kinski (natürlich!) spielt sich in so einem Stützpunkt ab. Hier werden an der Westküste Afrikas Sklaven ge/verkauft.
Cobra Verde – Wikipedia

Beeindruckend ist der Originalschauplatz. Eine portugiesische Festung in Afrika, ich glaube da kam sogar mal ein Bericht drüber.
Diese Festung wurde sogar eine Zeit lang von den Holländern und den Preußen genutzt.
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  #22  
Alt 10.04.2008, 12:00
Spender
 
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Wenig bekannt ist, dass auch Brandenburg am Sklavenhandel beteiligt war. In 17 Jahren verschleppten sie 17 000 nach Südamerika.

rbb Preußen-Chronik | Episode 1. Januar 1683: Brandenburg steigt in den Sklavenhandel ein

Quantitativ fiel das nicht sehr ins Gewicht. Experten schätzen, dass beim transatlantischen Sklavenhandel insgesamt 10 Millionen Menschen drauf gingen - enthalten ist in der Zahl ein hoher Prozentsatz von Afrikanern, die während der Transporte starben. Sie waren wochenlang unter Deck eingepfercht, mit ungenügend Wasser und Essen und allen Krankheiten ausgesetzt.

Keine europäische Natipon hat sich je für diese Art Holocaust bei den Afrikanern entschuldigt.
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  #23  
Alt 10.04.2008, 19:07
Benutzerbild von Jason
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Ja, ich glaube diese Episode wurde eben in dem Bericht dargestellt. Die "Festung" diente als "Lagerhalle" vor dem Abtransport der "Ware".

Johannes Paul II entschuldigte sich 1992 für die Katholische Kirche für dieses Verbrechen:

Der Papst fleht um Vergebung für das Verbrechen der Sklaverei
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  #24  
Alt 11.04.2008, 19:19
Spender
 
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Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Johannes Paul II entschuldigte sich 1992 für die Katholische Kirche für dieses Verbrechen:

Der Papst fleht um Vergebung für das Verbrechen der Sklaverei
Danke für den Hinweis
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  #25  
Alt 11.04.2008, 21:16
Benutzerbild von Jason
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Kurbrandenburg

Der Sklavenhandel unter Kurbrandenburg 1685-1721

Ganz interessante Chronik der Ereignisse von damals.
Bitte das Kapitel "Die Fesseleisen der Sklaven" beachten!

An sich ist das Kapitel über den Menschenhandel grauenhaft. Ich verstehe gar nicht, warum dieser Teil der Geschichte fast "zweitrangig" behandelt wird.
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Geändert von Jason (11.04.2008 um 21:21 Uhr).
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  #26  
Alt 11.04.2008, 22:15
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Gab es eigentlich auch ähnliche Aktivitäten der Österreicher?
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Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.

und Ordograffi feler kan der fiender bealten
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BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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  #27  
Alt 11.04.2008, 22:21
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Im Gegenteil. Ich habe gelesen, daß im Wiener Kongreß der Sklavenhandel sogar geächtet wurde.
Österreich war -soviel ich weiß- nie an sowas beteiligt.
Hauptsächlich Portugal, Spanien, England, Frankreich und die Generalstaaten waren Menschenhändler.
Lukrativ war das eh.
Aber wie stehts in dem Artikel oben?
"Wenn das Meer austrocknen würde, dann wird man eine Spur von Skeletten von Afrika bis in die Karibik erblicken können: alles Sklaventote."
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