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  #1  
Alt 04.03.2007, 14:24
Propraetor
 
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Trafalgar

hatte sich villeneuve in den wochen vor der schlacht zu lange zeit gelassen?
war er auf nelsons neuartige taktik schelcht vorbereitet bzw. (da man sich auf überraschungen eh nicht vorbereiten kann) hat er während der schlacht schlecht reagiert?

eure meinungen würde ich gern wissen
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  #2  
Alt 04.03.2007, 14:38
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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AW: trafalgar

Puuh lange nicht mehr mit dem Thema beschäftigt.

So neuartig war Nelsons Taktik eigentlich garnicht, denn es war immer das Ziel die gegnerische Schlachtlinie zu durchbrechen. Neu war nur dass er es mit zwei Schlachtlinien versucht hat und die Dimension.

Ich denke dass man sich zur Beurteilung der Schlacht den Kontext anschauen muss. Villeneuve hatte von Napoleon sehr klare Zielvorgaben und hatte den Auftrag den Kanal frei zu machen zum Übersetzen der franz. Armee. Nelson hingegen hatte nur den Auftrag Villeneuve zur Schlacht zu stellen und zu besiegen. Diese unterschiedlichen Freiheiten sind schon ein wesentlicher Grund weshalb Nelson gewann, denn Villeneuve konnte eben nicht immer so handeln wie er gerade wollte.

Während der Schlacht kann man ihm eigentlich keine Fehler vorwerfen, denn bei damaligen Verhältnissen war eine genaue Steuerung in der Schlacht nicht mehr möglich. Die Verantwortung liegt dann auch bei den untergeordneten Admirälen und den Kommandanten der einzelnen Schiffe, auch hier ist es ein Fehler Sieg oder Niederlage am Oberkommandierenden festzumachen.

Ob man Villeneuve Ängstlichkeit vor der Schlacht vorwerfen kann ist immer so eine Sache. Sicher er hätte Nelson in der Karibik stellen können aber dann wären seine Schiffe womöglich so schwer beschädigt worden, dass er den Kanal nicht mehr hätte räumen können. Siehe oben die Zielvorgaben. Sicher er hätte auch vor Finisterre entschlossener sein können aber das hätte ebenfalls die Zielvorgaben beeinträchtigt.
Zudem muss man eine ganz klare Überlegenheit der gesamtbritischen Flotte feststellen, auch was die Erfahrung von Offizieren und Mannschaften betrifft. Siehe dazu wieder was ich über die Qualitäten der Unterkommandieren geschrieben habe.
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  #3  
Alt 04.03.2007, 14:44
Propraetor
 
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Beiträge: 638
AW: trafalgar

eigentlich war nelsons ein absolutes novum. die schiffe waren ja lienienschiffe, der name kommt von der taktik jener zeit, die flotte bildete eine linie umm die breitseite voll ausnützen zu können. hätte nelson die standarttaktik angewandt - er hätte wahrscheinlich verloren. aber er hatte, wie du ganz richtig schreibst, bessere männer (erfahrung, ausbildung...) und konnte sich so auf den kampf schiff gegen schiff einlassen. ich denke aber er hätte die klassische taktik gewählt wenn er wie geplant 40 schiffe gehabt hätte statt nur 27 (villneuve hatte 33). also blieb im nichts anderes übrig, als diese neue taktik und die ging auf.
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  #4  
Alt 04.03.2007, 14:52
Benutzerbild von Wulfnoth
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AW: trafalgar

Das ist so nicht richtig. Das Durchbrechen der feindlichen Formation ist ein wichtiger Teil der Linientaktik.
Die Schiffe passierten in Linie und hofften dass sich in der gegnerischen Linie eine Lücke auftut, weil evt. das nachfolgende Schiff havariert ist. (Mast gebrochen, Ruderanlage zerstört)
In der Folge brachen ein oder mehrere Schiffe durch die feindliche Linie und zerstückelte diese. Das bedeutete fast Sieg.
Neu bei Nelson ist, dass er von vornherein auf die feindliche Linie im 90° Winkel zusteuert und dem Feind somit erstmal wenig entgegen zu setzen hat (aber auch wenig Angriffsfläche bietet).

Villeneuve reagierte wohl nicht auf die unnormale Formation Nelsons, da ein Manöver vor der Schlacht bereits eklatante Mängel bei der Abstimmung innerhalb der franz. Flotte gezeigt hatte und er einen Zusammenbruch der eigenen Linie befürchtete.
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  #5  
Alt 04.03.2007, 14:57
Propraetor
 
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Beiträge: 638
AW: trafalgar

Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Villeneuve reagierte wohl nicht auf die unnormale Formation Napoleons, da ein Manöver vor der Schlacht bereits eklatante Mängel bei der Abstimmung innerhalb der franz. Flotte gezeigt hatte und er einen Zusammenbruch der eigenen Linie befürchtete.
du meist doch nelson?

du sagst es ja selbst, normal war es aus der eigenen linie in die gegnerische zu gelangen (auch wenn man das schöner formulieren könnte), nelson kam aber gleich in zwei keilen an, also insoweit ist das schon eine änderung.
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  #6  
Alt 04.03.2007, 15:09
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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AW: trafalgar

Zitat von Mirko Beitrag anzeigen
du meist doch nelson?
Ja klar, fangen eben beide mit N an, ist schon verwirrend.

Zitat von Mirko Beitrag anzeigen
du sagst es ja selbst, normal war es aus der eigenen linie in die gegnerische zu gelangen (auch wenn man das schöner formulieren könnte), nelson kam aber gleich in zwei keilen an, also insoweit ist das schon eine änderung.
Aber der Grundgedanke war ja derselbe. Man versucht die gegnerische Linie zu durchbrechen. Deshalb würde ich nicht von völlig neuartig sprechen.
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