12.10.2008 - 06:38
Historik Forum
Römisches Reich In diesem Forum dreht sich alles um das antike Rom, von der Köngszeit bis zur Spätantike.
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  #1  
Alt 25.08.2007, 15:26
Propraetor
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 615
War das Christentum schuld am Untergang Roms?

Was gibt es für Kommentare dafür bzw dagegen? Ich persönlich glaubs ja nicht. Eure Meinungen?
__________________
Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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  #2  
Alt 25.08.2007, 16:06
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Über die Ursachen für den Untergang Roms gibt es ja viele Theorien...
Ich persönlich halte die Wasserleitungen aus Blei für höchst verdächtig.
Die Wahrheit wird wahrscheinlich ein Zusammenspiel vieler Faktoren sein.

Das Christentum, da müsste man wirklich tief einsteigen.
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  #3  
Alt 25.08.2007, 16:29
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Haben wir das nicht schonmal hier irgendwo im Forum angerissen?

Möglichweise war das Christentum in Kombination mit tausend anderen Gründen mitschuld allerdings halte ich andere Probleme für wesentlich wichtiger.
Das wesentlich christlichere Ostrom hat ja auch überstanden.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #4  
Alt 25.08.2007, 17:13
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 741
Erst mal: Etwas so komplexes wie der langsame Untergang eines Weltreiches ist nie monokausal zu erklären.

Konstantin hat das Christentum zur Staatsreligion gemacht, da es dem Reich an einer verbindenden Ideoligie, einer Idee fehlte. Die römischen Götter waren toter als Elvis, der kaiserkult hats auch nicht wirklich gebracht, da musste was neues her.

Insofern würde ich sagen, das Christentum war die Rettung des Roms... Naja, zumindest Ostroms.
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  #5  
Alt 25.08.2007, 17:15
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Konstantin hat das Christentum zur Staatsreligion gemacht,
Stopp! Theodosius hat es zur Staatsreligion erhoben. Konstantin hat das Christentum nur offiziell toleriert. Er selbst hat sich ja auch erst kurz vor seinem Tod taufen lassen.
__________________
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  #6  
Alt 25.08.2007, 17:23
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 741
Gut, Konstantin hat die Vorarbeit geleistet. Er hat mW allerdings mehr getan, als es nur zu tolerieren. Auch wenn er selbst erst auf dem Sterbebett Christ wurde, hat er schon vorher aktiv für dessen Verbreitung gesorgt.

Wiki gibt mir da recht: http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_der_Gro%C3%9Fe

Aber vielleicht bringe ich hier auch etwas durcheinander...
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  #7  
Alt 25.08.2007, 18:09
Benutzerbild von mimir
homo novus
 
Registriert seit: 09.08.2007
Beiträge: 129
Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Über die Ursachen für den Untergang Roms gibt es ja viele Theorien...
Ich persönlich halte die Wasserleitungen aus Blei für höchst verdächtig.
Die Wahrheit wird wahrscheinlich ein Zusammenspiel vieler Faktoren sein.

Das Christentum, da müsste man wirklich tief einsteigen.
die theorie mit der bleivergiftung, durch becher aber insb. wassrleitungen ist längst widerlegt. das wasser hat zu kalkablagerungen geführt, was wiederum die bleiversetzung verhinderte.
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  #8  
Alt 25.08.2007, 20:05
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zitat von mimir Beitrag anzeigen
die theorie mit der bleivergiftung, durch becher aber insb. wassrleitungen ist längst widerlegt. das wasser hat zu kalkablagerungen geführt, was wiederum die bleiversetzung verhinderte.
Ich glaube das hat Novalis als Schwerz gemeint...

Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Gut, Konstantin hat die Vorarbeit geleistet. Er hat mW allerdings mehr getan, als es nur zu tolerieren. Auch wenn er selbst erst auf dem Sterbebett Christ wurde, hat er schon vorher aktiv für dessen Verbreitung gesorgt.

Wiki gibt mir da recht: http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_der_Gro%C3%9Fe

Aber vielleicht bringe ich hier auch etwas durcheinander...
Ach Wikipedia, gerade bei solche Themen, die Tagesgeschehen betreffen (siehe Balkanthemen) kommen immer die Fundamentalisten die mehr reininterpretieren als da war.
Konstantin bzw. sein Vater hatte als Tetrarch schlechte Erfahrungen mit der diokletianischen Christenverfolgung gemacht und Konstantin suchte einen Weg des Christentum in das römische System einzubinden. Gleichzeitig versuchte er die Christen auf eine Linie einzuschwören um ein gutes Fundament zu schaffen. Damit hat er sicherlich eine große Vorarbeit für die spätere Rolle des Christentums geschaffen aber letzendlich war Konstantin weit von einem monotheistischen Denken entfernt.
Das Hauptargument der Theoretiker die das Christentum für den Untergang Roms verantwortlich machen ist doch immer wieder die fehlende Toleranz und das ist bei Konstantin keineswegs zu finden. Gerade im Westen war der heidnische Glaube immer noch stark, die Stadt Rom selbst war eine Hochburg des Heidentums und auch die Amee war, wie ich schon an anderer Stelle mal geschrieben habe, keineswegs christianisiert. Denn zu Konstantins Zeit stritten sich die Christen noch ob ein Christ überhaupt Soldat werden kann. Das heißt jetzt nicht dass es keine christlichen Soldaten gab aber sie waren mit Sicherheit nicht die Mehrheit. Im Osten war das evt. ein wenig anders, da das Christentum dort bereits früher Fuß fasste.
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  #9  
Alt 18.01.2008, 10:12
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
ICh glaube nicht, dass das Christentum eine große Rolle, wenn überhaupt nur eine nebensächliche, gespielt hat. Wie Wulfnoth ja schon oben angemerkt hatte, war der östliche Teil des Reiches ja ebenfalls christlich und hat sich bekanntermaßen bedeutend länger gehalten.

ICh glaube, das die gewaltigen Verschiebungen der diversen Bevölkerungsmassen, bedingt durch das Vordringen der Hunnen, eine gewaltige Ursache war. Als Attila dann von einer mehr oder wenigen friedlichen Kooperation mit den Römern zu militärischen Konfrontation überging, war der Untergang des westliches Reiches besiegelt. Attila wurde doch just zu dem Zeitpunkt militärisch aktiv, als das gemeinsame große Heer, bestehtend aus östlichen und westlichen Legionen, von Sizilien nach Africa übersetzen wollte um dort die Vandalen zu vertreiben. Das Resultat jedenfalls war, das aufgrund Attilas Überschreitung der Donau Konstantinopel seine Truppen sofort zurückgerufen hatte und somit kam der Feldzug gegen die Vandalen nicht zustande. Man hat einen Verständigunsfrieden mit den Vandalen geschlossen, der Rom die reiche und sehr wichtige Provinz Africa gekostet hat. Die Steuerausfälle waren dramatisch, so das auch die Grundbesitzer nun keine Steuerprivilegien mehr zugebilligt bekamen, die Getreideversorgung war durch den Ausfall der Provinz Africa unsicher und ganz wichtig, die Armee musste aufgrund der erheblichen Steuerausfälle deutlich verkleinert werden. Das Ende Roms hat ja dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.
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  #10  
Alt 18.01.2008, 13:31
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.479
ich hab das in nem anderen thread auch geschrieben, meiner meinung war der hauptgrund im verschwinden der römischen bürgerlegion
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  #11  
Alt 14.04.2008, 11:59
Benutzerbild von Tribun
Plebejer
 
Registriert seit: 14.04.2008
Beiträge: 3
Das (West)römsiche Reich war dekadent und hatte sowohl die straffe Organisation, den Willen und die Kraft verloren, sich selbst zu helfen, das Heer wurde dominiert durch Barbaren, alte Infrastrukturen konnten aufgrund der Größe des Reiches nicht mehr gepflegt werden, alles verfiel. Neue, hungrige Völker des Osten drängten sich um den restlichen Luxus, dies waren imho die Hauptgründe!
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  #12  
Alt 14.04.2008, 16:42
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zitat von Tribun Beitrag anzeigen
Das (West)römsiche Reich war dekadent und hatte sowohl die straffe Organisation, den Willen und die Kraft verloren, sich selbst zu helfen, das Heer wurde dominiert durch Barbaren, alte Infrastrukturen konnten aufgrund der Größe des Reiches nicht mehr gepflegt werden, alles verfiel. Neue, hungrige Völker des Osten drängten sich um den restlichen Luxus, dies waren imho die Hauptgründe!
Schön dass du das mit solcher Sicherheit behaupten kannst, dann bist du weiter als die meisten Wissenschaftler. Ansonsten bitte weiter in diesem Thema: http://www.historik-forum.org/forum/...ichs-t867.html
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  #13  
Alt 06.05.2008, 19:58
Benutzerbild von tejason
Quaestor
 
Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
I....Das Hauptargument der Theoretiker die das Christentum für den Untergang Roms verantwortlich machen ist doch immer wieder die fehlende Toleranz und das ist bei Konstantin keineswegs zu finden. Gerade im Westen war der heidnische Glaube immer noch stark, die Stadt Rom selbst war eine Hochburg des Heidentums und auch die Amee war, wie ich schon an anderer Stelle mal geschrieben habe, keineswegs christianisiert. Denn zu Konstantins Zeit stritten sich die Christen noch ob ein Christ überhaupt Soldat werden kann. Das heißt jetzt nicht dass es keine christlichen Soldaten gab aber sie waren mit Sicherheit nicht die Mehrheit. Im Osten war das evt. ein wenig anders, da das Christentum dort bereits früher Fuß fasste.
...wobei nur noch anzumerken ist, dass gerade das besonders christianisierte Ostreich den Westen um 1000 Jahre überlebte. Was ist dem noch hinzu zu fügen?

@Wulfnoth: Gut gebrüllt
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