22.11.2008 - 02:36
Historik Forum
Römisches Reich In diesem Forum dreht sich alles um das antike Rom, von der Köngszeit bis zur Spätantike.
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  #31  
Alt 06.12.2007, 12:31
Propraetor
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 630
Unerheblich was Marcellinus da schreibt. Schon seit dem 2. Jahrhundert blieben die großen Legionen ja meist nur große Organisationsgefüge, die tatsächlichen Armeen bestanden aus den Vexillationes, also ist bereits hier ein Wandel zu beobachten. Nur verursachten eben diese Vexillationes mehr Probleme: Sie führten zur Schwächung bestimmter Grenzabschnitte und führten wegen der Vielzahl an unterschiedlichen Abteilungen eher zu organisatorischen Schwierigkeiten. Daher stellte Septimius Severus indem er die Prätorianergarde verdoppelte und eine seiner neuen Legionen in der Nähe Roms stationierte eine ca. 20.000 Mann starke Eingreiftruppe. Durch den ständigen Wechsel der Kaiser in der Folgezeit und die inneren Unruhen konnten aber keine richtige Heeresreform durchgeführt werden, es gab nur einzelne Aktionen wie etwa die Aufstellung von Eingreifheeren aus Vexillationes von legiones, cohortes, alae und numeri unter Gallienus. Diese Entwicklung machte Diocletian rückgängig, indem er diese Heere auflöste und wieder den Grenztruppen angliederte, vermutlich weil es politisch und taktisch zu seiner Zeit sinnvoll erschien (Schutz der Provinzen). Unter Konstantin wurde darauf aber wiederum eine Umstellung sinnvoller.
Zusammenfassend: Wenn ich also die Frage nach der Verkleinerung der Legionen stelle, dann muss ich auch die Organisationsform der Armee in Grenz- und Bewegungsheer im Zusammenhang mit der schon lange gängige Praxis der vexillationes, die ja bereits zuvor eine Zersplitterung der Legionen bewirkte (möglicherweise, das die in den vexillationes detachierten Kohorten eine Art Elitestatus erhielten und dadurch in das Bewegungsheer übernommen wurden), berücksichtigen.
So was schwebte mir vor als ich den Thread eröffnete. Danke, sehr nützlich.

ad Kalkriese
Der römische Zug war ja noch "künstlich" ausgedehnt weil Varus seine Männer nicht richtig in der Hand hatte. Es marschierte allerhand Gesinde mit das eigentlich nix bei der Armee zu suchen hatte. So was gibt es immer - und es ist bis zu einem gewissen Grad notwendig - doch damals war es einfach zu viel.
__________________
Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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  #32  
Alt 06.12.2007, 13:26
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Freiburg
Beiträge: 6.454
Zitat von Mirko Beitrag anzeigen
ad Kalkriese
Der römische Zug war ja noch "künstlich" ausgedehnt weil Varus seine Männer nicht richtig in der Hand hatte. Es marschierte allerhand Gesinde mit das eigentlich nix bei der Armee zu suchen hatte. So was gibt es immer - und es ist bis zu einem gewissen Grad notwendig - doch damals war es einfach zu viel.
Wie willst du das beurteilen? Es handelte sich ja bei der Armee um keine Invasionsarmee in feindlichem Gebiet sondern um eine Provinzarmee in einer relativ neuen aber bis dahin ruhigen Provinz, die sich in ihr Winterlager am Rhein zurück zog. Varus war immerhin Statthalter, was alleine den Tross sicherlich vergrößerte. Varus hier versagen vorzuwerfen halte ich für absolut unangebracht und bei einer Marschkolonne von mehreren Legionen kommt es auf den einen oder anderen Kilometer auch nicht mehr an.
Es gibt genug andere Beispiele für Armeen, die in der Gewissheit unmittelbarer Feindpräsenz trotzdem auf dem Marsch aufgerieben wurden. Die Schlacht am Trasimenischen See ist dafür ein gutes Beispiel.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #33  
Alt 18.12.2007, 12:51
Propraetor
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 630
Wir reden an einander vorbei.

Es ist nun mal eine Tatsache, dass sich die Soldaten eigenhändig Sklaven und Mulis angeschaft haben sobald sich die Disziplin etwas lockerte. Sowas - da es den Troß aufbläht - wird von keinem guten Feldherren gern gesehen.

Später hat ja Hadrian etwas in der Richtung unternommen: er verbot den Soldaten sich in ihren Quartieren von Sklaven "füttern" zu lassen. Es ging konkret um bestimmte Anbauten an íhre Baracken. Hadrian meinte dass das unnötiger Luxus sei.
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