07.10.2008 - 02:00
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #1  
Alt 29.04.2008, 19:26
Plebejer
 
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dt. Vormarsch im Osten nach Brest Litowsk

In Sebastian Haffners Rückblick "Von Bismarck zu Hitler" steht, daß das Deutsche Reich im Sommer 1918 nach Abschluß des Friedensvertrags von Brest-Litowsk einen weiteren Vormarsch nach Osten unternommen hat. Dabei wurden die im Vertrag festgelegten Grenzen weit überschritten.

Wer weiß etwas darüber oder kennt Quellen?
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  #2  
Alt 29.04.2008, 21:48
Benutzerbild von TigerMC
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war das nicht vor abschluss des friedensvertrages? ich meine dass es so eine aktion gab, weil die waffenstillstandsverhandlungen ins stocken geraten waren.
aber denkbar NACH einem friedensschluss wäre so eine aktion eventuell wenn die neue russische führung den bedingungen des vertrages nicht nachkam, aber das ist nur eine vermutung.
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  #3  
Alt 30.04.2008, 09:38
Proconsul
 
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russischer Bürgerkrieg
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  #4  
Alt 30.04.2008, 10:51
Plebejer
 
Registriert seit: 29.04.2008
Beiträge: 9
Das stimmt schon TigerMC, während der von Trotzki verschleppten Verhandlungen gab es nochmal eine Offensive.
Und tatsächlich steht hier bei der Wikipedia:
Der Vormarsch der Mittelmächte ging allerdings auch nach Vertragsabschluss weiter.
Das ist deshalb so interessant weil Haffner daraus folgert, daß Hitlers "Lebensraum im Osten" Idee den Deutschen gar nicht so fremd war. Immerhin hatten sie wohl schon 1918 einen Großteil dieser Gebiete unter ihrer Kontrolle!
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  #5  
Alt 30.04.2008, 11:49
Proconsul
 
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Die Vorstellung vom "Lebensraum im Osten" stammt auch nicht von Hitler und auch nicht aus dem Jahr 1918, sondern wurde von Friedrich Ratzel schon 1897in "Politische Geographie“ und 1901 "Der Lebensraum" propagiert und veröffentlicht. Ratzel übertrug Darwins Evolutionstheorie auf die räumlichen Gebilde von "Staaten", was dann von der "völkischen Bewegung" und den Alldeutschen übernommen wurde.
Alerdings war Ratzel auch nicht der 1., der eine Vorstellung von einem größeren deutschem Staat träumte. Paul de la Lagadere schrieb z.B. 1875 über die Grenzlinien des Deutschen Reiches:
"...im Westen von Luxemburg bis Belfort, im Osten von Memel bis zum alten Gotenlande am Schwarzen Meer zu gehen, im Süden jedenfalls Triest einzuschließen haben, und das Kleinasien für künftiges Bedürfnis gegen männiglich freihält". (aus Uwe Puschner: Die völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich.)
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  #6  
Alt 30.04.2008, 13:47
Plebejer
 
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Beiträge: 9
In diesem Zusammenhang finde ich es auch interessant, wie Bismarck, den man ja später als Reichsgrüder feierte, anfangs zu den territorialen Ausmaßen Deutschlands stand.
Wiederum bei Haffner finden sich viele Belege, daß er eigentlich mit den Grenzen des Norddeutschen Bundes zufrieden war, also nichteinmal die süddeutschen Staaten mit in seinem neuen Reich gesehen hat.
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  #7  
Alt 30.04.2008, 15:34
Proconsul
 
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Als Mensch mit einem ausgeprägtem Machtbewußtsein war Bismarck Pragmatiker. Lieber in einem kleinem Gebiet ganz oben in der Hackordnung, als in einem Großem nur Mittelmaß sein. Die kaiserlichen Habsburger hätten nämlich nie und nimmer einen provinziellen königlichen Hohenzollern über sich geduldet.
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