22.11.2008 - 14:36
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #1  
Alt 15.11.2007, 19:23
Plebejer
 
Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 5
Belastungen der Weimarer Demokratie

einen wunderschönen guten abend

kennst du dich zufällig mit der Deutschnationalen Volkspartei aus?

Ich muss nämlich genau zu diesem Thema einen Vortrag halten.

Meine Aufgabe ist es besonders darzustellen, inwiefern die Deutschnationale Volkspartei eine Belastung für die Weimarer Republik war.


Eine Aufgabe lautet unter anderem: Ist es richtig, die DNVP mitverantwortlich zu machen für den Untergang der Weimarer Demokratie?

vielen dank schon mal an den oder die, die mir antwortet!
(ich gebe zu, ich bin eher ahnungslos....)
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  #2  
Alt 15.11.2007, 20:56
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von schuelerin Beitrag anzeigen
einen wunderschönen guten abend
Hallo

kennst du dich zufällig mit der Deutschnationalen Volkspartei aus?
Wer? An wen ist die Frage gerichtet?

Ich muss nämlich genau zu diesem Thema einen Vortrag halten.
Wir sind nicht hier um anderen Leuten die Hausaufgaben auf dem Servierteller zu präsentieren.

Meine Aufgabe ist es besonders darzustellen, inwiefern die Deutschnationale Volkspartei eine Belastung für die Weimarer Republik war.

Eine Aufgabe lautet unter anderem: Ist es richtig, die DNVP mitverantwortlich zu machen für den Untergang der Weimarer Demokratie?
Aber wir wollen ja mal nicht so sein und einen Tipp geben. Lies dich hier mal ein:

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/i...nvp/index.html
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  #3  
Alt 16.11.2007, 09:17
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 770
Ich fühl mich mit "Du" auch mal angesprochen...

Stell Dir folgende Fragen: Welches politische System favorisierte die DNVP?

Vor 1918 hat es die DNVP nicht gegeben; aus welchem politischen Spektrum des Kaiserreiches rekrutierte sich die DNVP?

Mit welchen anderen Parteien arbeitete die DNVP zusammen? Welche Personen in- und außerhalb der Politik unterstützten die DNVP?

Viel Glück & so von Thersites, der in memoriam seiner eigenen Schulzeit durchaus bereit ist, einem armen, armen Schülerwesen unter die Arme zu Greifen...
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  #4  
Alt 16.11.2007, 14:52
Plebejer
 
Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 5
vielen dank an mozart und thersites

@ mozart: ich ging nicht davon aus, dass jemand so blöd ist und mir meine hausaufgaben serviert :p
aber tipps und anregungen wie deinen link und thersites' fragen sind schon eine große hilfe bei einem köpfchen wie meinem....
somit freue ich mich auch über weitere, dennn ich muss mich wohl oder übel die nächsten tage damit beschäftigen und komme vielleicht noch mit fragen auf euch zu..

liebe grüße
eine schuelerin
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  #5  
Alt 18.11.2007, 17:58
Plebejer
 
Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 5
Guten Abend

ich habe mich jetzt etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigt und folgende Fragen:

1.Die DNVP hatte besonders in Wahlkreisen wie Pommern, Ostpreußen oder Schleswig-Holstein überdurchschnittliche Stimmenanteile (30-49%).
meine Frage: Warum?

2.Von 1919 bis 1924 stiege der Stimmenanteil bei den Wahlen zur Nationalversammlung/Reichstag. Ab 1924 fiel dieser drastisch ab.
Ebenfalls die Frage: Warum? Ist sie nicht kontinuierlich "stärker" geworden, schloss sich dann der NSDAP an?

3.Welche Interessen welcher Volksschichten vertrat die DNVP besonders?

Ich wäre sehr dankbar über hilfreiche Antworten!!
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  #6  
Alt 18.11.2007, 18:08
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von schuelerin Beitrag anzeigen
Guten Abend

ich habe mich jetzt etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigt und folgende Fragen:

1.Die DNVP hatte besonders in Wahlkreisen wie Pommern, Ostpreußen oder Schleswig-Holstein überdurchschnittliche Stimmenanteile (30-49%).
meine Frage: Warum?
Ich nenn es jetzt mal "preußisch-traditionelles Stammland". Klingt blöd, aber damit mein ich, dass die dortige Bevölkerung durch längere Zugehörigkeit, bzw nähe zu Preußen das "preußisch-deutsche Kaiserreich" bevorzugt hätten/haben.

2.Von 1919 bis 1924 stiege der Stimmenanteil bei den Wahlen zur Nationalversammlung/Reichstag. Ab 1924 fiel dieser drastisch ab.
Ebenfalls die Frage: Warum? Ist sie nicht kontinuierlich "stärker" geworden, schloss sich dann der NSDAP an?
Weil die NSDAP keine monarchie anstrbte. Das kurze Zusammenspiel ist zeigt aber das man durchaus Einfluss wollte, den bekam man aber nur, oder glaubte man nur durch eine Zusammenarbeit mit den Nazis zu bekommen.
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  #7  
Alt 18.11.2007, 18:28
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.455
Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Ich nenn es jetzt mal "preußisch-traditionelles Stammland". Klingt blöd, aber damit mein ich, dass die dortige Bevölkerung durch längere Zugehörigkeit, bzw nähe zu Preußen das "preußisch-deutsche Kaiserreich" bevorzugt hätten/haben.
Richtig! Die DNVP war in dem Sinne auch eine protestantisch-norddeutsche Partei, wohingegen die NSDAP zuerst einmal eine Bayrisch-Süddeutsche Partei war (siehe München als Hauptstadt der Bewegung) und die katholischen Eliten auch eher das Zentrum wählten.

Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Weil die NSDAP keine monarchie anstrbte. Das kurze Zusammenspiel ist zeigt aber das man durchaus Einfluss wollte, den bekam man aber nur, oder glaubte man nur durch eine Zusammenarbeit mit den Nazis zu bekommen.
Ich denke auch dass die Stimmverluste damit zu tun hatten, dass die Menschen sich langsam an ein Leben ohne Kaiserreich gewöhnten. Entweder wurden sie Demokraten oder sie interessierten sich für die revolutionäreren Modelle der NSDAP und KPD.
Eine rein rückwärtsgewannte Partei kann selten auf lange Zeit Stimmen für sich gewinnen. (Mal sehen wie lange die Linkspartei auf dem jetztigen Niveau durchhält. )
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #8  
Alt 18.11.2007, 18:34
mozart
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Beiträge: n/a
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Ich denke auch dass die Stimmverluste damit zu tun hatten, dass die Menschen sich langsam an ein Leben ohne Kaiserreich gewöhnten. Entweder wurden sie Demokraten oder sie interessierten sich für die revolutionäreren Modelle der NSDAP und KPD.
Eine rein rückwärtsgewannte Partei kann selten auf lange Zeit Stimmen für sich gewinnen. (Mal sehen wie lange die Linkspartei auf dem jetztigen Niveau durchhält. )
Stimmt, jedoch hoffte man doie Stimmverluste aufzufangen, indem man durch eine Zusammenarbeit mit der NSDAP den Einfluss behielt. Das die Nazis innerlich über diese Naivität lachten brauche ich nicht extra zu erwähnen.
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  #9  
Alt 18.11.2007, 18:42
Plebejer
 
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Beiträge: 5
Das die Nazis innerlich über diese Naivität lachten brauche ich nicht extra zu erwähnen.
-->im Zuge der Gleichschaltung waren sie ja letztendlich gezwungen sich selbst aufzulösen..

um auf mein eigentliches Thema des Vortrags zurückzukommen:
Ist es richtig, die DNVP mitverantwortlich zu machen für den Untergang der Weimarer Demokratie?
Also, seh ich den Wald vor lauter Bäumen nicht, oder ist es einfach nur so, dass die DNVP, speziell Hugenberg, Wegbereiter für den folgenden Reichskanzler war?



(was dann folgte, war ja nun mal der Untergang der Demokratie)
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  #10  
Alt 18.11.2007, 18:46
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Wenn du willst kannst du sagen alle Parteien waren dafür verantwortlich. Das Ermächtigungsgesetz fiel den Nazi8s ja nicht vom Himmel sondern wurde im Parlament abgesegnet.
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  #11  
Alt 18.11.2007, 18:50
Benutzerbild von Wulfnoth
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Ort: Freiburg
Beiträge: 6.455
Zumindest muss man von Papen, der ja der DNVP nahe stand und vor allem Hugenberg vorwerfen der NSDAP in die Hände gearbeitet zu haben. Letzendlich tragen sie aber nur die Verantwortung dafür, dass Hindeburg Hitler zum Reichskanzler machte.
Die DNVP war mit einigen Einzelpersonen also sicher nicht unbeteiligt aber es gab noch mehr Verantwortliche. Wenn man will kann man der SPD auch etwas Verantwortung anlasten, da sie in der ersten Hälfte '33 nichts gegen die NSDAP unternahm (Stichwort Generalstreik) sondern einfach nur Überwintern wollte.
Letzendlich kann man also überall Verantwortliche finden.
__________________
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  #12  
Alt 18.11.2007, 19:00
mozart
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Beiträge: n/a
Letztendlich kann man sagen, dass die Anhängerschaft und ihre Ideologie in der Weimarer Republik durchaus überlebensfähig wären. Preußische traditionen hätten durchaus weiterleben können - auch die monarchische.

Hitler reduzierte Preuße auf das was mit der NS Ideologie vereinnahmbar war. Mit dem Wissen wäre eine Zusammenarbeit wohl undenkbar gewesen.
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  #13  
Alt 18.11.2007, 19:34
Thete
 
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Ort: Berlin
Beiträge: 770
Zitat von schuelerin Beitrag anzeigen
Ist es richtig, die DNVP mitverantwortlich zu machen für den Untergang der Weimarer Demokratie?
Ja ist es; die DNVP hat die Weimarer Republik, überhaupt die parlamentarische Demokratie immer bekämpft. Sie unterstützte auch republikfeindliche Politiker, z.B. Hindenburg, der dann Hitler zum Reichskanzler ernannte.

Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Wenn du willst kannst du sagen alle Parteien waren dafür verantwortlich. Das Ermächtigungsgesetz fiel den Nazi8s ja nicht vom Himmel sondern wurde im Parlament abgesegnet.
Aber es gab Parlamentarier, die das Ermächtigungsgesetz ablehnten, und zwar die SPD-Fraktion; die kommunistischen Abgeeordneten hätten dies sicherlich auch getan, aber die saßen bei der Abstimmung schonn im KZ.

Geändert von Thersites (20.11.2007 um 09:48 Uhr) Grund: schlecht zitiert
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  #14  
Alt 18.11.2007, 19:38
Benutzerbild von Wulfnoth
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Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Aber es gab Parlamentarier, die das Ermächtigungsgesetz ablehnten, und zwar die SPD-Fraktion; die kommunistischen Abgeeordneten hätten dies sicherlich auch getan, aber die saßen bei der Abstimmung schonn im KZ.
Die KPD hätte auch nur die eine Diktatur durch die andere ersetzt und SPD ist weit hinter ihren Möglichkeiten geblieben.
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  #15  
Alt 18.11.2007, 19:47
mozart
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Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Ja ist es; die DNVP hat die Weimarer Republik, überhaupt die parlamentarische Demokratie immer bekämpft. Sie unterstützte auch republikfeindliche Politiker, z.B. Hindenburg, der dann Hitler zum Reichskanzler ernannte.
Sehr weit hergeholt daraus eine so klare Schuld zusammenzubasteln.

Aber es gab Parlamentarier, die das Ermächtigungsgesetz ablehnten, und zwar die SPD-Fraktion; die kommunistischen Abgeeordneten hätten dies sicherlich auch getan, aber die saßen bei der Abstimmung schonn im KZ.
Die bürgelrichen Parteien haben ohne große Not dafür gestimmt.
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