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14.06.2008, 12:49
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
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Masada
In den 80ern flimmerte der 4-teiler "Masada" über den Bildschirmen.
Ich fand den Film - wenn auch mit erfundenem ausgeschmückt - packend.
Jenseits von den gut inszenierten Belagerungsszenen (die Auguren müssen den Truppen, die gespannt warten, die neuesten Nachrichten aus der Schafsleber vorlesen; Peter O´Toole ist ein überragender Flavius Silva) ist diese Festung der eigentliche Komplex für die Israelis.
Die Zäsur der Geschichte Israels erfolgte mit dem Selbstmord der Verteidiger.
973 Zeloten standen auf einer Rautenförmigen Festung gegen die Legio Decima (X) - 15.000 Mann der diszipliniertesten Armee, von der damaligen Supermacht entsandt um "das jüdische Problem" ein für alle mal zu lösen.
Noch heute schwören die jungen israelischen Rekruten auf dem Felsen: "Masada wird nie wieder fallen".
Erst nach dem Fall Masadas war der jüdische Widerstand gebrochen und die Nation verschwand als geopolitisches Gebilde von der Weltkarte.
Ein Komplex der bis heute andauert?
Masada ? Wikipedia
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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14.06.2008, 22:21
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 324
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Den Film habe ich leider nie gesehen.
(werd ich mir wohl mal noch reinziehen müssen; Peter O´Toole klingt zumindest schon mal gut  )
Insgesamt find ich den damaligen Krieg wenig rühmlich für die Israeliten, denn die Räubereien und anfänglichen internen Kämpfe passen irgendwie nicht so zu den heroischen Widerstand sonst und vorallendingen bei Masada.
Ich finde aber den Bar-Kochba-Aufstand noch bemerkenswerter und wichtiger und würde ihn als den letzten Widerstand der jüdischen Nation bezeichnen,
zwar exisierte dieser nicht mehr auf der Karte, aber schliesslich führte sein Ende auch zu noch tieferen Umwälzungen dort und führte ja auch nochmals grösseren Auswanderungen der Juden aus ihrer Heimat, bloss gedenkt dessen der jüdische Staat ja nicht so, weil es ja der Aufstand eines falschen Messias war und zuwenig über diesen Aufstand überliefert ist.
Die Israelis haben da schon irgendwie einen Masadakomplex und find ich das etwas affig, letztendlich könnten die Spanier auf "ihr" Numantia viel stolzer sein, als die Israelis auf ihre Fanatiker damals.
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Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
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BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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15.06.2008, 08:39
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
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In den Film werden die Römer auch als eher sachlich kalkulierende, etwas überhebliche Vertreter der Supermacht dargestellt.
Der Ingenieur der die Rampe bauen lässt gibt seine Anweisungen bis zum letzten Atemzug weiter (ich glaube er wird ermordet oder ein Pfeil trifft ihn), damit die Rampe - die heute noch zu sehen ist! - fertig werden kann.
Die Zeloten waren zwar Fanatiker die den kollektiven Selbstmord der Versklavung bevorzugten, aber schliesslich kämpften sie für ihr Land.
Aber -wie oft- ist die Handlungsweise dieser auf Gott eingeschworenen Wüstenbewohner nicht ganz nachzuvollziehen...
Bar-Kochba-Aufstand: mehr als 580.000 umgekommene antike Juden...
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
Geändert von Jason (15.06.2008 um 08:56 Uhr)
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15.06.2008, 10:39
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.234
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Zitat von Jason
Aber -wie oft- ist die Handlungsweise dieser auf Gott eingeschworenen Wüstenbewohner nicht ganz nachzuvollziehen...
Das klingt mir doch sehr abwertend. Sind die europäischen Christen, römischen und griechischen, germanischen Männer oder wer auch immer nicht auf ihre jeweiligen Götter oder Gott "eingeschworen" gewesen?
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15.06.2008, 11:46
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Beiträge: 714
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Das sollte nicht abwertend sein.
Die Zeloten waren ja eine radikalere Fraktion der jüdischen Religion. Dann gab es noch die "Sikarier" - diese waren am allerradikalsten.
Das bedeutet auch absolute Intoleranz gegen den Griechisch-Römischen Pantheon und dem "Divo Augusto".
Diese radikalen Formen der Religionsauslegung wurden von Christen und später von Moslems so übernommen und führten zu weiteren Unheil in der Welt.
Da wären wir fast schon wieder beim Fundamentalismus...
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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15.06.2008, 12:09
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.234
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Der Fundamentalismus ist da gar nicht so weit weg. Aber vllt. könntest du netterweise nicht einfach nur von "Wüstenbewohnern" schreiben. Mit der Sache des Glaubens hat das nämlich nichts zu tun und dann bekomm ich das auch nicht in den falschen Hals.
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15.06.2008, 15:26
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Beiträge: 714
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Wüstenbewohner ist ja - aus meiner Sicht - keine Herabsetzung. Aus der Wüste aber, so scheint mir (das hatten wir auch mal in einem anderen Thread), kommen wohl die beherrschenden monotheistischen Religionen.
Masada zeigt darüber hinaus auch, zu was eine extreme Auslegung des Glaubens die Menschen befähigt.
Die Römer waren selbst ratlos über diesen Massenselbstmord der - soviel ich weiß - keine Präzedenzfälle kennt.
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15.06.2008, 16:10
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
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Wäre die Frage, die freilich offenbleiben muß, inwieweit man sich freiwillig umbrachte, oder ob da doch ein gewisser Gruppenzwang dahinterstand. Ansonsten habe ich beim Googeln über Massenselbstmorde gefunden, daß sich 1945 in Demmin über 900 Einwohner selbst umgebracht haben. Kennt da jemand Näheres dazu?
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15.06.2008, 16:17
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Beiträge: 714
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In den 60ern gab es das berühmte Massaker in Jamestown/USA - ich glaube das war auch so eine radikale Sekte.
In Masada wurden ein paar Kinder und 2 Frauen lebend aufgefunden, die sich dem Gruppenzwang nicht untergeordnet hatten.
Die Männer töteten erst ihre Frauen und Kinder, dann sich selbst.
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15.06.2008, 16:26
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Proconsul
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Masada zeigt darüber hinaus auch, zu was eine extreme Auslegung des Glaubens die Menschen befähigt
Die Männer töteten erst ihre Frauen und Kinder, dann sich selbst.
Genau das meine ich ja. Da bleibt die Frage offen, inwieweit die Frauen und Kinder ihren Tod selbstbestimmten bzw, ob der Soldat von nebenan nicht auch noch des Nachts von einer fanatischen Gruppe getötet wurde, es also schlußendlich eine Minderheit war, die die Mehrheit umbrachte. Aber das wird uns keiner der Beteiligten mehr sagen können.
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15.06.2008, 16:40
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Hoplit
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Flavius Josephus hat den Bericht geschrieben und der ist umstritten "de bello judaico". Lt. dem Bericht mussten die Männer überzeugt werden, das zu tun was sie taten.
Die Episode ist eine der tragischsten der Römisch-Jüdischen Geschichte und es wird wohl im Dunkeln bleiben, was sich auf dem Fels genau abgespielt hat.
Flavius Josephus ist eine interessante Persönlichkeit:
Flavius Josephus ? Wikipedia
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15.06.2008, 17:01
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
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Mir kam gerade die Frage auf, wie die Rebellen eigentlich in den Besitz der Festung kamen, denn diese müsste doch eigentlich in der Hand der Soldaten des Königs
gewesen sein und in meiner Ausgabe des jüdischen Kriegs steht im Buch VII Kapitel 8 nur "als Eleazar und seine Sikarier den Platz durch eine List genommen hatten, ...".
Nun weiss einer wie diese Llsit aussah oder wurde dies wohl nirgendwo überliefert?
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16.06.2008, 17:23
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Ich weiß es nicht.
Wahrscheinlich ist, daß die Römer dachten - nach der Zerstörung Jerusalems - die Sache wäre geklärt.
Masada war vielleicht eher ein symbolischer Akt - der letzte Zipfel Widerstand der auf keinen Fall geduldet werden konnte.
Masada liegt mitten in der Wüste beim Toten Meer. Ist auch kurios, daß so ein "Nest" zum Zentrum weltpolitischer Machtausübung wird.
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