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12.02.2008, 22:48
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 403
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Säuglinge und geistig Schwerstbehinderte auf einer Stufe mit Tieren?
In Religion beschäftigen wir uns momentan mit dem Utilitarismus. Im Zuge dessen haben wir einen Ausschnitt aus dem Buch Praktische Ethik des Philosophen und Ethikers Peter Singer. Die These: Der Mensch ist nicht deswegen Mensch, weil er der Gattung des Homo sapiens angehört, sondern durch geistige Eigenschaften, die wir als menschlich ansehen, etwa ein eigenes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, Wünsche hinsichtlich seiner eigenen Zukunft zu haben. Nichtmenschliche Wesen haben diese Fähigkeit nicht, aber auch scher geistig behinderte und Säuglinge. Letztere stünden also mit Tieren auf einer Stufe.
Die Schlussfolgerung: Wen wir Experimente mit Tieren veranstalten, mit dem Argument, ihr Leben sei nicht so viel Wert wie das eines Menschen, dann müssten wir auch an schwer geistig behinderten und Säuglingen experimentieren. Ein Wesen nur deswegen zu bevorzugen, weil es zufällig der gleichen biologischen Gattung angehört, wie wir selbst, wäre laut Singer Rassismus. Und da wir schwer verletzten und kranken Tieren den Gnadenschuss gewähren, um sie nicht leiden zu lassen, müssten wir dies auch bei behinderten Säuglingen tun.
Wie steht ihr dazu?
Sind geistig behinderte und Säuglinge wirklich weniger wert, als „normale“ Menschen oder ist jedes menschliche Leben gleich viel wert?
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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12.02.2008, 23:11
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
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Wie sagt man so schön zu solchen "Philosophen"? Geistige Brandstifter...? Erinnert mich alles an Thesen Anfang XX Jhdt.
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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12.02.2008, 23:12
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Homo Novus
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Registriert seit: 30.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 288
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ich finde das thema auf jeden fall äußerst spannend
denn die definition des menschseins scheint ja auf den ersten blick eine zutreffende zu sein, nur ist die konsequenz natürlich(?) unerträglich, obgleich sie logisch fast zwingend ist
es fällt mir auf jeden fall schwer, gegen derartige positionen ohne zuhilfenahme von religiösen argumenten zu argumentieren
der ausweg ist vermutlich eine absage an das gesamte, rein logische erklärungsschema, da man innerhalb dessen kaum zu einer anderen als einer utilitaristischen position gelangen kann
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12.02.2008, 23:18
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Beiträge: 713
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Aber auch das ist eine menschliche subjektive Sichtweise. So kann ich ja auch rechtfertigen was "lebenswürdig" ist und was nicht. Wie damals eben. Also schläfern wir gewisse Leute ein um ihnen einen Gefallen zu tun? Und wer sagt denn, das unser Empfinden der Realität das Richtige ist?
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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12.02.2008, 23:29
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 403
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Zitat von Jason
Aber auch das ist eine menschliche subjektive Sichtweise. So kann ich ja auch rechtfertigen was "lebenswürdig" ist und was nicht.
Aber wenn man sagt, dass jeder Mensch den gleichen Wert besitzt, dann tut man doch auch genau das.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
Geändert von K. Ropp (12.02.2008 um 23:32 Uhr).
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13.02.2008, 01:48
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homo novus
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Registriert seit: 09.08.2007
Beiträge: 129
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mir gefiel ja immer am besten die definition, die den menschen als geschöpf in besitz von corpus, ratio und anima (=gewissen, schuldgefühle oder ä.) beschreibt.
die existenz aller drei wird übrigens von der anscheinenden möglichkeit eines jeweiligen mangels abgeleitet.
da is es auf wikipedia.
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4ngelwesen
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13.02.2008, 09:55
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
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Ich würde einfach behaupten, dass weder Mensch noch Tier auch nur irgendeinen Wert haben außerhalb unserer Betrachtung.
Moralisch unvoreingenommen muss man dazu sagen, dass es völlig egal ist wen man einschläfert und das es auch völlig egal ist ob man ihn einschläfert.
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13.02.2008, 10:26
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 321
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Speziell auf Säuglinge bezogen halte ich das für eine rein akademische Diskussion.
Es ist meiner Ansicht nach unsinnig darüber zu diskutieren, ob ein Säugling ein "richtiger" Mensch ist oder nicht. Ein Säugling ist ein Mensch im frühesten Stadium seiner Entwicklung nach der Geburt. Ohne das Säuglingsstadium kann keine Entwicklung zum erwachsenen Menschen stattfinden. Schon der Instinkt verhindert bei "normalen" Menschen, dass überhaupt Versuche an Säuglingen stattfinden könnten, bei denen diese zu Schaden kommen könnten.
Der Säugling ist deshalb viel höher einzustufen, als das Tier, weil er die Manifestation des menschlichen Fortbestandes darstellt. Ein leichtsinniger Umgang mit dem Leben des Säuglings würde gleichzeitig einen leichtsinnigen Umgang mit dem Überleben unserer Art darstellen. Bei Säuglingen werden Instinkte und Schutzmechanismen – speziell bei Eltern und Verwandten – aktiviert, die solche Diskussionen tief ins Reich der Hypothese verbannen. Die Natur hat das ganz clever eingerichtet (ich kanns nachvollziehen, habe eine 7-monatige Tochter  )
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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13.02.2008, 12:25
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
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Ob meine Art weiterexistiert oder nicht kann mir als Individuum egal sein. Ebenso existiert dieser Schutzmechanismus nur bei Menschen die eine Bindung zu diesem Kind haben.
Fakt ist, dass ein Säugling im Prinzip nichts anderes ist als ein Affe oder eine Schlange oder auch ein erwachsener Mensch. Er ist irgendein ein Lebewesen und somit nicht mehr oder weniger schützenswert als ein beliebig anderes.
Eine Wertigkeit bekommt er nur, wenn man ihn durch die Brille der Gesellschaft betrachtet (was aber übrigens ohnehin bei allem der Fall ist).
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13.02.2008, 13:52
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
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Beiträge: 321
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Ob meine Art weiterexistiert oder nicht kann mir als Individuum egal sein.
Das sagst du aber auch nur deshalb so locker, weil du es dir leisten kannst, Mensch der westlichen Welt des 21. Jahrhunderts
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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13.02.2008, 14:24
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
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Nein. Auch ein Mensch in der 3. Welt muss kein Interesse daran haben, dass es nach ihm noch Menschen gibt.
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13.02.2008, 14:47
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
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Beiträge: 321
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Damit blendest du aber den weitaus stärksten Urinstinkt aus, den jedes Lebewesen besitzt. Deshalb bewegen sich derartige Diskussionen auf einer rein akademischen Ebene. Es mag Menschen geben, denen der Fortbestand ihrer Art unwichtig ist. Diese Form des Egozentrismus ist aber nicht die Regel. Sie beschränkt sich vielmehr auf jene Menschen, denen die natürlichen Instinkte abhanden gekommen sind. Und diese Exemplare haben selbst in unserer modernen Gesellschaft nach wie vor extremen Seltenheitswert.
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13.02.2008, 16:59
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Homo Novus
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Registriert seit: 30.01.2007
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auch wenn ich zu dem thema jetzt nicht den aktuellen stand der diskussion kenne, behaupte ich mal, dass man ebensogut das gegenteil behaupten kann:
es gibt keinen angeborenen arterhaltungsinstinkt, er entsteht schlicht durch sozialisation und wird fälschlicherweise als selbstverständlichkeit verstanden
deswegen sind zur sicherung der art motivationsfaktoren wie der geschlechtstrieb nötig, die es bei (fast?) allen arten gibt, der aber eben nur auf den geschlechtsverkehr, nicht auf dessen folge gerichtet ist
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13.02.2008, 18:23
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Hoplit
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Selbstzerstörung?
Ich verstehe den Sinn nicht. Diese Thesen erinnern mich an diese James Bond Bösewichte die die Menschheit ausrotten wollen, damit nur die auserwählten überleben... Und wer soll dann entscheiden was überhaupt noch "lebenswert" ist?
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
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13.02.2008, 19:28
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Praetor
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Zitat von Argeados
Ob meine Art weiterexistiert oder nicht kann mir als Individuum egal sein. Ebenso existiert dieser Schutzmechanismus nur bei Menschen die eine Bindung zu diesem Kind haben.
Fakt ist, dass ein Säugling im Prinzip nichts anderes ist als ein Affe oder eine Schlange oder auch ein erwachsener Mensch. Er ist irgendein ein Lebewesen und somit nicht mehr oder weniger schützenswert als ein beliebig anderes.
Eine Wertigkeit bekommt er nur, wenn man ihn durch die Brille der Gesellschaft betrachtet (was aber übrigens ohnehin bei allem der Fall ist).
Bei einem menschlichen Säugling muss man bedenken, dass er sich in der Regel zu einem „richtigen“ Menschen weiterentwickelt, der die Kriterien Singers erfüllt und sich seiner Selbst bewusst ist und Wünsche für seine Zukunft hat.
Wenn man also einen Säugling für wissenschaftliche Experimente missbraucht, mit unter Umständen tödlichem Ausgang, so verhindert man seine Entwicklung zu einem vollwertigen Menschen. Also schadet und tötet man, zumindest indirekt, einen vollwertigen Menschen.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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