Login
|
|
|
Forenübersicht
|
|
|
|
 |
|

07.01.2008, 21:48
|
 |
Hoplit
|
|
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
|
|
Zitat von Ar-Pharazon
Man kann das ganze auch noch ein Stück weit absurder bekommen: Man bittet einen Heiligen, die Jungfrau Maria zu bitten, daß sie Fürsprache bei Gott einlegt.
Hat aber nichts mit Polytheismus zu tun. Im römischen sowie in den altorientalischen und orthodoxen Rhythen werden real existierte Menschen heiliggesprochen aufgrund von bestimmten Verdiensten oder Wunder die diese Menschen heilig werden lassen. Eines der jüngsten Beispiele dürfte Mutter Teresa sein. Aufgrund des Glaubens kann man sich an diese Heiligen wenden, um eine Fürbitte zu erlangen.
Oder jeder ist frei sich einen Heiligen als Vorbild zu nehmen.
Die Heiligen sind keine "kleinen Götter" die - wie früher- z. Bsp.- Naturereignisse abgebildet haben.
Im Monotheismus herrscht der Glaube an den einen Gott der den Kosmos mit seinem Geist durchdringt.
Und die Heiligen sind teil dieses Geistes.
__________________
 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
|

07.01.2008, 22:18
|
|
|
|
Auch bei den Griechen, Römern und Germanen gab es Rangunterschiede zwischen den Gottheiten. Wenn ich mich recht entsinne, konnten die Götter der Griechen immer spezielle Dinge oder wurden für diese angebetet (Fruchtbarkeit, Glück im Krieg etc). Und Zeus konnte aber alles...
Ähnlich könnte man beim Christentum argumentieren. Die Heiligen sind zwar keine Götter, aber die Art, wie man sie anbetet unterscheidet sich nicht wesentlich von der Art, wie spezielle heidnische Götter angebetet wurden.
Ich würde daher sagen, dass sich das Christentum von einem streng monotheistischen Glauben hin zu einem beinahe polytheistischen Volksglauben entwickelt hat. Die Sache mit der Trinität ist mir auch suspekt. Habe nie verstanden, warum das so eine große Rolle spielt, und man nicht einfach von dem einen Gott weiterhin spricht...
|

07.01.2008, 23:02
|
|
Spender
|
|
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 850
|
|
|
Nur mal zur Erinnerung:
325 n. Chr. wurde auf dem Konzil von Nicäa festgelegt, dass der Sohn eines Wesens (homoousios) mit dem Vater sei. Andere Meinungen, dass das Wesens des Sohnes von dem des Vaters verschieden sei, wurden verworfen. Viele Theologen blieben aber lange Zeit dabei, dass der Sohn nicht auf der gleichen Ebene des Vaters stehe. Die drei so genannten Kappadokier (Basilius der Große, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz) brachten dann auch noch den Heiligen Geist ins Spiel. Daraus wurden dann eine Gottheit in drei Personen. 381 n. Chr. wurde das dann auf dem Konzil von Konstantinopel verbindlich festgelegt.
Erst Mohamed, der Christus wie sich selbst als Propheten sah, hat dann wieder gesagt: Einer reicht. Wenn man so will, ist er zurück zum Grundprinzip des Christentums vor den Konzilen der machtgeilen Bischöfe und Kaiser zurück gekehrt. Denn es ging denen ja darum: Wer unserer Lehre (unserer Festlegung von Lehre) folgt, der kriegt den Job (die Pfründe). Die Bibel hat Mohamed als gleichwertiges heiliges Buch benannt - aber er hat die Festlegungen der christlichen Theologen in der Zeit nach einem Christus gestrichen.
|

08.01.2008, 09:29
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 770
|
|
|
Also, der Grund, warum z.B. Moslems das Christentum als "polytheistisch" ablehnen ist die Dreifaltigkeitslehre.
|

08.01.2008, 10:33
|
|
Spender
|
|
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 850
|
|
Zitat von Thersites
Also, der Grund, warum z.B. Moslems das Christentum als "polytheistisch" ablehnen ist die Dreifaltigkeitslehre.
Korrekt. Der Ehrlichkeit halber hier das Gegenargument christlicher Theologen, simpel ausgedrückt: Ein Mann hat mehrere Arme und Beine und bleibt doch ein Mann.
|

08.01.2008, 11:38
|
|
|
|
Das würde doch aber wieder im Umkehrschluss bedeuten, dass Jesus und der heilige Geist die willenlosen Sklaven Gottes sind.
Jesus hat zu Lebzeiten jedenfalls aber einen sehr eigenen Willen gehabt.
|

08.01.2008, 11:57
|
 |
K.u.K. Hofzensor
|
|
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.065
|
|
Das war ja nur ein Beispiel. Jesus ist Gott, genau wie der heilige Geist. Da gibts keinen Unterschied laut christlicher Lehre.
Sehr interessant finde ich aber folgendes:
Zitat von MacX
Ob Mono- oder Polytheismus besser ist, kann ich nicht sagen. Aber scheinbar hat der Monotheismus ein stärkeres Potenzial sich gegen Konkurrenzreligionen durchzusetzen.
Liegt das vielleicht darin begründet, dass monotheistische Religionen leichter zu verbreiten sind, da man Menschen leichter zu einem Ein-Gott-Glauben bekehren kann als zu einem Mehrgottglauben?
|

08.01.2008, 12:43
|
|
|
Zitat von Argeados
Liegt das vielleicht darin begründet, dass monotheistische Religionen leichter zu verbreiten sind, da man Menschen leichter zu einem Ein-Gott-Glauben bekehren kann als zu einem Mehrgottglauben?
Erzähl das mal dem guten Echnaton
|

08.01.2008, 14:09
|
|
|
Zitat von Argeados
Liegt das vielleicht darin begründet, dass monotheistische Religionen leichter zu verbreiten sind, da man Menschen leichter zu einem Ein-Gott-Glauben bekehren kann als zu einem Mehrgottglauben?
Einmal das... eine einzelne Autorität ist leichter zu verstehen als viele, die sich dann auch noch untereinander ausstechen können...
andererseits haben polytheistische Religionen keinen Missionierungsgedanken. Das liegt aber wohl nicht darin begründet, dass sie ihre Götter nicht für wahrhaftig halten, sondern, dass es in den bisherigen polytheistischen Religionen einfach keine verbindlichen Vorgaben gab. Man hat an den geglaubt, der für einen persönlich von Bedeutung war.
Außerdem haben die 3 monotheistischen Religionen die Besonderheit, dass das Paradies allein durch den unbedingten Glauben an den einen Gott zu erreichen ist. Da waren die polytheistischen Religionen toleranter :P
|

08.01.2008, 17:47
|
 |
Tribun
|
|
Registriert seit: 27.07.2007
Ort: NRW
Beiträge: 79
|
|
Zitat von Jan
Das geht mir genauso, als ich die "Edda", die germanische Variante der Bibel, gelesen hatte, gefiel mir diese auch deutlich besser als die Heilige Schrift, die Geschichten von Wotan, Thor und den anderen waren einfach viel "menschlicher", es wurde gesoffen ohne Ende, es gab Kriege, die ganze Welt war kriegerisch,
Das würde ich auch sagen das die Götter im Polytheismus "menschlichere" Züge aufweisen als der Eine Gott,Ich finde dieser Eine Gott ist für viel vllt. zu unerreichlich und können sich nicht mit ihm identifizieren.Ich glaube die Menschen fasziniert die Nähe zu diesen Göttern.
Ich bin mir nicht ganz so sicher was diesen Einen Gott betrifft, denn mein Verstand sagt mir ein Wesen alleine kann doch nicht die Welt erschaffen haben mit allem was darauf lebt. So etwas allmächtiges kann es nicht geben.
Aber das ist eine Frage die wird man wohl nie richtig beantworten können.
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben,
aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur. Friedrich d. Grosse
|

08.01.2008, 18:46
|
|
Spender
|
|
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 850
|
|
|
Weiter verbreitet als viele wissen ist auch noch der Animismus (von lat. animus). Das gilt auch in Ländern, die offiziell christlich oder islamisch sind. Als eine Art Naturreligion. geht der Animismus von der Annahme der allgemeinen Belebtheit der Natur aus. "Gott" oder "Götter" gibt es da nicht.
So sah ich auf dem Friedhof der togoischen Stadt Lomé Gräber von verstorbenen Fahrern mit Kreuz und Lenkrad darauf. In der Südsee und auf Neuguinea gibt es auch nach der Unabhängigkeit sogenannte Cargo-Kulte. Die religionsähnlichen Rituale gehen vom überirdischen Charakter von Gegenständen aus. Für die zuvor isoliert lebenden Insulaner war das die Fracht (engl.: cargo), die Europäer und Amerikaner beim Eindringen in ihre Kultur mit brachten - vor allem Technik, deren Funktionieren für sie unerklärlich war. Werkzeuge, Radios, Funkgeräte, Waffen und Flugzeuge gehörten dazu. Ethnologen berichteten immer wieder, wie Anhänger des Kults Modelle dieser Gegenstände schnitzten, um mit den „göttlichen“ Kräften dahinter in Kontakt zu kommen.
|

08.01.2008, 18:58
|
|
|
|
Die Frage ist eher, ob die Religionen Beweise akzeptieren würden, wenn man denn welche bringen würde... Ich sehe im Alltag auch nicht viel, was auf die Existenz eines Gottes hinweisen würde, aber dennoch ist der Großteil der Menschheit davon überzeugt, dass es einen gibt.
Scheinbar gibt es Religionen nicht, weil die Welt so sein könnte, sondern weil die Menschen wollen, dass sie so ist...
|

08.01.2008, 23:22
|
 |
Hoplit
|
|
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
|
|
|
Vielleicht sollte man die Dinge ein bisschen anders betrachten. Was bieten denn diese Religionen nach dem Tod? Bei den Griechen war es ein Schattendasein im Hades. Selbst Achill sagt in der Odysee: lieber ein lebendiger Bettler als ein König im Schattenreich... Keine schöne Sache. Und das Walhalla? Reservé für Helden. Nix für Du und ich. Das am besten angelegte Paradies scheint wohl das moslemische zu sein, mit den berühmten Jungfrauen. Zumindest für uns Männer...
__________________
 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
|

08.01.2008, 23:34
|
 |
K.u.K. Hofzensor
|
|
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.065
|
|
|
Die wohlgemerkt auch Weintrauben sein könnten. (Ach ich wüst sogern wo das war ...)
|

09.01.2008, 00:01
|
|
|
Zitat von Jason
Und das Walhalla? Reservé für Helden. Nix für Du und ich.
In Walhalla genießt du auch die Freuden des alltäglichen Töten und Getötetwerdens immer wieder aufs Neue... um das als Paradies zu empfinden muss man ja eine Kriegernatur sein :P
alle anderen kommen in die entspannte Unterwelt der Hel...
|
 |
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist aus.
|
|
|
|
Letzte Themen
|
Mongolen
|
Nutzen der...
Views: 1105,
Antworten: 29
|
Lehren des frühen...
Views: 547,
Antworten: 12
|
Studium
|
Satanismus: ernst...
Views: 940,
Antworten: 33
|
Staatshilfe für Opel
Views: 336,
Antworten: 29
|
Suchfunktion
|
Das Huhn war vor...
|
ZEIT
Views: 976,
Antworten: 30
|
Die...
Views: 895,
Antworten: 40
|
Robert Edward Lee
Views: 273,
Antworten: 19
|
Alte Schlachtfelder
Views: 404,
Antworten: 19
|
Rassistischer...
|
Was waren...
Views: 284,
Antworten: 17
|
30jähriger Krieg ...
Views: 188,
Antworten: 16
|
|
|
Letzte Links
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|