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13.04.2008, 13:14
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Plebejer
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Registriert seit: 10.04.2008
Beiträge: 11
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Vlad III Dràculea Tepes
Hallo zusammen,
hier möchte ich mal mein Spezialgebiet in Geschichte vorstellen: Vlad III Dràculea Tepes! Besonders nachdem in dem Thread Jesus bereits eine kleine Diskussion begonnen hat...
Vlad wurde 1432 in Schäßburg, Siebenbürgen, geboren, wobei sein Geburtsort oftmals angezweifelt wird. In dieser Zeit lebte sein Vater Vlad II zusammen mit seiner Familie im Exil.
1456 wird Draculea zu Vlad III ernannt und wird somit auch Herrscher über die ungarische Walachei.
Bereits nach einiger Zeit zeichnete sich Vlad durch seine militärischen Fähigkeiten aus und führte schon bald Krieg mit Sultan Mehmed II, in dessen Gefangenschaft er als 11-jähriger gewesen war und wo er des Öfteren von dem Wächter seiner Zelle misshandelt wurde.
Vlad hatte viele Eigenschaften, die ihn zu einem genialen Feldherren machten wie seine Tapferkeit, seinen Einfallsreichtum, aber auch seine Grausamkeit.
Seine Grausamkeit ist auch das auffälligste an seinem Charakter, zum Beispiel ließ er alle Bettler verbrennen, folterte Frauen, die Ehebruch begingen auf die bestialischste Weise, und seine berühmteste Foltermethode war natürlich das Pfählen.
Die Variante des Pfählens, die Vlad praktizierte war die türkische Methode, bei der, der gespitzte Pfahl in den After getrieben wurde und der Pfahl dann aufgerichtet wurde. Die Gepfählten lebten manchmal noch 4 Tage.
Vlad selbst sagte dazu:
„… pfählen lehrten sie mich… gepfählt wurden sie…“
Seinen Beinamen „Tepes“ was der Pfähler bedeutet erhielt er erst später nach seinem Tod.
1462 schlug Mehmed zurück und Vlad soll Berichten zufolge eine halbe Stunde an ca. 20000 gepfählten Türken und Bulgaren vorbeigegangen sein, wobei diese Zahl sicher deutlich überzogen ist, aber das Ausmaß der Grausamkeit Vlads darstellt.
Vlad wirkt dadurch mehr als nur grausam auf uns heute, aber damals war dies völlig normal und die Folter legitim. Draculea lebte dazu noch an einer Kulturgrenze zwischen Islam und Christentum, wobei er Angehörige von beiden Religionen hinrichtete.
Vlad wollte zudem mit seinen öffentlichen Hinrichtungen Angst unter der Bevölkerung erreichen und dem Volk klar machen was passiert, wenn man sich ihm widersetzt. Dies hat auch funktioniert, denn nie gab es weniger Verbrecher in seinem Reich. Tepes war auch ein gerechter Herrscher. Oft lies er Gefangene auch wieder frei, weil er von ihrer Unschuld überzeugt war, allerdings war ein Tag in den Kerkern von Poienari Folter genug.
1462 verhängte König Matthias Corvinus über Vlad Hausarrest und er wurde auf die Hochburg Visegràd in Ungarn bringen, bevor er auch nur ansetzen konnte für den Papst die damaligen Kreuzzüge anzuführen. Die Wächter von Vlads Zelle berichten, dass Vlad häufig mit seiner toten Frau sprach, gegen die Wände lief und alles Kleintier, das ihm über den Weg ließ, wie Mäuse und Käfer, quälte und pfählte.
1476 war er wieder Herrscher der Walachei, aber nur kurz den ein Jahr später starb er. Angeblich starb er in einer Schlacht und sein Kopf wurde Mehmed II geschickt und in Konstantinopel öffentlich auf seinen Speer aufgespießt ausgestellt.
18. Mai 1897 erschien das Buch Dracula von Bram Stoker in dem Vlad als Vampir dargestellt wird. Wobei Bram Stoker mit der Rolle Vlad als Vampir auf Vlads Wahnsinn in den er verfiel nachdem seine Frau sich selbst umgebracht hatte, aufgrund einer Nachricht Vlad sei im Kampf gefallen.
Vlads besondere Liebe zu seiner Frau ist ein besonderer Aspekt von seiner Persönlichkeit.
Was haltet ihr persönlich von Vlad?
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21.04.2008, 23:32
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 313
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Sicher eine interessante, wenn auch sehr kontroverse Person der Geschichte. Wie du es aber gut beschrieben hast, wurde er vermutlich zu unrecht als extremer Bösewicht und Verrückter dargestellt. Ein gewisser Bram Stoker trägt da sicher eine nicht unwesentliche Schuld. Vielmehr unterschied sich "Der Pfähler" kaum von anderen Fürsten der damaligen Zeit; weder bezüglich seines Herrschaftsstils noch bezüglich seiner Brutalität.
Ich persönlich sehe in ihm eigentlich sogar einen ziemlich mutigen Mann. Er liess sich offenbar von niemandem gerne Befehle erteilen und forderte die Türken - immerhin die Supermacht der damaligen Zeit - offen heraus. Für die Türken war er ein ernsthaftes Ärgernis. Er schaffte es, die Truppen des Sultans immer wieder in der Walachei zu binden.
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man eine Faszination für eine solche Figur entwickeln kann, in der sich historische Realität und Fiktion auf so treffliche Weise verbinden. Besitzt du denn spezielle Literatur zu dem Thema?
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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22.04.2008, 12:36
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.033
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Stoker würd ich da keine Schuld attestieren, der ist Schriftstelle. Künstlerische Freiheit würd ich ihm da durchgehen lassen  .
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22.04.2008, 13:40
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 313
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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22.04.2008, 13:51
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.033
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Vald wer !? 
Diese ganzen Pfählungen etc. kommen mir aber schon äußerst brutal vor.
Das war ja damals nicht Sitte in Europa oder?
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22.04.2008, 14:19
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 313
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Zitat von Argeados
Vald wer !? 
Das war ja damals nicht Sitte in Europa oder?
In Mitteleuropa meines Wissens eher weniger, da hast du recht. Wie bereits im Eröffnungspost in diesem Thread beschrieben, wendeten die Türken diese Hinrichtungsmethode an. Sie führten sie dann während ihres militärischen Vormarsches auch auf dem Balkan ein, wo sie durch die dortigen Fürsten teilweise übernommen wurde.
Die in Mittel- und Westeuropa gängigen Folter- und Hinrichtungsmethoden waren allerdings nicht minder grausam (man denke nur an das Rädern).
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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23.04.2008, 19:20
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Plebejer
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Registriert seit: 10.04.2008
Beiträge: 11
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@Kriegsknecht: Gelesen habe ich ziemlich viel im Internet über Vlad, aber die zuverlässigste Quelle ist das Buch "Vlad - Die Dracula Korrektur" von Dieter Schlesak.
Die Foltermethoden Vlads waren damals wirklich nicht grausamer, als die anderer Feldherren, jedoch hatte er, besonders bei Frauen, Foltermethoden, die selbst das Pfählen alt aussehen lassen ließen.
Ich selbst halte Vlad auch für kein Monster, aber ich finde seinen komplexen Charakter fazinierend. Auf der einen Seite der grausame Feldherr (wobei seine Kindheit ja ein wesendlicher Auslöser dafür war) und wiederrum ist er sehr verletzlich, was er natürlich nicht gerne zeigte. Vlad wies auch Zeichen der Schizophrenie auf, nachdem seine Frau starb. Jeder Autor (z.B. ich...  ) würde sich wünschen einen solchen Charakter selbst zu erschaffen...
Übrigens kann man die Grundidee von Bram Stokers Dracula fast genau in dem Lebenslauf von dem orginalen Vlad wiederfinden  .
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27.04.2008, 23:25
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Plebejer
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Registriert seit: 25.04.2008
Beiträge: 27
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Zitat von Kriegsknecht
In Mitteleuropa meines Wissens eher weniger, da hast du recht. Wie bereits im Eröffnungspost in diesem Thread beschrieben, wendeten die Türken diese Hinrichtungsmethode an. Sie führten sie dann während ihres militärischen Vormarsches auch auf dem Balkan ein, wo sie durch die dortigen Fürsten teilweise übernommen wurde.
Die in Mittel- und Westeuropa gängigen Folter- und Hinrichtungsmethoden waren allerdings nicht minder grausam (man denke nur an das Rädern).
Diese Art von Pfählungen gab es auf den Balkan bis in die Zeit des zweiten Weltkrieges (hier angewendet durch die Partisanen).
Die reinsten "Pfählorgien" gab es u.a. im ungarischen Bauernkrieg von 1514. Hier wurden massenhaft Männer, Frauen und Kinder (Und das von beiden Seiten (Adel und Bauern)) gepfählt.
MfG Matze67
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