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05.04.2008, 22:16
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 664
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Das XIX. Jahrhundert
hat auf mich schon immer eine besondere Faszination ausgeübt.
Die Menschheit stand auf der Schwelle zur Moderne, Erfindungen revolutionierten alle Bereiche des Lebens, Maschinen übernahmen immer mehr menschliche Tätigkeiten.
Aber noch war die Welt nicht modern und langweilig wie heute.
In Amerika wüteten Indianerkriege; die europäischen Großmächte erlangten immer mehr Kolonien in Afrika und in Asien und Großsegler kreuzten stolz durch die Ozeane.
Die Welt war noch voller "schwarzer Flecken" auf der Landkarte und
entschlossene Männer waren imstande Königreiche fast aus dem nichts zu erschaffen - vielleicht habt ihr noch mehr außergewöhnliche Persönlichkeiten aus diesem Jahrhundert die nicht so bekannt sind?
Den hier finde ich persönlich sehr interessant (hängt vielleicht auch mit einer bekannten 70er Jahre Serie zusammen!)
James Brooke – Wikipedia
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 Wir lassen euch leben im Dienste dieses Schiffes - also rudert gut. Und lebt!
Quintus Arius aus "Ben Hur"
Geändert von Jason (05.04.2008 um 22:23 Uhr).
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05.04.2008, 23:57
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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Faszinierend finde ich die Vita des Thomas Cochrane. Für manche zählt er zu den brillantesten britischen Seekommandanten. Er war Freibeuter, Flotten-Admiral, Freiheitskämpfer, Söldner und vor allem wohl Idealist.
Thomas Cochrane wurde 1775 in Schottland geboren. 1800 hatte er das Patent eines Freibeuter-Kapitäns. So machte er während der Napoleonischen Kriege mit einem kleinen Zweimaster die Küsten des Mittelmeeres unsicher und erwarb sich viel Ruhm. Doch dann überwarf er sich mit der Admiralität, ging in die Politik und zog 1807 als Abgeordneter des Bezirks von Westminster ins Londoner Unterhaus ein. Dort beantragte er die Einsetzung eines Untersuchungsausschuss wegen der Missstände in der Marine. Das scheiterte, aber als Anwalt der einfachen Seeleute war er nun als „Radikaler“ abgestempelt. Seine Gegner verwickelten ihn in einem Netz von Intrigen in einen Skandal an der Londoner Börse. Thomas Cochrane landete im Tower, konnte aber aus dem Gefängnis fliehen.
Die Führer der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung heuerten ihn nun als Oberbefehlshaber der Befreiungsflotte von Chile an, das zum spanischen Vizekönigreich Peru gehörte. Ende 1818 trat er den Posten an und übernahm eine kleine Flotte aus sieben Schiffen. Bald fürchteten ihn die Spanier als „el diablo“ (der Teufel). Nach der Vertreibung des spanischen Vizekönigs war die Auszahlung des Lohns an die Seeleute fällig, doch San Martin verweigerte das Geld. Für sich selbst hatte San Martin ein Vermögen beiseite gelegt. Cochrane raubte kurzerhand den Staatsschatz der jungen Republik Peru und zahlte daraus seine Männer aus. Wieder machte er seinem Beinamen des „schrecklichen Schotten“ alle Ehre.
Cochrane ließ sich danach als Oberbefehlshaber der Befreiungsflotte Brasiliens gegen die Portugiesen anheuern. Die nächste Station war wieder in Europa: Vertreter der griechischen Befreiungsbewegung gegen die osmanische Herrschaft heuerten ihn als Oberbefehlshaber an. Aber erst Mitte März 1927 – 21 Monate nach den ersten Kontakten – erreichte er Griechenland. Inzwischen hatten sich die europäischen Mächte im östlichen Mittelmeer eingemischt. Cochrane kehrte nach Großbritannien zurück, wurde rehabilitiert und bekam 1847 noch einmal ein Angebot: Als Befehlshaber der britischen Flottenstützpunkte in Nordamerika und Westindien auf die andere Seite des Atlantik zu gehen. Thomas Cochrane starb am 31. Oktober 1860 in London kurz vor seinem 85. Geburtstag als Graf von Dundonald.
Doch sein Name steht in nur wenigen Geschichtsbüchern – denn Thomas Cochrane passte nirgendwo so recht ins Bild. In Santiago de Chile fand ich immerhin eine Straße nach ihm benannt.
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06.04.2008, 10:21
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
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Ich verstehe gar nicht weshalb gerade das 19. Jahrhunderts so eine Faszination ausüben soll. Wenn ich an diese Zeit denke, dann sehe ich nur die beginnende Industrialisierung mit all ihrem Schmutz und Dreck.
So viele schwarze Flecken gab es nun auf der Landkarte auch nicht mehr, da bist du im 18. Jahrhundert besser aufgehoben und die Großmächte hatten die Welt bereits weitgehend stabilisiert.
Abtenteuer kannst du heute auch noch erleben. Wahlweise vor dem Fernseher oder im Eigenversuch. Dafür empfehle ich dir eine Reise nach Osten, zuerst Israel/Palästina, dann Irak, durch den Iran und Afghanistan/Pakistan. Wenn du in China angekommen bist kannst du ja mal melden ob das HF zensiert wird.
Sorry für den destruktiven Beitrag, aber das konnte ich mir einfach nicht verkneifen. 
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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06.04.2008, 11:11
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 664
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Ist schon in Ordnung, Wulfnoth! 
Du hast in Deiner Aufzählung vergessen: mit meiner Luxusjacht vor der Küste Somalias kreuzen...
Ich sehe im XIX. aber auch das letzte Jahrhundert mit solchen Möglichkeiten, wie Sokotra eindrucksvoll beschrieben hat.
Diese Biographien sind in dieser Form später so gut wie nicht mehr möglich gewesen.
David Livingstone und sein Bruder waren auch unterwegs in Afrika um Gebiete zu erforschen die der Welt noch nicht bekannt waren!
Ich wollte das Jahrhundert mit all den schrecklichen Problemen nicht romantisieren, aber es sind wohl die letzten Biographien solcher Art.
Hier auch noch einer der verfilmt wurde - Gen. Gordon und der Mahdi-Aufstand in Sudan:
Charles George Gordon – Wikipedia
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
Geändert von Jason (06.04.2008 um 11:22 Uhr).
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06.04.2008, 12:18
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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In jedem Jahrhundert gab es faszinierende Personen, natürlich nicht nur im 19. Aber im 19. Jh. wurden immerhin viele Weichen für die Gegensartswelt gestellt. Ich finde, das ist ein schönes Thema von Jason, das dieses Forums mehr als manches andere würdig ist, woran schon politisch-ideologische Missionsversuche angeknüpft haben.
Es gab im 19. Jh. auch nicht nur interessante Männer. Da war - und das ist nun mein Lesetipp der anderen Art - die Frauenrechtlerin Flora Tristan (siehe Flora Tristan – Wikipedia).
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06.04.2008, 13:04
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
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Eigentlich spricht man "weißen Flecken" auf der Landkarte; und tatsächlich, ich hab einen Atlas von 1895 zu Haus, und das innere Afrikas oder Australiens ist immer ´noch weiß...
Ich denke, die Faszination, die viele beim 19. Jh. empfinden, liegt an den himmelweiten Unterschieden, die in diesen Jahrzehnten besonders zu Tage treten: Auf der einen Seiten Industrialisierung in Europa, neu Kommunikations- und Verkehrsmittel lassen den Kontinent zusammenschrumpfen, mit der Errfindung der Telegraphie begintt dass auch im weltweiten Maßstab. Auf der anderen Seite gibt es noch Weltgegenden, die "entdeckt" werden können, viele der "Entdeckten" leben irgendwo zwischen Alt- und Jungsteinzeit usw.
Kurz: Damals war es noch (leichter) möglich "to boldly go where no man has gone before".
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06.04.2008, 13:12
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
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Zitat von Sokotra
In jedem Jahrhundert gab es faszinierende Personen, natürlich nicht nur im 19. Aber im 19. Jh. wurden immerhin viele Weichen für die Gegensartswelt gestellt. Ich finde, das ist ein schönes Thema von Jason, das dieses Forums mehr als manches andere würdig ist, woran schon politisch-ideologische Missionsversuche angeknüpft haben.
Das war keineswegs abwertend oder böse von mir gemeint, es spiegelte lediglich meine ganz persönliche Meinung zum "Entdeckungsfaktor" des 19. Jahrhunderts aus geografischer Perspektive wieder. Da waren das 17. und 18. Jahrhundert mit den Entdeckungsfahrten eines Thomas Cook subjektiv viel spannender.
Von der wissenschaftlichen Seite gebe ich euch recht, da sind im 19. Jahrhundert immense Innovationen aufgekommen.
Zitat von Thersites
Eigentlich spricht man "weißen Flecken" auf der Landkarte; und tatsächlich, ich hab einen Atlas von 1895 zu Haus, und das innere Afrikas oder Australiens ist immer ´noch weiß...
Hm sehr interessant, vor allem wenn man bedenkt, dass Afrika da schon aufgeteilt war. Es war mir gar nicht so klar, dass die europäischen Staaten da praktisch die Katze im Sack kauften.
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06.04.2008, 14:16
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Beiträge: 664
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Little Big Horn
Und nicht nur in Afrika gab es diese ungeklärten geographischen und politischen Verhältnisse.
In USA gab es noch den "Wilden Westen":
am 21. Dezember 1866 überfiel eine Streitmacht von etwa 1000 Oglala, Cheyenne und Minneconjou Indianer unter der "Führung" (vorsichtig formuliert bei Indianern) von Crazy Horse mehrmals Abteilungen der US-Kavallerie.
Eine dieser Abteilungen wurde komplett massakriert (Fetterman-Massaker).
Am 25. Juni 1876 begann die berühmte Schlacht am LittleBig Horn gegen die 7. Kavallerie unter General Custer.
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
Geändert von Jason (06.04.2008 um 21:06 Uhr).
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06.04.2008, 14:26
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
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Nachtrag zu Flora Tristan: An diesem Montag, den 7. April, hat sie ihren 205. Geburtstag.
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06.04.2008, 14:31
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
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Wo wir schon bei bemerkenswerten Frauen und Afrika sind darf man Mary Kingsley nicht vergessen. Es lief kürzlich eine sehr gute Doku im Fernsehen über diese Dame.
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06.04.2008, 18:02
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 664
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die Doku fand ich auch sehr interessant. Vor allem die moderne Sichtweise gegenüber den Naturvölkern und den Respekt den sie diesen entgegenbrachte waren schon revolutionär.
Da fällt mir nur Alexander von Humboldt ein, der einen ähnlichen Ansatz in seinen Expeditionen pflegte.
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
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07.04.2008, 21:21
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
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Hier habe ich noch eine Persönlichkeit dieses Jahrhunderts die vor allem Ägypten Fans kennen sollten:
Giovanni Battista Belzoni – Wikipedia
Fast wie Indiana Jones!
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
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