28.08.2008 - 17:54
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  #1  
Alt 07.02.2007, 21:03
Quaestor
 
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Ort: nähe Freiburg im Breisgau
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Reichsteilung/ Kaiser Karl V.

Zeit seines Lebens suchte Kaiser Karl 5. die Einheit des enormen habsburgischen Besitzes zu wahren.
Trotz Reformation und Zweifrontenkrieg mit Frankreich unter Franz 1. und den Osmanen unter Soliman 2. gelang ihm dies weitestgehend.

Im Jahr 1556 legte Karl 5. alle politischen Ämter nieder und teilte sein Reich unter seinem Bruder Ferdinand 1. und seinem Sohn Phillip 2. auf.
Dahinter mochte die Einsicht gestanden haben, dass solch ein Imperium, in Verbindung mit der Last der deutschen Kaiserkrone, auf Dauer wohl nicht regierbar sei. Die Gesichtspunkte nach denen die Teilung erfolgte (Phillip 2. beispielsweise, erhielt als extremer Katholik neben Spanien und den überseeischen Besitzungen, die weit entfernten größtenteils protestantischen Niederlande sowie Luxemburg), sind allerdings schwer verständlich.

Durch diese Teilung stellte Karl 5. nicht nur sein Lebenswerk in Frage, eine dauerhafte Besitzwahrung durch die Habsburger wurde kaum mehr möglich.
Was mögen die Gründe gewesen sein, die für solch eine Teilung sprachen?

Gruß
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  #2  
Alt 07.02.2007, 21:04
Quaestor
 
Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
AW: Reichsteilung/ Kaiser Karl 5.

ups, falsche Rubrik bitte um Verschiebung Richtng Neuzeit... :-)
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  #3  
Alt 07.02.2007, 22:30
Benutzerbild von Balduin IV.
Basiléos
 
Registriert seit: 08.03.2006
Beiträge: 284
AW: Reichsteilung/ Kaiser Karl 5.

Nun es gab mehrere Gründe...und ich möchte 2 ganz besondere herausgreifen:

1. Reichspolitik - Türkenfrage

Der Kaiser selbst blieb dem Reich stets fremd - bis zu seinem letzten Atemzug sprach er kaum Deutsch, und das was er sprach, war stark akzent gefärbt und sehr bruchstückhaft....Obwohl er die Kaiserkrone trug, war das einzige was er mit dem Reich gemeinsam hatte, noch die Idee des Universalreichs! Und auch dabei spielte Deutschland nur eine untergeordnete Rolle

Alles in allem waren die österreichischen Güter, zu denen er nie wirklich einen Bezug hatte, eher eine Last als ein Segen. Schwer wirtschaftlich zu grunde gewirtschaftet durch die "Weltpolitik" Maximilian I. waren nach dessen Tod dort Aufstände ausgebrochen (Schuldenfrage) und alles in allem blieben sie selbst nach der einfachen Streichung jener Schulden durch den kaiserlichen Beauftragten, finanziell sehr unertragreich. Und dann standen dort noch die, immer noch mächtigen, Türken gleich hinter der Reichsgrenze. Laufende Einfälle und Plünderungen waren selbst in Friedenszeiten an der Tagesordnung...und nun geht das ganze in den 2. Grund über:

2. Ferdinand

Ferdinand war der jüngere Bruder karls V. und er war des deutschen mächtiger, da er sich schon länger in Deutschland aufhielt. (So weit ich weiß, da bin ich mir aber nich sicher, in Österreich...) Bei ihrer ersten Begegnung in Deutschland nach der Rückkerh Karls aus Spanien (zur Wahlkapitulation und Krönung) sahen sich die beiden wieder, und alsbald soll Ferdinand diese "Reichsteilungsfrage" zu Stande gebracht haben. So weit ich informiert bin herrschte aber stets ein inniges Verhältnis zwischen den beiden Brüdern. Es kam zu langen Verhandlungen und erst nach dem Augsburger Religionsfrieden dann zu einer Einigung. Ich denke dabei hat vor allem die plagende Gicht den alternden Kaiser zusammen mit der Entäuschung im Schmalkadischen Krieg und seinem sich verflüchtenden Traum (dem des Universalreichs) sicher vielfach beeinflusst seinem Bruder diese unliebsamen Ländereien zu geben. Ich denke aber auch es waren gewisse Überlegungen dahinter. Die Türkenfrage erforderte damals noch viel Aufmerksamkeit - das Osmanische Reich befand sich noch an der Spitze seiner Macht und ein alterender Kaiser der voll auf mit den Vorgängen in Spanien beschäftigt war und der Religionsfrage und einem streitbaren französischen König mag sich sicher froh geschätzt haben, diese Länderein los zu werden. Dafür spricht, das der gute Ferdinand auch wirklich nur Österreich bekam, während die reiche NIederlande (der Karl, da in Gent geboren stets verbunden blieb) bei der nun entstandenen spanischen Linie blieb. Wichtig ist auch anzumerken, das jenes "Gegenheiraten" in dieser "Reichsteilung" verankert wurde!

Ich hoffe ich konnte Dir einen angemessenen Überblick geben - bei Fragen jederzeit gerne an mich wenden (mathl.1989@hotmail.com) weil ich noch etwas schulisch belagert bin diese woche *Gg*

mfg
Baldu
__________________
Möge die Welt eine andere sein, wenn es an der Zeit ist für mich zu gehen...

Aber bis dahin wird gekämpft !
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  #4  
Alt 08.02.2007, 11:03
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
AW: Reichsteilung/ Kaiser Karl 5.

Mal eine kurze Zwischenfrage @ Kobra: Warum schreibst du die Ordnungszahlen in arabischen Ziffern?
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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  #5  
Alt 08.02.2007, 16:52
Quaestor
 
Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
AW: Reichsteilung/ Kaiser Karl 5.

@ Kimon
Mal eine kurze Zwischenfrage @ Kobra: Warum schreibst du die Ordnungszahlen in arabischen Ziffern?
Naja, jedem dürfte klar sein was bzw. wer gemeint ist... es handelt sich hier
um keine Studienarbeit, weswegen Rechtschreibung ebenfalls eher zu vernachlässigen ist.??

@ Balduin IV.

Sehr ausführliche Antwort...

Der Kaiser selbst blieb dem Reich stets fremd - bis zu seinem letzten Atemzug sprach er kaum Deutsch, und das was er sprach, war stark akzent gefärbt und sehr bruchstückhaft
Zu Karls Lebzeiten existierte allerdings noch keine überregional gesprochene deutsche Hochsprache. Es gab zwar seit dem 12. Jahrhundert Änsätze einer Sprachangleichung, eine Hochsprache existierte jedoch nicht.
Karl 5. sprach die Mundart seiner Geburtsstadt Gent, welche zahlreichen niederdeutschen Dialekten ähnelte.

Ferdinand war der jüngere Bruder karls V. und er war des deutschen mächtiger, da er sich schon länger in Deutschland aufhielt.
Ferdinand 1. in Mittelspanien geboren u. aufgewachsen wurde zwar bereits 1522 von Karl zum Regenten der österreichisch-habsburgischen Erblande ernannt, war zu diesem Zeitpunkt jedoch im gegensatz zu seinem Bruder Karl eines deutschen Dialektes nicht mächtig.


Die Türkenfrage erforderte damals noch viel Aufmerksamkeit - das Osmanische Reich befand sich noch an der Spitze seiner Macht
Dies trifft den Kern meiner Fragestellung, es ist schwer ersichtlich warum Ferdinand 1. mit verhältnismäßig geringen Kräften ausgestattet wurde, wobei ihm die Abwehr der Osmanen oblag. Zudem basierte die Macht des Kaisers weitestgehend auf seiner Hausmacht, die bei Ferdinand 1. nicht allzu üppig ausfiel.



Gruß
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