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25.03.2008, 23:52
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 382
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War Österreich-Ungarn der bessere Bündnispartner für Deutschland?
Um einen Zweifrontenkrieg Deutschlands zu verhindern und um Frankreich zu isolieren, arrangierte Bismarck ein komplexes Bündnissystem. Als erstes schlossen Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland 1873 das Dreikaiserabkommen. Dieses hatte aber keinen dauerhaften bestand, aufgrund der Differenzen zwischen dem Zarenreich und der Donaumonarchie auf dem Balkan.
Dadurch blieb Bismarck keine andere Wahl, als sich für einen Hauptpartner zu entscheiden. Seine Wahl fiel dabei auf Österreich-Ungarn, da er Russland als den unsichereren Bündnispartner ansah.
War diese Entscheidung eurer Meinung nach richtig?
Oder hatte Deutschland mit dieser Entscheidung Russland unnötig verprellt und die Chance nicht genutzt, auf jahrhundertealte gute deutsch-russische Beziehungen anzuknüpfen?
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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26.03.2008, 08:08
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 222
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Ich denke, es bestand schon rein ideologisch gar keine Alternative, schon gar nicht durch das Russische Reich, als Bündnispartner zu Österreich Ungarn.
Man hatte sich für die kleindeutsche Lösung entschieden, suchte so aber dennoch eine großdeutsche.
Ich denke man darf das Bündnissystem auch nur in den zwei Phasen sehen. Bismarks Zeit und die Zeit nach ihm.
Wer weiß, ob das System nicht mit ihm weiter Bestand gehabt hätte.
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26.03.2008, 09:07
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Tribun
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Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 93
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Bismarck hat die Option für Österreich ja noch so gut wie möglich vermieden. Obwohl schon zu seiner Zeit Russland der bei weitem schwierigere Partner war und er in seiner Biografie wortreich Klage führt über die mißtrauischen Russen.
Ich denke, dass Bündnis mit Österreich war strategisch ein fataler Fehler und hat ja auch direkt in die Katastrophe geführt.
Wenn man davon ausgeht, dass das Ziel der Reichspolitik die Erweiterung des eigenen Territoriums und Machtgewinn/Hegemonie in Europa war, dann hatte ein Bündnis mit dem starken Russland mehr zu bieten, als eines mit dem schwächlichen Österreich. Zwar hätten die Russen das Bündnis zu nutzen versucht, um die Kontrolle auf dem Balkan zu erringen und ihre "slawischen Brüder" zu befreien, was letztendlich zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns geführt hätte, dabei wäre aber für das Reich durchaus etwas abgefallen, zum mindesten Deutsch-Österreich.
Das Argument, die katholischen Österreicher hätten das Machtgleichgewicht und die Herrschaft Preußens in Frage gestellt, halte ich nicht für stichhaltig.
Wenn man erobern will, Machterhalt im Innern durch Erfolge nach außen erreich will, kann man darauf keine Rücksicht nehmen. Zugewinn war nunmal nur mit Russland als Verbündeten zu haben, aber nicht gegen Russland. Und das Großdeutsche Reich durchgesetzt zu haben, wäre Innenpolitisch ein Erfolg gewesen, mit Russland im Rücken hätte man auch in der Kolonialfrage vs Frankreich und GB ganz anders auftrumpfen können.
Hochriskante Flottenpolitik zu betreiben, sich GB zum Feind machen, den 1. WK riskieren, nur um irgendwo am A. der Welt vielleicht ein paar Kolonien abzustauben, macht keinen Sinn, wenn die fette Beute gleich nebenan liegt. Den Untergang des Reiches zu riskieren, um ev. auftretende Problem durch die Annektion Deutsch-Österreichs zu vermeiden ist ebenfalls sinnlos.
Die Reichsführung hat sich zwar von der Politik Bismarcks abgewandt - vom saturierten Reich hin zur Expansion - aber die logischen Konsequenzen daraus nicht gezogen, sondern eine ziel- und planlose Machtpolitik betrieben.
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26.03.2008, 12:20
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.011
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Vor den großen Erfolgen Russlands am Beginn des 1. WK war keinesfalls klar, das Russland so stark und die ÖU-Heer so marode ist.
ÖU hielt den Vergleich mit dem Zarenreich auf jeden Fall stand und wie ein direkter Krieg ausgegangen wäre, ist wohl keinesfalls eindeutig.
ZUm 1. WK: Österreich hätte Serbien ohne Rückendeckung des D.R. wohl nicht den Krieg erklärt, also wäre es dazu nicht gekommen.
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26.03.2008, 15:11
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 382
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Zitat von EL_Mercenario
Wenn man davon ausgeht, dass das Ziel der Reichspolitik die Erweiterung des eigenen Territoriums und Machtgewinn/Hegemonie in Europa war, dann hatte ein Bündnis mit dem starken Russland mehr zu bieten, als eines mit dem schwächlichen Österreich. Zwar hätten die Russen das Bündnis zu nutzen versucht, um die Kontrolle auf dem Balkan zu erringen und ihre "slawischen Brüder" zu befreien, was letztendlich zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns geführt hätte, dabei wäre aber für das Reich durchaus etwas abgefallen, zum mindesten Deutsch-Österreich.
Das Argument, die katholischen Österreicher hätten das Machtgleichgewicht und die Herrschaft Preußens in Frage gestellt, halte ich nicht für stichhaltig.
Wenn man erobern will, Machterhalt im Innern durch Erfolge nach außen erreich will, kann man darauf keine Rücksicht nehmen. Zugewinn war nunmal nur mit Russland als Verbündeten zu haben, aber nicht gegen Russland. Und das Großdeutsche Reich durchgesetzt zu haben, wäre Innenpolitisch ein Erfolg gewesen, mit Russland im Rücken hätte man auch in der Kolonialfrage vs Frankreich und GB ganz anders auftrumpfen können.
Hochriskante Flottenpolitik zu betreiben, sich GB zum Feind machen, den 1. WK riskieren, nur um irgendwo am A. der Welt vielleicht ein paar Kolonien abzustauben, macht keinen Sinn, wenn die fette Beute gleich nebenan liegt. Den Untergang des Reiches zu riskieren, um ev. auftretende Problem durch die Annektion Deutsch-Österreichs zu vermeiden ist ebenfalls sinnlos.
Wie du bereits sagtest, verfolgte Bismarck die Politik eines saturierten Deutschlands, an Gebietsgewinnen war er nicht interessiert.
Ein deutsch-russisches Bündnis gegen die Donaumonarchie und deren Zusammenbruch, wie du es beschreibst, hätte für Deutschland und Russland nicht nur Vorteile. Die ungehinderte Ausbreitung des Zarenreiches auf dem Balkan wäre wohl von Großbritannien und Frankreich nicht gerne gesehen worden, da deren Interessen in dieser Region dadurch berührt worden wären und das Gleichgewicht auf dem europäischen Kontinent gehörig ins wanken geraten wäre. Dass Deutschland sich an dieser Entwicklung beteiligt, hätte wohl zu einer verstärkten antideutschen Haltung in Frankreich und England geführt und die Entstehung der Entente cordiale gegen Deutschland, und in diesem Falle wohl auch gegen das Zarenreich, begünstigt.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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26.03.2008, 16:23
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 222
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Zitat von K. Ropp
Wie du bereits sagtest, verfolgte Bismarck die Politik eines saturierten Deutschlands, an Gebietsgewinnen war er nicht interessiert.
Ein deutsch-russisches Bündnis gegen die Donaumonarchie und deren Zusammenbruch, wie du es beschreibst, hätte für Deutschland und Russland nicht nur Vorteile. Die ungehinderte Ausbreitung des Zarenreiches auf dem Balkan wäre wohl von Großbritannien und Frankreich nicht gerne gesehen worden, da deren Interessen in dieser Region dadurch berührt worden wären und das Gleichgewicht auf dem europäischen Kontinent gehörig ins wanken geraten wäre. Dass Deutschland sich an dieser Entwicklung beteiligt, hätte wohl zu einer verstärkten antideutschen Haltung in Frankreich und England geführt und die Entstehung der Entente cordiale gegen Deutschland, und in diesem Falle wohl auch gegen das Zarenreich, begünstigt.
Aber: Nur mal angenommen, es hätte ein festes Bündnis mit Rußland gegeben...
GB und FR hätten dem Deutschen Reich in einem Einfrontenkrieg nichts entgegenzusetzen gehabt.
Auch die Seeblockade wäre nutzlos gewesen.
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Glory, glory to old Ireland,
glory, glory to this island,
glory to the memory of the men
who fought and died,
"No surrender" is the war cry of
the Belfast Brigade.
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26.03.2008, 16:31
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.011
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Zitat von Beckmann
Aber: Nur mal angenommen, es hätte ein festes Bündnis mit Rußland gegeben...
GB und FR hätten dem Deutschen Reich in einem Einfrontenkrieg nichts entgegenzusetzen gehabt.
Das halte ich für sehr gewagt. Schließlich haben es die Mittelmächte nach Brest Litowsk auch nicht geschafft. Außerdem hat ja gerade der erste Weltkrieg gezeigt, dass es das Menschenmaterial eben nicht ausmacht. Vielleicht hätten sie die Front 20km mehr nach Frankreich reinverlegen können und dabei dann aber wahrscheinlich ihren ganzen Soldatenüberschuss verloren ...
Außerdem ist das hier sehr unwahrscheinlich, denn warum sollten Russland und Deutschland zusammen gegen GB und Frankreich Krieg führen. Und was ist mit ÖU, Italien und den Balkanmächten bzw. dem Ottomanischen Reich ... und was machen die USA !?
Ich kann mich ja auch hier hinstellen und sagen, dass Österreich-Ungarn zusammen mit Groß Britannien verbündet gegen Russland, verbündet mit Italien gewonnen hätte ... aber was sagt das schon aus !? Wie wahrscheinlich ist es denn, dass sich alle anderen neutral verhalten hätten !?
Geändert von Argeados (26.03.2008 um 16:33 Uhr).
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26.03.2008, 17:05
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.048
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Es gab eigentlich keinen besseren Partner, jedes Bündnis bot Vor- und Nachteile und im Übrigen bin ich überrascht wie kritisch hier Österreich-Ungarn gesehen wird. Denn als es drauf ankam - im ersten Weltkrieg - schaffte Österreich genau das was Deutschland von ihm verlangt hatte, nämlich die süd-östliche Flanke zu halten.
Innenpolitisch waren beide Reiche ähnlich marode und vom nationalistischen Punkt her (und das war ja nicht unwichtig, gerade damals) war das Bündnis mit Österreich-Ungarn nur natürlich.
Umgekehrt muss man sich mal fragen was beide Partner vom Deutschen Reich hatten. Bei Österreich-Ungarn als primäre Agrarmacht mit begrenzten Annexionsabsichten kann ein stabiler, industrialisierter Nationalstaat als Bündnispartner verlockend sein. Russland hingegen hatte immer das Ziel gehabt den Bosporus zu beherrschen, weiterhin teilte man sich in Polen bereits eine Grenze mit dem möglichen Bündnispartner, dort wäre dann nichts zu holen gewesen.
Für die russischen Bosporusinteressen war ein Bündnis mit GB und Frankreich viel sinnvoller, weil diese dann vielleicht ein dortiges Erstarken toleriert hätten. Dass Russland beide nicht besiegen konnte hatte ja der Krimkrieg bereits ausgeschlossen.
Weiterhin schließe ich mich den zweifelnden Stimmen über einen anderen Kriegsausgang im Westen an. Eine Südostfront wäre neu hinzugekommen und selbst wenn man diese weglässt, 1918 - ein Jahr nach Brest-Litwosk - endete eine deutsche Offensive im Desaster, Menschenmaterial war eben nicht mehr alles.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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26.03.2008, 17:51
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 222
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Zitat von Argeados
Das halte ich für sehr gewagt. Schließlich haben es die Mittelmächte nach Brest Litowsk auch nicht geschafft.
Selbst nach Brest Litows waren noch ca. 1.000.000 Soldaten mit der "Friedenssicherung" im eroberten Osten gebunden.
Rechne die volle Truppenstärke im Osten und das Material vom ersten Kriegstag an in den Westen... ich bezweifle, daß es einen Halt an der Marne gegeben hätte.
Aber dieser Gedankengang läßt zuviele andere Faktoren außer Acht. Wer weiß, ob es bei einem deutsch-russischen Bündnis je zu einem Weltkrieg gekommen wäre.
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26.03.2008, 17:55
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.048
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Zitat von Beckmann
Aber dieser Gedankengang läßt zuviele andere Faktoren außer Acht. Wer weiß, ob es bei einem deutsch-russischen Bündnis je zu einem Weltkrieg gekommen wäre.
Sicher lässt sich darüber nur spekulieren aber ich glaube dass dieser große Wums bzw. die zwei großen Wums im letzten Jahrhundert nötig waren um die Menschen aufwachen zu lassen, der erste noch mehr als der zweite. Denn gerade vor dem ersten Weltkrieg wurde massiv aufgerüstet und zwar mit Waffen, die sich absolut nicht für Kolonialkriege eigneten, sondern nur in Materialschlachten gegen ebenbürtige Gegner. Kombiniert mit heftigem Nationalismus und dem Bedürfnis sich mit den anderen Nationen zu messen, ergab dies eine tödliche Mischung. Jeder Krieg zwischen den europäischen Mächten musste jedoch zu einem Weltkrieg führen, da die Welt ende des 19. Jahrhunderts ja genau zwischen diesen Mächten aufgeteilt wurde.
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26.03.2008, 18:04
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 222
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Zitat von Wulfnoth
Sicher lässt sich darüber nur spekulieren aber ich glaube dass dieser große Wums bzw. die zwei großen Wums im letzten Jahrhundert nötig waren um die Menschen aufwachen zu lassen, der erste noch mehr als der zweite.
Leider ja.
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27.03.2008, 07:59
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Tribun
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Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 93
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Zitat von Argeados
Vor den großen Erfolgen Russlands am Beginn des 1. WK war keinesfalls klar, das Russland so stark und die ÖU-Heer so marode ist.
ÖU hielt den Vergleich mit dem Zarenreich auf jeden Fall stand und wie ein direkter Krieg ausgegangen wäre, ist wohl keinesfalls eindeutig.
Hmm, das sehe ich anders. Die "russische Dampfwalze" war schon vor dem 1. WK gefürchtet, wogegen das Vielvölkerheer Ö.-U. eher mit Skepsis betrachtet wurde.
Unstrittig scheint mir aber, dass Österreich in einem Krieg gegen Russland und Deutschland chancenlos eingegangen wäre, Italien und Serbien wären wahrscheinlich nicht schwer als Verbündete zu gewinnen gewesen und einem Vierfrontenkrieg war Österreich keinesfalls gewachsen. Selbst wenn es nicht zum Krieg gekommen wäre, hätte allein die Tatsache, dass Deutschland die Deutsch-Österreicher und Russland/Serbien die Slawen massiv umwirbt und aufstachelt, ev. ausgereicht, um Ö.-U. zu destabilisieren.
Zitat von Argeados
ZUm 1. WK: Österreich hätte Serbien ohne Rückendeckung des D.R. wohl nicht den Krieg erklärt, also wäre es dazu nicht gekommen.
Naja, nicht auf diese Weise zumindest. Der Vierbund aus Deutschland, Russland, Serbien und Italien hätte dann schon selber die Initiative übernehmen müssen. Die Italiener und Serben hätten sich da aber ev. nicht lange bitten lassen.
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Zitat von K. Ropp
Ein deutsch-russisches Bündnis gegen die Donaumonarchie und deren Zusammenbruch, wie du es beschreibst, hätte für Deutschland und Russland nicht nur Vorteile. Die ungehinderte Ausbreitung des Zarenreiches auf dem Balkan wäre wohl von Großbritannien und Frankreich nicht gerne gesehen worden, da deren Interessen in dieser Region dadurch berührt worden wären und das Gleichgewicht auf dem europäischen Kontinent gehörig ins wanken geraten wäre. Dass Deutschland sich an dieser Entwicklung beteiligt, hätte wohl zu einer verstärkten antideutschen Haltung in Frankreich und England geführt und die Entstehung der Entente cordiale gegen Deutschland, und in diesem Falle wohl auch gegen das Zarenreich, begünstigt.
Der Interessenkonflikt von Russland und Frankreich/England auf dem Balkan wäre gerade der Hauptvorteil dieser Variante gewesen. Frankreich und Russland auseinander zu bringen, war doch das allerwichtigste Ziel der deutschen Politik. Eine Neuauflage der Krimkrieges konnte dem Reich doch nur genehm sein. Natürlich hätte Russland deutsche Unterstützung eingefordert, die Reichswehr wäre drohend an der franz. Grenze aufmarschiert, um Frankreich zu neutralisieren, aber d.h. noch nicht, dass es auch zum Krieg gekommen wäre.
Anders gewendet, ist es zur Entente ja sowieso gekommen, leider zur Triple-Entente mit Russland.
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Zitat von Argeados
Das halte ich für sehr gewagt. Schließlich haben es die Mittelmächte nach Brest Litowsk auch nicht geschafft. Außerdem hat ja gerade der erste Weltkrieg gezeigt, dass es das Menschenmaterial eben nicht ausmacht.
Nach Brest Litowsk hatten die Deutschen ja auch über eine Million Mann vs Russland verloren und eine weiter halbe Mio dort stationiert, die haben natürlich im Westen gefehlt. Das Heer Österreichs war von den Russen 1917 quasi zerschlagen worden. In Frankreich standen Millionen britischer Soldaten und die deutsche Rüstungsindustrie war durch die jahrelange Seeblockade geschwächt.
Zitat von Argeados
Vielleicht hätten sie die Front 20km mehr nach Frankreich reinverlegen können und dabei dann aber wahrscheinlich ihren ganzen Soldatenüberschuss verloren ...
Russland konnte doch Soldaten in unbegrenzter Menge nachliefern, vorrausgesetzt man hätte das russische Heer durch Deutschland marschieren lassen, was man natürlich nicht getan hätte. 
Andererseits war der Schlieffenplan als strategische Antwort auf die russische Bedrohung konzipiert. Ohne die Bedrohung durch Russland hätte sich die Reichswehr mit 3-6 Mio Mann in Elsaß-Lothringen verbunkern können, da wäre keine französische Offensive durchgekommen.
Zitat von Argeados
Außerdem ist das hier sehr unwahrscheinlich, denn warum sollten Russland und Deutschland zusammen gegen GB und Frankreich Krieg führen. Und was ist mit ÖU, Italien und den Balkanmächten bzw. dem Ottomanischen Reich ... und was machen die USA !?
Russland und Deutschland sollten gerade nicht gegen GB und Frankreich Krieg führen sondern gegen Österreich. Darum geht es doch. Das ist ja nur der Notfallplan falls GB und Frankreich dass Deutsch-Russische Bündnis angegriffen hätten. Greift die USA ein, ist natürlich der Ofen aus, aber hätten die USA einen Angriffskrieg GBs und Frankreichs unterstützt?
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Zitat von Wulfnoth
Denn als es drauf ankam - im ersten Weltkrieg - schaffte Österreich genau das was Deutschland von ihm verlangt hatte, nämlich die süd-östliche Flanke zu halten.
Naja, Deutschland verlangte von Österreich eine Offensive nach Polen hinein, um den russischen Angriff auf Ostpreussen zu unterbinden. Statt dessen hat sich die Österreichische Armee beim Versuch die Russen aufzuhalten quasi zerschlagen lassen und die Reichswehr musste zu Hilfe eilen.
Zitat von Wulfnoth
Russland hingegen hatte immer das Ziel gehabt den Bosporus zu beherrschen, weiterhin teilte man sich in Polen bereits eine Grenze mit dem möglichen Bündnispartner, dort wäre dann nichts zu holen gewesen.
Man holt sich normal ja auch nichts beim Bündnispartner, sondern beim avisierten Gegner.
Zitat von Wulfnoth
Für die russischen Bosporusinteressen war ein Bündnis mit GB und Frankreich viel sinnvoller, weil diese dann vielleicht ein dortiges Erstarken toleriert hätten. Dass Russland beide nicht besiegen konnte hatte ja der Krimkrieg bereits ausgeschlossen.
Jo, aber im Krimkrieg war Preußen neutral, weswegen Frankreich seine Truppen nach der Krim verschiffen konnte.
Der entscheidende Nachteil an der Entente für Russland ist aber, dass eine Tolerierung der russischen Interessen auf dem Balkan für Russland nicht ausreichte. Russland hat durch die Entente vor 1914 nicht den kleinsten Vorteil auf dem Balkan gehabt. Im Gegenteil, Österreich hat sich dort ausgebreitet.
Die Entente hätte Russland nur dann den Weg nach Konstantinopel frei machen können, wenn sie Österreich oder wenigstens Deutschland neutralisiert hätte, aber dafür war Frankreich zu schwach und GB nicht willens. Die Deutschen und Österreichischen Truppen gingen gegen Russland vor, obwohl Frankreich und GB ihnen den Krieg erklärten.
Deutschland aber hätte sowohl Frankreich als auch Österreich neutralisieren können (und mit seiner Flotte teilweise auch GB), einfach indem es sie militärisch bedrohte, weniger durch seine Stärke, als durch seine strategisch günstige Lage. Frankreich kann nicht auf der Krim Krieg führen solange die deutsche Armee seine Ostgrenze bedroht. Insofern war das Reich für Russland der attraktivere Partner, weil es Russland freie Hand auf dem Balkan verschaffen konnte, was Frankreich und GB nicht konnten.
Zitat von Wulfnoth
Weiterhin schließe ich mich den zweifelnden Stimmen über einen anderen Kriegsausgang im Westen an. Eine Südostfront wäre neu hinzugekommen und selbst wenn man diese weglässt, 1918 - ein Jahr nach Brest-Litwosk - endete eine deutsche Offensive im Desaster, Menschenmaterial war eben nicht mehr alles.
Immer vorausgesetzt, dass Frankreich und GB in einen Krieg Russland/Serbien vs Österreich überhaupt eingegriffen hätten, in der Gewißheit, dass das auch Krieg gegen Deutschland bedeutet. Das ist aber nur der "worst case", normal gehe ich davon aus, dass ein deutsch-russisches Bündnis Frankreich abgeschreckt hätte. Aber selbst wenn nicht, hätten Deutschland und Russland die Österreicher im Zangenangriff besiegen können und sich damit in eine strategisch fast unangreifbare Position gebracht.
Der entscheidende Faktor ist meiner Ansicht nach, dass im Grunde keine der Großmächte ein Interesse an einem Weltkrieg hatte. Die Bündnisse Triple-Entente vs Dreibund hatten nicht das Ziel der absoluten Krieg in Europa zu entfesseln und zu gewinnen, sondern sollten die Machtkonkurrenz einschüchtern, in Schach halten, während man sich selber Vorteile in Form von Kolonien, Einflußzonen, Eroberungen verschaffte und versuchte sich zur Nr.1 quasi "durchzuschummeln".
Zu diesem Zweck war das Deutsch-Österreichische Bündnis völlig ungeeignet, Österreich war zu schwach, um das gegnerische Bündnis einzuschüchtern und es lag zudem in Deutschland einzig möglicher "Expansionsrichtung", jedenfalls wenn man den großen Krieg vermeiden wollte.
Zitat von Wulfnoth
Denn gerade vor dem ersten Weltkrieg wurde massiv aufgerüstet und zwar mit Waffen, die sich absolut nicht für Kolonialkriege eigneten, sondern nur in Materialschlachten gegen ebenbürtige Gegner.
Nach dem 2. WK hat man dann mit 10.000 von Atomwaffen aufgerüstet, die sich nur noch für totale Ausrottungskriege eignen. Ob das nun wirklich ein Fortschritt ist?
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Zitat von Beckmann
Rechne die volle Truppenstärke im Osten und das Material vom ersten Kriegstag an in den Westen... ich bezweifle, daß es einen Halt an der Marne gegeben hätte.
Aber dieser Gedankengang läßt zuviele andere Faktoren außer Acht. Wer weiß, ob es bei einem deutsch-russischen Bündnis je zu einem Weltkrieg gekommen wäre.
Das sind genau die zwei entscheidenden Punkte. Und selbst wenn Frankreich nicht zu besiegen war, war ein Sieg Frankreichs gegen 5 Millionen Deutsche und 10 Millionen russische Soldaten per Abnutzungsschlacht durch Elsaß/Lothringen quasi ausgeschlossen. Der Krieg in der Konstellation, die man tatsächlich gewählt hat, war selbst mit dem Wahnsinns-Schlieffen-Plan kaum zu gewinnen.
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27.03.2008, 12:32
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
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Und du meinst, dass GB und FR zugeschaut hätten, während das DR und Russland ÖU zerlegen und beide noch stärker werden, sodass sie nachher garkeine Chance mehr haben die irgendwie zu besiegen? Das tendiert meiner Meinung nach gegen 0.
Auch wäre das ÖU-Heer sicher um einiges stärker gewesen, wenn man von Feinden umgeben egwesen wäre. Mit dem DR im RÜcken war es ja auch nicht unbednigt nötig eine extrem schlagkräftige Kampfmaschinerie zu besitzen.
Geändert von Argeados (27.03.2008 um 12:37 Uhr).
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27.03.2008, 13:13
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Ädil
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Zitat von EL_Mercenario
Hmm, das sehe ich anders. Die "russische Dampfwalze" war schon vor dem 1. WK gefürchtet, wogegen das Vielvölkerheer Ö.-U. eher mit Skepsis betrachtet wurde.
Nur mal des Verständnisses halber:
Meinst Du mit rusischer Dampfwalze:
"Angriff in drei Wellen, die erste hat ein Gewehr, die nachfolgenden benutzten die Gewehre der Gefallenen?"
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27.03.2008, 14:56
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Praetor
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Zitat von EL_Mercenario
Russland und Deutschland sollten gerade nicht gegen GB und Frankreich Krieg führen sondern gegen Österreich. Darum geht es doch.
Wieso kommst du eigentlich darauf, dass Deutschland einen Krieg gegen Österreich-Ungarn hätte führen wollen? Nur um die dortigen Gebiete deutscher Bevölkerung dem Reich anzugliedern?
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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