25.07.2008 - 05:10
Historik Forum
Religion Von den heidnischen Religionen bis zu den modernen kann über alles diskutiert werden.
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  #1  
Alt 07.01.2008, 01:35
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 383
„Monotheismus vs. Polytheismus“ oder Die Frage: Gibt es den Einen Gott?

Der Monotheismus ist die am weitesten verbreitete Religionsform der Welt.
Ist diese Vorstellung von dem einen allmächtigen Gott, der alles geschaffen hat realistisch? Immerhin waren davor polytheistische Religionen, etwa im antiken Griechenland, im Römischen Reich und im alten Ägypten vorherrschend. Zwar sind alle von mir genannten Beispielstaaten untergegangen, wobei man dazu sagen muss, dass erst nach seiner Bekehrung zum Christentum das Römische Reich untergegangen ist. Und immerhin hat das Christentum, die verbreitete Religion der Welt, durch die Trinitätslehre selbst einen polytheistischen Touch.

Wie seht ihr das?
Vertretet ihr eine monotheistische Gottesvorstellung oder seit ihr eher der Meinung, dass an der Schöpfung unmöglich ein Einzelner beteiligt gewesen sein kann, sondern dass daran mehrere Götter mitgewirkt haben müssen.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #2  
Alt 07.01.2008, 09:10
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 307
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Vertretet ihr eine monotheistische Gottesvorstellung oder seit ihr eher der Meinung, dass an der Schöpfung unmöglich ein Einzelner beteiligt gewesen sein kann, sondern dass daran mehrere Götter mitgewirkt haben müssen.
Ich bin der Ansicht, dass wir von kleinen bakteriellen Einzellern abstammen, die sich vor Jahrmillionen im Ursumpf des Lebens entwickelt haben. Gott war an dieser Schöpfung nicht beteiligt. Er war gerade Kippen holen...
__________________
Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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  #3  
Alt 07.01.2008, 09:59
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Der Monotheismus ist die am weitesten verbreitete Religionsform der Welt.
Ist diese Vorstellung von dem einen allmächtigen Gott, der alles geschaffen hat realistisch?
Das ist kaum zu beurteilen. Ich für meinen Teil halte sowohl den Monotheismus wie auch den Polytheismus für in gleichem Maße realistisch bzw. unrealistisch.

Wie seht ihr das?
Vertretet ihr eine monotheistische Gottesvorstellung oder seit ihr eher der Meinung, dass an der Schöpfung unmöglich ein Einzelner beteiligt gewesen sein kann, sondern dass daran mehrere Götter mitgewirkt haben müssen.
Tja, wie sehe ich das... also in Civillization war der Monotheismus immer besser, weil ich ab da den großen Technologischen Sprung gemacht hab

Wenn ich an die germanischen Götter denke, ich lese gerade mal wieder ein entsprechendes Buch, so finde ich das deutlich interessanter als die christliche Variante.

Und persönlich glaube ich nicht an Gott sondern lediglich in gewissem Maße an ein Schöpfungsprinzip, das aber auch nur einen Schöpfer kennt.
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  #4  
Alt 07.01.2008, 10:34
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 776
Es gibt doch zwischen beiden Typen durchaus Entwicklungsstufen.
So wurden z.B. in hebräischen Tempeln in Elephantine in Ägypten neben Jahwe noch zwei andere Göttinen verehrt, nur war ersterer dabei der Hauptgott, also eine henotheistische Ausformung.
Ähnliche Tendenzen gab es dann auch bei Solon, der anfing, Zeus als Hauptgott der griechischen Götterwelt zu sehen.
Und auch die monotheistischen Religionen hatten durchaus noch polytheistische Züge. Beispielsweise die sehr starke Heiligenverehrung durch das Volk in der katholischen Kirche des Mittelalters/der frühen Neuzeit (vermutlich deswegen, weil diese Heiligen greifbarer waren), die starke Kritik von kirchlicher Seite und den Reformatoren erfuhr.
Außerdem hatte ich mal im Netz gelesen, dass sich der Gottesname im Islam angeblich auch von einer lokalen Gottheit abgeleitet werden könne.
__________________
μηδὲν ἄγαν
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  #5  
Alt 07.01.2008, 11:42
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
Viele Köche verbergen den Brei, einer reicht. Und die Geschichte mit den "bakteriellen Eizellern" ist auch kein Widerspruch zu einr "Schöpfung". Klar, um bei meinem Beispiel zu bleiben (ihr kennt die Geschichte von Äpfeln und Birnen), man braucht Rohprodukte, um ein Menü her zu zaubern.

ZU
Zitat von Draconarius Beitrag anzeigen
Außerdem hatte ich mal im Netz gelesen, dass sich der Gottesname im Islam angeblich auch von einer lokalen Gottheit abgeleitet werden könne.
Zu Mohameds Zeit wurden in und um Mekka an die 300 Gottheiten verehrt. Seine wichtigste Botschaft war: Schluss mit dem Mumpitz!
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  #6  
Alt 07.01.2008, 16:51
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 383
Wir Menschen sind als freie und rechtlich gleiche Wesen geschaffen worden. Zwar war und ist dies leider nicht immer der Fall, doch ist es dann keine höhere Macht, die Menschen unterdrückt, sondern diese werden von anderen Menschen unterdrückt.
Diese Freiheit erlaubt es den Menschen auch sich von Gott abzuwenden und sogar den Weg des Bösen zu beschreiten.
Meiner Meinung nach bedarf diese Freiheit einer höchsten moralischen Instanz, die nicht nur physisch allmächtig ist, sondern auch über eine moralische Allmacht verfügt. Eine solche Instanz findet man nur im Monotheismus. Im Polytheismus haben die Götter menschliche Schwächen, etwa in der altgriechischen Mythologie, in der die Titanen, die zweite Göttergeneration, gegen Zeus und dessen Geschwister, die dritte Göttergeneration. Vor dem Ungeheuer Typhon haben die Götter zunächst Angst und verstecken sich. Seiner Gemahlin war Zeus nicht immer treu, hatte auch mit Menschenfrauen Affären, an die er sich auf höchst unmoralische Weise rangemacht hat. Die Menschen wurden von den Göttern als Bedrohung angesehen und nachdem ihnen Prometheus das Feuer schenkte, brachten die Götter durch die Büchse der Pandora das Schlechte in die Welt. Andere Religionsgemeinschaften sahen sich als Sklaven der Götter.
Erst durch den Monotheismus kam die Vorstellung eines gütigen Gottes auf.
Zwar ist Gott im Alten Testament nicht immer gnädig und bestraft die Menschen, wenn sie seine Gesetze missachten, aber dies muss man im historischen Kontext sehen. Das Alte Testament wurde erst im Babylonischen Exil niedergeschrieben, nachdem die Juden durch den Zusammenbruch Judäas ein schweres Trauma erlitten. Außerdem waren, salopp gesagt, die Zeiten rauer, die Menschen waren Naturkatastrophen ausgesetzt, die sie sich damals nur mit göttlichem Wirken erklären konnten.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.

Geändert von K. Ropp (08.01.2008 um 20:38 Uhr).
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  #7  
Alt 07.01.2008, 16:59
MacX
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Der Monotheismus ist die am weitesten verbreitete Religionsform der Welt.
Ist diese Vorstellung von dem einen allmächtigen Gott, der alles geschaffen hat realistisch? Immerhin waren davor polytheistische Religionen, etwa im antiken Griechenland, im Römischen Reich und im alten Ägypten vorherrschend. Zwar sind alle von mir genannten Beispielstaaten untergegangen, wobei man dazu sagen muss, dass erst nach seiner Bekehrung zum Christentum das Römische Reich untergegangen ist. Und immerhin hat das Christentum, die verbreitete Religion der Welt, durch die Trinitätslehre selbst einen polytheistischen Touch.
Ich würde dem Katholizismus allein wegen der Heiligenverehrung Polytheismus attestieren. ^^

Ich finde keine der großen Religionen irgendwie "realistisch". Es sind sehr mythische Geschichten, schön anzuhören. Aber alles in allem eine sehr starke Vereinfachung, wie etwas hätte geschehen können, in der Vorstellung primitiver Völker.

Ob Mono- oder Polytheismus besser ist, kann ich nicht sagen. Aber scheinbar hat der Monotheismus ein stärkeres Potenzial sich gegen Konkurrenzreligionen durchzusetzen.
In polytheistischen Religionen gibt es keine wirklichen Regeln, wie sie ausgelebt werden soll. Alles beruht auf Gewohnheit. Selbst die Gottheiten können gegeneinander ausgetauscht werden... die früh-christlichen Germanen nahmen Jesus als Gottheit in ihr Universum auf, was den Missionaren sehr missfiel.

Ich denke an der Schöpfung war der Zufall in großem Maße beteiligt. Wie genau es von Statten gegangen sein könnte, dass aus bloßen Elementen organische Stoffe und daraus erste Einzeller entstehen konnten, die sich dann auch noch fortpflanzen konnten, kann ich mir aber auch nicht ausmalen.
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  #8  
Alt 07.01.2008, 17:23
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 776
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Zu Mohameds Zeit wurden in und um Mekka an die 300 Gottheiten verehrt. Seine wichtigste Botschaft war: Schluss mit dem Mumpitz!
Wie gesagt, "könne" und nur der Gottesname.
__________________
μηδὲν ἄγαν
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  #9  
Alt 07.01.2008, 18:29
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Ich werd mir als Atheist da lieber raushalten; ich befürchte aber, ihr könnt euch meine Antwort denken...

Aber ein Einwurf zum Thema, um hier nicht sinnlos den Thread zuzumüllen:

In nem Buch war die Idee angedacht, ob der Monotheismus nicht eine Vorraussezung für unser naturwissenschaftliches Weltbild ist; solange eine Vielzahl von Göttern für Naturphänomene verantwortlich sind, erübrigt sich die Frage nach der einen Ursache für Regen, Erdbeben usw. Könnte ja am gerade aktuellen Streit zwischen zwei Göttern leigen oder so.

Erst die Vorstellung, ein Gott zeichne für alles verantwortlich, öffnet den Blick für unniversale Naturgesetze, auch wenns natürlich ein langer Weg ist bis dahin...

Ist aus "Darwin und die Götter der Scheibenwelt" von Pratchett, Stewart und Cohen.
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  #10  
Alt 07.01.2008, 18:46
Benutzerbild von Jan
Jan Jan ist offline
Patriot
 
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Beiträge: 536
Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Wenn ich an die germanischen Götter denke, ich lese gerade mal wieder ein entsprechendes Buch, so finde ich das deutlich interessanter als die christliche Variante.
Das geht mir genauso, als ich die "Edda", die germanische Variante der Bibel, gelesen hatte, gefiel mir diese auch deutlich besser als die Heilige Schrift, die Geschichten von Wotan, Thor und den anderen waren einfach viel "menschlicher", es wurde gesoffen ohne Ende, es gab Kriege, die ganze Welt war kriegerisch, hat mich damals, so mit 14, 15 sehr angesprochen.
Dann gabs so eine Übergangsphase, in der ich versucht habe, die Welt der germanischen Götter, Helden und Mythen in ein christliches Weltbild zu integrieren, was dank einiger Parallelen auch einigermaßen gelang.
Mittlerweile ist mein Gottesglaube, geprägt durch ein paar Schlüsselerlebnisse, jedoch sträker geworden und hat sich gefestigt, sodass ich mich schon als Christen bezeichnen würde.
Allerdings steht für mich der Monotheismus dabei nicht so sehr im Vordergrund, dieser wird ja auch durch die bereits angesprochene Heiligenverehrhung sowie durch die Dreieinigkeit Gottes etwas aufgeweicht.
Was für mich zählt, ist, dass es einen allmächtigen, gnädigen und liebenden Gott gibt, der uns Hoffnung gibt und uns seine Hilfe durch die Kirche angedeihen lässt, siehe caritative Arbeit der Kirchen auf der Welt und so weiter.
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Freund der Freiheit
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  #11  
Alt 07.01.2008, 18:56
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
Zitat von MacX Beitrag anzeigen
Ich denke an der Schöpfung war der Zufall in großem Maße beteiligt.
In der Volkswirtschaft gibt es auch den Zufall, man spricht dann von "Spieltheorien". Für Varianten derselben wurden schon Nobelpreise vergeben. Jetzt werden Atheisten sagen: Dann gebt Gott (dem einen) doch einen Nobelpreis. Andere (Ufo-Anhänger) werden sagen: Klar, dann muss es auch Außerirdische geben, die aus einem anderen Zufall heraus entstanden. Ist mir gerade nur so eingefallen ...
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  #12  
Alt 07.01.2008, 19:23
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
In der Volkswirtschaft gibt es auch den Zufall, man spricht dann von "Spieltheorien".
Die Spieltheorie ist erst mal ne mathematische Sache; dass sie sich auf die VWL anwenden lässt (aber auch auf andere Sozialwissenschaften) zeigt mal wieder, dass die Mathematik Grundlage jeder logischen Erkenntnis ist; auch wenn die VWL und Naturwissenschaftler das als "Hilfswissenschaft" diskreditieren...

Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Jetzt werden Atheisten sagen: Dann gebt Gott (dem einen) doch einen Nobelpreis
Also, ich nicht. Der Nobelpreis wird nur an lebende Menschen vergeben.

a) Gott ist kein Mensch.
b) Gott ist tot.
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  #13  
Alt 07.01.2008, 21:14
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 383
Zitat von MacX Beitrag anzeigen
Ich würde dem Katholizismus allein wegen der Heiligenverehrung Polytheismus attestieren. ^^
Die Heiligenverehrung lässt den Katholizismus in der Tat polytheistische Züge annehmen, doch würde ich sie eher als eine indirekte Form der Gottesanbetung ansehen:
Bei bestimmten Problemen wenden sich die Gläubigen an den entsprechenden Heiligen, z.B. St. Florian im Falle eines Brandes, der dann vor Gott Fürsprache einlegt, damit dieser die Bitte der Gläubigen erhört.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #14  
Alt 07.01.2008, 21:20
Benutzerbild von Ar-Pharazon
Preuße
 
Registriert seit: 28.04.2005
Beiträge: 429
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Bei bestimmten Problemen wenden sich die Gläubigen an den entsprechenden Heiligen, z.B. St. Florian im Falle eines Brandes, der dann vor Gott Fürsprache einlegt, damit dieser die Bitte der Gläubigen erhört.
Man kann das ganze auch noch ein Stück weit absurder bekommen: Man bittet einen Heiligen, die Jungfrau Maria zu bitten, daß sie Fürsprache bei Gott einlegt.
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  #15  
Alt 07.01.2008, 21:47
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 776
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Die Heiligenverehrung lässt den Katholizismus in der Tat polytheistische Züge annehmen, doch würde ich sie eher als eine indirekte Form der Gottesanbetung ansehen
Naja, die Heiligenverehrung ist genauso Bestandteil der Ostkirchen, und selbst Luther hatte es anders als die strengeren Reformatoren gebilligt, dass man der Heiligen immerhin gedenkt wegen ihres vorbildlichen Lebens. Außerdem muss man ja wieder zwischen der Lehrmeinung der Kirche und der tatsächlichen Ausformung in der Volksfrömmigkeit unterscheiden. Im Volk nahm die Verehrung solche Züge an, wie überhaupt sehr viele Bestandteile der Religion verdinglichtg wurden, in der Dogmatik ist es aber jedoch wieder so, dass die Heiligen nur die Rolle von Fürsprechern einnehmen, aber nicht heilsbringend wirken, weil das Christus/Gott vorbehalten ist.
Wirft man dann einen Blick über das Christentum hinaus, stellt man fest, dass auch im (orthodoxen) Judentum bestimmte Personen verehrt werden, und auch bei den Schiiten der Schwiegersohn Mohammeds und dessen Nachfolger Verehrung genießen (wie das bei den Sumniten ist weiß ich nicht, könnte das einer aufklären?) auch wenn es von orthodoxen Anhängern des Glaubens streng abgelehnt wird.
Und gibt es Heilige nicht auch im Hinduismus und Buddhismus?
__________________
μηδὲν ἄγαν
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