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24.03.2008, 23:58
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 389
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War die Französische Revolution das Ende des Mittelalters?
Als wir in Geschichte die Französische Revolution durchgenommen haben, wurde uns gesagt, dass einige Historiker diese als das eigentliche Ende des Mittelalters ansehen. Denn vorher hat sich an den gesellschaftlichen Zuständen nicht wirklich viel geändert. Erst durch die Französische Revolution konnte sich das Bürgertum vom Klerus und vom Adel emanzipieren und wurde selbst politisch tätig.
Natürlich sind die Epochenübergänge fließend und man kann nicht definitiv sagen mit der Entdeckung Amerikas 1492, bzw. mit der Französischen Revolution 1789 ging ein Zeitabschnitt endgültig zu Ende. Mich würde aber trotzdem eure Meinung zu dieser Epocheneinteilung interessieren.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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25.03.2008, 12:34
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 670
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1492 hat Europa in globale Zusammenhänge gestellt, mit nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen. Goldzuflüsse und Migrationsströme sind nur je ein Stichwort. Die Französische Revolution hat zwar auch verändert (deshalb kann man sie laut Definition "Revolution" bezeichnen), sie war aber "nur" ein Ventil, das eine schon längere Entwicklung zur Explosion brachte. Die Macht einer Schicht (des Königtums und des Adels) wurde ersetzt durch die des Bürgertums, aber sie hat nichts am Prinzip gesellschaftlicher Gegensätze verändert, nur eben mit anderen Akteuren. Und dass dieses Bürgertum so stark werden konnte und nach Emanziption lechzte, das war mittelbar auch eine Folge davon (eine, ich bin gegen monokausale Erklärungen), dass sie durch die Erschließung von Handelsplätzen in der Folge von 1492 immer vermögender und damit potenter geworden war.
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25.03.2008, 12:42
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Tribun
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Registriert seit: 23.10.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 57
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Meiner Meinung nach endete das Mittelalter eindeutig früher.
Es gab schon vorher viele Verränderung im Denken der Leute, in der Technik und in der Kriegsführung sowie der Medizin(beim letzten bin ich mir grad nicht ganz sicher)
Herrschaftsform hat sich ja gewaltig geändert, zwar war der Unterschied für die Armen schichten nicht sonderlich hoch, aber für die Adligen schon.
Außerdem wurden Städte und Kaufmänner um einiges wichtiger.(das nahm schon im Mittelalter zu, aber machte hier nochmal gewaltige Vortschritte.
Die Staaten wurden zentralisiert und von (oft) nicht Adligen Beamten verwaltet.
Ich bin der Meinung das Mittelalter neigte sich schon ende des 14. Jhds dem Ende und im 15.Jhd. war es eindeutig zu ende.
Die Bauernaufstände im 14.Jhd zeigten ja, das sich hier was im Bewusstsein der Leute geändert hatte und es gab immer mehr Leute die UNzufrieden mit der katholischen Kirche waren, unter anderem auch wegen dem Schisma und dem Papst in Frankreich.
Die Kriegfürhung änderte sich auch zugunsten der Infanterie(engl Langbogenschützen, flämische u. flandrische Milizen usw.) und die Macht der Ritter nahm auch immer weiter ab.
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25.03.2008, 14:40
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.227
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In manchen Staaten beginnt nach landläufiger Definition ab der franzözischen Revolution die Zeitgeschichte, vom Ende des Mittelalters habe ich noch nie gehört und ich halte es für äußerst unsinnig.
Es gibt im Zeitraum 1450-1550 dermaßen viele Umbrüche, die sich anbieten, dass alles andere keinen Sinn ergibt. Neben dem was sokotra über die sich ausdehnende Welt anführt wären noch die Ausbreitung der Wissenschaften im Zuge der Aufklärung und die Entstehung moderner Staaten zu nennen. Ohne letzteres wäre die französische Revolution auch absolut undenkbar gewesen - ohne ersteres eigentlich auch.
In oben genannter Zeitspanne gab es in ganz Europa Umbrüche, von Eeroberung Konstantinopels über die Reformation bis zur Reconquista, die französische Revolution war hingegen etwas sehr begrenztes, nur der napoleonische Krieg dehnte sie aus. Kriege gab es aber schon in der Antike, da wären schlimmere zu nennen.
Im Übrigen wo du schon von Bürgertum redest, das gab es nennenswert erst seit Ende des Mittelalters.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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25.03.2008, 14:47
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.400
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wird denn nicht in der fachwelt immer die eroberung konstantinopels 1453 als das ende des mittelalters angegeben?
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25.03.2008, 14:52
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.227
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Es gibt kein defitintives Ende aber man kann es schon auf einen Zeitraum eingrenzen, je nach Priorität können ja verschiedene Ereignisse gewählt werden. Die Eroberung Konstantinopels wird soweit ich weiß aber eher seltener als Schlusspunkt gesehen, die Entdeckung Amerikas oder der Buchdruck kommen da schon häufiger vor.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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25.03.2008, 23:01
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 779
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Die Fachwelt hat keine allgemeingültige Meinung, es kommt - wie ich schon oft geschrieben hatte auf den Fokus an, der zur Bestimmung des Endes angenommen wird.
Dennoch: Wie Wulfnoth geschrieben hat, fällt in den Zeitraum zwischen 15. und 16. Jahrhundert eine Reihe wichtiger Ereingisse und Entdeckungen, sei es in religiöser, politischer, wissenschaftsgeschichtlicher Hinsicht, die bestehnde Verhältnisse verändern und eine neue Zeit ankündigen. Aber: Man darf diese meiner Meinung nach nicht nur als Ereignis sehen, das an ein festes Jahr geknüpft ist, sondern als langfristige Prozesse. Die Reformation geschah z.B. schlagartig nicht mit den Thesen Luthers, sondern hatte eine Vorgeschichte und Nachwirkungen, ohne die das Ereignis nicht zu erklären ist.
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μηδὲν ἄγαν
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