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25.06.2007, 19:19
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Tribun
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Registriert seit: 08.02.2007
Ort: Lahnstein
Beiträge: 79
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Rapallo notwendiges Übel oder "Die Flucht nach vorne"
Der Vertrag von Rapallo der Ostersonntag 1922 zwischen Sowjetrussland und der Weimarer Republik unterzeichnet wurde, wird immer als nebensächlich angesehen. Meiner Meinung nach ist er ein wichtiger Baustein in der Deutsch-Russischen Beziehung der eine neue Konstellation und eine verschiebung der Macht bedeutet hat, in dem sich das Deutsche Reich und Sowjet-Russland verständigt haben und einen Frieden geschlossen haben, auf Verständigung und "Rücksichtnahme".
Auch mit dem Hintergedanken eine neue Machtsphäre gegen die Entente zusein??? Oder um Zeit zuhaben um sich wirtschaftlich auf einen neuen Krieg vorzubereiten?
Ich gebe jetzt den Ball ab und melde mich nach langer Zeit wieder zurück.
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Die Geschichte ist geschrieben,
aber sie trägt immer noch die Welt,
und die Perspektive ist abhängig,
von den Augen der sie betrachtet.
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25.06.2007, 19:31
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.222
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Auch mit dem Hintergedanken eine neue Machtsphäre gegen die Entente zusein??? Oder um Zeit zuhaben um sich wirtschaftlich auf einen neuen Krieg vorzubereiten?
Ich denke dass ist viel zu weit gegriffen. Mit Rapallo verabschiedeten zwei absolute Außenseiter der internationalen Politik einen Vertrag. Auf der einen Seite der Verlierer des ersten Weltkriegs und auf der anderen Seite ein Land im ideologischen Abseits mit heftigen Verlusten im russisch-polnischen Krieg und zudem noch nicht einmal in Versailles dabei gewesen. Vor wenigen Jahren vom Deutschen Reich in Brest-Litowsk geradezu erniedrigt. Beides ehemalige Großmächte, die nun nur noch lokale Bedeutung haben.
Sowohl Russland als auch Deutschland ging es wohl primär um einen Ausbruch aus der internationalen Isolation, die Vorbereitung eines Krieges erscheint mir absolut abwegig, da weder Russland (das gerade im absoluten Staatsumbau begriffen war) noch Deutschland (schlitterte von Staatskrise in Staatskrise) dazu fähig gewesen wären.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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25.06.2007, 21:44
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Plebejer
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Registriert seit: 12.04.2007
Ort: Hannover
Beiträge: 23
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Nicht zu vergessen wären aber die (geheimen) Zusatzprotokolle, die es den Deutschen erlaubten, Truppen und vor allem Piloten auf russischem Territorium zu trainieren, da dies auf Grund des VV auf deutschem Boden nicht möglich war (max vom 100.000 Landstreitkräften und keine Luftwaffe). Ich glaube, dass sogar von Manstein da ausgebildet wurde, oder Ausbilder war, bin mir da aber nicht sicher...
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25.06.2007, 22:38
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Zitat von Wulfnoth
Beides ehemalige Großmächte, die nun nur noch lokale Bedeutung haben.
Allerdings nur im Selbstverständnis
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25.06.2007, 22:49
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.399
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Zitat von Trotzkist
Nicht zu vergessen wären aber die (geheimen) Zusatzprotokolle, die es den Deutschen erlaubten, Truppen und vor allem Piloten auf russischem Territorium zu trainieren, da dies auf Grund des VV auf deutschem Boden nicht möglich war (max vom 100.000 Landstreitkräften und keine Luftwaffe). Ich glaube, dass sogar von Manstein da ausgebildet wurde, oder Ausbilder war, bin mir da aber nicht sicher...
Die Panzerwaffe wurde ebenfalls dort ausgebildet.
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26.06.2007, 00:44
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.033
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Zitat von mozart
Allerdings nur im Selbstverständnis
Würde ich nicht sagen. Zu diesem Zeitpunkt waren beide Mächte nur lokalpolitisch relevant. Erst in den 30ern erlangten sowohl Deutschland als auch die UdSSR die nötige Stärke und Macht international aufzutreten.
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26.06.2007, 07:09
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Tribun
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Registriert seit: 08.02.2007
Ort: Lahnstein
Beiträge: 79
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Zitat von Argeados
Würde ich nicht sagen. Zu diesem Zeitpunkt waren beide Mächte nur lokalpolitisch relevant. Erst in den 30ern erlangten sowohl Deutschland als auch die UdSSR die nötige Stärke und Macht international aufzutreten.
Das ist nicht ganz richtig. Deutsche Truppen wurden schon 1919 in Sowjet Russland ausgebildet. Natürlich im absoluten geheimen und mit Hilfe von den Sowjets, dort in Russland Lipezk und Kasan wurden die deutschen Truppen ausgebildet. Die Firma Krupp war daran maßgeblich beteiligt. Sowjets Abreiter waren maßgeblich beim Aufbau und Weiterentwicklung beteiligt. Ingenieuer aus Russland erweiterten und erforschten die Waffen weiter. Taktiken wurden verbessert und vertieft.
Das verrückte daran ist das das bis ins Jahr 1935 so weiter ging. Die Technik benutzte Hitler. Klar woher sollte er denn in so kurzen Zeit auch so hoch entwickelte Waffen herbekommen haben??? Das braucht seine Zeit! Man kann nicht aus einer Idee heraus und mit bloßem Willen eine hochentwickelte Panzerwaffe herstellen.
Die Ironie an der Geschicht ist. Das die Sowjets an der Entwicklung der Panzerwaffe und der Luftwaffe beteiligt war, die Waffensysteme in Rußland erprobt und getestet haben und ein Ausbildungslager für die Deutschen waren.
In dem Vertrag von Rapallo wurde das aber nicht geregelt, viele Diplomaten mussten davon gar nichts.
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Die Geschichte ist geschrieben,
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26.06.2007, 16:10
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.222
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Zitat von awolf
Das ist nicht ganz richtig. Deutsche Truppen wurden schon 1919 in Sowjet Russland ausgebildet.
Halte ich für absolut unwahrscheinlich, da 1919 noch Freikorps in im Baltikum die Stellung gegen die rote Armee gehalten haben - und das mit deutschen und alliierten Einverständnis.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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26.06.2007, 17:48
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Tribun
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Registriert seit: 08.02.2007
Ort: Lahnstein
Beiträge: 79
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Guter Einwand, war natürlich 1922.
1919 waren auch beide Länder mit Ihren Inneren Unruhen beschäftigt um in Russland irgendetwas auf zubauen.
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03.07.2007, 18:30
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Tribun
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Registriert seit: 08.02.2007
Ort: Lahnstein
Beiträge: 79
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Buchtipp
Zum Abschluß wollte ich noch einen Buch Tipp los werden, natürlich nur wer sich für Deutsch-Russische Beziehungen Interessiert.
Sebastian Haffner
Der Teufelspakt
50 Jahre Deutsch-russische Beziehung
Das Buch ist von 1968
hat 150 Seiten und ist schon Antiquariatisch, ist aber zuempfehlen.
Noch andere Tipps für mich?!
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von den Augen der sie betrachtet.
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03.07.2007, 19:47
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Zitat von awolf
Zum Abschluß wollte ich noch einen Buch Tipp los werden, natürlich nur wer sich für Deutsch-Russische Beziehungen Interessiert.
Sebastian Haffner
Der Teufelspakt
50 Jahre Deutsch-russische Beziehung
Das Buch ist von 1968
hat 150 Seiten und ist schon Antiquariatisch, ist aber zuempfehlen.
Noch andere Tipps für mich?!
"1939 - Der Krieg der viele Väter hatte"
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03.07.2007, 19:50
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.222
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Wir sind hier nicht im Verschwörungstheorienthread....
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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03.07.2007, 21:29
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Tribun
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Registriert seit: 08.02.2007
Ort: Lahnstein
Beiträge: 79
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Zitat von Wulfnoth
Wir sind hier nicht im Verschwörungstheorienthread.... 
Auf wen oder was beziehst du das, auf Haffner????
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Die Geschichte ist geschrieben,
aber sie trägt immer noch die Welt,
und die Perspektive ist abhängig,
von den Augen der sie betrachtet.
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03.07.2007, 23:01
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Zitat von awolf
Auf wen oder was beziehst du das, auf Haffner????
Muss wohl. Denn Hafner ist kein Historiker und schreibt aus Erfahrung. Daraus macht er keinen Hehl und ich muss zugeben, dass ihm das recht gut gelingt. Von "Bismarck bis Hitler" ist ein gutes Buch. Hat spaß gemacht zu lesen.
Schultze-Rhonhof ist auch kein Historiker aber sein Buch ist im Grunde eine Sammlung von Akten und Quellen. Diese listet er Chronologisch auf und zeigt die Geschichte so objektiv und unvoreingenommen von allen Seiten:
Der Autor betrachtet die deutsche Geschichte zwischen 1919 und 1939 nicht isoliert, sondern im gesamteuropäischen Kontext. England als ehemalige Weltmacht, deren Bestreben es immer noch war für eine "Balance of Power" in Europa zu sorgen. Frankreichs Rivalitäten mit Deutschland in Bezug auf Elsaß-Lothringen und das gespannte Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland führten zu langwierigen Interessenkonflikten. Nationale Rivalitäten und das Bestreben ständig die eigene Position zu verbessern, sorgten für endlose Konflikte. Kein europäischer Staat war zu einer überegionalen Führungsrolle fähig. Die USA verhielten sich lange Zeit neutral und Rußland begann erst seine expansiven Kräfte zu formieren....
Gerd Schultze-Rhonhof zeigt dem Leser in seinem Buch eine andere Geschichte, als in Schulbüchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu lesen ist. Er bestreitet nicht die Verbrechen des Nationalsozialimus, aber er bleibt objektiv und fair. Von einer deutschen Alleinschuld kann keine Rede sein. Zu groß war die allgemeine Kriegslüsternheit und zu viele Nationen waren nicht bereit die Bedingungen des Vertrags von Versailles zu erfüllen....
http://www.inkultura-online.de/rhonhof.htm
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04.07.2007, 00:16
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 779
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Zitat von mozart
Schultze-Rhonhof ist auch kein Historiker aber sein Buch ist im Grunde eine Sammlung von Akten und Quellen. Diese listet er Chronologisch auf und zeigt die Geschichte so objektiv und unvoreingenommen von allen Seiten
Wenn man ein Buch mit dem Titel "Der Krieg der viele Väter hatte" oder wie auch immer (das politische Spektrum soll im folgenden mal ausgeklammert sein) schreibt, dann hat man auch eine bestimmte Darstellungsabsicht, die man dementsprechend mit Quellen bzw. bereits erbrachter Forschungsleistung zu beweisen versucht, insofern würde ich nicht von objektiv sprechen.
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μηδὲν ἄγαν
Geändert von Draconarius (04.07.2007 um 00:24 Uhr).
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