20.08.2008 - 11:56
Historik Forum
Religion Von den heidnischen Religionen bis zu den modernen kann über alles diskutiert werden.
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  #91  
Alt 31.10.2007, 11:12
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Wobei sich sicherlich auch andere Gründe finden lassen. So zum Beispiel bei den Magyaren und Stephan I.
Wenn man gerade von den Ostfranken vernichtend geschlagen wurde und die Gesellschaft langsam seßhaft wird, sowie das christliche Byzanz im Süden immer noch eine Macht darstellt, dann kann es sinnvoll sein ein Bündnis mit dem Papst einzugehen.
Der neue Glaube kann die alte Nomadengesellschaft bei ihrer Transformation in eine seßhafte Kultur mit stabilen Grenzen durchaus unterstützen.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #92  
Alt 31.10.2007, 17:47
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
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Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Ich erinnere mich aber, um nur ein Bsp. zu nennen, an den Thing-Beschluss in Island, der auf der Insel das Christentum einführte; wenn ich mich richtig erinnere, wurden die verstockten unter den Heiden in der Folgezeit dazu gezwungen, den neuen Glauben anzunehmen.
Jap, aber bei einem Thing 10 Jahre vorher hatten sie noch den Missionar erschlagen...

Wobei ich denke, dass hinter der Missionierung in der Tat oft politische Machenschaften standen.
Es war ja so, dass sich gerade in Skandinavien der christliche Glaube lange Zeit nicht durchsetzen konnte und gerade mal bei Fernhändlern, die Kontakt zu christlichen Ländern hatten, verbreitet war. Das beweisen auch Funde in skandinavischen Handelszentren. Andererseits war es aber so, dass sich gerade auf den Land die heidnischen Bräuche teilweise bis ins späte Mittelalter hielten. Daneben gab es anscheinend auch eine Mischform aus heidnischen und christlichen Glauben, bei der Christus in die nordische Götterwelt aufgenommen wurde - das kann man daran erkennen, dass beispielsweise Kreuze als Grabbeigaben auftauchten oder Thorshämmer mit Kreuzverzierungen gefertigt wurden.
Zum politischen Hintergrund: Hinter Missionierungsversuchen oft standen neben den Machthaber des Landes oftmals noch ausländische Herrscher, die ersteren bei der Durchsetzung der Mission mit verschiedenen Mitteln unterstützten/zwangen. Das war soweit mir bekannt bei den Dänen der Fall. Allerdings war die Folge auch eine Art Abhängigkeit von eben dieser (Schutz-)Macht (beispielsweise bei Dänemark: Harald Blauzahn - Otto der Große). In Norwegen erfolgte die Christianisierung daher um die Unabhängigkeit zu wahren von Seiten der Könige selbst. In der Folge wurden dies dann auch ausgenutzt, um z.B. die Steuern zu erhöhen und den Einfluss des Königs zu steigern > Erhöhte Abwanderung nach Island war die Folge.
Generell kann man vllt. auch noch die Aussage treffen, dass der Missionierungserfolg im Einzelfall davon abhing, wie stark gegen die kulturellen Gewohnheiten vorgegangen wurde. Umso stärker, desto größer der Widerwillen des Volkes.
__________________
μηδὲν ἄγαν

Geändert von Draconarius (31.10.2007 um 17:52 Uhr).
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  #93  
Alt 31.10.2007, 19:02
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Zitat von Draconarius Beitrag anzeigen
Daneben gab es anscheinend auch eine Mischform aus heidnischen und christlichen Glauben, bei der Christus in die nordische Götterwelt aufgenommen wurde - das kann man daran erkennen, dass beispielsweise Kreuze als Grabbeigaben auftauchten oder Thorshämmer mit Kreuzverzierungen gefertigt wurden.
Ich meine mal gelesen zu haben dass das weiter verbreitet war. So kann man bei alemannischen Adeligen wohl in einer gewissen Übergangszeit Grabbeigaben beider Gaubensrichtung (also der alten und der neuen) finden, da man sich auf alle Eventualitäten vorbereiten wollte. Also man wollte es im Jenseits richtig erwischen egal welcher Glaube recht hatte.
Dabei spielte dann eben auch der Polytheismus eine Rolle, der es ermöglichte den christlichen Gott neben die eigenen alten zu stellen.
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  #94  
Alt 31.10.2007, 19:22
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
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Beiträge: 779
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Ich meine mal gelesen zu haben dass das weiter verbreitet war. So kann man bei alemannischen Adeligen wohl in einer gewissen Übergangszeit Grabbeigaben beider Gaubensrichtung (also der alten und der neuen) finden, da man sich auf alle Eventualitäten vorbereiten wollte.
Ja, das gab es auch andernorts. In Sutton Hoo z.B. gab es soweit ich weiß auch ein nebeneinander von Grabbeigaben. War oft so, dass die Bestattungsbräuche (Grabbeigaben, Brandbestattungen, Schiffsgräber) durchaus heidnisch waren, allerdings auch christliche Elemente dabeit auftraten.
Aber auch an den skandinavischen Stabkirchen findet man teilweise gar keine christlichen Schnitzereien sondern Motive aus altnordischen Sagas, z.B. aus dem Sigurdlied.
__________________
μηδὲν ἄγαν
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  #95  
Alt 27.04.2008, 09:15
Plebejer
 
Registriert seit: 27.04.2008
Beiträge: 3
Also, das ist ein Thema, bei dem es eigentlich keine Meinung geben kann, da historische fakten für sich sprechen. das christentum wurde definitiv mit Gewalt verbreitet. Vor allem das katholische Christentum. Debatten über das Ausmass der Gewalt lehne ich ab , da ein moralisch denkender mensch unmöglich Morde relativieren darf. (Ist doch nicht so schlimm, Christen haben ja nur 1%aller indios getötet, der rest ist gottgewollt an Krankheiten und Hunger gestorben.) So ein denken ist doch krank, oder?
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  #96  
Alt 27.04.2008, 09:26
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 711
Religion scheint wohl Dein SpezialGebiet zu sein!
Ich finde Deine Beiträge bis jetzt sehr vereinfacht und nicht tief genug um Grundlage für eine Diskussion zu sein.
Es gibt wohl niemand der bestreitet, dass im Namen der Kirche viele kriminelle Akte verübt wurden. Lies hierzu auch die anderen Threads über Südamerika, Kreuzzüge undsow.
Die Rechtfertigung gewisser Handlungen bedurfte in der Vergangenheit oft dem Deckmäntelchen des "Heiligen" oder des "Heiligen Krieges".
Wenn Du die Platte auflegst " die katholische Kirche ist an allem Schuld" dann brauchen wir eh nicht darüber diskutieren.
Dann behaupte ich mal, das gewisse Sekten das Ziel befolgen, die Kontrolle über die westlichen Demokratien zu erlangen. Wie stehst Du dazu?
Das ist wohl genau so platt wie Deine Bemerkung.
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"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

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  #97  
Alt 27.04.2008, 13:33
Benutzerbild von Jan
Jan Jan ist offline
Patriot
 
Registriert seit: 16.06.2005
Ort: Heikendorf, nahe Kiel
Beiträge: 567
Zitat von Troubadour Beitrag anzeigen
Also, das ist ein Thema, bei dem es eigentlich keine Meinung geben kann, da historische fakten für sich sprechen. das christentum wurde definitiv mit Gewalt verbreitet. Vor allem das katholische Christentum. Debatten über das Ausmass der Gewalt lehne ich ab , da ein moralisch denkender mensch unmöglich Morde relativieren darf. (Ist doch nicht so schlimm, Christen haben ja nur 1%aller indios getötet, der rest ist gottgewollt an Krankheiten und Hunger gestorben.) So ein denken ist doch krank, oder?
Ich bin trotzdem Christ und glaube auch an die heilige christliche Kirche, bin ich jetzt ein Unmensch, weil ich damit irgendwelche Morde legitimiere?
__________________
Deutschlands Einigkeit, meine Stärke
Meine Stärke, Deutschlands Macht.

Freund der Freiheit
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  #98  
Alt 27.04.2008, 14:23
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.393
nein da sollte man jetzt net zu sehr drauf beharren, man kann durchaus guter christ sein obwohl man nix für diese morde im namen gottes etwas kann. die kirche, allen voran diekatholische hat viele viele schwarze stunden und verfehlungen (was mir persönlich zeigt dass sie keine wahre religion ist, sprich nicht göttlich sein kann, aber das ist meine pers. meinung)erlebt aber wichtig ist doch der gesagte (leider viel zu selten vorgelebte) grundgedanke, den ich net falsch finde, mit nächstenliebe usw.
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  #99  
Alt 27.04.2008, 18:59
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 657
Zitat von Argeados Beitrag anzeigen
Das hat aber auch keiner behauptet.

Worum es geht ist, dass die Verbreitung des Christentums gro´teils eine friedliche und keine gewaltsame war. Darum gehts ja im Endeffekt. Was war es eher. Und da ist es ganz klar: Eine friedliche.
Ich komme auf diesen alten Beitrag zurück, weil sich mir die Frage stellt, wie Gewalt definiert werden soll. Da gibt es die mit Waffen: Schwertern und Kanonen. Das ist physische Gwalt. Daneben gibt es psychische Gewalt - wie Erpressung, etwa in diesem Fall die Suggestion: Lässt du dich nicht taufen, schmorst du im Höllenfeuer. Ausserdem gibt gibt es noch die strukturelle Gewalt: Strukturen sind so angelegt, dass man keine Wahl hat. Wenn etwa ein Landherr ein Bischof war, blieb Bauern nichts anderes übrig, als in die Kiche zu gehen, sonst wären sie als Abhängige (zum Teufel) gejagt worden ...
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  #100  
Alt 27.04.2008, 19:04
Benutzerbild von Wulfnoth
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Wenn etwa ein Landherr ein Bischof war, blieb Bauern nichts anderes übrig, als in die Kiche zu gehen, sonst wären sie als Abhängige (zum Teufel) gejagt worden ...
Das geht doch sogar noch weiter, während der Reformation konnte der Landesherr innerhalb seines Territoriums die Konfession festlegen. Einzige Ausnahme hierbei Preußen, dort entschied man sich erst fürs Luthertum und als dann der Herrscher - geprägt von der Kindheit in den Niederlanden - Calvinist wurde mussten seine Untertanen nicht mitwechseln.
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