25.07.2008 - 05:59
Historik Forum
Religion Von den heidnischen Religionen bis zu den modernen kann über alles diskutiert werden.
Umfrageergebnis anzeigen: Wie haltet ihr es mit der Religion?
Ich bin religiös. 10 29,41%
Ich bin nicht religiös. 18 52,94%
Ich bin etwas religiös. 5 14,71%
weiß nicht/noch unentschlossen 1 2,94%
Teilnehmer: 34. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

Antwort
 
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  #16  
Alt 24.03.2008, 18:28
Ädil
 
Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 226
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Jetzt kommen wir weiter. Religion ist immer wieder missbraucht worden (praktisch jede), ist zu einem Machtinstrument umfunktioniert worden (von christlichen Konquistadoren und Inquisitoren, von islamischen Terroristen, von den Zionisten). Es gibt aber "Essenzen" - die Idee hinter einer Religion, bei Christentum und Islam ist die nicht schlecht. Gegenbeispiel: Geld. Auch Geld kann zur Religion werden.
Richtig.
Und ich möchte noch hinzufügen, daß für mich jedenfalls, jedes christlich (evangelische) Ritual, mit Ausnahme der Heirat, sinnentlehrt ist und mich nichtmehr erreicht.
Ich bin sicher kein Fachmann was kirchliche Rituale anbelangt, das beschränkt sich bei mmir lediglich auf Zwangskirchenbesuche zur Konfirmationszeit und einige Hochzeiten / Beerdigungen.
Das aber, was ich erlebt habe, hat mich nahezu ausschließlich nicht erreicht.
Vielleicht auch deswegen, weil man, mit Ausnahme des Abendmahls ja auch überhaupt nicht richtig selbst teilnimmt.

Ritualerleben an sich kann unheimlich einprägsam sein, nicht aber das was ich aus der Kirche kenne.
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  #17  
Alt 25.03.2008, 00:05
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 383
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Was definiert es, "religiös" zu sein? Sonntags in die Kirche zu gehen?
Mit religiös meine ich, ob man ein überzeugter Anhänger seiner Religion ist, sofern man einer Religion angehört.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #18  
Alt 25.03.2008, 12:38
Plebejer
 
Registriert seit: 20.10.2007
Ort: Oberbayern
Beiträge: 7
ich bin streng katholisch aufgewachsen. Um die Zeit der Firmung habe ich begonnen, mich sehr kritisch mit der römisch katholischen Kirche auseinander zu setzen - und bin immer mehr zur Überzeugung gelangt: "nein, das ist kein Glauben, mit dem ich weiter etwas anfangen kann"

Kritikpunkte meinerseits an der Kirche:
* Nächstenliebe wird gepredigt, aber selbst nicht praktiziert (Kreuzzüge, mehrheitliches Schweigen der Kirche während der NS-Zeit usw.)
* wenn Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, warum soll es Menschen geben, die "weniger wert" sind (anders Gläubige oder Ungläubige)
* Warum sollte ich mit Ehe- oder Erziehungsproblemen zu Menschen gehen, die davon nur theoretisches Wissen haben?
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  #19  
Alt 25.03.2008, 13:01
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
Da hat sich die Praxis von der Idee (Theorie) verselbständigt. Ein Kirchenapparat hat die Religion für den Erhalt von Macht und Pfründen instrumentalisiert (vergewaltigt?). Dafür kann die Religion nichts. Ein Herr Luther hat sich dagegen mal aufgelehnt, jetzt haben wir halt zwei Kirchen.
Kreuzzüge: Im "Heiligen Land" schien viel Reichtum zu holen zu sein. Schweigen in der NS-Zeit: So wurden die Pfründe gesichert. Menschen weniger wert: So sichert man und wirbt man eine Klientel, das ist Werbung (Coca-Cola ist besser als Pepsi).
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  #20  
Alt 25.03.2008, 16:48
Benutzerbild von EL_Mercenario
Quaestor
 
Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 101
Ich bin Atheist.
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  #21  
Alt 25.03.2008, 18:10
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 383
Zitat von EL_Mercenario Beitrag anzeigen
Ich bin Atheist.
Darf ich fragen warum?
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
Mit Zitat antworten
  #22  
Alt 25.03.2008, 23:18
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 664
Wobei ich - was die NS-Zeit betrifft- auch andere Berichte über die römische Kirche gehört habe. Sie hat sich auf alle Fälle diplomatisch geschickt verhalten um den Status des Vatikans im besetzten Rom nicht zu gefährden. Die Kirche als Buhmann für das gesamte Fehlverhalten der Menschen in der Geschichte verantwortlich zu machen scheint mir zu billig.
Es gibt (mag mans glauben oder nicht) Teile der Kirche die Benachteiligten und Verfolgten geholfen haben - auch Andersgläubigen.
Diese pauschalkritik gegen die Römisch-Katholische Kirche ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt.
__________________
Wir lassen euch leben im Dienste dieses Schiffes - also rudert gut. Und lebt!

Quintus Arius aus "Ben Hur"
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  #23  
Alt 25.03.2008, 23:54
Ädil
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 347
Natürlich hat die römisch-katholische Kirche nicht nur Unfug getrieben, aber dadurch, dass sie Nächstenliebe und Bescheidenheit predigte, fällt es natürlich eher auf, dass sie auf Grund von Ruhm und Reichtum Mord und Plünderung nach Jerusalem bringen.
Aber ich finde es dennoch kein gutes Argument, um Attheist zu werden. Natürlich steht das am Anfang aller Zweifel an der Religion, aber im Grunde war es etwas elementareres, was mich zur Abwendung von Religion und Glaube gebracht hat: Wie kann Gott, nicht die ohnehin schwachen Menschen, wie kann Gott Gräuel wie den Holocaust, Hiroshima, Darfur, wie kann Gott Ungerechtigkeiten wie Birma oder Tibet einfach geschehen lassen? Ein normaler Mensch verzweifelt, wenn er eines dieser Beispiele live und in Farbe miterlebt. Gott ist überall und erlebt alles mit, er aber kriegt es hin, weiter zu pennen. Gott? Nein Danke, da vertrau ich lieber auf mich, auf den schwachen Menschen.

P.S: Hatten wir dazu nicht schon mal einen Thread?
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  #24  
Alt 26.03.2008, 09:48
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
Es gibt Glück und Elend, Gut und Böse. Das hat nichts mit der Frage zu tun, ob es so etwas wie Gott gibt (das ist nicht der alte Mann mit weißem Bart, wie in vielen Bild-Darstellungen). Sonst hätten wir eine Gottes-Diktatur des Glücks, aber wir wüssten das gar nicht mehr zu schätzen, weil wir nicht wissen, was Elend ist. Das Problem ist, dass die meisten Menschen nicht zu schätzen wissen, wenn es ihnen gut geht.
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  #25  
Alt 26.03.2008, 10:07
Ädil
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 347
Natürlich, aber wozu bete ich denn zu Gott? Geht es nicht meistens darum, dass es uns oder anderen besser geht? Gott erfüllt eben diesen Wunsch viel zu selten, damit dass ich meine Zeit mit ihm verschwende. Unabhängig davon, ob Gott nun existiert oder nicht, was eine von uns unmöglich zu beantwortende Frage ist, ist Gott assozial, oder er kennt uns nicht. In beiden Fällen will/muss ich nichts mit ihm zu tun haben.
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  #26  
Alt 26.03.2008, 14:16
Benutzerbild von William the Conqueror
Tribun
 
Registriert seit: 23.10.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 53
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Darf ich fragen warum?
Ich bin auch absolut nicht religiös.
Das hat damit zu tun, das meine Eltern auch nicht religiös sind und mich auch so nicht aufgezogen haben, außerdem hatte ich nie Religionsunterricht oder ähnliches, das heißt das ich selten mit der Kirche in berührung gekommen bin.

An Gott kann ich nicht glauben, da ich mir sowas einfach nicht vorstellen kann.

Was mich an den Monotheistischen Religionen stört ist die meist schlechte Einstellung anderen Religionen und Fremden gegenüber.
Sie sind oft intolerant(z.B. Homosexualität) und sehr missionarisch sind sie auch.
Bei den Polytheistischen Religionen war man sehr viel toleranter. Atheisten waren nicht ganz so schlimm und andere Götter wurden gerne übernommen(--> keine Religionskriege).
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  #27  
Alt 26.03.2008, 14:29
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.016
Zitat von Patrice Beitrag anzeigen
Unabhängig davon, ob Gott nun existiert oder nicht, was eine von uns unmöglich zu beantwortende Frage ist, ist Gott assozial, oder er kennt uns nicht.
Wenn man davon ausgeht, dass Gott allmächtig ist und das tun Religionen, dann weiß Gott alles und tut immer das richtige insofern ist dann das Nichterhören das RIchtige. Gott kann per Definition nicht falsch handeln oder assozial sein (bei den drei, sogenannten, großen monotheistischen Religionen), insofern ist dein Argument unzulässig.
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  #28  
Alt 26.03.2008, 14:38
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
Glauben an einen Gott oder nicht - das bleibt eine sehr persönliche Sache und ist so oder so zu respektieren. Aber vielen von jenen, die glauben (und nicht bloss in eine Kirche rennen), gibt dieser Glaube Halt.
Ketzerischer Gedanke: Gott erspart vielen den Gang zum Psychotherapeuten. Und senkt damit die Gesundheitskosten. Natürlich wird das wieder ausgeglichen durch abstruses Handeln mit religiösem Alibi. George Dobbelyou Bush, der täglich betende, bräuchte einen Psychotherapeuten ...
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  #29  
Alt 26.03.2008, 15:05
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Argeados Beitrag anzeigen
Wenn man davon ausgeht, dass Gott allmächtig ist und das tun Religionen, dann weiß Gott alles und tut immer das richtige insofern ist dann das Nichterhören das RIchtige.
Platt-pauschal formuliert ist der christliche Gott a) allwissend, b) allmächtig und c) ohne Ende gnädig und gutherzig.

Dies ist im Hinterkopf behaltend und gleichzeitig das Elend in der Welt betrachtend ist der Atheismus mE die vernünftigere Alternative...
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  #30  
Alt 26.03.2008, 15:16
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.016
Das Elend der Welt ist selbstverschulded und der christliche Gott schränkt den freien Willen der Menschen nicht ein, insofern ermöglicht er ihnen auch falsch zuc handeln.
Das tut seiner Gutherzigkeit und Allmacht aber keinen Abbruch (theoretisch zumindest).
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religion, religiös


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