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12.10.2006, 21:16
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Quaestor
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Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
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Genozide
Ein relativ gemiedenes Thema der römischen Geschichte, sind die zahlreichen von römischer Seite aus verübten Genozide z.B. an den Karthagern, Kimbern+Teutonen, Eburonen, Usipetern+Tenkterern, Marsern, Dakern...
Tacitus beispielsweise berichtet von der gängigen römischen Kriegsführung "...weder Geschlecht noch Alter schonend..."
Schmälern solche und ähnliche Taten nicht ganz erheblich den Ruhm der römischen Legionen, der römischen Armee und somit auch der römischen Zivilisation im gesamten?
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12.10.2006, 21:30
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Tigers Hare Krischna Jung
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Registriert seit: 03.12.2005
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 754
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AW: Genozide
Meiner Meinung nach nicht.
Von unseren heutigen Maßstäben aus war das natürlich grausam und skrupellos, aber damals waren diese Praktiken fast "normal". Fast jedes antike Volk, welches Kriege geführt hat, hat solche Mittel benutzt. So gesehen waren die Römer nicht brutaler als es in dieser Zeit üblich war.
Ein Menschenleben hat nicht viel gezählt, erst durch die Aufklärung und den Humanismus kam dieser menschliche Wert in unserer Gesellschaft.
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14.10.2006, 18:13
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Quaestor
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Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
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AW: Genozide
Deiner Logik folgend wären aber auch die Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent (z.B. Ruanda) oder in Asien verständlich, da in diesen Erdgegenden die Idee des Humanismus in weiten Teilen der Bevölkerung ebenfalls nicht verankert ist...
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14.10.2006, 18:15
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
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AW: Genozide
Ich bin mir sicher, dass die dortigen "unzivilsierten" Teile der Bevölkerung es sicherlich nicht mit so großen Entsetzen sehen wie wir. Genauso wie für uns die Todestrafe früher üblich und nichts weltbewegendes war.
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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20.10.2006, 20:06
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Plebejer
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Registriert seit: 20.09.2006
Beiträge: 15
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AW: Genozide
In einem Zeitalter wo es ums nackte Überleben ging, sind moderne Begriffe wie wir z.B. Massenmord wie wir es verstehen, nicht anwendbar.
Die totale und radikale Vernichtung des Gegners haben in der Antike zwei Protagonisten mit einer nicht zu vergleichenden und nicht üblichen härte für die damalige Zeit durchgeführt: Die Römer und die Hunnen. Die Massakrierung des Gegners war bei den Römer Bestandteil ihrer Taktik. (nicht wie z.B. bei Söldnerarmeem um Luft abzulassen). Bei diesen Massakern wurde alles getötet, Menschen aber auch Tiere. Es wurde ein Exampel statuiert. In einer so einer radikalten Form, wie sie damals nicht üblich war, weil Gefangene ja auch potentielle Sklaven waren oder der Gegner von Heute in Zukunft mein Verbündeter werden konnte.
So zynische es auch klingen mag, die Römer konnten sich den Luxus des Massenmords leisten. Bei den Hunnen war es eine taktische Notwendigkeit, weil sie ein sehr großes Territorium abdecken mussten und nur mit dem Gewaltfaktor agieren konnten.
In späteren Jahrhundert haben die Spanier in Südamerika und auf der Iberischen Halbinsel wahre Wunder vollbracht.....
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22.10.2006, 12:08
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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AW: Genozide
Ich stimmte AntonioM völlig zu.
Man muss dabei aber einwenden, dass solche Massaker in der römischen Kriegsführung zwar keine Verbrechen waren aber doch relativ selten vorkamen.
Die Römer haben ein Reich von Ägypten bis Britannien und von Spanien bis Mesopotamien unterworfen und dabei ist die Anzahl der uns bekannten Genozide überschaubar geblieben. Was ich damit sagen möchte ist, dass es auch viele unblutige oder nicht herausragend schreckliche Eroberungen gegeben hat (z.B. die Unterwerfung des Nabatäerreichs).
Nebenbei war die römische Politik an heutigen Maßstäben gemessen immer grausam, deswegen misst man ja nicht an unseren Maßstäben. Auf den Befehl des Kaisers wurden ganze Völkerstämme deportiert. Nur um mal ein Beispiel zu nennen. Eine Praxis die übrigens Karl der Große mit den Sachsen und auch die Byzantiner noch später betrieben haben.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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17.06.2007, 20:26
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Propraetor
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Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 615
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hunnische genozide?
da fielen mir nur die burgunder ein, aber das geschach auf "römsichen befehl".
ich würde die hunnen nicht als besonders grausam bezeichnen, nicht mehr als andere, sie hatten halt nur das pech grausam auzuschauen.
wäre auch untypisch für ein steppenvolk die eroberten auszulöschen, meistens gingen die doch im stamm auf - ein mögliche erklärung für die rasanten aufstiege und untergänge
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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17.06.2007, 21:46
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 739
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Zu anfang: Auch ich würd unterschreiben, dass das andere Zeiten waren; besonders den Gebrauch der modernen Begriffe "Genozid" oder "Völkermord" finde ich hier unpassend.
Zu den Hunnen kann ich nichts sagen, aber die Mongolen des Mittelalters
galten als ausgesprochen grausam. Ist auch ne Art, sich Respekt zu verschaffen (aber keine nette...).
Zwei Beispiele aus dem 5. Jh.: Die Städte Mytilene und Melos fielen während des Peloponnesischen Krieges von Athen ab. Im Fall Melos eroberten die Athener die Stadt, massakrierten alle Männer und verkauften die Frauen und Kinder in die Sklaverei. Dies war für die damaligen Verhältnisse ausgesprochen grausam (so zumnidest Thukydides). Auch im Falle Mytilenes fasste die attische Volksversammlung einen solchen harten Beschluss; wortwörtlich über Nacht trat aber ein Stimmungsumschwung ein (ausgelöst durch einen einzelnen, sonst kaum bezeugten Redner, dessen Name mir entfallen ist); die Volksversammlung revidierte ihren Beschluss, Mytilene war gerettet und wurde ein treuer Verbündeter. Also im antiken Hellas wurden solche Fragen durchaus unter ethischen und praktischen Gesichtspunkten gesehen, die wir heute Lebenden durchaus nachvollziehen können.
Zu den Römern: Die Römer waren mE effizient, praktisch, konsequent und hervorragende Organisatoren. Alles gute Sachen, außer man nutzt sie, um Menschen mit Grausamkeiten gefügig zu machen, wie das damals üblicher war als heute. Dann führt es zu Massenmord, wie ja nur zu häufig geschehen in der römischen Geschichte.
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