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04.08.2008, 12:04
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Gesperrt
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Registriert seit: 29.07.2008
Beiträge: 410
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Beging Cäsar "Selbstmord"?
Im neuen "Welt der Wunder" - Magazin wird diese Frage aufgeworfen. Cäsar habe sich bewußt umbringen lassen um seiner Familie die Macht auf Lebenszeit zu sichern.
Als Anhaltspunkte die diese These stützen wird aufgezählt, dass Cäsar trotz Warnungen ohne Leibwache den Senat betrat.
Was haltet ihr davon? Ist da was dran?
Geändert von Argeados (11.08.2008 um 09:24 Uhr)
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04.08.2008, 17:25
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.234
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Ziemliches Vabanque Spiel. Er musste ja damit rechnen, daß keiner aus der Familie zum Zuge kam.
Und historisch war das auch so. Octavian hattte ziemliche Probleme zu lösen, ehe er als Augustus in die Geschichte einging.
Also nette These, aber wohl haltlos.
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04.08.2008, 17:31
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
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Ich habe den TV-Beitrag dazu gesehen. Hört sich auf alle Fälle ganz plausibel an und paßt zu der Mentalität der "kühl" kalkulierenden Römer. Das einzige was überlebt, sind die kühnen Taten der großen Männer.
Und so ein Abgang ist um einiges heroischer für so einen eingefleischten Feldherren wie ein Tod im Bett als inkontinenter Epileptiker.
Nun ist die Frage ob er (Cäsar) in dem Stadium der Krankheit in der er war, tatsächlich "kühl" kalkulieren konnte. Also -trotz aller wissenschaftlichen Studien- bleibt das ganze reine Spekulation, aus meiner Sicht.
__________________
 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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05.08.2008, 00:37
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Tribun
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Registriert seit: 09.06.2008
Beiträge: 83
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da steckt aber sehr viel spekulation hinter
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05.08.2008, 10:10
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Quaestor
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Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
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Caesar als Auftraggeber seines eigenen Todes?
Das ist alles spekulativ. Ich glaube nicht an einen selbst inszenierten Mord.
Trotzdem will ich einmal ein paar Gedanken aufgreifen, denn vor allem der Machterhalt seiner Familie wird ja oben als Grund angegeben. Wie war es denn damit?
Caesar stammte aus einer Familie, die sich in der alten Republik innerhalb der so genannten Senatsfraktion der Popularen profiliert hatte. Das bekannteste Mitglied war der Militärreformator und Germanensieger Marius gewesen. Die Gegner der "Popularen" waren die "Optimaten", die letztlich in einem Bürgerkrieg gesiegt hatten. Dieser Sieg Sullas hat angeblich die frühe Entwicklung Caesars gehemmt, da seine Familie auf der falschen Seite gestanden hatte.
Diese Parteiungen aus der späten Republik gab es ideell auch noch zu Zeiten Caesars. Sein Anhang rekrutierte sich zumindest Anfangs überwiegend aus dem Lager der "Popularen". Während des Bürgerkrieges, in dem sich Caesar zum Diktator aufschwingen konnte, bestanden seine Gegner wieder überwiegend aus "Optimaten". Doch Caesar hatte diese alte, nicht immer so strenge Unterscheidung zwischen beiden Parteien aufgeweicht. Spätestens während seines siegreichen Bürgerkrieges sprach man nur noch von den Parteien der "Republikaner" (seine Gegner) und den "Caesarianern". Das Reich war polarisiert und Caesar hatte nach Beginn seiner Diktatur alle Fäden allein in der Hand: Also war seine Partei allein auf seine Person zugeschnitten und nur er konnte sie in den Händen halten.
Was die Familie Caesars betrifft hatte Caesar selbst keinen männlichen Nachwuchs außer seinem Söhnchen mit der ägyptischen Ptolemäerin Kleopatra, weshalb er Octavian adoptierte und testamentarisch zu seinem Nachfolger machte. Octavian war bis dahin nicht besonders hervor getreten. Insbesondere gegen die alten Weggefährten Caesars (insbesondere Marc Anton) stand er weitgehend im Schatten. Laut römischem Recht gab es keinen Unterschied zwischen adoptierten und leiblichen Nachwuchs. Trotzdem sollten auch später, in der frühen Kaiserzeit die Regenten in der Regel - wenn sie denn männlichen Nachwuchs hatten - immer ihre leiblichen Söhne bevorzugt haben. Warum hätte es bei Caesar anders sein sollen?
Was also musste eintreten, wenn Caesar frühzeitig durch Mord von der Bühne abtrat? Seine Schöpfung, das von ihm teilweise geänderte Römische Reich war nicht gefestigt. Die Caesarianer waren keine echte Partei, sondern sein persönlicher Anhang. Sein Adoptivsohn Octavian war so weit alt genug eine Rolle zu spielen, aber galt als nicht bewährt und hatte nur wenig Anhang. Sein leiblicher Sohn Caesarion mit Kleopatra war ein Kleinkind, gehasst von weiten Teilen der Römer, die in ihm einen potentiellen König von Rom sahen: Seine Chancen eine Rolle zu spielen war noch geringer - wie das Beispiel von Alexanders Sohn mit Roxanne (ebenfalls eine ungeliebte Ausländerin) zeigt, ja er musste sogar um das Leben dieses Kindes fürchten (zu Recht, wie sich zeigen sollte)! Sein profiliertester Parteigänger war Marc Anton, der seine Stellung aber überschätzte und sich zunehmend arrogant zeigte, Caesar gegenüber aber absolut loyal war!
Ein selbst geplanter Mord als großartiger Abgang des Menschen Caesars schließt das alles nicht absolut aus, doch als Basis für eine Verfestigung der Macht seiner Familie (der Julier) war das vollkommen untauglich! Es war klar was kommen musste: Ein neuer Bürgerkrieg, bei dem nicht klar sein konnte, welche Seite den Sieg erringen würde. Dieser Krieg konnte auch die Existenz seiner Familie bedrohen, so wie die Nachfolgekriege Alexanders des Großen dessen Familie ausgerottet hatte! Auch dem Tode Caesars folgten mehrere Bürgerkriege, bei dem sich Männer bekämpften, die sich offiziell immer auf ihn und seine Taten & Nachruhm beriefen - man kann sie durchaus mit den Diadochenkämpfen vergleichen. Dazu kam, dass auch seine Mörder größtenteils bewährte, alte Kämpen seiner eigenen Partei der Caesarianer waren! Aber wer gibt sich als gewählter Mörder her nur um den Nachruhm zu mehren, wenn er nicht auch selbst ein Anliegen hat? Dazu hätte es keiner größeren Gruppierung von Caesarenmördern gebraucht, die damit ja ihr persönliches Überleben und ihre Stellung im Staate (und ihrer Familien) riskierten!
Fazit: Durch Tötung aus dem Leben zu scheiden mag für den eigenen Nachruhm förderlich sein, doch seiner Familie oder seinen Ideen Nachleben zu sichern, scheidet diese Idee definitiv völlig aus.
@Kriegsknecht: Ist der Beitrag auch lange genug? ^^
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05.08.2008, 10:11
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
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Titus hat es eigentlich auf den Punkt gebracht, Caesar hätte fast schon seherische Kräfte haben müssen um so einen Plan auszuhecken.
Ob Octavian in der Lage sein sollte ihm zu folgen und ob er sich durchsetzen würde stand in den Sternen. Zudem hatte Caesar sicherlich Sullas Beispiel vor Augen, der zwar auf Druck seiner Veteranen noch Staatsehrungen erfahren hatte, dessen politisches Vermächtnis man aber rasch kassierte.
Ansonsten hat Belisarius natürlich recht.
Edit: Oh seh gerade, hab Tejasons Beitrag noch nicht gelesen!
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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08.08.2008, 15:35
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Tribun
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Registriert seit: 30.06.2008
Beiträge: 50
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In meinen Augen ist das eine unsinnige Spekualation. Machtmenschen fürchten den Tod - denn wenn man tot ist, kann man keine Macht mehr ausüben. Der Tod ist für sie lediglich eine Konsequenz, die als ultima ratio gezogen wird, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht - siehe die Diskussionen um die Selbstmorde von Hitler und Allende.
Machtausübung gehört zu den intensivsten Lustbarkeiten, die das menschliche Dasein zu bieten hat - wenn man sie nicht sogar als die intensivste Lust und größte Befriedigung ansehen kann, die das Erdendasein zu bieten hat. Wirklich beurteilen kann man das nur, wenn man wenigstens in abgegrenzten Bereichen die Gelegenheit hatte, dies zu erleben.
Das ist auch der letztliche Grund für das Entstehen von Gerontokraten und Gerontokratien. Am körperlichen wie auch geistigen Verfall der gerontokratischen Elite der DDR - am deutlichsten wohl bei Ehrich Miehlke, dem seine fortgeschrittene Demenz auf den letzten Filmaufnahmen überdeutlich anzusehen war - konnte man in der jüngeren Vergangenheit sehr schön beobachten, welche unmittelbaren physischen Auswirkungen Machtausübung auf die Mächtigen haben kann. Macht macht nicht nur sexy, sondern hält auch jung und fit.
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08.08.2008, 22:11
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Tribun
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Registriert seit: 20.05.2008
Ort: Eberswalde
Beiträge: 50
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Cäsar hätte sich aber einen sehr ungünstigen Moment für den "Selbstmord" ausgesucht. Sein Sohn den er von Cleopatra hatte war ein Kleinkind, das monarchische Prinzip wurde von ihm selbst in Rom immer abgelehnt. Er erkannte es nur für Ägypten an. Oktavianus machte erst nach Cäsars tot seine Adoption publik, das musste zwangsläufig angezweifelt werden. Nicht umsonst Verbündete er sich zuerst mit den Republikanern (Cäsarmördern) und kam dann erst auf die Seite Marc Antons, gegen den er sich dann zum Princeps Augustus durchkämpfen musste. Von Erbfolge keine Spur. Der Cäsarion wurde (vermutlich durch Oktavian) stillschweigend aus der Geschichte entsorgt.
Kann man ja gleich die nächste Theorie aufmachen, Oktavian heimlich auf Seiten von Brutus & Co? Immerhin wäre Cäsarion noch älter geworden, hätte der alte Cäsar seinen leiblichen Sohn vermutlich bevorzugt, zumal er die erbliche ägytische Hausmacht versprach.
Einziger Beweggrund warum Cäsar lebensmüde geworden wäre, wären seine epileptischen Anfälle, die ihn stark altern liessen und ihn vermutlich bereits zu einem Wrack hatten werden lassen, zumindest leistete er sich einige peinliche Faxpasses in der Öffentlichkeit. Wollte er lieber "stehend sterben". Das es nach seinem Tod auf einen neuen Bürgerkrieg hinauslaufen würde war fast zwangsläufig. Aber vielleicht wars auch das Prinzip "nach mir die Sintflut"
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21.09.2008, 19:30
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Ädil
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Registriert seit: 19.09.2008
Ort: Hollabrunn
Beiträge: 219
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Cäsarion war für Octavian keine Gefahr. Die Römer hätten nie den Sohn der verhassten Kleopatra als Herrscher akzeptiert, zumal Caesars Vaterschaft ja auch ziemlich fraglich war und ist.
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