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18.11.2006, 12:42
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
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Material eines Schildes?
Hallo,
Ich habe jetzt mal eine ganz spezielle Frage. Habe dazu in meiner Literatur zu Hause recht wenig gefunden.
Woraus bestand eigentlich so rein römischer Schild? Und vor allem: Welches Gewicht muss man wohl veranschlagen?
Mir ist schon klar, dass der aus Holz und mit einem eisernen Handschutz bestand, nur bestand der aus verschiedenen aneinander genagelten (?) Holzplatten, oder aus einem einzigen Stück Holz? Wurde der Schild während des Gebrauchs mit z.B. Leder überzogen? Während des Transports war dies ja anscheinend üblich.
Hoffentlich weiß jemand Antworten. 
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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18.11.2006, 13:17
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Ädil
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Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 347
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AW: Material eines Schildes?
Ich weiß leider weniger über die römischen, dafür aber umso mehr über die keltischen.
Die Kelten machten ihre Schilder aus Sperrholz, würde mich nicht wundern, wenn die Römer das auch getan hätten, wo sie doch so ein fortschrittliches Volk waren.
__________________
Schon Schiller sagte: "Durch diese kalte Hose wird er kommen!"
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18.11.2006, 14:04
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Tigers Hare Krischna Jung
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Registriert seit: 03.12.2005
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 754
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AW: Material eines Schildes?
Zitat von Wulfnoth
Mir ist schon klar, dass der aus Holz und mit einem eisernen Handschutz bestand, nur bestand der aus verschiedenen aneinander genagelten (?) Holzplatten, oder aus einem einzigen Stück Holz? Wurde das Schild während des Gebrauchs mit z.B. Leder überzogen? Während des Transports war dies ja anscheinend üblich.
Hoffentlich weiß jemand Antworten. 
Also eigentlich bist du ja hier der Experte bei den Römern, jedenfalls mehr als ich, aber ich meine mal gesehen zu haben, dass die Schilder aus mehreren verschiedenen Brettern bestanden.
Das war im Fernsehen als irgendwelche Hobbyrömer, irgendwo um Had Homburg herrum Römer gespielt haben, deswegen weiss ich nicht wie gut die Quelle ist.
Jedoch waren viele Historiker unter den Leuten.
Mehr kann ich dir auch nicht helfen, so detailliert, kenn ich mich nicht einmal mit den Germanen aus. 
__________________
Der Glaube kommt aus dem Herzen. Die Vernunft muß ihn festigen. Glaube und Vernunft sind nicht Gegenkräfte, wie manche Leute meinen. Je tiefer der Glaube ist, um so mehr schärft er die Vernunft. Wenn der Glaube blind wird, stirbt er. - Mahatma Gandhi
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18.11.2006, 14:13
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Censor
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Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
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AW: Material eines Schildes?
Zuerst: Es heißt der Schild!
Den Fehler mache ich nämlich auch aus Gewohnheit, deswegen macht es mir so Spaß, andere zu korrigieren.
Wurde das Schild während des Gebrauchs mit z.B. Leder überzogen?
Am verlässlichsten sind da wohl Abbildungen auf Reliefs oder bspw. auf der Trajanssäule. Meines Wissens sind die Schilder dort nirgends mit Leder überzogen, von daher kann man das wohl ausschließen.
Im Übrigen glaube ich, dass die Herstellung aus einem Stück Holz sehr kompliziert sein würde, vor allem, da Schilder fast immer konvex gewölbt sind.
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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18.11.2006, 14:25
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 776
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AW: Material eines Schildes?
Die gewölbten Schilde wurden meisten aus Holzplättchen konstruiert, die im rechten Winkel übereinandergeleimt wurden. Wieviele dieser Schichten man benötigte dürfte wohl von den Eigentschaften des Materials abhängen, häufig waren es anscheinend 3 Schichten.
Dazu kam dann neben Schildbuckel bei den frühen römischen Schilden noch die Längsrippe (Spina, aus Holz?) und die Umfassung des Schildes aus Metall. Auf der Innen- und Außenseite wurde der Schild dann meistens noch zusätzliche mit Leinen oder Leder beklebt um die Spannung aufrechtzuerhalten.
Bei flachen Schilden gab es neben dieser Herstellungsmöglichkeit noch die Konstruktion mit Brettern.
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18.11.2006, 15:00
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
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AW: Material eines Schildes?
Ah danke sehr aufschlussreich. Zum Gewicht habt ihr aber auch keine Angaben oder?
Wie ist das eigentlich wenn so ein römischer Legionär z.B. durch die Trebia gewatet ist. Dann müsste sich doch das Schild voll Wasser gesogen haben und wäre in der Folge unbrauchbar? Lackiert wurden die ja damals vermutlich noch nicht.
Zuerst: Es heißt der Schild!
Den Fehler mache ich nämlich auch aus Gewohnheit, deswegen macht es mir so Spaß, andere zu korrigieren.
Mhm deutsche Sprache, schwere Sprache. Solche Unsinnigkeiten müsste man mal in einer Rechtschreibreform beheben.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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18.11.2006, 15:10
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 776
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AW: Material eines Schildes?
Zitat von Wulfnoth
Ah danke sehr aufschlussreich. Zum Gewicht habt ihr aber auch keine Angaben oder?
Wie ist das eigentlich wenn so ein römischer Legionär z.B. durch die Trebia gewatet ist. Dann müsste sich doch das Schild voll Wasser gesogen haben und wäre in der Folge unbrauchbar? Lackiert wurden die ja damals vermutlich noch nicht.
Gewicht beläuft sich laut Junkelmann bei den von ihm verwendeten Scutum der frühen Kaiserzeit auf etwas unter 10 Kilo. Allerdings hängt das dann sicherlich wieder von der Schildform ab. Spätere Scuta hatten ja eine geringere Größe, keine Spina etc.
Zur Feuchtigkeit: Naja, für den Transport gab es ja eine Schutzhülle aus Leder, eventuell wurde die auch eingefettet. Und bei den Schilden selbst könnte ich mir vorstellen, dass die Kombination aus Leinen und Leim eventuell das Wasser abhält. 
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01.02.2007, 09:26
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Propraetor
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Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 598
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AW: Material eines Schildes?
Ovales Scutum (1. Jht. nChr.)
Größe und Gewicht: Höhe ungefähr 130 cm, Breite ungefähr 60 und der Wölbung entlang etwa 80 cm. Stärke 1,3 cm. Der Schild wog fast 10 kg und der Lederschutz etwa 1,5 kg.
Konstruktion: Zunächst wurden Holzplätchen (etwa 10 cm breit und der Richtung entsprechend lang) im rechten Winkel aufeinandergeleimt. Die erste und die letzte Schicht waren waagrecht, die mittlere senkreicht. Diese Holzschichten ergaben ungefähr eine Dicke von
1 cm. Die Plätchen mussten natürlich vorher gebogen werden (wegen der Wölbung). Auf die Außen- und Innenseite kamen dann noch je eine Schicht Leinen/Filz und Leder, ein reiner Holzschild würde beim ersten Schlag zerspringen. Der Schildgriff war durch eine Metallplatte geschützt. War dieser Schild aus Holz, kam noch eine spina dazu (eine Holzleiste in der Mitte von oben nach unten). Mir ist kein solches Scutum mit mettalenem Schildbuckel und Spina bekannt. Das Leder wurde noch bemalt (zB mit den Symbolen der Legion), diese Zeichnungen werden als Erkennungsmittel für die einzelnen Enheiten gedient haben. Außerdem gab es noch Metalleinfassungen an den Kanten. Als der Schild im 2. Jht. verkleinert und die Dicke reduziert wurde kamen noch Holzleisten als Verstärkung hinten draufgeklebt. Wegen der starken Wölbung war das gar nicht so leicht.
Probleme mit Wasser: Auf dem Marsch steckte der Schild in der ledernen Schldhülle, diese wird Wasser ziemlich wirksam aufgehalten haben. Der Schild würde sich voll Wasser saugen (und ziemlich schwer und nutzlos werden). Wie das beim Durchwaten eines Flusses geschach kann ich nicht sagen. Meine Theorie: Wenn man den Verdacht hatte, dass man durch einen Fluss musste, ließ man die Hüllen drauf. Beim Waten versuchte man den Schild vor Wasser zu schützen. Wie wirksam das war kann man nur vermuten, es dürfte höchsten ein bischen geholfen haben.
Geändert von Mirko (01.02.2007 um 11:44 Uhr).
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