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14.11.2007, 12:11
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Propraetor
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Legionsreformen der Spätantike
Es ist ja bekannt dass die Legionen der Spätantike wesentlich kleiner waren als die der Republik und früheren Kaiserzeit. Neben dem "Wann?" beschäftigt mich vor allem das "Warum?" dieser Reform - falls man es so nennen kann.
Als Zeitpunkt wäre das frühe 4. Jahrhundert ein guter Kandidat. Doch warum ausgerechnet jetzt? Warum überhaupt? Ich habe was gehört wegen der Zersplitterung der Einheiten in verschiedene Detachements, doch kann das der einzige Grund sein?
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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14.11.2007, 13:15
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The Censor
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Zur römischen Armee der Spätantike habe ich nur recht wenig Literatur zu Hause und das verteilt sich auch noch auf mehrere Werke.
Yann Le Bohec gibt am Ende seines Buches "Die römische Armee" einen Ausblick auf die Spätantike.
Er nimmt als Stein des Anstoßes die Machtübernahme der Sassaniden in Persien. Dadurch hatte Rom dauerhaft parallel zwei Feinde zu bekämpfen, was einige Reformen vorran trieb. Er schreibt dass Gallienus die Konsequenzen daraus zog, dass die Senatoren nicht mehr dienen wollten und damit das Kommando komplett für den Ritterstand (oder sogar darunter, Le Bohec ist da nicht so genau) öffnete. Das trieb wohl später noch größere Auwüchse indem es Senatoren verboten wurde in der Armee zu dienen.
Zweitens wurde die Armee im Hinterland des Limes konzentriert und drittens setzte man bei der Aushebung mehr auf Quantität denn auf Qualität. Irgenwo habe ich auch mal Zahlen gelesen die belegen, dass die Armee quantitativ unter Diokletian wesentlich größer war als unter Augustus.
Letzteres war wohl auch die Konsequenz aus den immer größeren Rekrutierungsschwierigkeiten, da der Soldatenberuf kein großes Ansehen genoss und viele Bürger kein Interesse daran hatten in der Armee zu dienen. Folglich musste genommen werden was kam und der qualitative Ausfall durch mehr Masse ersetzt werden.
Wiedergespiegelt wird das auch in der immer simpleren Ausrüstung, die somit auch immer weniger Geld kostete. Im 4. Jahrhundert hatten Soldaten sogar häufig keine Panzerung mehr an sondern verließen sich nur noch auf den Schild. Das wurde aber schon damals kritisiert.
Diese Reform war auch kein Veränderung die von heute auf morgen durchgezogen wurde sondern ein schleichender Prozess, der meines Wissens nach mit Konstantin abgeschlossen wurde.
Armeen müssen sich immer neuen Gegebenheiten anpassen und kleinere Legionen sind eben auch beweglicher, im Gegenzug wurde auch die Anzahl der Legionen deutlich angehoben. Möglicherweise ist die Verkleinerung der Legionen auch die Konsequenz aus den Problemen sie auf Sollstärke zu halten gewesen.
Zudem gewann Kavallerie in der Spätantike zunehmend an Bedeutung und diese war im Legionssystem der Hochkaiserzeit kaum integriert gewesen, da Kavallerie kaum eine Rolle gespielt hatte.
Das Warum ist offensichtlich: Das alte System funktionierte nicht mehr, man sehe sich nur die massiven Goteneinfälle unter Gallienus an.
Das macht es aber nicht zu einer einzigen Reform sondern es ist und bleibt eine schleichende Veränderung an deren Ende eine schlagkräftigere und effektivere Armee stand. Den Kaiser von Diokletian bis Konstantin gelang es immerhin recht gut die Grenzen zu stabilisieren.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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15.11.2007, 14:38
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Armeen müssen sich immer neuen Gegebenheiten anpassen und kleinere Legionen sind eben auch beweglicher, im Gegenzug wurde auch die Anzahl der Legionen deutlich angehoben. Möglicherweise ist die Verkleinerung der Legionen auch die Konsequenz aus den Problemen sie auf Sollstärke zu halten gewesen.
at Wulfnoth
Erinnerst du dich dass du mir vor ein paar Monaten in einem anderen Thread wegen genau dieser Argumente die Hölle heiß gemacht hast? 
Wegen der Heeresstärke: da gibt es verschiedene Meinungen, manche sagen das Heer sei größer geworden, manche sagen es wurde kleiner. Ich persönlich glaube eher an die zweite Variante.
Zwar war Diokletians Heer größer als Augustus, aber kleiner als zB zur Zeit von Trajan. Im Grunde wurde das Heer bis zu den Severern immer größer, nur um - meiner Meinung nach - im 3. Jh. einzugehen.
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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15.11.2007, 14:47
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The Censor
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15.11.2007, 14:50
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Propraetor
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Zitat von Wulfnoth
Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Taktik und Ausrüstung sowie die feindliche Strategie hatten sich komplett gewandelt. Ein Pompeius lässt sich nicht mit den Goten auf Beutezug vergleichen.
Ein Apfel ist eine Birne ist ein Apfel. Lass ma das. Schlagen wir uns lieber darüber die Köpfe ein.
Hast du irgendwelche Belege dass die Armee der Spätantike größer war als die der hohen Kaiserzeit? - außer der Vervierfachung des Heeres durch Diokletian, das glaubte der Autor wohl selber nicht.
Gibt es irgendwelche Hinweise oder Argumente dafür?
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15.11.2007, 15:03
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Zitat von Mirko
Ein Apfel ist eine Birne ist ein Apfel. Lass ma das. Schlagen wir uns lieber darüber die Köpfe ein.
Hast du irgendwelche Belege dass die Armee der Spätantike größer war als die der hohen Kaiserzeit? - außer der Vervierfachung des Heeres durch Diokletian, das glaubte der Autor wohl selber nicht.
Gibt es irgendwelche Hinweise oder Argumente dafür?
Ich habe das mal gelesen, finde aber gerade nicht wo. Junkelmann schreibt leider nur dass die Standardlegionstärke bei circa 28 Legionen lag und das für die nächsten 200 Jahre (gemeint ist ab Augustus). Es scheint also im dritten Jahrhundert hier eine Veränderung gegeben zu haben.
Le Bohec beruft sich auf einen gewissen Lactantius und sein Werk "De mortibus persecutorum", dieser soll sogar von einer Vervierfachung gesprochen haben, wobei Le Bohec davon ausgeht, dass er übertreibt.
Leider habe ich das nicht vorliegen.
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15.11.2007, 15:09
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Wikipedia sagt folgendes:
Lactantius schreibt, Diokletian habe die Stärke der Armee vervierfacht (De mortibus persecutorum, 7,2). Diese Darstellung ist jedoch nicht sehr glaubhaft, da Lactantius wohl einfach das Schema der Tetrarchie auf die Armee überträgt. Im 4. Jahrhundert dürfte die Heeresstärke jedenfalls in etwa bei 400.000 Mann gelegen haben, womit sie etwas höher lag als in der frühen und hohen Kaiserzeit. Nach den Angaben der Notitia dignitatum lag die Sollstärke um 400 bei etwa 600.000 Mann. Agathias errechnete dann um 570 eine Sollstärke von 645.000 (5,13,7). Wie er zu dieser Schätzung kam, ist unklar, doch dürfte er das nicht mehr existierende Westheer miteingerechnet haben. Zur Zeit Justinians dienten seinen Angaben nach jedenfalls nur noch 150.000 Mann (5,15) in der oströmischen Armee. Diese Zahl ist jedoch vermutlich deutlich zu niedrig angesetzt. In der Forschung wird eher von der doppelten Stärke ausgegangen. Damit wäre Justinians Armee in etwa ebenso groß gewesen wie die des Augustus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A...B6mische_Armee
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15.11.2007, 15:15
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Zitat von Wulfnoth
Ich habe das mal gelesen, finde aber gerade nicht wo. Junkelmann schreibt leider nur dass die Standardlegionstärke bei circa 28 Legionen lag und das für die nächsten 200 Jahre (gemeint ist ab Augustus). Es scheint also im dritten Jahrhundert hier eine Veränderung gegeben zu haben.
Le Bohec beruft sich auf einen gewissen Lactantius und sein Werk "De mortibus persecutorum", dieser soll sogar von einer Vervierfachung gesprochen haben, wobei Le Bohec davon ausgeht, dass er übertreibt.
Leider habe ich das nicht vorliegen.
Zitat von Mirko
- außer der Vervierfachung des Heeres durch Diokletian, das glaubte der Autor wohl selber nicht.
Ich war mir nur nicht ganz sicher ob das auch wirklich Lactanz war.
In der frühen Kaiserzeit pendelte die Anzahl der Legionen wirklich so um die 30. Augustus ließ 28 aus dem Bürgerkrieg über, nach Kalkriese warens nur noch 25. Ich glaube dass Nero die Zahl wieder auf 28 gebracht hat. Trajan auf 30 und Septimius Severus auf 33. Das ist alles aus dem Gedächtnis gesagt und kann deswegen leicht variiren, im Groben stimmt es aber.
Junkelmann schrieb - auf den bezog ich mich auf vorher - dass zur Zeit Augustus das Heer ungefähr 300 000 Mann stark war. Zur Zeit Trajans waren es schon 385 000 - 400 000 und für Septimius Severus geht man von fast einer halben Million aus.
Ein spätantiker Autor berichtete für Diokletian 379000 - ohne die Flotte. Dieser Typ überlieferte die Zahl auf den Mann genau, was man davon halten soll ist wohl klar.
Ein anderer Autor, des Namen ich auch vergessen habe, schrieb dass das Heer zu Zeiten Justinians theorethisch hätte 645 000 haben sollen (inklussive Westheer) es aber nur 150 000 Mann stark war.
Der Witz an der Sache ist dass die Zahlen für die früheren Kaiser ziemlich sicher sind. Für Trajan wurde die Zahl sogar rekonstruiert. Vor allem kann ich mir nicht vorstellen dass es im wirtschaftlich wesentlich schlechter stehenden Dominat ein größeres Heer gab als vorher.
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15.11.2007, 15:17
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Zitat von Wulfnoth
Tja, leider wars du schneller. Ich hab auch kein Wiki benutzt. Allerdings sind Quellen mit Namen auch nicht schlecht. Ich merke mir einfach nicht wo ich was gelesen habe.
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16.11.2007, 12:10
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Propraetor
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Wie schaut denn das mit den Hilfstruppen nach Caracallas Erlaß aus? Hat man dann nur römische Hilfstruppen verwendet? Was war mit dem Sold? Peregrine erhielten ja wesentlich weniger als Römer, dann hätten die Kosten für den Sold explodieren müssen?
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16.11.2007, 12:33
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Ich müsste jetzt nachlesen, bin mir aber recht sicher dass sich da nicht viel geändert hat.
Hilfstruppen wurden schon vorher von föderierten Stämmen wie z.B. den Batavern gestellt und diese gehörten nicht zum eigentlichen Reich, was wiederrum ausschließt dass sie in den Genuss des Bürgerrechtes kamen.
Allerdings müsste sich die Rekrutierungsbasis in der Tat verschmälert haben.
Andererseits fand diese maßnahme unmittelbar vor dem Beginn der großen Krise des Reiches statt. In dieser Zeit wurden nach allem was ich gelesen habe die Aushebungen der Truppe immer dubioser. Legionen rekrutierten sich wohl aus dem direkten Umfeld ihres Lagers, Le Bohec spricht von der Entstehung richtiger Soldatenfamilien, was auch dadurch begünstigt wurde dass die Legionäre seit den Severern heiraten durften. Auch wurde der Balkan zur Rekrutierungsbasis der Armee.
Man brächte jetzt richtige Literatur zu den Auxiliareinheiten, dummerweise habe ich so etwas nicht.
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16.11.2007, 12:40
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Tja, ich habe leider auch kein Buch das speziell die Auxilien behandelt, und in anderen Büchern kommen sie oft zu kurz.
Wesentlich später haben die föderierten Truppen den Platz der Auxielien eingenommen. Der Unterschied war aber dass die Föderierten wesentlich mehr Kerntruppen stellten, nicht nur Hilfstruppen. Weißt du wann dieser Trend zur verstärkten Rekrutierung von Germanen einsetzte? Und wieso nahm man Germanen - oder andere "Fremde"? Wieso hat man sich nicht stärker auf die eigenen Truppen verlassen?
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16.11.2007, 12:50
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The Censor
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Germanen waren schon immer rekrutiert worden, schon die ersten Princeps hatten germanische Leibwachen und die Bataver waren auch Germanen.
Überhaupt war die römische Armee immer ein Sammelbecken verschiedener Völkerschaften, darüber kann auch das römische Bürgerrecht nicht hinwegtäuschen. Trajan ist meines Wissens nach der letzte Kaiser der ernsthaft versuchte Italiker im größeren Maße für den Militärdienst zu rekrutieren. Die beiden Legionen die er aufstellte wurden fast nur mit Italikern besetzt aber das war eine Ausnahme.
In der Spätantike gestalltete es sich immer schwieriger Soldaten zu rekrutieren, weil der Militärdienst immer unbeliebter wurde. Schon in der hohen Kaiserzeit erlebten 3 von 5 Soldaten das Ende ihrer Dienstzeit nicht, später dürften es noch deutlich weniger gewesen sein.
Deshalb ging man dazu über Germanen für die Armee zu rekrutieren. Soweit ich weiß wurden immer kleinere Gruppen integriert, z.B. die Anhänger von in internen Machtkämpfen unterlegenen Fürsten. Zwar wurde immer wieder über die Barbarisierung der Armee geklagt aber soweit ich weiß hat das der Loyalität der Armee erst einmal keinen Abbruch getan.
Erst als man unter Theodosius dazu überging ganze Volksstämme mit der jeweils eigenen Führung für die Armee anzuwerben begann der eigentlich Zersetzungsprozess.
Die Barbarisierung der Armee war also erst einmal nur die logische Konsequenz aus der schwindenden Bereitschaft der "Römer" zum Militärdienst.
Davon ist aber unbedingt das Föderatenverhältnis zu trennen, da Föderaten schon kein eigentlicher Teil der Armee mehr waren.
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16.11.2007, 13:06
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Wieso haben sich die Römer eiegentlich nicht wieder auf die allgemeine Wehrpflicht verlassen? Die Erblichkeit des Soldatenstandes war meiner Meinung nach der falsche Weg. Zumindest hat das nicht ausgereicht. Wenn der spätantike römische Staat seine Bürger auf jedwede Art drangsaliert hat, hätte er doch auch eine rigorose Wehrpflicht durchsetzen können. In der Republik hat es ja geklappt. Diese Armee wäre zwar unzuverlässiger gewesen als eine stark mit germanischen Elementen "angereicherte", aber sie wäre wesentlich billiger gewesen. Man hätte auch stärkere Truppenmassen aufbieten können.
Das war meiner Meinung nach das Kernproblem: die Qualität hat nicht ganz so sehr gelitten wie die Quantität. Sicher, einen constantinischen Legionär kann man nicht mit einem augusteischen vergleichen, aber meiner Meinung nach waren einfach zu wenig Truppen da, um wirksam zu sein. Hätte man nicht eine "Kerntruppe" aus Berufssoldaten machen können die quasi den Kader bilden, um diese Truppe gegebenfalls zu verstärken? Dieses System ist zwar alles andere als perfekt - oder wenigstens gut - aber es wäre wahrscheinlich besser gewesen als das System nach Adrianopel.
Nach dieser Schlacht konnten die Römer eigentlich kein richtig schlagkräftiges eigenes Heer aufbauen. War das womöglich ein Grund für die verminderte Zahl an Bürgerkriegen im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahrhunderten?
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16.11.2007, 13:20
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The Censor
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Wieso haben sich die Römer eiegentlich nicht wieder auf die allgemeine Wehrpflicht verlassen?
Wen hätten sie denn rekrutieren sollen? Die Senatoren haben z.B. versucht ihre Arbeiter dem Zugriff des Staates zu entziehen.
Die Wehrpflicht bestand ja formal aber die Kaiser werden Gründe gehabt haben diese nicht duchzusetzen.
Wenn der spätantike römische Staat seine Bürger auf jedwede Art drangsaliert hat
Dieses Bild vom Dominat wird in jüngerer Zeit immer mehr angezeifelt. Die Bürokratisierung jedes modernes Staates ist z.B. größer als des Römischen Reiches der Spätantike.
Diese Armee wäre zwar unzuverlässiger gewesen als eine stark mit germanischen Elementen "angereicherte", aber sie wäre wesentlich billiger gewesen.
Wie kommst du darauf? Die Kaiser stützten sich auf eine treue Armee, sie musste gut entlohnt werden um nicht zu rebellieren.
Und nochmal: Eine reinrömische Armee gab es seit ewiger Zeit nicht mehr, dann wären eben mehr Illyrer, Dalmaten, Thraker, Pannonier, Syrer etc. in der Armee gewesen.
Sicher, einen constantinischen Legionär kann man nicht mit einem augusteischen vergleichen, aber meiner Meinung nach waren einfach zu wenig Truppen da, um wirksam zu sein.
Es ist mir schleierhaft wie du darauf kommst. Den Tetrachen gelang es doch in eindrucksvoller Weise die Grenze zu stabilisieren. Konstantin und sein Vater residieren in Trier, das spricht doch für eine recht stabile Grenze.
Hätte man nicht eine "Kerntruppe" aus Berufssoldaten machen können
Es gab doch Berufssoldaten oder was denkst woraus die Armee bestand?
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