Login
|
|
|
Forenübersicht
|
|
|
|
 |
|

29.09.2006, 22:53
|
|
Praetor
|
|
Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
|
|
|
Warum gabs denn eigentlich genau eine Spaltung in Ost und Westrom ???
__________________
Wenn du dich klein , nutzlos, beleidigt und depressiv fühlst, denke immer daran; du warst einmal das schnellste und erfolgreichste Spermium in deiner Gruppe!
"Seid vor allem immer fähig,jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen.Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs." Che Guevara
|

29.09.2006, 23:17
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
|
|
Unter Diocletian wurde die so genannte Tetrachie eingeführt. Dabei gab es zwei Seniorkaiser (Augusti) und zwei Juniorkaiser (Caesari). Grund dafür war dass die Zeit der Soldatenkaiser gezeigt hatte, dass das Reich von einem einzigen Mann nicht mehr beherrscht werden konnte. Dabei spielten unter anderem auch die Zahl der Kriegsschauplätze eine nicht unwesentliche Rolle.
Nachdem eine Verwaltungsteilung erst einmal als Möglichkeit in Betracht gezogen worden war bürgerte es sich regelrecht ein mehrere Söhne zu beerben. Konstantin tat dies und eben auch Theodosius. Die Einheit des Reiches wurde dabei aber immer als Gegeben angesehen. Es handelte sich nur um eine sagen wir mal Verwaltungsteilung. Es ist purer Zufall, dass nach dem Tod Theodosius die Reichseinheit durch Vernichtung der römischen Macht im Westen nicht mehr herrgestellt wurde. Deshalb wird gerne von der Teilung des Römischen Reiches gesprochen, was aber eigentlich falsch ist.
So das war jetzt sehr kurz umrissen, ist aber auch schon spät.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

04.10.2006, 21:47
|
|
Praetor
|
|
Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
|
|
Zitat von Wulfnoth
Unter Diocletian wurde die so genannte Tetrachie eingeführt. Dabei gab es zwei Seniorkaiser (Augusti) und zwei Juniorkaiser (Caesari). Grund dafür war dass die Zeit der Soldatenkaiser gezeigt hatte, dass das Reich von einem einzigen Mann nicht mehr beherrscht werden konnte. Dabei spielten unter anderem auch die Zahl der Kriegsschauplätze eine nicht unwesentliche Rolle.
Nachdem eine Verwaltungsteilung erst einmal als Möglichkeit in Betracht gezogen worden war bürgerte es sich regelrecht ein mehrere Söhne zu beerben. Konstantin tat dies und eben auch Theodosius. Die Einheit des Reiches wurde dabei aber immer als Gegeben angesehen. Es handelte sich nur um eine sagen wir mal Verwaltungsteilung. Es ist purer Zufall, dass nach dem Tod Theodosius die Reichseinheit durch Vernichtung der römischen Macht im Westen nicht mehr herrgestellt wurde. Deshalb wird gerne von der Teilung des Römischen Reiches gesprochen, was aber eigentlich falsch ist.
So das war jetzt sehr kurz umrissen, ist aber auch schon spät. 
Puhhh die eigene Grösse war der Untergang.
Warum hatte es keinenerfolg ? ist doch eine gute idee ? Gabs mehr kriege?
|

04.10.2006, 21:53
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
|
|
|
Das Problem war dass die Tetrachie unter Diocletian selbst sehr gut funktionierte, weil sie durch seine persönliche Autorität zusammen gehalten wurde. Nach seinem Rücktritt bekamen sich die 4 neuen Tetrarchen immer mehr in die Haare, alle strebten nach mehr Macht, Diocletians Nachfolger als "Oberkaiser" handelte nicht immer klug und zudem wurde ein Kaiser (der in Rom) durch Ursurpration ausgetauscht.
Letztendlich riss Konstantin (d. Gr.) die Alleinherrschaft wieder an sich.
Wieder mal sehr kurz zusammen gefasst, wenn es dich interessiert krame ich mein Buch über Konstantin raus und schreibe am WE noch was dazu.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

08.10.2006, 20:14
|
|
Praetor
|
|
Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
|
|
Zitat von Wulfnoth
Das Problem war dass die Tetrachie unter Diocletian selbst sehr gut funktionierte, weil sie durch seine persönliche Autorität zusammen gehalten wurde. Nach seinem Rücktritt bekamen sich die 4 neuen Tetrarchen immer mehr in die Haare, alle strebten nach mehr Macht, Diocletians Nachfolger als "Oberkaiser" handelte nicht immer klug und zudem wurde ein Kaiser (der in Rom) durch Ursurpration ausgetauscht.
Letztendlich riss Konstantin (d. Gr.) die Alleinherrschaft wieder an sich.
Wieder mal sehr kurz zusammen gefasst, wenn es dich interessiert krame ich mein Buch über Konstantin raus und schreibe am WE noch was dazu.
Wäre echt cool  aber mach das wenn du zeit hast.
|

14.10.2006, 01:22
|
|
Praetor
|
|
Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Ist okay habe mich schon durchgelesen
Kam das ende nicht durch die Barbarische Eroberung?
|

14.10.2006, 10:55
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Genau das ist der springende Punkt. Rom war ja mehr als nur das politische Gebilde. Mal ganz davon abgesehen dass der Westen zwar ~500 n. Chr. erobert wurde, der Osten aber erst 1453 n. Chr. durch die Osmanen vernichtet wurde. 1453 als Ende Roms anzusetzen erscheint mir persönlich ein wenig hoch gegriffen, da Byzanz nur noch wenig mit Rom gemein hatte. Andere antworten darauf, dass das Rom der späten Kaiserzeit auch nur noch wenig mit der Republik gemein hatte. Wie du siehst ist das nicht so einfach.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

17.10.2006, 10:59
|
 |
Quaestor
|
|
Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 187
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Zitat von Wulfnoth
Genau das ist der springende Punkt. Rom war ja mehr als nur das politische Gebilde. Mal ganz davon abgesehen dass der Westen zwar ~500 n. Chr. erobert wurde, der Osten aber erst 1453 n. Chr. durch die Osmanen vernichtet wurde. 1453 als Ende Roms anzusetzen erscheint mir persönlich ein wenig hoch gegriffen, da Byzanz nur noch wenig mit Rom gemein hatte.
Das Datum ist einfach eine Festlegung, die zu einer Zeit gemacht wurde, als man es nicht besser wusste. Heute würde man sicher eher eine fließende Grenze angeben. Aber irgendwo muss man nun mal einen "Schlussstrich" ziehen. Die Absetzung des letzten weströmischen Kaisers ist da genauso gut, wie jedes andere Ereignis. Dass Rom vorher schon mehr oder weniger nur noch ein Begriff war und praktisch auch hinterher mehr oder weniger noch existierte, ist dabei eher nebensächlich.
Natürlich ist das - genaugenommen - Schubkastendenken, aber das ist nun mal die menschliche Natur: Kategoriesieren, katalogisieren und dann irgendwo "abheften".
Andere antworten darauf, dass das Rom der späten Kaiserzeit auch nur noch wenig mit der Republik gemein hatte. Wie du siehst ist das nicht so einfach. 
Das Spiel kann man noch weitertreiben: Das Rom der späten Republik hatte nur noch wenig mit dem Rom der frühen Republik gemein. 
Rom ist nun mal ein relativ dynamisches Gebilde gewesen. Ein Umstand, der nicht gerade wenig zu dem sehr langen Bestand dieses Gebildes beigetragen hat.
|

11.01.2007, 03:01
|
 |
Praetor
|
|
Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Zitat von Wulfnoth
Genau das ist der springende Punkt. Rom war ja mehr als nur das politische Gebilde. Mal ganz davon abgesehen dass der Westen zwar ~500 n. Chr. erobert wurde, der Osten aber erst 1453 n. Chr. durch die Osmanen vernichtet wurde. 1453 als Ende Roms anzusetzen erscheint mir persönlich ein wenig hoch gegriffen, da Byzanz nur noch wenig mit Rom gemein hatte. Andere antworten darauf, dass das Rom der späten Kaiserzeit auch nur noch wenig mit der Republik gemein hatte. Wie du siehst ist das nicht so einfach. 
nur kurz dazu wollte ich anmerken dass sich byzanz immer als den legitimen und völkerrechtlichen nachfolger des römischen reichs gesehen hat, wobei eigentlich nachfolger schon falsch wäre. für sie waren sie immer das römische reich, also wäre 1453 gar nicht so falsch.
aber zur frage des weströmischen teils habe ich mal gelesen daß die meisten zeitgenossen die ermodung Flavius Aetius am 22. september 454 als das ende betrachtet haben, da durch seinen tod der militärische schutz des reiches vollends zusammengebrochen ist und man von einer ausübbaren oberhoheit durch einen staatsapparat danach nicht mehr reden konnte.
__
|

11.01.2007, 07:30
|
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Zitat von rasputin753
nur kurz dazu wollte ich anmerken dass sich byzanz immer als den legitimen und völkerrechtlichen nachfolger des römischen reichs gesehen hat, wobei eigentlich nachfolger schon falsch wäre. für sie waren sie immer das römische reich, also wäre 1453 gar nicht so falsch.
Genau der richtige Punkt.
Man hat sich ja auch nie als Byzanthiner oder Oströmer gesehen... das sind Namensgebungen der Geschichtswissenschaft.
Nein, man war schlicht und ergreifend Römer.
Was das genaue Ende anbelangt... Das kann man natürlich früher oder später ansetzen... Die Türken haben mit der Eroberung ja letztendlich nur ein Begräbnis vollendet, das lange früher schon nahezu vollendet war.
Aber selbst nach dem Fall Konstantinopels hatten ja noch einige winzige Gebiete Bestand.
|

05.02.2007, 16:53
|
|
Propraetor
|
|
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 630
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Zitat von Novalis
Genau der richtige Punkt.
Man hat sich ja auch nie als Byzanthiner oder Oströmer gesehen... das sind Namensgebungen der Geschichtswissenschaft.
Nein, man war schlicht und ergreifend Römer.
.
wenn man die byzantiner als römer bezeichnet dann wäre Putin heute so was wie ein römischer konsul!
ein paar jahrzehnte vor dem fall von konstantinopel heiratetete eine byzantinische prinzessin ins russische kaiserhaus. (Caesar-Kaiser-Zar?). Dadurch wäre das russische kaiserhaus der legitime nachfolger (wenn es je einen kaiser in rom und konstantinopel gab, warum dann nicht auch in kanstantinopel und moskau?). obwohl ein bisschen was haben ja die russen und die römer gemeinsam: sie sind rebarmungslos (vor allem im krieg). ob der römische konsul die wiederwahl (zu der er gar nicht antreten darf) schaft?
Geändert von Mirko (05.02.2007 um 16:58 Uhr)
|

05.02.2007, 17:02
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
|
|
|
AW: Ende des Weströmischen Reiches. Datum?
Zitat von Mirko
ein paar jahrzehnte vor dem fall von konstantinopel heiratetete eine byzantinische prinzessin ins russische kaiserhaus. (Caesar-Kaiser-Zar?). Dadurch wäre das russische kaiserhaus der legitime nachfolger (wenn es je einen kaiser in rom und konstantinopel gab, warum dann nicht auch in kanstantinopel und moskau?). obwohl ein bisschen was haben ja die russen und die römer gemeinsam: sie sind rebarmungslos (vor allem im krieg)
Das Byzantinische Reich ist ein Kunstname, der faktische Name war Römisches Reich, bewohnt von Römern. Daran ist nicht zu rütteln!
Viele europäische Herrscherhäuser haben Frauem aus byzantinischen Herrschergeschlechtern geheiratet (man denke nur an Theophanu im HRR), deswegen sind sie aber nicht alle rechtmäßig Nachfolger, da im Byzantinischen Reich die Herrscherhäuser zeitweise häufiger wechselten als ich meine Boxershorts (salop gesagt  )
Rechtmäßige Nachfolger wären die Erben der Palaiologen und mit denen war kein russischer Zar verwandt. Jedenfalls nicht nah genug um Erbe zu sein. Es gab in Italien und später auch Frankreich nach 1453 noch einige Titularkaiser bis der Titel schlussendlich aufgeben wurde.
Was die Nachfolgefrage betrifft so hätte das Osmanische Reich auch Ansprüche auf die Nachfolgeposition.
P.S. Hier drehts sich um Westrom!
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

06.06.2007, 19:45
|
|
Propraetor
|
|
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 630
|
|
|
ich hab mal ne eigene theorie entwickelt: rom ging in den 80ern der 6. Jh. unter.
__________________
Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
|

06.06.2007, 19:51
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
|
|
Also nen bisschen was musst du schon schreiben sonst kann ich deine Theorie ja nicht zerstückeln. 
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

06.06.2007, 20:47
|
 |
Separatisto
|
|
Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.006
|
|
Zitat von Mirko
ich hab mal ne eigene theorie entwickelt: rom ging in den 80ern der 6. Jh. unter.
Um den Zeitraum hat sich doch die Herrschaft Byzanz über Rom verflüchtigt, oder?
__________________
Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
|
 |
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist aus.
|
|
|
|
Letzte Themen
|
Mongolen
|
Nutzen der...
Views: 1105,
Antworten: 29
|
Lehren des frühen...
Views: 547,
Antworten: 12
|
Studium
|
Satanismus: ernst...
Views: 940,
Antworten: 33
|
Staatshilfe für Opel
Views: 336,
Antworten: 29
|
Suchfunktion
|
Das Huhn war vor...
|
ZEIT
Views: 976,
Antworten: 30
|
Die...
Views: 895,
Antworten: 40
|
Robert Edward Lee
Views: 273,
Antworten: 19
|
Alte Schlachtfelder
Views: 404,
Antworten: 19
|
Rassistischer...
|
Was waren...
Views: 284,
Antworten: 17
|
30jähriger Krieg ...
Views: 188,
Antworten: 16
|
|
|
Letzte Links
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|