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10.04.2007, 19:37
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Starb Caesar für seinen ewigen Ruhm?
Ich habe die Tage auf Phoenix in einer Doku über Caesar eine, wie ich finde, sehr interessante These gehört.
Diese These behauptet, dass Caesar von den Komplittplänen gegen sich gewusst hat und sie in Kauf genommen - mehr noch - sogar mit ihnen geplant hat.
Dreh- und Angelpunkt ist soweit ich das einsehen konnte, wohl das Caesar sein Ruhm für die Nachwelt bzw. sein Eingehen in die Geschichte einiges bedeutete.
Die Vertreter dieser These gehen nun davon aus, dass die Epilepsie Caesar mittelfristig sowieso umgebracht hätte und er nun von den Plänen einiger Senatoren gegen sich erfährt und beschließt sein Ableben glorreich als Mord im Senat zu inszenieren.
Für die These spricht in meinen Augen, dass Caesar mit einem auffälligen Leichtsinn und ohne Leibwache in den Senat kam und es unwahrscheinlich ist, dass er von einem von langer Hand vorbereiteten Komplott gegen sich nicht erfuhr. Auch kann man Caesar wohl eine unbedingte Ruhmessucht sowie einen großen Egoismus unterstellen.
Der größte Haken scheint mir die Nachfolge zu sein. Für Caesar und seinen unsterblichen Ruhm war es zwingend notwendig, dass der von ihm erkorene Erbe die Macht erobert und Caesar damit unsterblich macht.
Doch wie sicher war die Herrschaft des Augustus bei Caesars Tod? Es gab mit Antonius und Lepidus, sowie dem Sohn des Pompeius einige Mitbewerber um die Macht und die Republik war noch nicht gänzlich tot.
Was haltet ihr von dieser These?
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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10.04.2007, 19:51
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Antike ist nicht grad mein Fachgebiet, aber es klingt wirklich sehr interessant. Und das Menschen mit ihrem Tod die historische Unsterblichkeit erlangen wollen ist auch nicht von der Hand zu weisen (gab es ja auch im 20. Jahrhundert)
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10.04.2007, 19:56
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 417
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logischer punkt an sich ist dass caesar anscheinend wirklich schon große gesundheitliche probleme gehabt hat. habe da letztens was darüber gelesen, dass ihn die epilepsie immer schwerer belastet hat.
wobei ein anderer punkt wäre weshalb er den großen feldzug gegen die parther noch geplant und sogar mit militärischen träumereien von einem zug übr den kaukasus zurück nach mitteleuropa gespielt hat. dies hätte ihm noch unsterblicher gemacht falls es geklappt hätte.
also zur unterstützung der theorie bleibt dass er erstens sich nicht mehr im stande gesehen hat die militärischen operationen im stadium seiner krankheit durchzuführen und er zweitens nicht im krankenbett sterbend wollte. (bzw. woran stirbt man bei epilepsie eigentlich genau)
doch wieso hätte er zu diesem zeitpunkt sterben wollen. sein lebenswerk war keineswegs gefestigt, und wahrscheinlicher wäre eigentlich gewesen dass sich seine feinde durchgesetzt hätten, schließlich war octavian erst 18.
womit wir dazu kommen warum er durch die hand eben dieser feinde sterben wollte, denn er konnte nicht wissen ob er nicht von diesen diskreditiert worden wäre nach seinem ableben und somit der plan zur erlangung des unsterblichen ruhms sich ins gegenteil verkehrt hätte.
alles in allem glaube ich es nicht, es waren zu viele unsicherheitsfaktoren vertreten als dass caesar hätte planen können mit diesem abgang glorreich in errinerung zu bleiben.
es war wohl eher leichtsinn und eine gewisse hybris, die ihn dazu verleitet hat sich fester im sattel zu wähnen als er war.
auch hat er nicht zwangsläufig davon wind bekommen müssen, es hat immer erfolgreiche attentate auf sehr mächtige und einflussreiche männer gegeben ohne dass etwas davon im vorfeld bekannt geworden wäre.
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10.04.2007, 20:32
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Plebejer
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Registriert seit: 04.04.2007
Ort: Mannheim
Beiträge: 2
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Beweise hat es ja nicht gegeben, es waren eher Indizien. Ich habe diese Sendung auch gesehen, es hätte auch so sein können.
Es spricht dagegen, dass er einen Feldzug gegen die Parther führen wollte und verschiedene Projekte nicht zum Abschluß gebracht worden waren.
Der linkische Octavian als sein Nachfolger war auch nicht so der Renner, ausserdem war er sehr jung.
Was für ein Verhältnis hatte Caesar zu Marc Anton? Er war ja zum Schluß so etwas wie seine rechte Hand. Ich glaube auch nicht, dass er wollte, dass Marc Anton so endet.
Obwohl einiges für diese These spricht glaube ich nicht, dass Caesar so ein Ende wollte.
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10.04.2007, 22:10
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Brotwurst
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Registriert seit: 16.03.2007
Beiträge: 143
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ich denke auch das schwerste Argument gegen diese These ist die nicht geregelte Nachfolge. Wer würde schon freiwillig abtreten und befürchten müssen, dass sein Lebenswerk von einem Totalversager zerstört wird.
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11.04.2007, 11:30
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Censor
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Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
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Dass Sulla im hohen Alter seine politische Macht aufgab, brachte ihm Caesars Bezeichnung als "Analphabeten der Macht" ein. Jemand der so abfällig über das Kürzertreten wegen des Alters spricht, wird wohl kaum selber im Grunde genommen das Gleiche tun.
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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13.04.2007, 17:11
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Propraetor
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Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 598
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diese theorie hat zwar was für sich, aber ich denke mir das es doch nicht so war, vor allem aus zwei gründen (die beide schon erwähnt wurden):
1. die nachfolge
caesar hat zwar mit der adoption octavians einen goldgriff getan aber dass der junge so gut ist und sich mit 19 mit dem senat anlegt konnte er nicht wissen
2. der alexander-komplex
caesar wollte unbedingt gegen parthien um endlich mit dem großen alex auf einer stufe zu sein.
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Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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