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25.01.2008, 18:17
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 850
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Welch hohen Stellenwert das Problem des Ölnachschubs hatte, zeigt auch der verzweifelte Versuch, selbst welches aus Ölschiefer zu gewinnen. Dazu habe ich einen Buchtipp:
Michael Grandt, Unternehmen »Wüste« - Hitlers letzte Hoffnung. Das NS-Ölschieferprogramm auf der Schwäbischen Alb. Eschienen im Silberburg-Verlag Tübingen.
Die Treibstoffgewinnung aus schwäbischem Ölschiefer ist ein vergessenes Kapitel der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Tausende von KZ-Häftlingen starben in den letzten Kriegsmonaten am Fuß der Schwäbischen Alb für ein aussichtsloses Unterfangen.
Die Benzinproduktion war in Deutschland fast zum Erliegen gekommen - 1943/44. Doch ohne Diesel rollt kein Panzer, und ohne Kerosin müssen die deutschen Flugzeuge am Boden bleiben. Eine prekäre Lage für die Wehrmacht.
Hitlers verzweifelte Hoffnung richtete sich zu diesem Zeitpunkt auf den ölhaltigen Posidonienschiefer unter der Schwäbischen Alb. So konzipierte das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion unter dem Decknamen »Unternehmen Wüste« das Ölschieferprogramm am Fuße der Zollernalb mit Werken und Lagern in Bisingen, Dormettingen, Erzingen, Schömberg, Schörzingen, Zepfenhan, Frommern und Dautmergen.
Arbeitsfähige Gefangene - politische Häftlinge aus Belgien, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien, Luxemburg, Norwegen und Ungarn, aber auch Fahnenflüchtige, Kriminelle, Kriegsgefangene, Juden, Sinti und Roma sowie Russen, Tschechen, Polen, Serben und Slowaken - pferchten die Nazis in rasch errichtete KZs. Unter schrecklichen Umständen wurden sie zur Arbeit in den Ölschieferbrüchen und Verschwelanlagen gezwungen. Mehr als 3500 Menschen sind hier umgekommen. Das letzte KZ-Außenlager überhaupt, das die SS erbaute, wurde im Januar 1945 in Dormettingen errichtet.
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25.01.2008, 18:52
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Michael Grandt, Unternehmen »Wüste« - Hitlers letzte Hoffnung. Das NS-Ölschieferprogramm auf der Schwäbischen Alb. Eschienen im Silberburg-Verlag Tübingen.
Besten Dank dafür!
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25.01.2008, 18:57
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Ich bezweifle auch das mit den Baku Ölfeldern in 1941 – zumindest habe ich nie vorher davon gehört, dass dies schon 1941 das Ziel war. Baku ist nun wirklich verdammt weit weg.
In den Operationsplänen von November 1941 des OKH werden aber für den Bereich der Heeresgruppe Süd als Ziele Stalingrad, Majkop und die Krim genannt. Halder meinte auf einer Besprechung der Generalstabschefs im November 1941, dass das Wetter für die nächsten sechs Wochen noch Zeit für große Operationen lasse.
Geändert von Bruckner (26.01.2008 um 11:03 Uhr)
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26.01.2008, 11:18
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Ergänzend läßt sich noch ninzufügen, das die 1.Panzerarmee am 21.November 1941 mit den Angriff gegen Rostow begann, um dann von dort weiter zu den Ölfeldern bis nach Majkop vorzustoßen.
Der Angriff gegen Rostow war auch gelungen, aber die Rote Armee hatte schon einen Gegenangriff begonnen gehabt, so das Rostow, trotz Zuführung von Reserven, bereits am 28.11. wieder geräumt werden musste. Am 29.11. meldete der Obefehlshaber der Heeresgruppe Süd Rundstedt, das die Heeresgruppe wohl ihre Winterstellungen erreicht hätte.
Hilter war, wie nicht anders zu erwarten, über diese Meldung nur sehr mäßig amüsiert, obwohl Rundstedt seine Maßnahme gut begründet hatte. Rundstedt zog daraus die Konsequenz und stellte sein Posten zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Reichenau, der bisher Chef der 6.Armee war. Aber Reichenau konnte Hitler gegenüber nur die Richtigkeit von Rundstedts Maßnahme bestätigen. Kurze Zeit wurde der Nachfolger von Reichenau als Chef der 6.Armee benannt: Es war Friedrich Paulus.
__________________
"Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden." [Walter von Siemens]
Geändert von Bruckner (26.01.2008 um 12:19 Uhr)
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29.01.2008, 12:18
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Plebejer
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Registriert seit: 07.01.2008
Beiträge: 11
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Zitat von Bruckner
Ergänzend läßt sich noch ninzufügen, das die 1.Panzerarmee am 21.November 1941 mit den Angriff gegen Rostow begann, um dann von dort weiter zu den Ölfeldern bis nach Majkop vorzustoßen.
Der Angriff gegen Rostow war auch gelungen, aber die Rote Armee hatte schon einen Gegenangriff begonnen gehabt, so das Rostow, trotz Zuführung von Reserven, bereits am 28.11. wieder geräumt werden musste. Am 29.11. meldete der Obefehlshaber der Heeresgruppe Süd Rundstedt, das die Heeresgruppe wohl ihre Winterstellungen erreicht hätte.
Bereits im Ende Oktober/November 1941 kollabierte (absehrbar) aus verschiedenen Gründen die Logistik der Heeresgruppe Süd, die Einnahme von Rostow war insoweit unbedeutend und hätte auch ohne den Gegenangriff nicht mehr ausgenutzt werden können.
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30.06.2008, 02:50
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Tribun
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Registriert seit: 30.06.2008
Beiträge: 50
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Leute, Leute,
ich glaube, Ihr seht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Wenn man von der generellen Kriegslage mal absieht, und nur die "Ostfront" für sich betrachtet, dann gibt es ein paar ganz klar definierbare Ursachen für die Niederlage der Wehrmacht, die nichts mit dieser oder jener verlorenen oder gewonnenen Schlacht zu tun haben, sondern mit strukturellen Problemen:
1. Die Übernahme des Oberbefehls über die Wehrmacht und des Heeres durch Hitler persönlich und sein "persönliches Regiment" hat schon die an und für sich erfolgreichen Führungsprinzipien der Wehrmacht und ihrer Vorgängerorganisationen des "Führens durch Auftrag" pervertiert zu einer Führung durch Einzelanweisungen, die zudem aus zunehmend weiter Ferne von der Front gegeben wurden.
2. Der "Führer" war ein militärischer Dilletant - hoch begabt zwar, aber nicht geschult, und mit der von ihm übernommenen Aufgabe im Grunde genommen heillos (sic!) überfordert. Hitler hatte neben 2 Oberkommandos immerhin auch noch den Rest des Deutschen Reiches zu "führen", die NSDAP, die SS und ähnliche Organisationen unter Kontrolle zu halten. Sowas hält kein Mensch länger als ein paar Monate durch.
3. Im Ergebnis dieser dilletantischen Führung wurde nicht nur keine Vorsorge für einen Winterkrieg im Jahre 1941 getroffen, sondern es erfolgte im Jahre 1942 eine beispiellose Verzettelung der Kräfte mit dem konkreten Ziel der Eroberung von Räumen - und zwar an den Flanken im Norden und im Süden, so daß der Mittelabschnitt der Roten Armee wie ein gigantischer Balkon in die Front der Wehrmacht hineinragte. Ausgerechnet dort blieb man dagegen passiv.
4. Als sich die Rote Armee gefangen hatte, sich neu aufgestellt und an die Gefechtsführung mit verbundenen Waffen und in Bewegung gewöhnt hatte, schwenkte Hitler auf ein starres Defensivkonzept um, anstatt auf bewegliche Kriegsführung beweglich zu reagieren. Damit hat er selbst der Wehrmacht das Schwert stumpf geschlagen. Manche behaupten, es hätte ideologische Gründe, manche sagen, es wäre ihm vornehmlich um die Judenvernichtung im Hinterland der Front gegangen, ich persönlich halte es schlicht für intellektuelles Versagen aufgrund seiner Überforderung.
5. Hitler hat, obschon es etliche Friedensfühler der arg gebeutelten SU gegeben hatte, jede Chance auf eine politische Ausnutzung des starken Raumgewinns ausgeschlagen. Noch 1943 wäre ein Separatfrieden mit der SU - der freilich nur ein besserer Waffenstillstand gewesen wäre - im Rahmen des Möglichen gewesen.
Im Kriege, so sagte Bonaparte, verhält sich Geist zu Materie wie 3:1. Geistige Fehler schlagen sich im selben Verhältnis nieder.
Gruß
Kroni
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03.07.2008, 23:43
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Tribun
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Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 51
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Kroni
Besten Dank für diese Analyse. Gründe gibt es mit Sicherheit mehr. Das Leben ist ja immer eine Verkettung von Ereignissen, die immer wieder Vorteile und auch Nachteile gebären.
__________________
"Die Nation kennt keine andere Grenze als die Kraft ihrer Männer." E.v.S.
Kürzlich entdeckt und für wichtig befunden: www.hitlers-reden.de
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