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05.06.2008, 17:16
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Zitat von Sokotra
Da las ich soeben (Reay Tannahill, Food in History, Penguin Books) eine ganz verrückte These: Die Römer seien so wild auf Spezereien und Seide aus Asien geworden, dass sie dafür alles Geld zum Fenster hinaus schmissen (Plinius als Quelle) und pleite gingen ... 
Auch mal ein etwas anderer Ansatz, bloss habe ich jetzt klitzekleine Zweifel an den Fähigkeiten des Autors. 
Welcher von beiden Plinius eigentlich, bzw. mich würde mal aus Jux die Stelle interessieren woraus der Autor dies schliesst um dessen Gedankenänge halbwegs nachzuvollziehen.
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
_________________________________________
BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
Geändert von Nichts (05.06.2008 um 17:22 Uhr).
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06.06.2008, 12:17
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 737
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Zitat von Nichts
Auch mal ein etwas anderer Ansatz, bloss habe ich jetzt klitzekleine Zweifel an den Fähigkeiten des Autors.
Welcher von beiden Plinius eigentlich, bzw. mich würde mal aus Jux die Stelle interessieren woraus der Autor dies schliesst um dessen Gedankenänge halbwegs nachzuvollziehen.
Da geht's schon los: Dass es nicht nur einen Plinius gab, scheint der Autor nicht zu wissen, und Stelle nennt er auch keine ...
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10.06.2008, 21:24
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Quaestor
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Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
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Zitat von Sokotra
Da geht's schon los: Dass es nicht nur einen Plinius gab, scheint der Autor nicht zu wissen, und Stelle nennt er auch keine ...
Ist vielleicht gar nicht so wichtig, denn letztlich meint er die altbekannte Dekadenztheorie.
…im Übrigen lebte Plinius sen. & jun. Im 1.Jht nach Christus und also in einer Zeit wo die Verschwendung der Oberschicht noch keine Auswirkungen auf den Bestand des Reiches haben sollte. Der Untergang begann Jahrhunderte nach ihnen! Es war in der Antike „trendy“, dass moralisierende Schriften veröffentlicht wurden und es gab eine „Nettikette“ der Oberschicht allzu große Verschwendung zu geißeln und die angeblich so soliden Vorväter als Beispiele zu bemühen…
Auf mehr wissenschaftlicher Basis entwickelte Max Weber einige Theorien wonach die römische Wirtschaft unter Münzabfluss und anderen ungünstigen ökonomischen Tendenzen litt, was den Zerfall beschleunigt haben soll. Weber war ein Zeitgenosse Delbrücks und soll inzwischen in einiger Hinsicht widerlegt sein, doch sein Denkansatz wirkt noch heute nach.
Geändert von tejason (10.06.2008 um 22:12 Uhr).
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11.06.2008, 15:01
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Wenn ich mich nicht irre war Seide doch auch noch schon in spätrepublikanischen Zeiten zur Mode geworden und in Sachen Spezereien waren Lucullus und Co. damals auch schon ziemlich verschwenderisch.
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11.06.2008, 19:31
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Quaestor
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Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
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Zitat von Nichts
Wenn ich mich nicht irre war Seide doch auch noch schon in spätrepublikanischen Zeiten zur Mode geworden und in Sachen Spezereien waren Lucullus und Co. damals auch schon ziemlich verschwenderisch.
Das ist völlig richtig. Gerade aus dieser Zeit der Spätrepublik bis hin zur hohen Kaiserzeit sind auch einige Schriften über Prunksucht und Verschwendung erhalten geblieben. Heute behandelt das Thema recht kurzweilig Karl Weeber mit seinen Büchern, wobei er die Bandbreite römischer Geschichte ausschöpft.
Amazon.de: Luxus im alten Rom. Die Schwelgerei, das süsse Gift...: Karl-Wilhelm Weeber: Bücher
Weeber unterscheidet dabei fein zwischen der privaten Pracht römischer Aristokraten und (im Band "Die öffentliche Pracht") öffentlicher Zurschaustellung römischer Weltmacht als Teil des Römischen Herrschaftsethos. Auqädukte, Gladiatorenspiele und Straßen waren zum Teil eben auch Luxus, der die Macht Roms repräsentierte und die Staatsphilosophie dem gemeinen Bürger bewusst machte.
Amazon.de: Luxus im alten Rom: Die öffentliche Pracht: Karl-Wilhelm Weeber: Bücher
Ich habe auch schon einmal die Aussellung "Luxus und Dekadenz" gelobt, wo ein kleiner Teil privater römischer Prachtentfaltung dem Besucher näher gebracht wird.
Auch bei Sueton bei den "Kaiserviten" zu lesen erschließt beachtliches Potential an Verschwendung....
Max Weber (der ökonomisch denkende Romforscher oben) dagegen hat die Welt nüchterner betrachtet. So sah er schon die Eroberung Galliens als falschen Schritt an, da die "Mittelmeerkultur" nur in Meeresnähe ökonomisch Profitabel gewesen sei. Je weiter im Hinterland Handel und Verkehr stattfinde, desto kostenintesiver sei es - was im Prinzip auch richtig ist, aber über das Ziel hinausgeht! Richtig ist jedenfalls, das die Handelsbilanz Roms in den Osten ("Seidenstraße") zumindest in der Spätzeit wohl negativ war.
Ohne Frage hat Rom und seine Gesellschaft in der Spätantike seine ökonimischen Kräfte überfordert und es mag "mehr drin gewesen sein", wenn es dieses Potential "richtig" eingesetzt hätte. Trotzdem ist das m.E. kein Hauptgrund am Untergang des Reiches. Man schaue sich nur die heutige öffentliche Verschuldung und Verschwendung in unserem Land an...
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