Bei mir war das so mit ca. 10-11 Jahren, auf jeden Fall, bevor ich Geschichte an der Schule hatte. Habe damals vor allem das gerne gemacht, was andere an Geschichte nicht mögen: Jahreszahlen auswendig gelernt

. Wobei ich dann später in der Schule feststellen musste, dass die Geschichtslehrer zwar die Strukturgeschichte kannten, sich mit den Jahreszahlen aber des Öfteren vertan haben

. Daher halte ich es für ein großes Vorurteil, dass Geschichte vor allem aus Jahreszahlen auswendiglernen besteht. Wobei Auswendiglernen für gute Noten dann doch meist das Erfolgsrezept war. Obwohl ich den Ruf eines Geschichtslexikons hatte, musste ich allerdings doch stark um meinen "Einser" kämpfen, der finde ich in Geschichte überhaupt viel schwerer zu erreichen ist als z. B. in Mathe (wo ich das allerdings auch nur in der Grundschule geschafft habe). In der eigentlichen Abiprüfung waren es dann leider enttäuschende 10 Punkte - trotzdem bin ich auf meine Art weiter an der Geschichte drangeblieben, auch beruflich, da ich mittlerweile als Diplom-Archivar (FH) arbeite. Allerdings bin ich eher der untypische Hobbyhistoriker, da meine Beschäftigung mit Geschichte hauptsächlich aus lektüremäßiger Befriedigung meiner geschichtlichen Neugier besteht. Familienforschung habe ich z. B. eher wenig betrieben (diese Leute werden in Archivarskreisen gerne als "Geschlechtskranke" bezeichnet

) Klarer Schwerpunkt war in den letzten Jahren Byzanz, aber auch europäische Geschichte vom Mittelalter bis heute - vor allem politische Geschichte, Militär- und Kriegsgeschichte und Biographien, vorzugsweise von gekrönten Häuptern. Was mir GANZ wichtig ist: Die deutsche Geschichte besteht nicht nur aus der Zeit von 1933 - 1945

. Mit dieser Zeit wird man eigentlich automatisch konfrontiert (vor allem in den Medien), so dass ich eigentlich eher wenig aus eigenem Antrieb aus dieser Zeit gelesen habe. Auf der anderen Seite ist es natürlich wichtig, dass gerade die historisch ansonsten nicht interessierte Bevölkerung wenigstens über diese Zeit einigermaßen Bescheid weiß - auf dass sie sich nicht wiederholt.