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05.10.2006, 15:57
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Ädil
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Registriert seit: 11.03.2005
Beiträge: 206
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Potsdamer Konferenz Punkt 3.
"Die Ziele der Besetzung Deutschlands, durch welche der Kontrollrat sich leiten lassen soll, sind:
(I) Völlige Abrüstung und Entmilitarisierung Deutschlands und die Ausschaltung der gesamten deutschen Industrie, welche für eine Kriegsproduktion benutzt werden kann [...]
(II) Das deutsche Volk muss überzeugt werden, dass es eine totale militärische Niederlage erlitten hat und dass es sich nicht der Verantwortung entziehen kann für das, was es selbst dadurch auf sich geladen hat, dass seine eigene mitleidlose Kriegsführung und der fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Elend unvermeindlich gemacht haben"
Also ich möchte mich mit euch in diesem Thema speziell mit (II) beschäftigen, daher dick gedruckt. Also als erstes möchte ich meinen Hut vor den Aliierten ziehen, ich glaube kaum jemand hätte es geschafft, sein Gedankengut noch 60 Jahre danach in dem Grossteil des Volkes zu verankern.
Für mich gilt es hauptsächlich einen wichtigen Punkt abzuarbeiten:
Wie haben sie es geschafft, so unendlich erfolgreich Propaganda zu betreiben? Für mich drängt sich auch die starke Vermutung auf, dass es, abgesehen von der perfektionierten Propaganda, Umschulung der Medien, Absetzung der meisten Lehrer, Umschreibung aller deutschen Geschichtsbücher etc, auch etwas mit der Art der Deutschen zu tun hat. Was meint ihr dazu, oder auch insgesamt mit dem dritten Punkt der Konferenz?
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05.10.2006, 16:17
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.479
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naja was erwartest du jetzt milite? Deutschland hat den krieg verloren und seine gerechte strafe erhalten, über länge der strafe kann man wirklich diskutieren, aber es geht uns doch heute allen recht gut imvergleich zur restlichen welt, von daher denke ich ists ok wie es gekommen ist, lieber so als militaristisch und revanchistisch
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05.10.2006, 19:08
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Milte, könntest du deine Frage etwas präziser stellen  - is nicht bös gemeint. Hab nur grad Probleme mit dem Verständnis, wie du von dem einen auf das andere kommst.
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06.10.2006, 00:11
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Praetor
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Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
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Zitat von Milite Mortis
(II) Das deutsche Volk muss überzeugt werden, dass es eine totale militärische Niederlage erlitten hat und dass es sich nicht der Verantwortung entziehen kann für das, was es selbst dadurch auf sich geladen hat, dass seine eigene mitleidlose Kriegsführung und der fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Elend unvermeindlich gemacht haben"
Das hatte den Hintergrund einer zweiten Dolchstoss legende vorzubeugen. Es sollte jeden klar sein das der Krieg verloren war. Und es sollte genau gesehen werden was in der Zeit passiert ist.
Schliese mich Tiger an. Deutschland ist noch sehr gut weggekommen, da ging es anderen besiegten schon mieser. Stell dir vor man hätte die Idee Frankreichs durchgezogen und aus Deutschland einen Agraarstaat gemacht  . Aber da das Interesse das Deutschland als Bollwerk gegen Russland dienen sollte stärker war, verlegte man sich daran Deutschland aufzubauen.
Und ich glaube kaum das die gleiche Freundlichkeit Nazis an den Tag gelegt hätten wenn sie gewonne hätten.
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10.10.2006, 19:53
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homo novus
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Registriert seit: 27.07.2006
Beiträge: 50
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
Kleine Korrektur: Der Agrarstaat wurde im Morgenthau-Plan von 1944 vorgeschlagen. Er war amerikanisch. Aber die Franzosen hatten allen Grund, ihn zu unterstützen.
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10.10.2006, 19:56
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
Zitat von Cicero
Kleine Korrektur: Der Agrarstaat wurde im Morgenthau-Plan von 1944 vorgeschlagen. Er war amerikanisch. Aber die Franzosen hatten allen Grund, ihn zu unterstützen.
Den habe ich übrigens mal hier augelistet
http://www.historik-forum.org/forum/...ead.php?t=1447
__________________
Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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12.10.2006, 21:16
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Praetor
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Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
Zitat von Cicero
Kleine Korrektur: Der Agrarstaat wurde im Morgenthau-Plan von 1944 vorgeschlagen. Er war amerikanisch. Aber die Franzosen hatten allen Grund, ihn zu unterstützen.
Danke  dachte echt wären die Franzosen.
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21.10.2006, 00:22
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Plebejer
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Registriert seit: 08.08.2005
Beiträge: 6
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
auch wenn der thread schon etwas älter ist, haben das gerade im geschichts lk behandelt.
ich kann einfach nicht die führende rolle frankreichs verstehen, alles verloren und trotzdem haben sie sich wie die sieger aufgeführt
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21.10.2006, 10:32
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
Das erklärt sich durch Charles de Gaulle der in London im Exil war und dafür gesorgt hat, dass Frfankreich weiterhin beteiligt bleibt. Zudem wollte Churchill (?) Frankreich als Verbündeten im Kampf gegen den Kommunismus in eine europäische Ordnung nach dem Krieg einbinden.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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21.10.2006, 18:57
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Plebejer
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Registriert seit: 20.09.2006
Beiträge: 15
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
(II) Das deutsche Volk muss überzeugt werden, dass es eine totale militärische Niederlage erlitten hat und dass es sich nicht der Verantwortung entziehen kann für das, was es selbst dadurch auf sich geladen hat, dass seine eigene mitleidlose Kriegsführung und der fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Elend unvermeindlich gemacht haben"
Typische Schwäche eines Siegers, was mit den Besiegten anfangen? Nach Nationssozialistischer Sicht hätte man einfach den Besiegten ausradiert (liquidiert oder als Untermenschen gehalten oder sonstiges etc etc.....). Die Sieger waren aber Demokraten und waren durch demokratische Werte und Prinzipien in ihrem Handlungsspielraum limitiert. Deshalb blieb nur das "reden". Aber auch vor dem ratlosen Hintergrund, das Europa in sehr kurzer Zeit bereits zwei Weltkriege hinter sich gebracht hatte.
Das erkennt man bereits in den Wirtschaftsargument. Die deutsche Produktionskraft stand nach dem Krieg zu 70% zur Verfügung. Deshalb gelang das deutsche "Wirtschaftswunder".
Aber man sollte lieber etwas Pragmatik in diesem Zusammenhang an den Tag legen. Wäre nicht der Kalte Krieg dazwischen gekommen. Die BRD hätte sich nicht so frei und prächtig entwickeln können. Das Deutschland heute nur die Rolle eines Juniorpartners spielt ist eine einfache Realität, die ihre Wurzel in WK2 hat.
Wie haben sie es geschafft, so unendlich erfolgreich Propaganda zu betreiben? Für mich drängt sich auch die starke Vermutung auf, dass es, abgesehen von der perfektionierten Propaganda, Umschulung der Medien, Absetzung der meisten Lehrer, Umschreibung aller deutschen Geschichtsbücher etc, auch etwas mit der Art der Deutschen zu tun hat. Was meint ihr dazu, oder auch insgesamt mit dem dritten Punkt der Konferenz?
In Bezug auf Deine Ausführung. Der inhaltliche Aspekt interessieren niemanden. Der sekundäre Aspekt, wir wurden durch die Kultur der USA assimiliert, d.h. wir Essen, trinken und sehen was auch die USA-Bürger tun.
Aber ich denke unterm Strich hat Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ganz gut abgeschnitten. Wenn wir nun in einen amerikanansichen Filmen noch immer für miese und nicht besonders intelligente Nazis herhalten müssen.... was sollst wir revanchieren uns doch auch, wenn USA-Bürger deutsche Produkte kaufen und somit unseren Wohlstand sichern.....
Etwas spartanisch und nur punktuell thematisiert
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22.10.2006, 19:43
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Plebejer
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Registriert seit: 20.09.2006
Beiträge: 15
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
Kleiner Nachtrag:
Der inhaltliche Aspekt interessieren niemanden
War kein despektierlicher Kommentar in Bezug auf Dein Beitrag  , sondern gemeint war das fehlende Interesse der Menschen für eine Aufklärung. Die Schuldfrage ist bei den meisten nur ein Ritual und ein Lippenbekenntnis. Meiner Meinung nach ein falsches, weil immer wieder von wichtigen Vertreter betont wird, dass die Nachfolge- Generation nicht verantwortlich aber eine besondere Verantwortung für das geschehende spielt.
Dabei wird gerne ins Ausland gezeigt. Aber gemeint ist das Inland, dass nicht erneut (manipulative) Kräfte uns unserer Freiheit berauben (Weimarrepublik und in der Nazizeit). Da ist Deutschland einmalig.
In Bezug auf die moralische "Schuldfrage", wir leben in einer Demokratie, und da hat jeder die Freiheit und das Recht jede Art von Verantwortung abzulehnen oder eine andere Meinung zu vertreten. Der Erste Weltkrieg war eins, aber im Zweiten wurden insbesondere Deutsche von Deutschen verfolgt.
(@Wulfnoth – Sorry, aber ich konnte meine eigenen Beitrag nicht ändern bzw. die Änderungssymbole wurden mir nicht angezeigt....)
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22.10.2006, 19:51
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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AW: Potsdamer Konferenz Punkt 3.
(@Wulfnoth – Sorry, aber ich konnte meine eigenen Beitrag nicht ändern bzw. die Änderungssymbole wurden mir nicht angezeigt....)
Kein Ding. Ein Doppelpost mit einer Differenz von mehr als 24 Stunden zwischen den Beiträgen ist kein Problem. Man kann seine Beiträge nämlich nur in einem begrenzten Zeitraum verändern. Sinn dahinter ist, dass Diskussionen nicht nach Tagen oder Wochen durch Veränderung und/oder Löschung von Beiträgen aus dem Kontext gerissen werden.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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22.05.2007, 20:45
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Ädil
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Registriert seit: 11.03.2005
Beiträge: 206
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Zitat von akinci
Schliese mich Tiger an. Deutschland ist noch sehr gut weggekommen, da ging es anderen besiegten schon mieser. Stell dir vor man hätte die Idee Frankreichs durchgezogen und aus Deutschland einen Agraarstaat gemacht . Aber da das Interesse das Deutschland als Bollwerk gegen Russland dienen sollte stärker war, verlegte man sich daran Deutschland aufzubauen.
Der Kalte Krieg war für Deutschland sicherlich ein einmaliger Glücksfall, in dem muss ich dir zustimmen. Wahrscheinlich hätten wir sonst Zustände wie in Polen - falls hier ein Pole ist: nicht bös' gemeint  . Und auch in dem Punkt muss ich dir zustimmen, dass wir das Glück hatten, nicht von den Deutschen besiegt worden zu sein. Sie hätten höchst wahrscheinlich wie in allen Diktaturen gehandelt und hätten eine weniger menschliche Position vertreten, in dem, was sie mit uns anfangen sollen.
Für mich sind nur diese unheimlichen Dimensionen unvorstellbar, dass diese Propaganda über Generationen hinweg seine Frucht trägt und vermutlich noch stärker ist als am Anfang.
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Alle wollen in den Himmel, aber niemand will sterben.
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