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31.08.2008, 14:01
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
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Diokletians wirtschaftliche Reformen
servus erst einmal beieinander.
war ja länger nicht mehr hier aber habe mich durch ein durchforsten meiner favoritenliste wieder dieses immer interessanten forums erinnert. noch dazu hätte ich auch gleich ein thema dass mich zur zeit beschäftigt und wozu ich euch gerne befragen möchte.
Kaiser Diokletian war ja der faktor welcher dass reich nach den wirren der soldatenkaiserzeit wieder stabilisierte. zuerst sicher einmal politisch aber er hat auch versucht wirtschaftlich das arg gebeutelte reich wieder flott zu machen. angesichts einer hohen inflation, landflucht und fiskalischer probleme des staates hat er versucht durch maßnahmen wie die festsetzung sämtlicher preise, mit angedrohter todesstrafe bei missachtung, kastenartiger berufsvererbung vom vater auf den sohn und der "erfindung" des staatshaushaltes im modernen sinne, mit der einführung des abgleichs der steuereinnahmen zu den ausgaben und festlegung von budgets, das reich wieder auf einen prosperierenden weg zu schicken. doch er ist ziemlich glänzend gescheitert.
wenn jemand mehr zu diesem thema weiss, wo ich mich irre, was man ergänzen kann, weitere wirtschaftspolitische entscheidungen etc. würde ich mich freuen.
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31.08.2008, 14:09
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
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Das trifft es schon im groben und ganzen, man darf aber nicht vergessen, dass man damals so gut wie keine wirtschaftlichen Theorien kannte.
Die Mittel Diokletians zur Inflationsbekämpfung versagten meines Wissens nach weitestgehend. Die Preisbindung wurde vielfach nicht eingehalten und konnte aufgrund der schwachen Staatsstruktur nach der Soldatenkaiserära auch nicht wirklich überwacht werden.
Zudem teilte er das Reich ja faktisch auf, wobei die vier Teile jeweils unterschiedliche Belastungen und Einnahmen hatten. Ob es sowas wie einen Finanzausgleich gab ist mir nicht bekannt.
Zu nennen wäre aber auf jeden Fall noch eine Maßnahme gegen die Landflucht, die unser Bild vom Dominat lange Zeit dominierte und zwar die Landbindung der Bevölkerung.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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31.08.2008, 14:21
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
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weißt du zufälligerweise näheres über die faktische umstzungskraft von verordnungen in der diokletianischen zeit oder kannst du mir eine quelle zum nachlesen nennen. wäre sehr interessant. auch inwiefern es eventuelle differenzen zwischen den verschiedenen administrationsgebieten der 2 kaiser und der 2 unterkaiser gab.
es hat sicher eine regelung der steuereinnahmen gegeben. zum ersten mal in der "westlichen" welt. zum beispiel gibt es einen fund der zeigt wie bestimmten gebieten in ägypten die aufzubringenden steuern für die nächsten jahre festgelegt wurden.
wie weit ging die landbindung? hat es bedeutet dass man sein dorf nicht verlassen durfte? oder nur z.b. den administrationsbezirk? wie konnte das kontrolliert werden?
zur preisbindung habe ich mal gelesen dass auch ein großes problem war dass die händler einfach ihre waren zurückgehalten haben aus protest oder mit dr hoffnung das gesetz auf andere weise umgehen zu können, bzw es auszusitzen.
bezüglich der wirtschaftlichen theorien ist es doch eigentlich verwunderlich dass in einer so weitentwickelten gesellschaft, die sich zwar technisch nicht sonderlich aber doch geistig und philosophisch sehr rührig gezeigt hat, keiner sich gedanken zu wirtschaftstheoretischen themen gemacht hat. die menschen waren dem gelderwerb schließlich nicht abhold sondern es war eine hauptsäule ihres alltag und grundpfeiler des staates.
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04.09.2008, 22:42
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 850
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Es brauchte wohl keiner Theorie, sondern es waren einfach praktische Überlegungen hinter dem Preisedikt des Diokletian aus dem Jahr 301. Rund tausend Artikel wurden damals mit den dazugehörigen Preisen aufgelistet, bei etwa hundert Berufen wurde die Entlohnung festgelegt. Das Motiv ergibt sich aus der Einleitung, die ich irgendwo gefunden habe. Da hieß es: Wer könne so abgestumpft sein und wer könne noch nicht gemerkt haben, „dass bei den Waren, die entweder im Großhandel oder im täglichen Handelsverkehr der Städte umgesetzt werden, eine solche Willkür der Preise eingerissen ist, dass die schrankenlose Profitgier weder durch die reichlichen Vorräte noch durch die Fruchtbarkeit des Jahresernten gemildert wurde? Wer wüsste nicht, dass überall, wohin unsere Heere im Interesse der allgemeinen Sicherheit hingesandt werden, nicht nur in Dörfern und in Städten, nein, auf jeder Straße die verwegene Gewinnsucht den Interessen der Allgemeinheit auflauert und entgegentritt ... und schließlich, dass bisweilen beim Kauf eines einzigen Gegenstandes der Soldat seiner Sonderzulage und seines Soldes beraubt wird?“
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