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28.02.2007, 14:38
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Propraetor
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Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 615
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die Buccelarier - die söldner der spätantike
die buccelarier tauchten ab der regierungszeit des theodosius I. (378-395) auf. Diese leute waren "Privatsoldaten", sprich Söldner. Sie waren wahrscheinlich anfangs als bodyguards gedacht (zB für Senatoren, Generäle...). Das wird es wohl immer gegeben haebn. Doch mit der Zeit trat ein dass einzelne heerführer so viele söldner in eigenem sold hatten dass sie ihre dienste dem kaiser verkaufen konnten (belisar hatte angeblich 7000 reiter). gegen ende des weströmischen kaisertums stand es dort mit dem berufsheer sehr schlecht, es gab nur noch wenige "profis" oder rekruten, es wird wahrscheinlich viele söldner gegeben haben, und deren rekrutierung verlief ungefähr so:
einzelne mächtige sammelten sich söldner und stellten sich dann in kaiserlichen dienst. es war doch viel einfacher einige Söldnerführer samt truppen anzuheuern als viele söldner einzeln (War das jemals viel anders?)
noch etwas interessantes am rande: das wort "Buccelarius" stammt wahrscheinlich von deren rationen der "buccela". Das war wahrscheinlich zwieback.
für alle dies interessiert,
wisst ihr noch mehr?
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17.10.2007, 23:09
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Quaestor
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Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
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Zwieback war Sonderration und eine Erleichterung für die Soldaten, da altrömische Legionäre einst nicht etwa Brot, sondern ungemahlenes Korn als Rationen bekamen. Die Armen mussten sich bei Dienstende ihr Mehl erst mühsam mahlen und dann weiter verarbeiten.
Das weist auch auf die Sonderstellung der Buccelarier hin, die sich schon als Soldaten gesehen haben dürften und nicht als Söldner! Die Buccelarier rekrutierten sich gewöhnlich aus Gentes, also nicht etwa normalen römischen Bürgern, sondern "Barbaren" oder "Ausländer" und waren ihrem Herrn persönlich verpflichtet!
Kurz gesagt waren sie eine Kopie von Gefolgsschaften wie sie außerhalb des Reiches bei hochstehenden Persönlichkeiten üblich waren. Etwa die Gefolgsleute eines Königs oder Fürsten. Daher hatten sie keine sonderlichen Loyalitäten gegenüber dem Reich und bei "internen" Auseinandersetzungen besonders zuverlässig. Entsprechend hatten geachtete Buccelarier auch die Chance am Aufstieg ihres Herrn teilzuhaben! Wurde ihr Herr ein hoher Offizier, suchte er sich gerne seine Offiziere oder Verwaltungsleute aus den Reihen seiner Buccelarier aus....
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02.12.2007, 16:58
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Plebejer
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Registriert seit: 02.12.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 5
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Zum Buccellarius habe ich auch noch einige Fragen: Weiß jemand, wie es sich mit der Ausrüstung verhielt? Gab es irgendwelche Trends?
Klar ist mir, dass Senatoren, Generäle oder wer auch immer die Dienste von Buccellariern in Anspruch nahm, diese höchstwahrscheinlich vorgaben.
Wie groß war die Verdienstschlucht zwischen Buccellariern und Rekruten?
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05.12.2007, 14:16
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Quaestor
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Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 130
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Passt jetzt nicht so ganz, aber evtl. gibts dafür ja eine einfache und kurze Antwort oder einen Mod dem das einen eigenen Thread wert ist.
Mal ganz doof gefragt. Wieso wurde im römischen Heer eigentlich Getreide verteilt und nicht ähnlich wie heute in einer Feldbäckerei zentral Brot gebacken und ausgegeben. Den Soldaten wäre eine Menge Arbeit abgenommen worden und sie hätten Zeit für andere "wichtigere" Dinge gehabt. Effizienter wäre sicher eine Felbäckerei gewesen.
10-20 "Profibäcker" hätten doch leicht eine Legion versorgen können.
Waren vielleicht die Gerätschaften die man für so eine Großproduktion braucht zur damaligen Zeit einfach nicht zu transportieren? Die Römer waren da doch relativ fit.
Bitte nochmals um Entschuldigung aber aber diese Frage kam mir gerade hier in den Sinn.
__________________
Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
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05.12.2007, 17:03
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 741
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hm, keine schlechte Frage. Einige Gedankendazu, die es mE aber alle nicht wirklich erklären:
-Getreide hält sich länger als gebackenes Brot
-In römischer Zeit wurde Getreide in verschiedenen Formen verzehrt, nicht nur als Brot
-Die Vorrichtungen zum Backen von Brot (=Backofen) sind nur schlecht zu transportieren (bei den Römern: gar nicht?).
-"Je besser die Armee, desto schlechter das Essen." (Asterix als Legionär); und die römische Armee war gut.
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05.12.2007, 17:47
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Quaestor
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Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 130
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Ich glaube es wird doch ein eigener Thread fällig.
Das mit dem Transport ging mir auch durch den Kopf, auch hällt sich Getreide länger als Brot. ABER transportieren muss ich das Getreide ja so oder so. Transporttechnisch ist es egal ob ich es direkt an die Legionäre ausgebe oder kurz vor der Ausgabe zu Brot weiterverarbeite.
Welche Frage mir noch durch den Kopf ging. Mal Angenommen man befindet sich auf einem Feldzug, wie wurden die Verletzten versorgt die sich ihr Getreide nichtmehr selbst zubereiten konnten. Wurden sie von ihrer eigenen Einheit mitversorgt? Natürlich vorrausgesetzt man ist gerade im Feld und nicht in der Nähe eines festen Lagers.
__________________
Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
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05.12.2007, 20:41
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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Eine gesicherte Antwort habe ich auch nicht dazu aber der Aufbau der Legion dürfte auch eine Rolle gespielt haben. Theoretisch war ja die kleinste Einheit einer Legion dazu in der Lage unabhängig vom Heer zu operieren. Eine dauerhaft unabhängige Versorgung könnte dazu dienlich sein.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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06.12.2007, 12:15
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Propraetor
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Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 615
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Zitat von Ythor
Welche Frage mir noch durch den Kopf ging. Mal Angenommen man befindet sich auf einem Feldzug, wie wurden die Verletzten versorgt die sich ihr Getreide nichtmehr selbst zubereiten konnten. Wurden sie von ihrer eigenen Einheit mitversorgt? Natürlich vorrausgesetzt man ist gerade im Feld und nicht in der Nähe eines festen Lagers.
Das Getreide wurde ja immer vom Contuberniuim (Zeltgemeinschaft, in der hohen Kaiserzeiet theoretisch 8 Mann) zubereitet. Wenn einer zB einen gebrochenen Arm hat wird das schon nicht so schlimm gewesen sein.
Was ist aber wenn er im Lazarett lag? Brachten ihm da seine Kollegas das Essen oder wurde es verteilt?
ad "Küchenbullen"
Die Römer buken ihr Brot am Lagerfeuer. Die festen Lager, die manchmal sogar Jahrhunderte benutzt wurden, hatten durchaus große Öfen wo das Brot einer ganzen Zenturie gebacken wurde.
Außerdem hatte das Mahlen des Getreides und Backen des Brotes auch einen psychologischen Faktor. Es war unbeliebt, schweißte die Truppe aber zusammen. Manche Kaiser haben ja, um ihre Kameradschaft zu zeigen, ihr Brot selber in der Asche gebacken. Sie drückten damit aus: "Sehet her, ich bin einer von euch. Ich esse das Gleiche wie ihr."
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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11.12.2007, 04:05
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Plebejer
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Registriert seit: 02.12.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 5
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Zitat von Tilanus Commodor
Zum Buccellarius habe ich auch noch einige Fragen: Weiß jemand, wie es sich mit der Ausrüstung verhielt? Gab es irgendwelche Trends?
Klar ist mir, dass Senatoren, Generäle oder wer auch immer die Dienste von Buccellariern in Anspruch nahm, diese höchstwahrscheinlich vorgaben.
Wie groß war die Verdienstschlucht zwischen Buccellariern und Rekruten?
Ich warte eigentlich immer noch auf 'ne aufschlussreiche Antwort, wäre ganz nett, zumal das Thema eigentlich nichts mit der Versorgung von Feldsoldaten zu tun hat.
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30.04.2008, 00:31
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Quaestor
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Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
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Zitat von Tilanus Commodor
Zum Buccellarius habe ich auch noch einige Fragen: Weiß jemand, wie es sich mit der Ausrüstung verhielt? Gab es irgendwelche Trends?
Klar ist mir, dass Senatoren, Generäle oder wer auch immer die Dienste von Buccellariern in Anspruch nahm, diese höchstwahrscheinlich vorgaben.
Wie groß war die Verdienstschlucht zwischen Buccellariern und Rekruten?
Die Frage ist nicht zu beantworten. Es sind "private Soldaten", unterstanden also keiner normalen, allgemein geregelten Bezahlung. Es ist anzunehmen, dass sie besser bezahlt waren um ihre Loyalität zu stärken, mehr kannn man nicht wissen. Als Ausrüstung haben sie daher ebenfalls nicht reichsweit eine einheitliche Ausstattung gehabt. Dergleichen hat es abgesehen von den "Einheitslegionären" der Kaiserzeit in Europa eigentlich erst ab dem Absolutismus gegeben. Es dürften ziemlich alle vorstellbaren Ausstattungen vorgekommen sein, vermutlich mit überproportional vielen "Sondertruppen" gemäß der Bewaffnung ihrer Herkunftsvölker.
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