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03.09.2007, 18:07
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
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20. juli 44
habe mal letztens ein wenig über das attentat auf hitler vom 20. juli nachgelesen und mich danach ein wenig gewundert... weshalb werden die verschwörer in deutschlanf heute noch als helden der demokratie und freiheit bejubelt? das attentat an sich war sicher eine gute sache doch ihre ziele die sie damit erreichen wollten waren sowas von konträr zu unserer heutigen staatsform dass es kracht.. im stile eines aristokratisch-plutokratischen ständesystems mit starker militarisierung.
werden sie also deshalb so verehrt weil wir nichts besseres gegen hitler aufbieten konnten? weil es eine art balsam für das volksgewissen ist dass wenigstens ein paar den gröfaz abmurksen wollten ? dabei gäbe es doch so viel bewunderungswürdige wie z.b. georg elser, dessen mut beeindruckend war. oder liege ich da falsch ?
was denkt ihr ?
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03.09.2007, 18:17
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.455
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Zitat von rasputin753
werden sie also deshalb so verehrt weil wir nichts besseres gegen hitler aufbieten konnten? weil es eine art balsam für das volksgewissen ist dass wenigstens ein paar den gröfaz abmurksen wollten ? dabei gäbe es doch so viel bewunderungswürdige wie z.b. georg elser, dessen mut beeindruckend war. oder liege ich da falsch ?
Georg Elser wird soweit ich weiß mehr als Geisteskranker, denn als Widerstandskämpfer eingestuft.
Ich denke der wesentliche Punkt ist einfach, dass es der deutschen Geschichte wirklich an Widerstandskämpfern mangelnd - und zwar gewaltig. Schau dir doch mal die Weiße Rose an, die haben ein paar Flugblätter verteilt, wären die nicht geschnappt worden wären sie bedeutungslos. Heute benennt man Plätze nach denen. Ich will damit keineswegs deren Mut schmälern aber ein (z.B.)Nelson Mandela oder Mahatma Ghandi hat doch ein anderes Kaliber.
Ein weiterer wichtiger Punkt wird sein, dass es der einzige nennenswerte Widerstand aus der Armee heraus war. Der Bendlerblock gehört meine Wissens nach heute noch der Bundeswehr und gerade den ersten Generälen der Bundeswehr (war ja alles ehemalige Wehrmachtsoffiziere) wird daran gelegen gewesen sein auf den guten Traditionen der Wehrmacht aufzubauen. Besonders viele Ansatzpunkt hatten sie dafür einfach nicht.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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03.09.2007, 18:36
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Patriot
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Registriert seit: 16.06.2005
Ort: Heikendorf, nahe Kiel
Beiträge: 624
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Das Thema haben wir gerade in Geschichte, bedingt durch diesen Film mit Tom, dem Scientologen  , und ich meine auch nicht, dass man Stauffenberg als Helden darstellen muss, denn seine Beweggründe waren nun nicht wirklich so edel, obwohl natülrich vertretbar.
Für mich ist aber etwas anderes wichtig, und zwar die Bedeutung die dieser Widerstand heute für unsere Demokratie hat.
Er symbolisiert den deutschen Kampf gegen Faschismus und Totalitarismus, dem sich ja auch die Bundeswehr verschrieben hat, die sich ja auf die Tradition des militärischen Widerstandes beruft.
Ich muss allerdings auch gestehen, dass ich nicht weiß, inwiefern es für Deutschland gut gewesen wäre, hätte das Attentat Erfolg gehabt.
Ich möchte da mit der Möglichkeit eines dann folgenden internen Konfliktes der einzelnen Mächte (Wehrmacht, SS unter Himmler etc.) argumentieren, Bürgerkriegsähnliche Zustände etc. die es den Bolschewisten sicherlich ermöglicht hätten, noch mehr in Deutschland Fuß zu fassen, als sie es sowieso schon getan haben, was dann eine weitere Diktatur in weiten Teilen Deutschlands nach sich gezogen hätte.
So als Gedankenspiel jetzt 
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Deutschlands Einigkeit, meine Stärke
Meine Stärke, Deutschlands Macht.
Freund der Freiheit
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03.09.2007, 18:53
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Tribun
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Registriert seit: 09.07.2007
Ort: nähe München
Beiträge: 79
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Ich denke sie werden so verehrt weil es einfach als Motiv genommen wird um zu sagen: Hey, wir waren doch alle gar keine Nazis, wir haben ihn ja sogar versucht zu stoppen.
Das es zu der Zeit schon fast wurscht war und die Offiziere es nur gemacht haben um die Armee zu retten wird unter den Teppich gekehrt.
@wulf
Elser wird deswegen so herausgehoben weil er schon vor der Machtübernahme versucht hat, Hitler zu stoppen. Als alle anderen noch zugeschaut haben.
Und die Weiße Rose deswegen weil sie durch ihren Professor und Freunde Verbingungen zu Hochschulen und der Armee hatten.
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03.09.2007, 20:42
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.599
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interessant ist ja wohl, dass diese wiederstandsgruppe den grossen zulauf erst nach stalingrad fand
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03.09.2007, 20:51
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Patriot
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Registriert seit: 16.06.2005
Ort: Heikendorf, nahe Kiel
Beiträge: 624
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Zitat von TigerMC
interessant ist ja wohl, dass diese wiederstandsgruppe den grossen zulauf erst nach stalingrad fand
Das ist meiner Meinung nach Quatsch, Stauffenberg war schon vorher involviert und hat z.B. Pläne geschmiedet.
Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren.
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Freund der Freiheit
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03.09.2007, 21:06
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
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die gruppe hat mehrere dutzend leute umfasst.. und die meisten sind erst verdächtig spät dazu gestoßen.
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04.09.2007, 12:57
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Homo Novus
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Registriert seit: 30.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 288
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Zitat von rasputin753
werden sie also deshalb so verehrt weil wir nichts besseres gegen hitler aufbieten konnten? weil es eine art balsam für das volksgewissen ist dass wenigstens ein paar den gröfaz abmurksen wollten ? dabei gäbe es doch so viel bewunderungswürdige wie z.b. georg elser, dessen mut beeindruckend war. oder liege ich da falsch ?
ich stimme allen thesen zu
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05.09.2007, 12:08
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 770
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Zitat von rasputin753
werden sie also deshalb so verehrt weil wir nichts besseres gegen hitler aufbieten konnten? weil es eine art balsam für das volksgewissen ist dass wenigstens ein paar den gröfaz abmurksen wollten ? dabei gäbe es doch so viel bewunderungswürdige wie z.b. georg elser, dessen mut beeindruckend war. oder liege ich da falsch ?
Ich sehe mehrere Gründe:
Erstens kam dieses Weltbild den Gründern der BRD (zumindest den Konservativen um Adenauer und den integrierten Altnazis) entgegen. Die erkannte sich wieder, die "Ehre des deutschen Soldaten" wurde gerettet, Deserteure konnten weiter kriminalisiert (eigetnlcih bis heute) bzw. ihre mörderischen Richter Ministerpräsident werden.
Zweitens hatte man einen Gegenpol gegen den Widerstand der Linken, von Sozialdemokraten und Gewerrkschaftern bis zu Kommunisten, der in der Geschichte der BRD mehr oder minder totgeschwiegen wurde. (Ich erinnere mich an einen Schulausflug, so umm 1990, in die Gedenkstätte dt. Widerstand; die Story um den 20. Juli wurde im Unterricht vorbereitet, von der Roten Kapelle hab ich während dieses Besuches zum ersten mal erfahren; war aber nicht Teil der Führung, und zeitgleich hat ein CDU-Politiker eine Diskussion initiiert, dass solche kommunistischen Vaterlandsverräter in einer deutschen gedenkstätte nichts zu suchen haben; ich könnt jetzt noch kotzen).
Zu gutem Schluss passte die Idee mancher Militärs des 20.Juli, mit den Westmächten Frieden zu schließen, aber den Krieg gegen die Sowjetunion weiter zu führen, ziemlich gut in die Gesamtsituation des Kalten Krieges. Auch das übrigens ein Gedanke, der mich zutiefst anwidert, wenn man bedenkt, dass dieser verbrecherische Angriffskrieg min. 20 Mio. Tote forderte, der bei weitem überwiegende Teil davon Zivilisten oder ermordete Kriegsgefangene und verschleppte Arbeitssklaven.
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06.09.2007, 17:35
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Tribun
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Registriert seit: 27.07.2007
Ort: NRW
Beiträge: 79
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Zitat von rasputin753
werden sie also deshalb so verehrt weil wir nichts besseres gegen hitler aufbieten konnten? weil es eine art balsam für das volksgewissen ist dass wenigstens ein paar den gröfaz abmurksen wollten ?
Es gab insgesamt 42 Attentate auf Hitler nur er wurde meist dich Zufälle gerettet und der meiste Widerstand war eigentlich passiver Widerstand der natürlich heute für die meisten keine Bedeutung hat.
Zitat von Wulfnoth
Ein weiterer wichtiger Punkt wird sein, dass es der einzige nennenswerte Widerstand aus der Armee heraus war.
Dem möchte ich auch einmal zustimmen und ich glaube dieses Attentat findet so hohen Anklang weil es einfach eines der "erfolgreichsten" war, soll heißen die Männer um Stauffenberg haben es geschafft für kurze Zeit das Regime zum wanken zu bringen.
Das ist meine Meinung.
MfG
Tacitus
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Kenntnisse kann jedermann haben,
aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur. Friedrich d. Grosse
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06.10.2007, 23:30
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Meiner Meinung nach wird der Widerstand der Offiziere deswegen so hochgehalten, weil sich u.a. daran vermeindlich erkennen lässt, dass der Ungeist des Nationalsozialismus nicht mit dem preußisch-konservativen Auffassungen aus der Zeit des Kaiserreiches in Einklang zu bringen ist oder gar aus ihnen hervor geht. Die Nazis waren lange Zeit bei den alten Eliten sehr unbeliebt bis sie sich, als es entweder Kommunismus oder Nationalsozialismus hieß, für Hitler entschieden.
Psychologisch hat das große Bedeutung. Es zeigt, dass sich nicht alle hohen Offiziere mit Himmler und Konsorten in einen Topf werfen ließen. Darauf ließe sich eine gewisse Tradition begründen, die wie schon gesagt, bei der Bundeswehr gepflegt wird.
Zitat von Thersites
Zu gutem Schluss passte die Idee mancher Militärs des 20.Juli, mit den Westmächten Frieden zu schließen, aber den Krieg gegen die Sowjetunion weiter zu führen, ziemlich gut in die Gesamtsituation des Kalten Krieges. Auch das übrigens ein Gedanke, der mich zutiefst anwidert, wenn man bedenkt, dass dieser verbrecherische Angriffskrieg min. 20 Mio. Tote forderte, der bei weitem überwiegende Teil davon Zivilisten oder ermordete Kriegsgefangene und verschleppte Arbeitssklaven.
Ist ja interessant, wie du Stalin aus der Verantwortung nimmst... Also wenn man seine Verbrechen und das Schicksal der von der Sowjetunion eroberten Länder betrachtet, erscheint mir der Gedanke weiter gegen die USSR zu kämpfen der einzig mögliche Ausweg.
Zumal eine deutsche Militärregierung vermutlich einen anderen Kurs eingeschlagen hätte als Hitler.
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08.10.2007, 14:04
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 770
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ad MacX:
Das Vorhandensein einer Diktatur rechtfertigt keinen verbrecherischen Angriffskrieg, der mit Vorliebe gegen Zivilisten geführt wurde.
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08.10.2007, 17:20
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Wer spricht denn von Rechtfertigung? Es ging dabei um die bloße Existenz.
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