Login
|
|
|
Forenübersicht
|
|
|
|
 |
|

17.03.2008, 12:47
|
|
Spender
|
|
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 728
|
|
Zitat von Jason
Wenn ich die Ilias lese so ist dieser Weltethos dort nicht ganz so vorhanden wie das so von Hans Küng formuliert wird. Gibt es also Deiner Meinung nach kein Abendland mit gemeinsamen Werten (wie auch immer christlichen Ursprungs)? Da bin ich anderer Meinung.
Sicherlich gibt es diese gemeinsamen Werte. Aber ich gebe Küng recht und halte vieles schon aus der vorchristlichen Zeit stammend. Ausserdem sind diese Werte immer im Wandel, und es gibt viele Werte, die - etwa von der katholischen Kirche verkündet - doch umstritten sind. Ich will dieses Fass nicht aufmachen und auch die Frage nicht bewerten, aber das Thema Abtreibung wäre ein Beispiel dafür. Zusammenfassend meine ich: Die Grenzen der "gemeinsamen" Werte sind reichlich unscharf.
|

17.03.2008, 15:50
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 739
|
|
Zitat von Jason
Ich kann das ja auch so interpretieren: je wohlhabender die Menschen werden, desto weniger Religion benötigen sie.
Oder desto weniger benötigt die Religion sie? "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das ein reicher Mann in den Himmel kommt", lehrt Old Boy Jesus. Jetzt muss hier schon ein Atheist die Bibel-Zitate bringen...
Zitat von Jason
Letzlich fußt das Abendland auf christliche Werte, diese machen uns auch zu europäern mit gemeinsamen Werten.
Ich würde die säkularen Werte der Aufklärung für genauso zentral halten; sie sind eine Grundlage der europäischen Kultur. Christlich ist auch Äthiopien, aber dort hat Religion und Gesellschaft einen anderen Weg genommen; christlich war auch die Inquisition, ohne deren Abschaffung es keinen europäischen gedanken gäbe.
|

17.03.2008, 19:27
|
 |
Hoplit
|
|
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
|
|
Zitat von Thersites
Oder desto weniger benötigt die Religion sie? "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das ein reicher Mann in den Himmel kommt", lehrt Old Boy Jesus. Jetzt muss hier schon ein Atheist die Bibel-Zitate bringen... 
Ich würde die säkularen Werte der Aufklärung für genauso zentral halten; sie sind eine Grundlage der europäischen Kultur. Christlich ist auch Äthiopien, aber dort hat Religion und Gesellschaft einen anderen Weg genommen; christlich war auch die Inquisition, ohne deren Abschaffung es keinen europäischen gedanken gäbe.
Ja, da bin ich genau Deiner Meinung!
__________________
 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
|

17.03.2008, 21:32
|
 |
Historiddler
|
|
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 799
|
|
Zitat von Jason
Wenn ich die Ilias lese so ist dieser Weltethos dort nicht ganz so vorhanden wie das so von Hans Küng formuliert wird. Gibt es also Deiner Meinung nach kein Abendland mit gemeinsamen Werten (wie auch immer christlichen Ursprungs)? Da bin ich anderer Meinung.
Naja, das kommt darauf an, wie detailgenau das Gesellschaftsbild ist, dass in der Illias gezeichnet wird. Dieselbe zeichnet ja nur ein schärferes Bild der griechischen Aristokratie im 8./7. Jahrhundert v. Chr und den Sitten innerhalb dieser.
Außerdem tritt dann wieder der Fakt in den Vordergrund, dass in der Illias die Handlung von den Göttern gelenkt ist, daher sollte man in deren Handlungsweisen da Hinweise suchen.
Allerdings würde ich solchen Mythen bwz. Sagen schon eine gewisse Aussagekraft zuschreiben: Solche haben nämlich meist eine stark religiöse Prägung
__________________
μηδὲν ἄγαν
|

18.03.2008, 10:49
|
 |
Hoplit
|
|
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
|
|
|
Ilias
Interessanter Beitrag, Draco. Die religiösen und ethischen Vorstellungen der Ilias spiegeln ganz bestimmt ein anerkanntes Gesellschaftsbild der damaligen Zeit. Und wenn wir davon ausgehen, daß jeder gebildete Grieche und Römer damals eine Abschrift der Ilias bei sich hatte (die Bibel der Antike)- inklusive Alexander der sein Leben danach ausrichtete, dann können wir das Bild als Idealbild übernehmen. Da sehe ich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zu unserer heutigen europäischen Wertegesellschaft. Da kann ich Sokotras/Küngs Vorstellungen vom "Welthethos" beim besten Willen nicht erkennen.
Die Ilias bekommt allein durch die Rückkehr des Krieges in unserer Gesellschaft eine gewisse Aktualität, sie war ja in den 80ern eher aus der Mode geraten - und Achilles (die Bestie) und das Epos wurden von einer Schriftstellerin (christa Wolf) als Abbild der Gewalt und Grausamkeit bezeichnet.
Wobei dies nur ein möglicher Standpunkt von vielen zu Achilles (und zur Ilias) ist.
__________________
 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
Geändert von Jason (18.03.2008 um 11:47 Uhr).
|
 |
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist aus.
|
|
|
|
Letzte Links
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|