02.12.2008 - 19:37
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Persönlichkeiten Der Bereich für die Personen unserer Geschichte.
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  #1  
Alt 22.05.2008, 19:22
Plebejer
 
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Walther Rathenau

Hallo,
ich beschäftige mich momentan mit der Person Walther Rathenaus und seinem Leben. Fakt ist Rathenau war immer Patriot. Er hat sein Land geliebt und auch die Führung. Aber er war ja soviel ich weiß ursprünglich preußischer Patriot. Wie konnte er dann später derart zum Demokraten werden?

Also was ich im Grunde gerne wissen würde: Welche Ursachen hat die Wandlung vom preußischen Patrioten zum Demokraten? Und hat vielleicht grade diese Wandlung dazu geführt das gerade er Außenminister werden sollte, oder gab es andere politische Besonderheiten die ihm als Außenminister zugedacht waren? Damit verbunden auch das Attentat ... Waren es diese Besonderheiten die ihn zum Opfer werden ließen?

Wäre super wenn mir jemand hilft das zu verstehen ich hoffe auf eure Mithilfe. Vielen Dank im voraus.
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  #2  
Alt 22.05.2008, 19:33
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Beiträge: 6.464
Wieso widerspricht sich deiner Meinung nach preußischer Patriot und Demokrat?
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #3  
Alt 22.05.2008, 19:35
Plebejer
 
Registriert seit: 22.05.2008
Beiträge: 3
Ich sage nicht, dass es sich wiederspricht, aber Rathenau war ja wohl eindeutig Unterstützer des weitestgehend nicht demokratischen Systems vor der Weimarer Republik, dies aus Überzeugung. Später ein wichtiger Teil derselben, ebenfalls aus Überzeugung. Ich muss zugeben das dies ein Teil meiner Präsentationsprüfung im Fach Geschichte ist. Aber ich finde den Ansatz einfach nicht.
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  #4  
Alt 22.05.2008, 22:25
Kafka
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Cygn Beitrag anzeigen
Ich sage nicht, dass es sich wiederspricht, aber Rathenau war ja wohl eindeutig Unterstützer des weitestgehend nicht demokratischen Systems vor der Weimarer Republik, dies aus Überzeugung.
Das ist so nicht richtig. Das Kaiserreich war seinerzeit einer der modernsten Staaten. Auch die demokratischen Elemente waren viel stärker ausgeprägt als es heute den Anschein erweckt.
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  #5  
Alt 23.05.2008, 06:29
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.464
Zitat von Kafka Beitrag anzeigen
Das ist so nicht richtig. Das Kaiserreich war seinerzeit einer der modernsten Staaten. Auch die demokratischen Elemente waren viel stärker ausgeprägt als es heute den Anschein erweckt.
Was aber nicht auf Preußen übertragbar ist und er sprach ja von einem "preußischen Patrioten".

Ich denke bei Rathenau muss man das Lager- und Systemdenken einfach außenvor lassen, sonst scheitert man mit Sicherheit. Der Mann war einfach vieles, vielleicht weil er in der Lage war sich weiterzuentwickeln (soll ja auch möglich sein): Kriegstreiber und Vermittler, Monarchist und demokratischer Außenminister.

Wäre nicht jede Demokratie zum Scheitern verurteilt, wenn alle ehemaligen Anhänger des vorhergegangenen Systems diesem treu blieben. Woher soll eine Demokratie denn dann ihre Demokraten nehmen?
Solch seltsam anmutenden Personalien finden wir in der Weimarer Zeit häufiger. Friedrich Ebert, Reichspräsident, hatte sich mit der Monarchie immer arrangiert und sich auch nicht klar gegen diese in Stellung gebracht. Gustav Stresemann war auch nicht mehr als ein Vernunftrepublikaner und trotzdem Kanzler und Außenminister.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #6  
Alt 23.05.2008, 13:37
Plebejer
 
Registriert seit: 22.05.2008
Beiträge: 3
Danke für eure Beiträge. Bei Rathenau ist die Entwicklung zusätzlich jedoch genau zu bennenen. Er war vorher preußischer Nationalist. Von dem System der Monarchie überzeugt und veröffentlichte nach dem Krieg Werke wie "Der neue Staat" - Eine klare Kritik am bisherigen System er sprach der Regierung das MIsstrauen aus und forderte die Demokratie. Dieser Wandel muss ja irgendwoher kommen und ich bin mittlerweile zu der Ansicht gelangt das der Weltkrieg daran schuld ist. Rathenau hat ständig versucht einzugreifen, zu vermitteln, vernünftige Vorschläge gemacht und nur wenige wurden umgesetzt. Schließlich ist der Krieg verloren und Rathenau kann davon ausgehen das die Art wie der Krieg zuende geht hätte sanfter ausfallen können , hätte man auf ihn gehört, schließlich übergeht man seine Hinweise bei den Friedensverhandlungen auch. Das viele dieser Entwicklung in einer Demokratie anders stattgefunden hätten , war ihm wohl klar.
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  #7  
Alt 24.05.2008, 11:26
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 773
Zitat von Kafka Beitrag anzeigen
Das ist so nicht richtig. Das Kaiserreich war seinerzeit einer der modernsten Staaten. Auch die demokratischen Elemente waren viel stärker ausgeprägt als es heute den Anschein erweckt.
Modern bedeutet nicht demokratisch.

Das Kaiserreich hat ein recht fortschrittliches Wahlrecht, war aber keine Demokratie, da die Regierung weder gewählt noch dem Parlament verantwortlich war; damit ist ein entscheidendes Kriterium der Demokratie (die Kontrolle des Regierungshandelns) nicht erfüllt.
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  #8  
Alt 24.05.2008, 19:38
Kafka
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Modern bedeutet nicht demokratisch.

Das Kaiserreich hat ein recht fortschrittliches Wahlrecht, war aber keine Demokratie, da die Regierung weder gewählt noch dem Parlament verantwortlich war; damit ist ein entscheidendes Kriterium der Demokratie (die Kontrolle des Regierungshandelns) nicht erfüllt.
Man kann aber auch nicht von einer Diktatur im klassischen Sinne sprechen. Demokratische Elemtene waren vorhanden (Toleranz,...).
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