20.11.2008 - 13:10
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #31  
Alt 25.09.2007, 11:35
Thete
 
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Ist vor dem Überfall auf die Sowjetunion Spekulation, schon richtig; allerdings nicht völlig unbegründet.

Großbritannien war nicht geschlagen, und eine Invasion war nach der verlorenen Luftschlacht um England mehr oderminder unmöglich. Damit blieb der Hauptgegner unangreifbar, zumindest sein Kernland.

Die USA waren damals zwar noch neutral, aber ein Eingreifen war mE bei einem Zusammenbruch GB nicht ausgeschlossen; auf keinen Fall hätten die USA zugunsten des 3. Reiches interveniert. Auch ohne ein direktes Eingreifen hätte eine logistische Unterstützung der USA GB in die lage versetzt, einen sehr langen krieg zu führen.

Insgesamt würde ich sagen, dass die wirtschaftliche und militärische Basis Deutschlands von vorne herein nicht ausreichte, die größenwahnsinnigen Pläne der Nazis umzusetzen.
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  #32  
Alt 25.09.2007, 22:41
Benutzerbild von Ythor
Quaestor
 
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Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 133
Gehen wir also mal davon aus das die SU nicht angegriffen wird.
Die USA hatte aus innenpolitischen Gründen nicht die Möglichkeit von sich aus in den Krieg in Europa aktiv einzugreifen, die öffentliche Meinung war gegen eine Einmischung in den Konflikt im fernen Europa. Dies wurde erst möglich nach dem Angriff der Japaner im Dezember 41. Solange wäre England also nach dem Fall Frankreichs alleine gegen die Achse gestanden.

Die Versorgung Deutschlands mit den Lebenswichtigen Rohstoffen war zu der Zeit sogar sehr gut. Aus Norwegen und Schweden bezog man Hauptsächlich Eisenerz aus Rumänien kam Öl und die Sowjetunion belieferte Deutschland mit einer großen Pallete wichtiger Rohstoffe und Getreide. Das alles waren Nachschubwege die von England nicht bedroht werden konnten. Während England auf seine Handelsflotte angewiesen war. Dazu weiter unten mehr. Also was die Versorgung der deutschen Kriegsindustrie mit Rohstoffen betrifft war die Lage nach dem Fall Frankreichs sogar relativ gut.

Nach dem Fall Fr. begann die Luftschlacht gegen England. Diese wäre wohl so oder so verloren gegangen. Hier hätte sich ja noch nichts geändert.
Der Wehrmachtsführung war klar das ohne eine Lufthoheit eine Invasion Englands nur geringe Chancen auf Erfolg haben würde.

Es wären also nurnoch zwei Schlachtfelder übrig geblieben. Der Atlantik und die Mittelmeerregion bzw Nordafrika.

Atlantik: Die deutschen U-Boote feierten bis ins Jahr 1942 enorme Erfolge. Erst dann begann sich das Blatt zu wenden. Einerseits durch das eingreifen amerikanischer Werften andererseits durch neue Ortungstechniken und Taktiken.
Wenn man die Ressourcen die Barbarossa verschlang in den U-Bootkrieg gesteckt hätte, hätte es durchaus gelingen können England vom Nachschub abzuschneiden. Die geforderte monatliche Menge an versenkten BRT wurde ja an manchen Monaten schon erreicht und das obwohl keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung standen.

Mittelmeer/Nordafrika: Obwohl für Deutschland nur ein Nebenkriegsschauplatz gelang es den Allierten erst 1943 unter aktiver amerikanischer Waffenhilfe die Achse aus Nordafrika zu vertreiben. Wäre Nordafrika aber nun die einzige Front die der Achse noch geblieben wäre darf man durchaus darauf spekulieren das sich England nicht hätte halten können und Agypten und damit auch der Suezkanal und der Nahe Osten verloren gegangen wäre.

Ob ein so geschwächtes Groß Britanien den Krieg noch lange hätte fortführen können wage ich zu bezweifeln. Es war ja so schon nicht in der Lage irgendwelche Offensiven Aktionen gegen die Achse zu starten bis massive amerikanische Hilfe kam und der Großteil der Wehrmacht tief in Russland stand.

Noch dazu wurde der USA von Deutschland der Krieg erklärt und nicht anders herum. Wobei es natürlich wahrscheinlich ist das ansonsten früher oder später eine amerikanische Kriegserklärung erfolgt wäre.


Also wenn man sich die Lage der beiden Parteien nach dem Fall Frankreichs vor Augen hällt standen die Chancen für die Achse garnichtmal so schlecht.

Bei den Buchmachern hätte England wohl die höhere Gewinnquote gehabt
__________________
Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
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  #33  
Alt 26.09.2007, 08:53
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Das ist natürlich alles viel Spekulation.
Meine Meinung ist, daß jeder Laie daherquatscht, daß mit Stalingrad die Wende kam und der Krieg verloren war.
Davon halte ich genausowenig wie von der These, der Krieg sei schon mit dem ersten Schuß verloren gewesen.

Fakt ist, es gab enorm viele Punkte, an denen ein völlig anderer Ausgang zumindest denkbar gewesen wäre. Die Panzerschlacht bei Kursk vielleicht, der Eroberung Antwerpens in einer erfolgreichen Ardennenoffensive, das Projekt Alpenfestung oder aber die V3 nur um mal die zu nennen, die mir gerade einfallen.

Um wirklich eine Aussage über einen Punkt treffen zu können, an dem der Krieg definitiv verloren war, müsste man nicht nur ein Experte auf jedem Gebiet der Kriegsführung, der Diplomatie, der Innenpolitik, der Wirtschaft, der Forschung etc. sein, sondern darüber hinaus auch Wahrsager sein.
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  #34  
Alt 26.09.2007, 15:10
Benutzerbild von Ythor
Quaestor
 
Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 133
Zitat von Ythor Beitrag anzeigen
Das ist allerdings reine Spekulation,...
Wie immer bei "was, wäre wenn" Themen. Aber gewisse Wahrscheinlichkeiten gibt es doch. Z.B. wäre es unwahrscheinlich das der Kriegseintritt San Marinos Kriegsentscheidend gewesen wäre

Genaue vorraussagen lassen sie niemals machen. Dafür gibt es zuviele Faktoren. Selbst das Herzinfarkrisiko müsste man berücksichtigen usw...


Die Wehrmacht war schon vor der Niederlage in Stalingrad am Ende. Man man vergleiche nur mal folgende Daten

Beginn des Angriffs auf Frankreich
Beginn des Angriffs auf Russland
Beginn von Fall Blau

Frontbreite von Barbarossa
Frontbreite von Fall Blau
__________________
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