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27.01.2008, 18:51
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Plebejer
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Registriert seit: 16.12.2007
Beiträge: 8
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Romanos IV.,Tragik eines verratenen Kaisers
Der oströmische Kaiser Romanos IV. Diogenes gehört wohl zu den tragischsten Gestalten der Geschichte des Oströmischen Reiches.
Verraten von Teilen seiner eigenen Truppen, durch die Mißgunst des Hauses Dukas, welches wieder den Kaiser für das Reich stellen wollte.
Romanos IV. war von 1068 bis 1071 n. Chr. Kaiser des Reiches.
Er wurde praktisch von der Kaiserin Eudokia, der Witwe des Konstantin X. Dukas, des letzten Kaisers des Dukas-Clans, auf den Thron gesetzt.
Er hatte ihn nicht usurpiert!
Außerdem versuchte er das Reich militärisch zu schützen, und so die drohende Gefahr der Seldschuken unter Sultan Alp Arslan abzuwenden.
Doch als sein Heer und das des Sultans sich bei der Schlacht von Mantzikert gegenüberstanden, wurde er von einem seiner eigenen Heerführer, einem Dukas, im Stich gelassen.
Die Schlacht endete für das kaiserliche Heer katastrophal.
Der Kaiser selbst wurde in Ketten vor den Sultan geschleppt.
Doch als dieser hörte wer sein Gefangener war, behandelte er ihn praktisch als Gast mit dem gebührenden Respekt.
Der Sultan ließ den Kaiser alsbald heimkehren. Denn er wollte lieber einen gesprächs-u. zu Tributen bereiten Kaiser, den er kannte, als einen neuen Dukas, den er nicht einzuschätzen vermochte.
Und der Sultan sollte Recht behalten.
Michael VII. Dukas hatte den Thron schon usurpiert, besiegte den heimgekehrten Romanos, dem er versprach ihn nicht anzurühren.
Nun, das sollten andere tun. Der neue Kaiser ließ Romanos die Augen ausstechen, ihn auf einen Esel binden, und in die Verbannung treiben.
Der gestürzte rechtmäßige Kaiser des Hauses Diogenes sollte so bald seinen Qualen erliegen.
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27.01.2008, 19:02
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.048
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Ach du schreibst das so emotional. Romanos hatte seine Machtgrundlage in Form seiner Armee verloren. Die byzantinischen Kaiser waren die Erben der Römer mit demselben Machtrechtfertigungsproblem. Wenn man die Zustimmung der Armee verlor, verlor man seinen Posten. So ganz sauber ist er ja selbst nicht auf den Thron gekommen.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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27.01.2008, 19:32
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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interessante Darstellung, aber noch tragischer würd ich Maurikios Tod einschätzen.
Das hat dem Reich nicht weniger geschadet als Manzikert, im Gegenteil ohne einen Herkleios wäre es mit grosser Wahrscheinlichkeit schon damals untergegangen...
Edit: Hat wer vielleicht auch noch einen Buchtipp zur spätbyzantinischen Zeit?
Ab Manzikert lässt mein Wissen nämlich stark nach, da fehlen mir gute Quellen.
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
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BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
Geändert von Nichts (27.01.2008 um 20:02 Uhr).
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28.01.2008, 18:28
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Plebejer
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Registriert seit: 16.12.2007
Beiträge: 8
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Zitat von Nichts
interessante Darstellung, aber noch tragischer würd ich Maurikios Tod einschätzen.
Das hat dem Reich nicht weniger geschadet als Manzikert, im Gegenteil ohne einen Herkleios wäre es mit grosser Wahrscheinlichkeit schon damals untergegangen...
Edit: Hat wer vielleicht auch noch einen Buchtipp zur spätbyzantinischen Zeit?
Ab Manzikert lässt mein Wissen nämlich stark nach, da fehlen mir gute Quellen.
Stimmt, da hast Du Recht.
Und auch ein großer Herrscher wie Herkleios konnte die Schwächung des Reiches, die Byzanz für Jahrhunderte kennzeichnen sollte nicht mehr abwenden.
Doch ein Basileios II. ( der "Bulgarenschlächter" ) hatte im ausgehenden 10., anfangenden 11. Jahrhundert das Reich wieder gestärkt.
Was unter vielen seiner Nachfolger jedoch wieder rückgängig gemacht wurde.
Was die spätbyzantinische Zeit angeht, sei Dir das Buch "Byzanz" von John J. Norwich des List-Verlags zu empfehlen.
Von Konstantin dem Großen bis Konstantin XI. erfährt man hier viel Interessantes.
Also auch über die Zeit nach Mantzikert.
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28.01.2008, 19:11
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.361
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interessant finde ich die byzantinische zeitrechnung, nämlich einmal vor mantzikert und nach mantzikert, das muss schon ein dramatischer einschnitt gewesen sein diese schlacht, dass sogar die ganze geschichte das reiches nach ihr gegliedert wird
Geändert von TigerMC (28.01.2008 um 19:14 Uhr).
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28.01.2008, 19:35
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Zitat von TigerMC
interessant finde ich die byzantinische zeitrechnung, nämlich einmal vor mantzikert und nach mantzikert, das muss schon ein dramatischer einschnitt gewesen sein diese schlacht, dass sogar die ganze geschichte das reiches nach ihr gegliedert wird
Ich würde aber vorher in lateinische Kaiser und griechische Kaiser unterteilen.
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08.03.2008, 21:56
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Propraetor
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Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 598
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Romanos gegenüber finde ich es etwas unfair ihn mit Maurikios zu vergleichen.
MMn war die Schlacht ja gar nicht mal so wichtig. Wichtiger war das Danach. Der Sultan hat ja Anatolien nur als "Ersatz" für das Lösegeld des Romanos gestürmt. Wäre Romanos, durch irgend ein Wunder, an der Macht geblieben, wäre den Byzantinern vllt. Anatolien verblieben und sie wären vom Bürgerkrieg verschont worden. Allerdings hätten sie auch zu einem seldschukischen Klienten herabsinken können.
hätti, wari... (soll heißen: is mühsam zu diskutieren)
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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07.05.2008, 22:18
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Plebejer
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Registriert seit: 07.05.2008
Ort: Musterländle
Beiträge: 37
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Romanos ist von seinem Schicksal her mit Maurikios zu vergleichen, von den Voraussetzungen her nicht. Er hat ein ungleich schwereres Erbe angetreten und hatte von Anfang an mit einer Opposition zu rechnen, während Maurikios am Anfang seiner Regierung ziemlich beliebt war. Beide scheiterten daran, dass sie ihre militärischen Ziele über alles andere stellten, was aber durchaus seine Berechtigung hatte.
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