08.10.2008 - 02:45
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  #1  
Alt 23.08.2007, 15:11
Proconsul
 
Registriert seit: 04.08.2007
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Beiträge: 1.035
Rätemodell

Um ehrlich zu sein, müßtest du ersteinmal alle Politiker ab mindestens ab Kreistagsebene ihres Postens entheben. Sicher ein Ding der Unmöglichkeit zum jetzigen Zeitpunkt.

Ansonsten erscheint mir ein konsequentes Rätemodell das am ehesten praktikabelste System zu sein von den Alternativen, da ein Parteiensystem die Wurzel allen Übels ist.
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  #2  
Alt 23.08.2007, 17:41
Benutzerbild von rasputin753
Praetor
 
Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
schmarn.. ein rätemodel!! ich krieg angst !!

man müsste die politiker besser bezahlen um einen größeren anreiz für qualifiziertere menschen zu schaffen und man müsste den quereinstieg erleichtern.
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  #3  
Alt 23.08.2007, 17:50
Benutzerbild von Sartre
Propraetor
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: in Niedersachsen
Beiträge: 646
Zitat von Titus_Livius Beitrag anzeigen

Ansonsten erscheint mir ein konsequentes Rätemodell das am ehesten praktikabelste System zu sein von den Alternativen, da ein Parteiensystem die Wurzel allen Übels ist.
Also eine Räterepublik???
Super also keine Gewaltenteilung, willkommen in Russland Anfang des 20 Jahrhunderts.
Dann zieh ich weg.
__________________
"Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre."
"Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird."
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  #4  
Alt 23.08.2007, 18:22
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Eine Räterepublik? In was für einer Welt lebst du? Mal von allen anderen Nachteilen abgesehen arbeitet ein solches System so langsam, dass es in der schnellen Wirklichkeit nicht existieren kann.
Im Übrigen kommt es auch in einer Räterepublik zu Parteienbildung und Lobbyismus.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #5  
Alt 23.08.2007, 19:43
Benutzerbild von Magpie
Tribun
 
Registriert seit: 09.07.2007
Ort: nähe München
Beiträge: 74
Eben. Das Wurzel alles Übels ist der Lobbyismus. Und... (jetzt kommt der Bogen zurück zum Thema ) da bräuchte man jemanden wie die Thatcher, die das durchsetzt was sie für richtig hält.
Also, bitte wieder zurück zum Thema.
__________________

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  #6  
Alt 23.08.2007, 19:50
Proconsul
 
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
Und da waren sie wieder die Vorurteile.

Zum einen: Rußland zum Zeitpunkt der Revolution war nur bedingt eine Räterepublik, da es hier immer noch Parteien gab, die nach der Herrschaft strebten. Einzig die Kronburger Republik war zu 100% eine, wurde aber schnell niedergeschlagen.

Zum anderen zeigte der Runde Tisch in der DDR 1990, daß es doch funktioniert. Auch der Aufstand in Ungarn in den 50igern hatte eine Räterepublik zum Ziel.

Und zum Dritten sage mal noch einer, daß z.B. Projekte wie Renten- und Krankenversicherungsreform, immerhin seit über 30 Jahren in der Diskussion noch langsamer vonstatten gehen sollen.

Gerade eine Konsensgesellschaft wie das heutige System ist das leibhaftige Beispiel für das Finden eines gemeinsamen Nenner auf niedrigem Niveau! Und darum murkst auch alles so vor sich hin.
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  #7  
Alt 23.08.2007, 20:21
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zum einen: Rußland zum Zeitpunkt der Revolution war nur bedingt eine Räterepublik, da es hier immer noch Parteien gab, die nach der Herrschaft strebten.
Ja eben! Parteienbildung ist typisch menschliches Verhalten. Man sucht sich Leute mit deren Hilfe man ähnliche Ziele durchsetzen kann.
Ein System das den Menschen verleugnet scheitert unweigerlich.
__________________
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  #8  
Alt 23.08.2007, 21:45
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Ansonsten erscheint mir ein konsequentes Rätemodell das am ehesten praktikabelste System zu sein von den Alternativen
Richtig so - was hat uns denn die Gewaltenteilung schließlich bisher Nützliches gebracht?
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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  #9  
Alt 23.08.2007, 22:40
Benutzerbild von Sartre
Propraetor
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: in Niedersachsen
Beiträge: 646
Zitat von Titus_Livius Beitrag anzeigen
Und da waren sie wieder die Vorurteile.
Was den für Vorurteile??
Es ist eher bewiesen das eine Räterepublik nicht funktionieren kann, vor allem nicht über einen längeren Zeitraum.
Es fehlt ein einheitlicher Volkswille etc....................
Und die anderen Gründe wurden schon genannt.

Zitat von Kimon Beitrag anzeigen
Richtig so - was hat uns denn die Gewaltenteilung schließlich bisher Nützliches gebracht?
Ja was hat sie uns gebracht und schaut uns nur an, wir leben hier wie die Neandertaler.
Ich bin ja für Anarchie, dann kann hier jeder machen was er will, dann verschwindet Düsseldorf
__________________
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  #10  
Alt 28.08.2007, 00:56
Proconsul
 
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
Was den für Vorurteile??
Es ist eher bewiesen das eine Räterepublik nicht funktionieren kann, vor allem nicht über einen längeren Zeitraum.
Es fehlt ein einheitlicher Volkswille etc....................
Was ist das denn für ein Argument? In einer Demokratie wie jetzt herrscht grundsätzlich eine Minderheit über eine Mehrheit und das ohne Legitimation durch den Wähler. Man zähle nur die Prozentpunkte zusammen.
Warum soll dann eine grundsätzliche Mehrheitsentscheidung über den gesamten Weg von unten nach oben falsch sein?
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  #11  
Alt 28.08.2007, 02:20
Benutzerbild von rasputin753
Praetor
 
Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
du hast ja eine wirklich hohe meinung vom deutschen wähler oder vom wähler überhaupt wenn du willst dass der überall was mitzureden hat..
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  #12  
Alt 28.08.2007, 06:29
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Die Rätedemokratie hat sich trotz zahlreicher Versuche in den letzten Hundert Jahren nie durchsetzen können. Ob das evt. an der langsamen Entschlusskraft liegen mag?
Eine Mehrheitsentscheidung von ganz unten kann die fehlende Gewaltenteilung auch nicht aufwiegen, denn z.B. Urteile sollten nie vom Volks gesprochen werden, sondern von Fachleuten.
Im Übrigen halte ich mich da ganz an Churchill mit seiner Aussage über den durchschnittlichen Wähler, denn da hat sich in den letzten 60 Jahren nicht viel getan. Das Volk war noch nie in der Lage unbequeme aber richtige Entscheidungen zu treffen.
Überhaupt fände ich den Gedanken einer durch und durch politisierten Gesellschaft grauenvoll.

Außerdem finde ich es weit hergeholt wegen eine momentanen Krise des parlamentarischen Systems gleich das ganze an sich anzuzweifeln.
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  #13  
Alt 28.08.2007, 22:23
Proconsul
 
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
Zitat von rasputin753 Beitrag anzeigen
du hast ja eine wirklich hohe meinung vom deutschen wähler oder vom wähler überhaupt wenn du willst dass der überall was mitzureden hat..
Zumindest eine Höhere als du von den Schweizern und auch in gewissem Sinne österreichischen Wählern hast.

Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Die Rätedemokratie hat sich trotz zahlreicher Versuche in den letzten Hundert Jahren nie durchsetzen können. Ob das evt. an der langsamen Entschlusskraft liegen mag?
Eher an der militärischen Überlegenheit der politischen Gegner eines Rätesystems. 8)

Eine Mehrheitsentscheidung von ganz unten kann die fehlende Gewaltenteilung auch nicht aufwiegen, denn z.B. Urteile sollten nie vom Volks gesprochen werden, sondern von Fachleuten.
Richter sind auch nur Menschen, die sich allerdings öfters mal nicht selbst als solche sehen. Recht haben und Recht bekommen ist in unserem Lande auch zweierlei und der gleiche Sachverhalt kann von einem anderem Gericht auch anders beurteilt werden. Ein gutes beispiel für Rechtsbeugung bietet der BGH mit einem Urteil aufgrund Mordes mit einer Bewährungsstrafe.

http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/99/5-629-99.php3

§ 211 Mord StGB
(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
(2) Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.
Schlimmer kanns doch wirklich nicht werden mit Volksurteilen.

Im Übrigen halte ich mich da ganz an Churchill mit seiner Aussage über den durchschnittlichen Wähler, denn da hat sich in den letzten 60 Jahren nicht viel getan. Das Volk war noch nie in der Lage unbequeme aber richtige Entscheidungen zu treffen.
Überhaupt fände ich den Gedanken einer durch und durch politisierten Gesellschaft grauenvoll.
Ich behaupte einfach einmal: In einem über 30 jährigem Reformstau haben sich deutsche Politiker nicht gerade reformfreudig gezeigt, sondern machen Politik aus parteitaktischen Gründen zum Machterhalt. Merkels Kabinett bestätigt diese These.


Außerdem finde ich es weit hergeholt wegen eine momentanen Krise des parlamentarischen Systems gleich das ganze an sich anzuzweifeln.
Römische Kaiser hätten sich auch nie träumen lassen, daß es ein Imperium Romanum mal nicht mehr geben würde. Ein republikanisches Frankreich? Die Ludwig´s hätten das für schlechte Phantastereien gehalten. Die Zeit dreht sich unerbittlich weiter und auch das derzeitige System wird nur von temporärer Natur sein, wie alle Systeme vor ihm. Die offene Frage ist doch nur: Was kommt danach?
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  #14  
Alt 29.08.2007, 18:50
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Zitat von Titus_Livius Beitrag anzeigen
Ich behaupte einfach einmal: In einem über 30 jährigem Reformstau haben sich deutsche Politiker nicht gerade reformfreudig gezeigt, sondern machen Politik aus parteitaktischen Gründen zum Machterhalt. Merkels Kabinett bestätigt diese These.
Und da erwartest du von einem Rätemodell mehr? Illusorisch! Die Politiker haben ja aus Angst vor der nächsten Wahl keinen größeren Reformmut gezeigt und wer wählt? Das Volk.

Römische Kaiser hätten sich auch nie träumen lassen, daß es ein Imperium Romanum mal nicht mehr geben würde. Ein republikanisches Frankreich? Die Ludwig´s hätten das für schlechte Phantastereien gehalten. Die Zeit dreht sich unerbittlich weiter und auch das derzeitige System wird nur von temporärer Natur sein, wie alle Systeme vor ihm. Die offene Frage ist doch nur: Was kommt danach?
Ja aber du wirst nur wenige Beispiele in der Geschichte dafür finden, dass ein seit hundert Jahren totes System widerbelebt wird. Das Stichwort heißt hierbei Innovation. Etwas neues, vllt. besseres?
__________________
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  #15  
Alt 29.08.2007, 20:17
Proconsul
 
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Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
Und da erwartest du von einem Rätemodell mehr? Illusorisch! Die Politiker haben ja aus Angst vor der nächsten Wahl keinen größeren Reformmut gezeigt und wer wählt? Das Volk.

Also in der DDR hatte das doch ganz gut funktioniert nach dem Fall der Mauer. Wenn auch historisch bedingt das nicht von Dauer war.

Ja aber du wirst nur wenige Beispiele in der Geschichte dafür finden, dass ein seit hundert Jahren totes System widerbelebt wird. Das Stichwort heißt hierbei Innovation. Etwas neues, vllt. besseres?
Was ist tot? Die Idee eines Systems, in dem alle Menschen nicht nur materiell gleich gestellt sind? Der Kommunismus kann gar nicht tot sein, nur weil ein erster Anlauf scheiterte. Und ob er dann unter kommunismus oder irgendeinem anderem Namen als Idee weiterlebt , daß ist doch dann wirklich nur Nebensache.

Im übrigen verwundert mich diese Position eines bekennenden Sozialdemokraten schon, denn den Sozialismus strebt auch eine SPD an, wenn gleich in den letzten Jahren nicht gerade mit Elan. Und rein nach Definition ist der Sozialismus die Vorstufe zum Kommunismus.
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