20.08.2008 - 11:55
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen
  #1  
Alt 25.02.2005, 13:43
Wien
Gast
 
Beiträge: n/a
1. Weltkrieg

Seine Ursachen reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück; 1882 schlossen sich Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien zum Dreibund zusammen, dem ab 1907 die Entente mit Frankreich, Großbritannien und Russland gegenüberstand. Neben den Konflikten zwischen Frankreich und Deutschland (nach dem Krieg von 1870/71) sowie Großbritannien und Deutschland (Rüstungswettlauf zur See, afrikanische Kolonialfrage) verschärften sich nach 1903 die Spannungen zwischen Serbien, Russland und Österreich-Ungarn. Der Panslawismus, die serbischen Territorialansprüche auf dem Balkan sowie die Annexion der 1878 okkupierten ehemaligen osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina 1908 durch Österreich-Ungarn und schließlich die Balkankriege von 1912 und 1913 spitzten die gesamteuropäischen Rivalitäten im Balkanraum zu.

Die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand durch eine serbisch-nationalistische Studentengruppe in Sarajewo am 28. 6. 1914 veranlasste Österreich-Ungarn am 23. 7. 1914 zu einem Ultimatum an Serbien. Dabei wurde die Mitwirkung Österreichs an den Ermittlungen gegen die Hintermänner gefordert. Die moderate serbische Antwort wurde als unbefriedigend betrachtet und führte am 28. 7. 1914 zur Kriegserklärung an Serbien, das bereits am 25. 7. 1914 mit der Mobilmachung begonnen hatte. Am 31. 7. 1914 begannen Österreich-Ungarn und Russland mit der Generalmobilmachung. Deutschland erklärte am 1. 8. 1914 Russland und am 3. 8. 1914 Frankreich den Krieg und drang mit seinen Truppen in das neutrale Belgien ein. Am folgenden Tag kam es zur Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland. Die österreichisch-ungarische Kriegserklärung gegenüber Russland erfolgte am 6. 8. 1914; Montenegro hatte bereits am 5. 8. 1914 Österreich-Ungarn den Krieg erklärt. Am 11. 8. erklärte Frankreich und am Tag darauf Großbritannien Österreich-Ungarn den Krieg, am 28. 8. auch Belgien; die österreichische Kriegserklärung an Japan erfolgte am 23. 8. Italien berief sich auf die Satzung des Dreibundvertrags, wonach es nur einem Defensivbündnis angehöre, und blieb neutral.

In einer ersten Mobilisierungswelle wurden bis September 1914 etwa 1,3 Millionen Mann zur k. u. k. Armee einberufen (zusätzlich zur Friedensstärke von 415.000 Mann), eine weitere Million Soldaten wurden bis Jahresende aufgestellt. Für die militärischen Operationen war der Chef des Generalstabs, F. Graf Conrad von Hötzendorf bzw. ab 1. 3. 1917 A. Arz von Straußenburg) zuständig; Armee-Oberkommandierender war Erzherzog Friedrich (bis 1. 12. 1916, danach bis zum Waffenstillstand am 3. 11. 1918 Kaiser Karl I.).

Obwohl die Mittelmächte keinen gemeinsamen Kriegsplan ausgearbeitet hatten, begannen die deutschen Truppen nach dem "Schlieffenplan" mit dem Großteil ihrer Armeen eine Offensive über Belgien nach Nordfrankreich, mit dem Ziel, Paris im Westen zu umfassen und einen Großteil des französischen Heers und des britischen Expeditionskorps einzukesseln; danach wollte man mit den österreichisch-ungarischen Truppen das russische Heer besiegen. Doch schon ab Mitte September 1914, nach dem Abwehrerfolg der Alliierten in der Schlacht an der Marne, kam der deutsche Vormarsch zum Stillstand. Ab Ende Oktober entstand von der Küste Flanderns bis an die Schweizer Grenze eine durchgehende Front, die im Wesentlichen bis Sommer 1918 unverändert blieb, nur unter ungeheuren Opfern konnten von beiden Seiten in Materialschlachten (Verdun, Somme, Ypern, Cambrai) Geländegewinne erzielt werden. Die österreichisch-ungarischen Armeen trugen die Hauptlast des Kampfs gegen Russland, wobei schon nach wenigen Wochen klar war, dass der russische Aufmarsch wesentlich schneller in Gang kam als angenommen. Zu der quantitativen Überlegenheit kam die zum Teil hervorragende Ausrüstung der russischen Verbände. Die Herbstschlachten 1914 in Galizien brachten dem k. u. k. Heer enorme Verluste (zirka 500.000 Gefallene, Vermisste und Gefangene), trotz einiger gelungener Operationen (Krasnik, Komarow, Limanowa) gingen weite Teile Galiziens (Verlust Lembergs, Einschließung von Przemy[l) verloren, und es kam zum Rückzug auf den nordöstlichen Karpatenbogen.

Auch die österreichisch-ungarischen Balkanstreitkräfte hatten die Kampfkraft des serbischen Heeres erheblich unterschätzt und konnten in 3 Offensiven Serbien nicht erobern. Ende 1914 standen beide Gegner, durch hohe Verluste erschöpft (jeweils über 220.000 Mann), wieder in der Ausgangsstellung vom August 1914, und ein rasches Kriegsende war nicht absehbar.

Durch die türkischen Kriegserklärung an Russland und Frankreich am 29. 10. 1914 und diejenige Großbritanniens an die Türkei am 5. 11. 1914 wurde der gesamte vorderasiatische Raum zum Kriegsschauplatz, auf dem auch deutsche und österreichisch-ungarische Truppen zum Einsatz kamen, in Ostasien (Kriegserklärung Japans an Deutschland am 23. 8. 1914) und in den deutschen Kolonien Afrikas hatte bereits im Sommer 1914 der Krieg begonnen und damit weltweiten Charakter angenommen.

Während es an der Balkanfront bis zum Herbst 1915 zu keinen größeren militärischen Auseinandersetzungen kam, eroberten die Mittelmächte, die ihre Truppen an der Ostfront nach den schweren Winterschlachten in den Karpaten (Kapitulation der Festung Przemy[l mit 120.000 österreichisch-ungarischen Soldaten am 23. 3. 1915) verstärkt hatten, durch ihre Offensive vom 2. 5. 1915 (Durchbruch von Tarnów-Gorlice) ganz Galizien sowie große Teile Polens und Weißrusslands und brachten damit dem russischen Heer schwere Niederlagen bei.

Italien, dessen Ansprüche auf jene Gebiete der Donaumonarchie mit Angehörigen der italienischen Volksgruppe immer stärker wurden, lehnte einen österreichisch-ungarischen Kompromissvorschlag zur Abtretung von Teilen der Provinz Trient ab. Nach dem Abschluss des Londoner Vertrags am 3. 5. 1915 kündigte Italien am 4. 5. den Dreibundvertrag und schloss sich mit der Kriegserklärung vom 23. 5. den Alliierten an. Die k. u. k. Kriegsmarine hielt bis Sommer 1918 die weit überlegenen alliierten Seestreitkräfte von einer großen Offensive an der Adria und einer Landung in Dalmatien ab, konnte aber die Sperre der Straße von Otranto nicht durchbrechen. Der Seekrieg wurde von beiden Seiten mit leichten Einheiten bzw. (wie in der Nordsee) durch die Mittelmächte mit U-Booten geführt. Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg ab 1917 brachte zwar der alliierten Handelsschifffahrt vorerst hohe Verluste, der damit verbundene Kriegseintritt der USA trug aber letztlich mit zur Niederlage der Mittelmächte bei.

Zu Land wurde nach der italienischen Kriegserklärung eine rund 600 km lange Südwestfront gebildet, an der sich von der Schweizer Grenze (Stilfser Joch) in den hochalpinen Regionen bis zu den Julischen Alpen ein Stellungskrieg entwickelte, der nach Süden bis in das westliche Vorfeld von Triest reichte. War der Gebirgskrieg durch extreme topographische Bedingungen gekennzeichnet, so standen die 11 Isonzoschlachten zwischen Juni 1915 und September 1917, in denen die italienischen Armeen den Durchbruch nach Triest und in das Laibacher Becken verfehlten, den Materialschlachten an der Westfront in nichts nach. In der 12. Isonzoschlacht ab 24. 10. 1917 (Durchbruch von Flitsch-Tolmein) gelang österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen die Eroberung Venetiens, bis italienische Verbände, unterstützt von britischen und französischen Divisionen, im November eine neue Front entlang der Piave errichteten.

Auf der Balkanhalbinsel waren am 6. 10. 1915 eine österreichisch-ungarische und eine deutsche Armee zum Großangriff gegen Serbien angetreten, dessen Eroberung mit Hilfe von 2 bulgarischen Armeen (Kriegseintritt Bulgariens auf Seiten der Mittelmächte am 11. 10. 1915) gelang. Eine alliierte Truppenlandung bei Saloniki am 5. 10. verletzte die Neutralität Griechenlands, konnte aber die Besetzung Serbiens und Montenegros bis Jänner 1916 nicht verhindern. Die Front auf dem Balkan stabilisierte sich in Nordalbanien und entlang der bulgarisch-griechischen Grenze und geriet erst wieder in Bewegung, als Rumänien am 27. 8. 1916 zu den Alliierten übertrat und seine Armeen in Siebenbürgen eindrangen. In den nächsten 4 Monaten gelang es österreichisch-ungarischen, deutschen und bulgarischen Truppen, das rumänische Heer entscheidend zu schlagen und das Land fast vollständig zu besetzen. Am 29. 6. 1917 trat Griechenland auf alliierter Seite in den Krieg ein.

An der Ostfront hatte das russische Heer im Sommer 1916 noch einmal große Erfolge gegen die Mittelmächte erzielt (Brussilow-Offensive 4. 6.-29. 8. 1916), doch führten die enormen Verluste und die wirtschaftliche Notlage im Hinterland zur Revolution vom 12. 3. 1917 (Februarrevolution). Sie brachte eine bürgerliche Regierung an die Macht, die noch bis zur bolschewistischen Oktoberrevolution im November 1917 Russland im Lager der Alliierten beließ; am 9. 3. 1918 schloss die neue russische Regierung in Brest-Litowsk Frieden mit den Mittelmächten.

In den Kriegsjahren 1916 und 1917 hatte sich die Versorgungslage in der Habsburgermonarchie dramatisch verschlechtert. Während die Rüstungsindustrie ständig ihre Produktion steigerte, zeigten sich bei den Rohstoffen erste Engpässe, und in der Textilproduktion mussten qualitative Abstriche gemacht werden. Bei der Lebensmittelversorgung ging man ab 1916 zu einer immer rigoroseren Zwangsbewirtschaftung über (Ausgabe von Brot- und Mehlkarten im April 1915, 1916 folgten Milch-, Fett- und Kartoffelkarten). Bereits ab Februar 1915 hatte man versucht, über die Kriegsgetreide-Verkehrsanstalt die Getreidevergabe zentral zu steuern. Die Verteilung von Agrarprodukten aus der ungarischen Reichshälfte konnte bis Kriegsende nicht befriedigend gelöst werden, Unterernährung und Krankheitsanfälligkeit der Zivilbevölkerung nahmen ab Ende 1917 erschreckende Ausmaße an.

1916 begann sich auch die innenpolitische Lage zu verschärfen. Die Ermordung des Ministerpräsidenten Karl Graf Stürgkh durch Friedrich Adler am 21. 10. 1916 zeigte die Widerstände gegen die autoritäre Regierung. Die nationalistischen Spannungen nahmen zu und wirkten sich in Massendesertionen vor allem tschechischer Regimenter an der Ostfront und in wirtschaftlich motivierten Massenstreiks im Jänner 1918 aus. Der Tod Kaiser Franz Josephs I. am 21. 11. 1916 zeigte sehr bald, dass mit dem Verschwinden dieser Symbolfigur auch die Bindung der Bevölkerung an die Dynastie schwächer wurde, zumal es Kaiser Karl I. nicht gelang, die innenpolitischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu lösen und den Krieg trotz zahlreicher Friedensbemühungen (Sixtus-Affäre) zu beenden.

Der Kriegseintritt der USA am 6. 4. 1917 (die Kriegserklärung an Österreich-Ungarn erfolgte erst am 7. 12. 1917) brachte eine weitere Überlegenheit der Alliierten, die sich allerdings erst im Frühjahr 1918 auswirkte, und ein aktives politisches Eingreifen in die Kriegszielpolitik. Die "14 Punkte" von US-Präsident W. Wilson für eine gerechte europäische Nachkriegsordnung betrafen die Habsburgermonarchie massiv: Grenzberichtigungen gegenüber Italien nach nationalem Besitzstand, die autonome Entwicklung der Völker Österreich-Ungarns und die Räumung der besetzten Balkanstaaten waren darin vorgesehen. Vorstufe war die Anerkennung des tschechischen Exil-Nationalrats in Paris als Regierung eines befreundeten Staates am 29. 6. 1918.

Die Hoffnungen, die die Mittelmächte auf den Friedensschluss im Osten gesetzt hatten, erfüllten sich nicht. Die Lebensmittellieferungen aus der Ukraine blieben weit hinter den Erwartungen zurück und konnten den Bedarf der Armeen und des Hinterlands nicht decken.

Die am 15. 6. 1918 begonnene Piaveoffensive des k. u. k. Heeres scheiterte ebenso wie die letzte Offensive des deutschen Heeres an der Westfront (21. 3. 1918). Auf dem Balkan wurden am 26. 9. 1918 die Bulgaren zur Kapitulation gezwungen; im Nahen Osten standen die türkischen Streitkräfte vor der Auflösung. Da der militärische und wirtschaftliche Zusammenbruch absehbar war, entschloss sich Kaiser Karl am 14. 9. 1918 zu einer Friedensnote an die Alliierten. Als diese abgelehnt wurde, begann mit großer Schnelligkeit der Zerfall der Donaumonarchie. Bereits am 6. 10. 1918 wurde in Zagreb ein "Südslawischer Nationalrat" gebildet, am 21. 10. 1918 konstituierte sich in Wien die Provisorische Nationalversammlung für "Deutsch-Österreich", am 28. 10. 1918 wurde in Prag der tschechoslowakische Staat proklamiert, während einen Tag später die Vereinigung der südslawischen Gebiete mit Serbien und Montenegro verkündet wurde; das Völkermanifest Kaiser Karls vom 16. 10. 1918 blieb ohne Wirkung.

Die am 24. 10. 1918 losbrechende Offensive der Alliierten an der Piave führte zu Auflösungserscheinungen in der k. u. k. Armee, da nun auch mehrheitlich ungarische Verbände die Front verließen. Der am 3. 11. 1918 abgeschlossene Waffenstillstand von Villa Giusti (bei Padua) sollte erst am 4. 11. in Kraft treten, gleichwohl befahl das k. u. k. Armee-Oberkommando die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen. Dadurch gelang es den italienischen Verbänden, bis 11. 11. 1918 noch 356.000 Angehörige der k. u. k. Armee gefangen zu nehmen. Italienische Verbände rückten bis 20. 11. 1918 nach Nordtirol vor, während bayerische Truppen noch versuchten, eine neue Südfront gegen Deutschland, die aufgrund der im Waffenstillstand geforderten alliierten Bewegungsfreiheit innerhalb der Monarchie drohte, zu verhindern; an der Westfront musste Deutschland am 11. 11. 1918 einem Waffenstillstand zustimmen.

Kaiser Karl I. legte am 4. 11. 1918 die Befehlsgewalt über das Armee-Oberkommando nieder (Nachfolger H. von Kövess), verzichtete am 11. 11. auf seinen Regierungseinfluss und enthob die letzte kaiserliche Regierung ihres Amts. Am 12. 11. 1918 erfolgte die Ausrufung der "Republik Deutsch-Österreich" vor dem Parlament in Wien (Erste Republik).

Der für Österreich-Ungarn 1563 Tage dauernde Erste Weltkrieg hatte dem k. u. k. Heer mehr als 1 Million Tote und dauernd Vermisste (davon verstarben rund 400.000 in russischer, rund 50.000 in serbischer und mehr als 30.000 in italienischer Gefangenschaft), 1,943.000 Verwundete und 1,2 Millionen Kriegsgefangene, die oft erst nach Jahren heimkehrten, gekostet. Die Kriegskosten sollen zirka 90 Milliarden Kronen betragen haben, die Staatsverschuldung war von Juli 1914 bis November 1918 von 13 auf 72 Milliarden Kronen gestiegen, die Inflation betrug 1914-24 1400 %. Die Verarmung weiter Bevölkerungsteile, verbunden mit tief greifenden sozialen und wirtschaftlichen Problemen (Erste Republik), war die Folge.

Quelle: http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.w/w438953.htm

Gruss aus Wien
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 25.02.2005, 16:01
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Da ich vor ca. einem halben Jahr eine Unterrichtsstunde zu diesem Thema vorbereitet habe war es durchaus interessant einen Bericht aus Österreichischer Sicht zu lesen. Ich würde ja gerne noch einen französischen sehen, bin aber leider des französichen nicht mächtig.

Interessant ist, dass in Deutschen Geschichtsbüchern manche Ereignisse immer noch anders betitelt werden. Zum Beispiel sagen wir Katastrophe an der Marne während die Franzosen Wunder an der Marne sagen.

Ansonsten habe ich nur noch die Anmerkung, dass ich die Gründe für den zweiten Weltkrieg noch durch den erweitern würde, dass Kaiser Wilhelm II. der in seiner Machtgier vollkommen verblendet war Bismarck entließ. Die Engländer haben dazu mal eine Schöne Karrikatur gezeichnet. Der Titel war glaube ich "Der Lotse verlässt das Schiff"
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 26.02.2005, 09:21
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Noch als kleine Anmerkung für Nicht-Österreicher, denn die Wissen sowas höufig nicht.

k. u. k. steht für Kaiserlich u. Königlich!
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 26.02.2005, 18:31
Wien
Gast
 
Beiträge: n/a
Original von Wulfnoth
Noch als kleine Anmerkung für Nicht-Österreicher, denn die Wissen sowas höufig nicht.

k. u. k. steht für Kaiserlich u. Königlich!
Siehst du da hast du mich schon wieder auf eine Idee gebracht, wir könnten doch ein "Wörterbuch" erstellen wo Typisch Deutsche, Österreichische, Schweizerische und Lichtensteinische Ausdrücke erklärt werden!

Gruss aus Wien
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 22.02.2006, 17:27
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.032
Der Thread is mehr als ein Jahr alt, aber ihn wieder ins Licht zu rücken finde ich wichtig.
Es wird so viel über den WK2 geredet. Egel ob im Fernsehen, der Schule, in diversen Publikationen.
Der erste jedoch, kommt hier meiner Meinung nach viel zu kurz. Die meisten wissen zwar, dass es ihn gab, aber darüber hinaus ist oft kaum was bekannt.
Ich persönlich finde ihn ja um einiges interessanter als den zweiten. War doch der erste auch ein Krieg der alten Systeme gegen neue.
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 22.02.2006, 18:43
Plebejer
 
Registriert seit: 10.05.2005
Beiträge: 41
@Argeados
Da stimme ich dir zu.

Und um hier vielleicht eine Diskussion einzuleiten:
Wie wichtig findet ihr den Kriegseintritt der Italiener auf Seiten der Entente?

Italien kündigte am 4. Mai 1915 den Dreibundvertrag mit der k. u. k. Monarchie und Deutschland und trat 3 Wochen später in den Krieg ein, da es Österreich-Ungarn als Hauptgegner seiner Expansionsbestrebungen in der Adria un dem östlichen Mittelmeer ansah und zugleich wurden ihnen territoriale Zusagen versprochen: Südtirol bis zur Brennergrenze, dazu Triest und Istrien sowie Teile der dalmatinischen und albanischen Küste.
Dazu stoppten alle Warenlieferungen nach Österreich und Deutschland.

Ich habe das jetzt nur mal ganz kurz angerissen um noch Platz zu lassen für eine Diskussion. Desweiteren muß ich sagen das ich bis jetzt Wiens Text noch nicht gelesen habe, werde ich aber noch nachholen.

Grüße Remigius
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 22.02.2006, 20:12
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.032
Ich glaube schon, dass der Eintritt auf jeden Fall mit kriegsentscheidend war. Denn nun hatte man neben der Ost- und Westgrenze, auch eine Südgrenze (von der Grenze am Balkan ml abgesehn).
Und die ohnehin schwachen österreich-ungerischen Kräfte wurden nochmal entscheidend geschwächt.
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 22.02.2006, 20:59
Plebejer
 
Registriert seit: 10.05.2005
Beiträge: 41
Das kann ich nur bestätigen. Die k. u. k. Führung sah sich veranlasst allmählich etwa 800000 Mann an die italienische Front zu verschieben (Ich schätze mal das diese Zahl für einen größeren Zeitraum gilt) die eigentlich für die Offensiven an der Balkanfront vorgesehen waren, sowie große Truppenmengen aus der Ostfront.
Diese Truppen sind den Italienern jedoch zahlenmäßig arg unterlegen. So starteten die Italiener ihre erste Isonzooffensive (davon gab es insgesamt 11) mit einer Überlegenheit von 2:1, trotzdem schafften sie in keiner der Schlachten einen Durchbruch und gewannen nur etwa 12 Km an diesem Frontabschnitt.

Wären die serbischen Truppen im Jahre 1916 noch halbwegs vorhanden (was hätte geschehen können wenn die "Orientarmee" schneller zustande gekommen wäre) und die 9. deutsche Armee nicht auf dem Balkan stationiert, so hätte der Kriegseintritt Rumäniens schlimmer ausfallen können und die Rumänen wurden ja wirklich innerhalb weniger Wochen überrannt.

Grüße Remigius
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 22.02.2006, 23:43
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Hm, rein von den Größenverhältnissen an der Westfront: Was sind schon 800000 Mann? Selbst wenn diese die Deutschen in Frankreich unterstützt hätten, so hätten sie trotzdem gegen die eintreffende Amerikaner den Kürzeren gezogen...
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 23.02.2006, 10:35
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.032
Im Gegenteil zur Westfront ist das sicher nicht viel, es stellt aber doch einen großen Teil k.u.k. Armee dar.
Daher denke ich schon, dass es sehr wichtig für den Kriegsverlauf war.
Mit Zitat antworten
  #11  
Alt 23.02.2006, 11:12
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Man kann die verschiedenen Fronten aber doch nicht unabhängig voneinander betrachten! Der Untergang des Deutschen Reiches ist gleichbedeutend mit dem der Donaumonarchie... Und das Reich wäre der Entente auch ohne die Italiener unterlegen. Ganz gut trifft es meines Erachtens der Vergleich mit dem Afrikakorps, dass recht häufig angeführt wird, um Hitlers "Verzettelung" auf europäischen Nebenkriegsschauplätzen zu verdeutlichen. Die Anzahl der dort verlorenen Divisionen (aus dem Kopf glaube ich, es waren zwei) wäre aber auch in Russland bedeutungslos verpufft.

Im übrigen glaube ich, dass die Österreicher ihre von der OHL erwarteten Leistungen durchaus zu Stande gebracht hatten: Denn die Flanke war drei Jahre lang verhältnismäßig sicher und das Reich konnte tatsächlich den zaristischen Koloss Russland besiegen. Wenn es aber ein Ereignis gibt, dass den Ersten Weltkrieg entschieden hat, dann der Kriegseintritt der USA!
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 23.02.2006, 15:49
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.206
Ich würde sagen, dass drei Ereignisse bzw. Gegebenheiten den ersten Weltkrieg entschieden beeinflusst haben. Naja eigentlich sogar vier.

Zum einen der Stellungskrieg im Westen, zum zweiten der Einbtritt der USA, zum dritten die Seeblokade und Übermacht der feindlichen Flotten und am wichtigsten war in meinen Augen der Frieden von Brest-Litowsk. Anstatt einfach mal die imperialistischen Ansprüche ein wenig zurück zu schrauben, hat man ein riesiges Gebiet gefordert und erhalten, dass ein Unmenge an Truppen gebunden hat. Diese Truppen wären im Westen und Süden sehr wichtig gewesen.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 23.02.2006, 16:20
Benutzerbild von Homer
Propraetor
 
Registriert seit: 23.12.2005
Ort: Köln
Beiträge: 537
Ich glaube der wichtigste Punkt warum die Deutschen den ersten Weltkrieg verloren haben war der Kriegseintritt der USA da konnte Deutschland einfach nicht mehr mithalten. Die anderen Punkte waren auch entscheident aber dieser spezielle Punkt ist glaube ich der entscheidenste gewesen.
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 23.02.2006, 17:25
Alterspräsident
 
Registriert seit: 27.12.2005
Beiträge: 262
Da halte ich mal etwas dagegen

IMHO wird die Rolle der US-Streitkräfte (insbesondere in WK I) stark überbewertet. Natürlich wirkte es sich auf die Moral der dt. Truppen aus, daß nun eine zahlenmäßig überlegene Streitmacht gegenüber stand. Aber, was haben diese neuen Truppen ins Kampfgeschehen eingebracht?
Keine Kampferfahrung, kaum schwere Ausrüstung - ergo, nix als Hilfstruppen und moralische Verstärkung.
Viel entscheidender scheinen da schon die materiellen Lieferungen der Vorjahre - und zum Ende des Krieges hin der Einsatz der Tanks auf britischer und französischer Seite, sowie der Zusammenbruch jeglichen Materialnachschubs auf dt. Seite.
__________________
"Wer Frauen zu den Engeln zählt, ist Witwer oder unvermählt."
Wolfgang Salpeter
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 23.02.2006, 18:31
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Natürlich ist die Kampfkraft der US-Truppen nicht allzu hoch gewesen: Unteroffizierkorps und Mannschaften konnten in der Tat keinerlei Erfahrungen aufbringen; aber der Erste Weltkrieg war eben der Krieg der durch Menschenmaterial entschieden wurde, und von daher ist die Bedeutung ihres Eingreifens keinesfalls überbewertet!
Das Tanks den Krieg entschieden hätten, habe ich noch nie gehört; ein entscheidener Faktor können sie aber gar nicht gewesen sein, beachtet man ihre geringe Anzahl.
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
Mit Zitat antworten
Antwort


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks sind aus
PingBacks sind aus
RefBacks sind an
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Wer war Schuld am 1. Weltkrieg? Wien Die Weltkriege 256 Heute 06:23
Kriegsziele 1. Weltkrieg motormatze Die Weltkriege 5 16.12.2007 10:53
Dokus über den 2. Weltkrieg rasputin753 Medien 5 24.10.2007 22:47
Armeestärken im ersten Weltkrieg Argeados Die Weltkriege 9 13.12.2006 19:09
2. Weltkrieg Wien Neuzeit 4 25.02.2005 19:31


Letzte Themen
Kampf ums Weiße Haus
Views: 1628, Antworten: 67
Wahlen in der DDR
Views: 8, Antworten: 0
Russlands neue Stärke
Views: 1461, Antworten: 82
Wer war Schuld am 1....
Views: 6266, Antworten: 256
Welche TV-Nachrichten sind...
Views: 138, Antworten: 11
Konflikt um Südossetien
Views: 2315, Antworten: 214
hey hey
Views: 104, Antworten: 9
Linkspartei und der...
Views: 810, Antworten: 65
Ausflug auf die arabische...
Views: 725, Antworten: 38
Sollen die gesetzlichen...
Views: 89, Antworten: 13
Datenschutz
Views: 31, Antworten: 2
Olympia
Views: 31, Antworten: 2
Warum erkannten die USA die...
Views: 102, Antworten: 3
Pulverfass Pakistan
Views: 962, Antworten: 43
Schädelkult der Kelten
Views: 492, Antworten: 10
Zeige:

Letzte Links
Spätbyzantinisc... Link Spätbyzantinische Geschichte aufrufen
Views: 7, Kommentare: 0
Historische... Link Historische Rezepte aufrufen
Views: 29, Kommentare: 0
Lateinübersetzu... Link Lateinübersetzungenverzeichniss aufrufen
Views: 34, Kommentare: 0
Lakedaimon Link Lakedaimon aufrufen
Views: 38, Kommentare: 0
Generationes Link Generationes aufrufen
Views: 111, Kommentare: 0
[ Archiv | Hilfe ]
Design und Inhalt: Copyright© 2005 - 2008 by Historik Forum
Powered by vBCMS® 1.2.5 ©2002 - 2008 vbdesigns.de
vBulletin® Copyright ©2000 - 2008, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 3.2.0