20.07.2008 - 03:56
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #1  
Alt 02.04.2008, 22:48
Benutzerbild von Narwa Aras
Plebejer
 
Registriert seit: 31.03.2008
Ort: Rheinland-Pfalz
Beiträge: 3
Erzählungen von Zeitzeugen

Hallo,
es würde mich interessieren, ob ihr selbst Verwandte habt(bzw. hattet), die Zeitzeugen im 2. Weltkrieg waren. Ich persönlich finde es sehr wissenswert, auch Geschichten von "einfachen" Bürgen im 3. Reich zu kennen, genauer gesagt, wie sie das ganze selbst erlebt hatten und wie es im Alltag für sie aussah.
Von meinem Onkel habe ich unteranderem eine Geschichten erzählt bekommen, die ich euch nicht vorenthalten wollte.

Auf dem Bauernhof meiner Großeltern wurde ein französicher Kriegsgefangener gebracht, wo er bei den Arbeiten mithelfen musste. Es war strengstens verboten gewesen, mit dem Franzosen zusammen an einem Tisch zu essen, ihm irgendein Gefallen oder Geschenk zu geben und vieles mehr, praktisch wie ein Sklave. Doch was tat meine Familie damals? Genau das Gegenteil! Er ass zusammen mit der Familie an einem Tisch und sie haben ihm regelmäßig Zigaretten geschenkt. Und nicht nur einmal betonte mein Onkel wie gefährlich es für sie war, so etwas zu tun. Sie mussten jederzeit damit rechen, dass ein Nazi ins Haus platzte und sie festnehmen würde. Trotzdem pflegten und behandelteten sie den Kriegsgefangenen immer so gut sie es konnten. Als dann der Krieg vorbei war, ging der junge Franzose zurück nach Frankreich.

Ungefähr 10 Jahre nachdem der Franzose in seine Heimat zurückgekehrt war, klingelt es an der Tür des Bauernhofs. Als meine Oma die Tür damals öffnete, konnte sie wahrscheinlich nicht glauben wer da wartete. Mit einer Flasche Wein als Gastgeschenk begrüßte der Franzose unsere Familie und bedankte sich für dafür, wie sehr sich um ihm gekümmert hatten. Er erzälte, dass er in der Zwischenzeit Lehrer geworden war. So unterhielten sie sich eine ganze Weile, bis er dann wieder ging.

Ich finde die ganze Geschichte echt unglaublich, beinahe Filmreif. Ich kenne noch einige weitere kleine Geschichten, aber es sollte erst mal diese reichen.
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  #2  
Alt 03.04.2008, 10:42
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.360
mein freund vom gassigehen, ein knapp 85 jähriger, erzähltmir immer wieder sollche stories, vor allem wie er aufgrund des öffentlichen druckes nicht von der front nach hause wollte, weil seine nachbarsjungen alle abzeichen bekommen hatten und er nur mit dem sportabzeichen der sa/ss rumlaufen durfte
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  #3  
Alt 03.04.2008, 11:33
Ädil
 
Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 221
Von meinem Großvater mütterlicherseits, der in der 60 ID. mot gedient hat, kenne ich die üblichen Geschichten aus dem Kriege. Von den Toten denen man die Stiefel auszog bis zu ganzen Kompanien die an zu schnell gegessenem, frischen Brot dahinsiechten.

Mein Großonkel hat mir kaum etwas hinterlassen. Er war Mitglied der Waffen-SS und hat sich in der Nachkriegszeit das Leben genommen.

Väterlicherseits weiß ich von gar nichts.

Allerdings bin ich Mitglied in einem Verein in dem sehr viele alte Menschen sind, die viel vom Krieg berichten. Manches erschreckend ehrlich.
Kürzlich wurde ein Vereinsmitglied von einem Engländer gefragt, wann er das erste mal Kontakt mit Engländern gehabt hatte.
Seine Antwort lautete: "Als Kind im Luftschutzkeller" Anschließend sind beide ein Bier trinken gegangen :-)
__________________
Glory, glory to old Ireland,
glory, glory to this island,
glory to the memory of the men
who fought and died,
"No surrender" is the war cry of
the Belfast Brigade.
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  #4  
Alt 03.04.2008, 11:47
Ädil
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 347
Für den Leistungskurs Geschichte musste ich kürzlich ein paar Interviews zu den Folgen der (belgischen) Säuberung nach 1945 machen (bezieht sich vor allem auf die Säuberung im deutschsprachigen Raum Belgiens). Hier ein paar Ausschnitt:
Es gab vereinzelt Fälle, in denen die Leute von den Amerikanern zuerst inhaftiert wurden, nach dem Krieg zurück durften, aber ein bis zwei Monate gemeinnützigen Dienst verrichten mussten (Müll aufheben, putzen,...). Ich hörte, dass die weiße Armee die Verdächtigen durch die Ulf getrieben habe, dass eine schwangere Frau ihr Kind durch gewaltsames Einwirken von der weißen Armee verloren habe. In einem anderen Fall wollte ein Mann aus ***** einer Freundin von mir die Haare abschneiden, weil sie im Krieg mit den Mädchen vom BDM durchs Dorf singen gegangen war. Der hat es aber sein gelassen, nachdem ich ihm erklärt habe, dass ein amerikanischer Soldat an ihr interessiert war.
All das empfand ich als sehr ungerecht. Die Leute haben doch weiter nichts Schlimmes getan, als zur falschen Seite gehalten zu haben. Das hätte wirklich nicht sein müssen. Die belgischen Patrioten waren nicht besser als die deutschen. Wenn man bedenkt, was es für Mühen kostet, solche Hetzen zu organisieren, das ist doch nicht mehr normal. Die würden heute auch sagen: „Was waren wir damals bekloppt!“.
Als ein Junge aus Lüttich eine Deutschsprachige als „boche“ beschimpfte, wurde er von seiner Mutter zurechtgewiesen.
__________________
Schon Schiller sagte: "Durch diese kalte Hose wird er kommen!"

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  #5  
Alt 03.04.2008, 23:43
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 659
Mein "Lieblingszeuge" ist ein ehemaliger U-Bootfahrer. Er hat mir auch Fotos gezeigt, wo er als junger Matrose (angeblich) reihenweise die Frauen verführte.
Er erzählte mir auch, daß die U-Bootfahrer sich untereinander verständigt hatten, im Fall einer Katastrophe -wie auf der Kursk- hätten sie sich gegenseitig erschossen.
Interessant war auch zu hören, daß ein U-Boot anscheinend auch durch einen Fehler in der Toilette sinken kann...?

Die Besatzung (damals Blutjung - der Kommandant 24 Jahre alt!) trifft sich jedes Jahr und hat ein ziemlich lustiges Motto an das ich mich nicht erinnere.
Klar - es werden immer weniger...
__________________
Wir lassen euch leben im Dienste dieses Schiffes - also rudert gut. Und lebt!

Quintus Arius aus "Ben Hur"

Geändert von Jason (03.04.2008 um 23:52 Uhr).
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  #6  
Alt 25.05.2008, 01:56
Jim Jim ist offline
Tribun
 
Registriert seit: 07.02.2007
Ort: Ebersbach/Fils
Beiträge: 57
Also meine Oma hat mir mal eine Geschichte erzählt die beweist das es nicht nur Vergewaltiger gab in der Roten Armee. Meine Oma hatte in Schlesien gelebt und konnte nicht abhauen das sie im 6 mnat schwanger war als die Russen und Polen kammen wurdne sie alle in Lagern gebracht und musten für Bauern usw arbeiten und jedes mal wenn sie nach "Hause" ging ging ein pole immer hinter ihr her der fast immer Besoffen war und eines tages hat er ihr mal in einer Gasse aufgelauert und wollte sie tatsächlich vergewaltigen.

Aber dann kam ein Russischer General der den Pole vertrieben hat und ihr danach immer heimlich hielf durch ihm durfte sie auch früher nach Deutschland als die anderen.
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  #7  
Alt 26.05.2008, 10:39
Benutzerbild von Ythor
Quaestor
 
Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 121
Mein Großvater mütterlicherseits lebt noch und erzählt mittlerweile auch öfters vom Krieg.
Er diente bei den Fallschirmjägern und war 1944 mit dem II. Fallschirmjägerkorps in der Gegend um St. Lo stationiert. Er machte den Rückzug bis ins Ruhrgebiet mit. Als seine Einheit dort aufgelöst wurde machte er sich zu Fuß auf den Weg nach Hause bis nach Bayern.

Gibt da ein paar Erzählungen die mir größten Respekt abverlangen.


Mein Großvater väterlicherseits ist 1944 gefallen. Über ihn weiss ich leider nur sehr wenig.
__________________
Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
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