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09.08.2007, 11:51
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.449
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Jede Nation versuchte an den Status des British Empire ranzukommen
Ich habe vor kurzem die These gelesen, dass der erste Weltkrieg im wesentlichen darum ging, dass alle beteiligten Nationen versuchten an den Status des British Empire heranzukommen. Lässt sich das denn überhaupt halten?
Klar, das Deutsche Reich suchte seinen Platz an der Sonne aber das Deutsche Reich war nur ein Kriegsteilnehmer.
Österreich-Ungarn hatte mit Kolonien wenig im Sinn, sondern versuchte eher seinen Status auf dem Balkan zu behaupten, das Russische Reich war zwar nicht weniger imperial ausgerichtet als das British Empire, allerdings war Russland überhaupt nicht an Kolonien interessiert. Für die Zaren ging es eher um den Erhalt der Autokratie.
Die beiden einzigen Mächte auf die oben genannte These zutreffen mag sind Frankreich und die USA, doch beide waren mit Großbritannien verbündet.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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09.08.2007, 17:01
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Ich denke das ist so arg vereinfacht, daß ich das gar nicht als vernünftige These aktzeptiert hätte.
Ein Wettlauf war unbestritten da.
Ich glaube aber nicht, daß es irgendjemand explizit auf den Status des Empire abgesehen hatte.
Wie Du es schon angedeutet hast, waren dafür auch die geostrategischen Positionen zu verschieden.
Man muß ja auch immer beachten, wie es für das British Empire überhaupt möglich war, zu dem damaligen Status zu kommen.
Das beherrschte im wesentlichen auf der Seeherrschaft unter quantitativer Vernachlässigung der Landstreitkräfte, auch wiederum nur möglich aufgrund der Insellage und entsprechender Europapolitik.
Deutschland kann zwar ebenso nach Kolonien streben, aber nie in dem besagten Umfang, da es als Macht im Herzen Europas stets mit dem gespenst des Mehrfrontenkrieges konfrontiert ist.
Das wiederum bedingt, daß der Fokus stets auf den Landstreitkräften liegen muß. Ähnliches gilt für die Doppelmonarchie an der Donau.
Rußland für seinen Teil war auf Kolonien auch gar nicht angwiesen nach der Vereinnahmung der Landmasse bis zum Pazifik. Dementsprechend war das wichtigste außenpolitische Ziel eher die Häfenpolitik.
Das waren jetzt nur mal ein paar geostrategische Gesichtspunkte, zieht man jetzt noch die jeweils innenpolitischen Vorraussetzungen heran, so ist die These absolut nciht haltbar.
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09.08.2007, 17:19
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.449
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Zitat von Novalis
Man muß ja auch immer beachten, wie es für das British Empire überhaupt möglich war, zu dem damaligen Status zu kommen.
Das beherrschte im wesentlichen auf der Seeherrschaft unter quantitativer Vernachlässigung der Landstreitkräfte, auch wiederum nur möglich aufgrund der Insellage und entsprechender Europapolitik.
Mal abgesehen davon dass ich dir prinzipiell zustimme ist Frankreich hierbei aber eine seltsame Ausnahme. Auch Frankreich verfügte über gewaltige Kolonien, obgleich keine Seemacht und Kontinetalmacht. Wie erklärst du das?
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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09.08.2007, 17:29
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Tribun
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Registriert seit: 09.07.2007
Ort: nähe München
Beiträge: 79
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Ich würde das so erklären, dass die Kolonien Frankreichs alle in unmittelbarer Nähe waren, und man somit keine großartigen Streitkräfte brauchte.
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09.08.2007, 17:31
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.449
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Madagaska, Südostasien? Also Nähe definier ich anders.  Klar die Nordafrikanischen Kolonien waren nahe aber das waren ja bei weitem nicht alle.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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09.08.2007, 17:37
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Tribun
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Registriert seit: 09.07.2007
Ort: nähe München
Beiträge: 79
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Aber dort konnte man mit ner relativen kleinen Armee große Gebiete kontrollieren. Wen interessiert schon, was da mitten im Dschungel vor sich geht? Is ja jetzt immer noch so.
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09.08.2007, 17:55
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.449
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Zitat von Magpie
Aber dort konnte man mit ner relativen kleinen Armee große Gebiete kontrollieren. Wen interessiert schon, was da mitten im Dschungel vor sich geht? Is ja jetzt immer noch so. 
Aber das war ja überall so. Die Briten beherrschten Indien auch größtenteils mit Sepoy-Armeen.
Worauf ich aber hinaus wollte ist dass Frankreich von der Seeherrschaft so weit wie Deutschland entfernt war und trotzdem ein riesiges Kolonialreich besaß.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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09.08.2007, 18:21
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
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also wie oben schon gesagt finde ich die these merkwürdig.
1. was heißt der status des empires ? als kolonialmacht oder als supermacht?
2. jede nation hatte seine eigenen ziele und motivationen.
a. deutschland, bestätigung der kontinentalen vormachtstellung und eventuell geringe gebietserweiterungen, vielleicht die ein oder andere kolonie aber wohl nicht hauptmotivation.
b. Ö-U, einverleibung des balkans wenn überhaupt eines da war.
c. russland, durchsetzung seines anspruchs als panslawistische schutz- und führungsmacht. stützung des systems.
d. frankreich, wiedergutmachung für 70/71, elsaß lothringen
e. england, eigentlich wohl beibehaltung des status quo für sich und schwächung des kaiserreiches, dann noch die deutschen kolonien in afrika.
3. diese ziele und motivationen haben sich aber denke ich bei den meisten erst im laufe des krieges entwickelt, denn ich glaube bethmann hohlweg hat es ganz gut getroffen als er auf die frage seines vorgängers wie es so weit kommen konnte dass nun krieg herrscht antwortete "na wenn das einer wüsste". man wollte den krieg in den politischen führungsspitzen nicht, man ist so reingeschlittert, wohl eben auch weil keine wirklich trifftige motivation und zielsteckung da war außer solch obskurem zeugs wie "der platz an der sonne".
ha! welch ein profunder beitrag zum 300. !!
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09.08.2007, 19:33
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Zitat von Wulfnoth
Mal abgesehen davon dass ich dir prinzipiell zustimme ist Frankreich hierbei aber eine seltsame Ausnahme. Auch Frankreich verfügte über gewaltige Kolonien, obgleich keine Seemacht und Kontinetalmacht. Wie erklärst du das?
Frankreichs Kolonialreich war zwar unheimlich groß, gemessen am Englischen aber von geringer "Qualität".
Frankreich geht es relativ ähnlich wie Deutschland, der Gespenst des Mehrfrontenkrieges ist aber recht klein. Es ist halt im wesentlichen die deutsche Armee der man in einem 1-Frontenkrieg gewachsen sein muß.
Das schafft natürlich mehr Potential für Flotte, die man eh aufgrund der Küstenlage vorhalten muß.
Die geographische Lage ist für den Erwerb von Kolonien auch deutlich günstiger als die des deutschen Reiches.
Geändert von Novalis (09.08.2007 um 19:38 Uhr)
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10.08.2007, 12:00
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.232
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Zitat von Wulfnoth
Aber das war ja überall so. Die Briten beherrschten Indien auch größtenteils mit Sepoy-Armeen.
Worauf ich aber hinaus wollte ist dass Frankreich von der Seeherrschaft so weit wie Deutschland entfernt war und trotzdem ein riesiges Kolonialreich besaß.
Deutschland kam in der Geschichte einfach zu spät.Das Kaiserreich existierte ja erst seit 1871 und da waren die Kolonien schon alle zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt.
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10.08.2007, 15:01
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Zitat von Titus_Livius
Deutschland kam in der Geschichte einfach zu spät.Das Kaiserreich existierte ja erst seit 1871 und da waren die Kolonien schon alle zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt.
Wenigstens die brandenburger wußten sich ein Kolonichen zu sichern
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10.08.2007, 15:15
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.449
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