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19.02.2008, 15:53
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homo novus
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Registriert seit: 09.08.2007
Beiträge: 124
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Zitat von Patrice
Du bezeichnest also nur das als moralisch, was wirklich nicht im geringsten dem Selbstzweck dient? Dann hätte ich auf jeden Fall keine Moral.
stimmt, bin mir auch nicht mehr sicher. wenn man es nämlic auf die spitze treibt, weiß ich auch nicht ob ich schon jemals etwas getan habe ohne auch nur indirekt an mich zu denken... bestrürzt mich jetzt ein wenig weil ich so noch nie drber nachf´gedacht hab 
Geändert von Wulfnoth (19.02.2008 um 18:23 Uhr).
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19.02.2008, 19:53
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.010
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Zitat von MacX
Hm, also ich dachte immer "Atheist" bedeutet lediglich, dass man nicht an Gott glaubt, und nicht, dass man glaubt, dass es keinen Gott geben könnte... ^^
Nein das ist falsch. Atheisten glauben daran, dass es keinen Gott gibt. Sie sind das genaue Glaubensgegenteil von Religiösen. Sie setzen die Nicht-Existenz eines Gottes voraus.
Agnostiker hingegen meinen, sie wissen nicht ob es einen Gott gibt. Da gibts dann wiederum einige Formen.
Zitat von mimir
stimmt, bin mir auch nicht mehr sicher. wenn man es nämlic auf die spitze treibt, weiß ich auch nicht ob ich schon jemals etwas getan habe ohne auch nur indirekt an mich zu denken... bestrürzt mich jetzt ein wenig weil ich so noch nie drber nachf´gedacht hab 
Man denkt bei jeder Handlung an sich selbst  Wenn du jemandem hilfst machst du das auch nur weil du dich dann besser fühlst und Schuldgefühlen aus dem Weg gehst die du sonst hättest  . (Meiner Ansicht nach.)
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19.02.2008, 20:47
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Hm, jedenfalls meint Wikipedia u.a. dazu
Unabhängig davon ist die Frage „Glauben Sie an einen Gott?“. Diese ist auch von einem Agnostiker mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortbar.
Also das klingt für mich jetzt widersprüchlich. Demnach ist jeder Christ ein Agnostiker, da er nicht weiß, ob es einen Gott gibt, aber trotzdem dran glaubt.
Eine Richtung des Agnostizismus, der atheistische Agnostizismus, vertritt zwar die Ansicht, dass die Existenz eines Gottes unbekannt ist, hält aber meist auf Grundlage von Ockhams Rasiermesser die Nicht-Existenz für plausibler.
Also ich glaube das trifft auf mich zu :P
Geändert von MacX (19.02.2008 um 20:53 Uhr).
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19.02.2008, 21:37
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 380
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Zitat von MacX
Also das klingt für mich jetzt widersprüchlich. Demnach ist jeder Christ ein Agnostiker, da er nicht weiß, ob es einen Gott gibt, aber trotzdem dran glaubt.
Nein, denn ein Christ geht von der Existenz Gottes aus.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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19.02.2008, 21:40
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Plebejer
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Registriert seit: 12.04.2007
Ort: Hannover
Beiträge: 23
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Hat Voltaire nicht mal gesagt "Wenn es keinen Gott gaebe, dann muesste der Mensch ihn erfinden."??? Ich denke, es ist klar, dass man moralisch handeln kann, ohne religioes zu sein. Allerdings hat das meines Erachtens mehr mit dem geistigen Niveau des Individuums zu tun; es gibt Leute, die verstehen nur durch Religion, dass es einen Unterschied zwischen Gut und Boese gibt - frueher mehr als heute - und fuer diese Leute ist moralisches Denken eng mit religioesen Ueberzeugungen verknuepft. Von daher kann man nicht generell sagen, dass es ohne Religion keine Moral gaebe.
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19.02.2008, 22:55
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Zitat von K. Ropp
Nein, denn ein Christ geht von der Existenz Gottes aus.
Nun, er glaubt, dass es einen gibt. Wissen tut ers nicht, auch wenn er das nicht sagen würde. Also kann man Agnostizismus nicht in der relgiösen Ecke einordnen, vielmehr ist es doch eine philosophische Haltung bzw Ausrichtung eines glaubens.
Sowie ich das jetzt verstehe, kann es sowohl einen atheistischen als auch einen christlichen Agnostiker geben.
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20.02.2008, 01:24
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.010
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Zitat von Trotzkist
... es gibt Leute, die verstehen nur durch Religion, dass es einen Unterschied zwischen Gut und Boese gibt ...
Diese Aussage halte ich prinzipiell für falsch, da es weder gut noch böse gibt, außer man definiert es selbst. Und da ist es dann eigentlich egal ob man das selbst tut oder es einer Religion überlässt.
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20.02.2008, 09:58
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Quaestor
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Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 172
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Meiner Meinung nach ist die Fragestellung unsinnig.
Religion ist doch in erster Linie in ein Regelwerk gegossene Moralvorstellung. Also ist Religion ohne Moral nicht möglich, da erst einmal eine gewisse Vorstellung davon vorherrschen muss, was moralisch richtig und was moralisch falsch ist, um daraus ein Regelwerk, sprich eine Religion zu schaffen. Ob Die Religion nun einen oder Millionen Götter hat, oder auch keinen, spielt doch dabei überhaupt keine Rolle.
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20.02.2008, 10:40
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
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Zitat von Trotzkist
(...) es gibt Leute, die verstehen nur durch Religion, dass es einen Unterschied zwischen Gut und Boese gibt - frueher mehr als heute - und fuer diese Leute ist moralisches Denken eng mit religioesen Ueberzeugungen verknuepft.
Ich würde mal pauschal behaupten, solche Menschen raffen den Unterschied zwischen gut und böse bzw. moralischem und amoralschem gar nicht; sie verstehen nur, was ihren Vordenkern nach erlaubt und verboten ist...
Zitat von Dinictis
Also ist Religion ohne Moral nicht möglich, (...)
Die Frage war aber primär, ob Moral ohne Religion möglich ist.
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20.02.2008, 11:04
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Quaestor
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Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 172
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Zitat von Thersites
Die Frage war aber primär, ob Moral ohne Religion möglich ist.
Und ich schrieb, das diese Frage unsinnig ist, da Religion aus Moral erwächst, bzw. festgeschriebene Moral ist, Moral also vorhanden sein muss, damit eine Religion entsteht. Einfacher ausgedrückt, Moral ist unabhängig von Religion, Religion aber abhängig von Moral. Moralische Vorstellungen entstehen unabhängig vom Glauben an höhere Mächte, sie entstehen aus der Problematik des Zusammenlebens in einer Gruppe.
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20.02.2008, 12:27
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.010
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Zitat von Dinictis
Und ich schrieb, das diese Frage unsinnig ist, da Religion aus Moral erwächst, bzw. festgeschriebene Moral ist.
Religion kann auch rein oassiv sein und nur dazu dienen Phänomene die man sich nicht erklären kann zu beschreiben. Da brauchts keine Moral.
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20.02.2008, 16:35
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Zitat von Argeados
Religion kann auch rein oassiv sein und nur dazu dienen Phänomene die man sich nicht erklären kann zu beschreiben. Da brauchts keine Moral.
Das ist richtig, allerdings habe ich mal von einer begrifflichen Unterscheidung zwischen Religion und Glauben gehört. Danach soll ein einfaches Gottanbeten nach nicht die Kriterien einer Religion erfüllen.
Ansonsten muss ich Dinictis aber zustimmen: die Religionen haben die Moral nicht erfunden, sondern vorgefunden und als göttlich proklamiert. Es ist auch interessant zu sehen, wie die Moralvorstellungen im Christentum dem Zeitgeist folgen...
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20.02.2008, 16:42
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
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Ähm, ich würde den Religionen bei der Entwicklung moralischer Vorstellungen schon einen goßen Anteil zugestehen.
So lässt sich bei der Entwicklung der Jenseitsvorstellungen in Ägypten und Mesopotamien feststellen, dass die frühen Entwürfe von jenseits und Hölle noch keinerlei Betug zum Leben des Verstorbenen aufwiesen. Erst später (v.a. in Ägypten) fand man Inschriften, auf denen der Verstorbene auf seine guten Taten im Leben hinwies, um damit die Götter milde zu stimmen, auf das ihm ein angenehmes Leben nach dem Tod beschieden sei.
Hier hat sich Religion entwickelt, und sie hat moralische Vorstellungen erschaffen und auch (durch die Vergeltung nach dem Tod) deren Durchsetzung unterstützt.
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20.02.2008, 17:00
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Diese Vorstellung von Moral muss aber schon vorher existiert haben. Mit den Strafandrohungen im Jenseits ist soetwas nur leichter durchzusetzen.
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20.02.2008, 17:22
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Quaestor
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Registriert seit: 22.06.2005
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Zitat von Thersites
Hier hat sich Religion entwickelt, und sie hat moralische Vorstellungen erschaffen und auch (durch die Vergeltung nach dem Tod) deren Durchsetzung unterstützt.
Hier hat die Religion eher ein göttliches Gericht erschaffen, um moralische Vorstellungen durchzusetzen, bzw. zu stärken.
Totenkult und Jenseitsglaube haben nichts mit Moral, sondern ausschließlich mit Religion zu tun und damit, dass man sich vor den Göttern als guten Menschen darstellen möchte, um ein gutes Leben im Jenseits zu haben. Und was gut ist, sagen die moralischen Werte, die mit Sicherheit auch vorher schon vorhanden waren, da sie das Fundament der Zivilisation sind.
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