22.11.2008 - 03:38
Historik Forum
Religion Von den heidnischen Religionen bis zu den modernen kann über alles diskutiert werden.
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  #16  
Alt 06.08.2008, 18:04
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
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Ich bin kein Philosph aber die 0 als Nicht-Zahl eröffnet doch, mathematisch gesehen, die Möglichkeit unendliche Parallelwelten zu "erschaffen". Damit hat(te) die Kirche wohl auch ein Problem, weil sich die Heilsgeschichte nur in einer Welt abspielen konnte. Also durfte es keinerlei Parallelwelten geben, verschobene Zeit oder weitere Dimensionen. Die Zeit wurde ab Christi in die Unendlichkeit gezählt. Mit der 0 eröffnet sich die Möglichkeit Sprünge nach hinten und vorne zu machen und auch zur Seite. Wie das Pferd beim Schach. Ist das zu weit hergeholt...?
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  #17  
Alt 06.08.2008, 19:12
Spender
 
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Theoretisch scheint das nachvolllziehbar. Die Null ergab ja auch die Möglichkeit, ins Minus zu kommen. Was für eine Minus-Welt war das??? Für die damalige Zeit wohl etwas Ketzerisches. Aber Parallelwelten waren für die damalige Zeit überhaupt nicht vorstellbar - wohl nur für die heutige Wissenschaft.
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  #18  
Alt 06.08.2008, 23:42
Plebejer
 
Registriert seit: 06.08.2008
Beiträge: 7
Pardon,
aber ich bezweifle, dass die Theologen damals die Parallelwelt als Begriff kannten, geschweige denn andere Dimensionen usw. Ich denke vielmehr, dass die genannten Sachen eine Erfindung der Neuzeit ist.

Geändert von sublime (06.08.2008 um 23:45 Uhr)
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  #19  
Alt 07.08.2008, 10:39
Spender
 
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Zitat von sublime Beitrag anzeigen
Pardon,
aber ich bezweifle, dass die Theologen damals die Parallelwelt als Begriff kannten, geschweige denn andere Dimensionen usw. Ich denke vielmehr, dass die genannten Sachen eine Erfindung der Neuzeit ist.
Ganz richtig, der Zweifel ist berechtigt. Man kannte ja damals auch nur einen Teil der Welt, richtig herum gesprochen hatte sich die Existenz einer "Neuen Welt" jenseits des Atlantik ja auch noch nicht. Die Frage bleibt also, kollidierte die Null mit einem Weltverständnis oder besser: -konzept jener Zeit, dass sie als ketzerisch betrachtet wurde?
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  #20  
Alt 07.08.2008, 14:10
Thete
 
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Beiträge: 770
Mädels, um das mal /matheimatisch) ein wenig zu erden:

Die Null gabs hier schon lange, bevor die arabischen ziffern Europa erreichten. Hat man einen Apfel und verkauft den hat man keinen mehr, eben Null; das ist denn Kaufleuten zeimlich bald aufgegangen.

Eine andere Frage ist die Null als Ziffer in einem positionalen Zahlensystem; die kannte man in der europäischen Antike nicht, sondern die kam erst mit den besagten arabischen ziffern auf (die urspr. aus Indien kamen). Positionale Systeme wie das Dezimalsystem haben enorme Vorteile, hier kann man zB schriftlich addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren. Mit römischen ziffern nicht.

Philosophisch kann das auch interessant sein; aber das haz mit Rechnen und Mathe ncihts mehr zu tun, und diese philosophischen Überlegungen sind wesentlicher älter als die Null (als Ziffer in einem positionalen System).

Warum die Null die Zahl des Teufels sein soll weiß ich auch nicht; ich denke darin zeigt sich nur der Unmut der katholischen Kirche jeglichen neureungen gegenüber, und seis auf dem gebiet der Rechnerei. Man frage Adam Riese...
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  #21  
Alt 07.08.2008, 22:31
Ädil
 
Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 225
Tja,

wie sagte Alice im Wunderland (oder war's Carroll selbst?) doch so schön: "Um nichts zu sehen, braucht es eine gute Sicht" oder so ähnlich?

Nannte sich nicht schon der gute Odysseus Nichts?

Und auch Aristoteles' Metaphysik spielt mit der Existenz einer Welt jenseits der Erfahrung, oder?

Alle Welten, die nicht von dieser Welt sind, oder es doch sind, aber nicht sichtbar, oder vielmehr nicht durch persönliche Erfahrung greifbar sind, und sich nicht explizit auf das himmlische Jerusalem beziehen, sind für die kath. Kirche Teufelswerk.... stellen sie doch die Göttliche Schöpfung oder den Herrgott selbst in Frage.

Dabei ist das eigentlich Schwachsinn.
Was wären Licht und Farben ohne Dunkelheit, Musik ohne Pausen, Wasser ohne Durst......?



LG
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  #22  
Alt 08.08.2008, 18:01
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Zitat von sublime Beitrag anzeigen
Pardon,
aber ich bezweifle, dass die Theologen damals die Parallelwelt als Begriff kannten, geschweige denn andere Dimensionen usw. Ich denke vielmehr, dass die genannten Sachen eine Erfindung der Neuzeit ist.
Woher schliesst Du das?
Ich sehe das so ähnlich wie Sarto. Die Diskussion über "andere Welten" ist so alt wie der Jenseitsglaube. Deren Existenz negieren bedeutet nicht das der Begriff oder die Möglichkeit vorher nicht ausgeschlossen wurde, das welche existieren.
Die mathematische null (nicht die kaufmännische) eröffnet die Möglichkeit das Nichts als Gegenwelt zum Sein zu Denken... Oder?
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  #23  
Alt 08.08.2008, 18:29
Spender
 
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Hab' mal nachgeschaut: Es war Demokrit (460 – 370 v. Chr.), der von Fülle und Leere, Sein und Nichtsein - in gleicher Weise nebeneinander - ausging. Seine These, wenn ich es richtig verstanden habe: Der Mensch besteht aus Teilchen, die sich beim Tod zerstreuen und an eine andere Seele wieder anheften können. (Es war dann wohl nur logisch, wenn in seiner Biografie steht, dass er sein Erbe verjuxte ...)
Aber das war eben Denken der Alten Griechen, das dem Klerus in Rom - wie die Nullen - nicht in den Kram passte ...

Geändert von Sokotra (08.08.2008 um 18:31 Uhr)
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  #24  
Alt 08.08.2008, 18:31
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Ich spinne noch ein bisschen weiter.
Wenn es einen "Nicht-Raum" gibt, dann gibt es dort wirklich "nichts" also auch keinen Gott. Also darf es so einen Raum nicht geben.
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  #25  
Alt 08.08.2008, 18:36
Spender
 
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Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Ich spinne noch ein bisschen weiter.
Wenn es einen "Nicht-Raum" gibt, dann gibt es dort wirklich "nichts" also auch keinen Gott. Also darf es so einen Raum nicht geben.
Das leuchtet ein. Mit dieser Antwort im Prüfungsbogen hätte sicherlich jedermann bei der Einstellungsprüfung zum Papst-Job im Mittelalter wichtige Punkte gesammelt ...
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  #26  
Alt 08.08.2008, 18:40
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Ja, ich denke schon...
Aber ich will mir dies nicht auf die Fahne schreiben: alles der gute, alte Professor Eco!
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  #27  
Alt 08.08.2008, 18:57
Ädil
 
Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 225
Ganz genau,

und auch v.a. dann, wenn sich die vorhandenden Dinge überhaupt erst aus ihrer Abwesenheit oder aus ihrem zumindest zeitweiligen Nichtvorhandensein definieren:

Tag und Nacht, Licht und Schatten, Wasser und Trockenheit, Bewegung und Ruhe..... oder einfach Fenster-Mauer (d.h. kein Fenster)-Fenster-Mauer....

oder Gott - kein Gott....



LG
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  #28  
Alt 09.08.2008, 11:49
Thete
 
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Ort: Berlin
Beiträge: 770
Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Woher schliesst Du das?
Die mathematische null (nicht die kaufmännische) eröffnet die Möglichkeit das Nichts als Gegenwelt zum Sein zu Denken... Oder?
Nenn es "philosophische Null"; mit Mathematik hat das eher weniger zu tun.
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