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19.03.2008, 19:20
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Alles Adolf
Ich möchte hier mal auf den gute Artikel auf SPIEGEL ONLINE hinwiesen:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,542149,00.html
Auch Hitlers Beitrag zur Geschichte ist, sachlich betrachtet, eher bescheiden: ein Buch und zwölf Jahre Kanzlerschaft. Däniken hat mehr geschrieben, Adenauer hat länger regiert, und Stalin hat mehr Menschen umbringen lassen. Dennoch hat der Mann aus Braunau in einer wichtigen Kategorie die Nase vorn: Nachhaltigkeit. Tausende Bücher, Filme, Dokumentationen, Doktorarbeiten und Melodramen versuchen, das Phänomen Hitler zu beschreiben, aus dem Kontext der Geschichte zu erklären und analytisch zu durchdringen.
Es ist eigentlich abstrakt, wie sehr wir uns mit 12 Jahren deutscher Geschichte beschäftigen. Und weshalb gerade so mit Hitler und nicht mit Goebbels, der gerade in den Kriegsjahren in der deutschen Öffentlichkeit viel präsenter war oder mit Himmler, der ja der Mann hinter dem Massenmord war.
Weshalb mit diesem kleinen böhmischen Gefreiten, dessen Leistungen für das Regime ja immer noch nicht unumstritten sind.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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19.03.2008, 19:31
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Plebejer
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Registriert seit: 08.02.2007
Beiträge: 18
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Wahrscheinlich, weil diese 12 Jahre uns Deutsche über so lange Zeit so traumatisiert haben, wie sonst zu keiner anderen Zeit. Bis zur Einigung war doch die Vergangenheitsbewältigung eher durch Verschweigen als durch Diskussion oder Aufarbeitung geprägt. So lange haben sich jüngere Generationen gefragt wie das passieren konnte und Zeitzeugen kamen viel zu selten zu Wort. In meiner Jugend gab es nicht viel dazu im Fernsehen zu sehen, die Öffentlichkeit sprach eigentlich kaum davon.
Und der Vergleich mit Stalin: Währe Russland nicht ein Land, ind em statt Aufklärung so etwas lieber totgeschwiegen wird, hätte Russland sicherlich das gleiche "Phänomen".
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19.03.2008, 21:02
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homo novus
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Registriert seit: 09.08.2007
Beiträge: 129
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die faszination am bösen.
zweitens hat sich in D eine art erinnyen kult entwickelt, wenn man an "die fliegen" von camus denkt. nicht nur eine lust an der selbstgeißelung oder vl. ein ehrgeiz sein schärfster kritiker zu sein, manchmal scheint mir, bemerk ich sogar einen total gestörten "stolz". mit stolz mein ich, den anspruch selbst das größte verbrechen begangen zu haben, der teiweise schon sehr aggressi gg. zb stalin(weil oben genannt) geführt wird. (übr. wie heißt da wort, das immer izm mit holocaust verwendet wiud? im sinn von einzigartigkeit ...)
versteht mich nicht falsch. ich stehe 100pz. hinter der aufarbeitung und finde auch, dass man ein stück weit darauf stolz sein kann aber ...
hmmm... wie soll ich sagen? manchmal kommt mir das ganze mehr wie eine endlose fürbitte vor -siehe zweiter satz.
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19.03.2008, 21:07
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 685
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Der Spiegel schreibt von einem "Faszinosum Hitler". Ich denke, es ist nicht "Faszination", sondern dahinter steckt, unterbewußt, eine Frage, die trotz aller Literatur offen bleibt: Wieso konnte ein faschistisches Terrorregime, das sich nun einmal mit dem Namen Hitler verbindet, und das einen Weltkrieg begann und Millionen Juden und andere in Gaskammern steckte, nicht gestoppt werden?
Für mich, Jahrgang 1950, ist das jedenfalls trotz aller Literatur immer noch nicht verständlich. Denn diese Literatur ist Theorie und Beschreibung eines nicht nacherlebbaren, und deshalb nicht wirklich nachvollziehbaren Massenphänomens.
Aus dieser unterbewußten, offenen Frage schlagen nun Autoren einen kommerziellen Profit. Weiter helfen tut das nicht.
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19.03.2008, 23:15
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Konsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 920
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Zitat von Brethard
Und der Vergleich mit Stalin: Währe Russland nicht ein Land, ind em statt Aufklärung so etwas lieber totgeschwiegen wird, hätte Russland sicherlich das gleiche "Phänomen".
Typisch deutsche Sichtweise, da Stalin kein Russe war, sondern Georgier und außerdem das russische Volk mit seiner Vergangenheit wesentlich gelassener umgeht, als es Deutsche (aber auch Franzosen und Polen) hierzulande tun. Um einmal 2 Beispiele zu nennen:
1.man weiß, daß Stalin auf der einen Seite ein Verbrecher war und darf das auch ganz offen sagen, versucht aber andererseits, auch gleichzeitig die 2. Seite der Medaillie zu beleuchten,was in Deutschland undenkbar ist
2.wenn man einmal in Rußland war und dort sich mit den Menschen unterhält,wird man feststellen, daß die Menschen dort trotz allen Leids, was dort durch die Deutschen angerichtet wurde, dies als "historischer Ausrutscher" gesehen wird- ebenfalls hierzulande völlig undenkbar, da Schwarz-Weiß Malerei wahrscheinlich hierzulande erfunden worden ist.
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20.03.2008, 06:26
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Ja da muss ich Titus Livius mal zustimmen, mit Stalin wurde bereits kurz nach dessen Tod abgerechnet. Man erinnere sich nur an die berühmte Rede von Chruschtow oder daran, dass der Leichnahm aus dem Mausoleum "entfernt" und einfach an der Mauer des Kreml verscharrt wurde.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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