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15.12.2007, 10:40
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.222
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Zitat von Novalis
Richtig. Immerhin war der Sichelschnitt schon Plan B.
Wieso, was war denn Plan A?
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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15.12.2007, 11:07
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Zitat von Wulfnoth
Wieso, was war denn Plan A?
Der Originalplan des OKH sah einen Angriffsschwerpunkt im Norden der Front. Die Möglichkeit eines Panzervorstoßes durch die Ardennen hatte man völlig abgelehnt und den unbequemen Manstein, der das vorgeschlagen hatte, wegversetzt.
Allerdings geriet der Plan in Alliierte Hände, da ein Offizier mit den Plänen entgegen eines Flugverbotes für derartige Geheimsachen, über Belgien abgestürzt war und nicht in der Lage gewesen ist, die Pläne zu verbrennen.
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16.12.2007, 16:04
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Das die Offensive nicht gleich zu Beginn, bevor diese überhaupt richtig begonnen hatte, von den Alliierten zusammengebombt worden war, ist schon ein kleines Wunder.
Kleist hatte mit seiner alles entscheidenden Panzergruppe, die immerhin über 40.000 Fahrzeuge umfasste, nur äußerst spärliche 4 Marschstraßen durch die Ardennen zugewiesen bekommen. Kleist seine massiven Proteste beim Oberkommando der Heeresgruppe A sind ergebnislos geblieben. Das Resultat war, das auf allen 4 Straßen ein gigantisches Chaos entstand, in dem sich die Fahrzeuge drängten und stauten. Wenn zu diesem Zeitpunkt die französischen und britischen Luftstreitkräfte hier gehandelt hätten, hätte dies fatale Folgen für die Offensive gehabt.
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16.12.2007, 18:14
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Zitat von Bruckner
Das die Offensive nicht gleich zu Beginn, bevor diese überhaupt richtig begonnen hatte, von den Alliierten zusammengebombt worden war, ist schon ein kleines Wunder.
Kleist hatte mit seiner alles entscheidenden Panzergruppe, die immerhin über 40.000 Fahrzeuge umfasste, nur äußerst spärliche 4 Marschstraßen durch die Ardennen zugewiesen bekommen. Kleist seine massiven Proteste beim Oberkommando der Heeresgruppe A sind ergebnislos geblieben. Das Resultat war, das auf allen 4 Straßen ein gigantisches Chaos entstand, in dem sich die Fahrzeuge drängten und stauten. Wenn zu diesem Zeitpunkt die französischen und britischen Luftstreitkräfte hier gehandelt hätten, hätte dies fatale Folgen für die Offensive gehabt.
Wenn nicht, wie geschehen, die Luftwaffe die zahlenmäßig ebenbürtig, qualitativ überlegen war, einen Schutzschild über diese Verbände bis weit nach Frankreich hinein gebildet hätte - wie es auch der Plan vorsah.
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16.12.2007, 20:12
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Eines der wichtigsten Elemente des kühnen Sichelschnittplans von von Manstein war bestimmt das Überraschungsmoment. Wie sollte es gelingen, eine derartige große Massierung von Panzern und Fahrzeugen auf so dicht gedrängten Raum zu verbergen?
Besaß die Luftwaffe denn zu diesem frühen Zeitpunkt schon die Lufthoheit?
Warum hat die Luftwaffe nicht das Aufklären der Ardennen durch französische Aufklärungsfluzeuge unterbunden? Schon am 11.Mai wurden die Kolonen in den Ardennen bemerkt. Am 12.Mai geschah dies erneut. Eigenartigerweise haben die verantwortlichen französischen Verantwortlichen nicht aber den Angriffsschwerpunkt erkannt und daraus die entsprechenden Konsequenzen gezogen.
Geändert von Bruckner (16.12.2007 um 20:22 Uhr).
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16.01.2008, 19:40
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Preuße
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Registriert seit: 28.04.2005
Beiträge: 429
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Zitat von Novalis
Allerdings geriet der Plan in Alliierte Hände, da ein Offizier mit den Plänen entgegen eines Flugverbotes für derartige Geheimsachen, über Belgien abgestürzt war und nicht in der Lage gewesen ist, die Pläne zu verbrennen.
Das gab aber nicht den Ausschlag für die Entscheidung, daß man Mansteins Plan schlußendlich dennoch annahm.
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17.01.2008, 08:27
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Zitat von Ar-Pharazon
Das gab aber nicht den Ausschlag für die Entscheidung, daß man Mansteins Plan schlußendlich dennoch annahm.
Sondern?
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17.01.2008, 09:25
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Novalis liegt meines Wissens nach richtig.
Es handelte sich um die Notlandung zweier deutscher Offiziere bei Mechelen im Januar 1940.
Bei Maurois, Tragödie Frankreich Seite 85, läßt sich folgendes nachlesen:
"Die Deutschen wußten genau, welche Bewegungen wir im Fall einer Invasions Belgiens unternehmen würden, weil wir die Freundlichkeit gehabt hatten, unter ihren Augen eine Hauptprobe dafür zu veranstalten.
Das kam folgendermaßen. Eines Tages machte ein deutsches Flugzeug in Belgien eine Landung. Seine Insassen waren Generalstabsoffiziere, die einen......Plan zur Invasion Belgiens an einen bestimmten Datum mit sich trugen. Sie versuchten zum Schein, ihre Dokumente zu verbrennen, sorgten aber dafür, dass ihnen das nicht gelang. Wir wurden sofort davon eingehend unterrichtet. [...............] Dann wurden gewaltige Truppenbewegungen durchgeführt, sämtliche Reserven an die Front geschoben und die Deutschen beobachteten von ihren Erkundungsfluzeugen aus all diese Bewegungen und zeichneten sie sich sorgfältig auf, wahrscheinlich überrascht über den Erfolg einer Kriegslist, die so uralt und durchsichtig war."
Nur, es war keine Kriegslist, es war ganz einfach ein "Betriebsunfall" und die Pläne waren zu jenem Zeitpunkt aktuell. Das führte schließlich zu der Annahme des genialen Plans von Erich von Manstein.
Die Wehrmacht war nun genau darüber im Bilde, was die Alliierten planten und man konnte dies nun bei den eigenen Überlegungen und Planungen entsprechend berücksichtigen.
Geändert von Bruckner (17.01.2008 um 09:29 Uhr).
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17.01.2008, 18:46
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Preuße
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Registriert seit: 28.04.2005
Beiträge: 429
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Zitat von Bruckner
Nur, es war keine Kriegslist, es war ganz einfach ein "Betriebsunfall" und die Pläne waren zu jenem Zeitpunkt aktuell. Das führte schließlich zu der Annahme des genialen Plans von Erich von Manstein.
Die Wehrmacht war nun genau darüber im Bilde, was die Alliierten planten und man konnte dies nun bei den eigenen Überlegungen und Planungen entsprechend berücksichtigen.
Falls ich in den nächsten Tagen Zeit dafür habe, werde ich einen Text zu diesem Thema schreiben. Fakt ist, daß dieser Absturz nicht den Ausschlag für die Entscheidung für Mansteins Plan gab.
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19.01.2008, 17:34
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Zitat von Ar-Pharazon
Falls ich in den nächsten Tagen Zeit dafür habe, werde ich einen Text zu diesem Thema schreiben. Fakt ist, daß dieser Absturz nicht den Ausschlag für die Entscheidung für Mansteins Plan gab.
*wart*
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26.01.2008, 13:09
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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@Ar-Pharazon
Was waren denn nun die Gründe, die zur Annahme von Mansteins Plan führten?
__________________
"Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden." [Walter von Siemens]
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27.01.2008, 16:42
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Preuße
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Registriert seit: 28.04.2005
Beiträge: 429
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Zitat von Bruckner
@Ar-Pharazon
Was waren denn nun die Gründe, die zur Annahme von Mansteins Plan führten?
Plump gesagt, die Einsicht der Generalität, daß die Wiederauflage des Schlieffen-Plans zu phantasielos war, und der Widerwille Hitlers gegen die ursprüngliche Planung des Generalstabes. Man muß in diesem Zusammenhang auch bedenken, daß Hitler schon früher, also vor dem angeblich ausschlaggebenden Zwischenfall bei Mecheln, einen Angriff bei Sedan ins Auge gefaßt hatte. Mansteins Überlegungen deckten sich vordergründig mit seinen Überlegungen. Auch die Generalität hatte zwischenzeitlich die Realisierbarkeit des mansteinschen Planes geprüft und diesen für machbar befunden, sodaß es schlußendlich zur Annahme des Planes von Manstein kam.
Die englische Wikipedia gibt diesen Sachverhalt überzeugend wieder, ganz im Gegensatz zur deutschen, die die Legende von der Entscheidung durch den Flugzeugabsturz ausgeht.
Zitat von Wikipedia
Plan revisions
The crash in Belgium of a light plane (known as the Mechelen affair) on 10 January 1940, carrying two German officers with a copy of the latest version of Aufmarschanweisung N°2 forced Hitler to again postpone the invasion. It has often been suggested this incident was the cause of a drastic change in German plans, but this is incorrect; in fact a reformulation of them later on 30 January, Aufmarschanweisung N°3, Fall Gelb, basically conformed to the earlier versions.[10] On 27 January, Von Manstein was promoted commander of an army corps in Prussia, to begin his command in Stettin on 9 February. This move was instigated by Halder to remove Von Manstein from influence. His indignant staff then brought his case to the attention of Hitler, who was informed of it on 2 February. Von Manstein was invited to explain his proposal to the Führer personally in Berlin on 17 February; much impressed by it, Hitler the next day ordered the plans to be changed in accordance with Von Manstein's ideas. They mainly appealed to Hitler because they at last offered some real hope of a cheap victory.
Wer sich näher über diesen Sachverhalt informieren möchte, dem sei das Buch "Blitzkrieg-Legende" von Karl-Heinz Frieser empfohlen.
__________________
Was wir hier in diesem Land brauchen sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören - in ihre Löcher.
Franz-Josef Strauß
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27.01.2008, 16:55
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Quaestor
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Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
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Sehr informativ. Besten Dank.
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"Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden." [Walter von Siemens]
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27.01.2008, 18:35
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Nunja, eine Wikipedia-Quelle gegen eine andere Wikipedia-Quelle...
Beides eigentlich keine vernünftige Grundlage.
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27.01.2008, 18:46
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.222
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Zitat von Novalis
Nunja, eine Wikipedia-Quelle gegen eine andere Wikipedia-Quelle...
Beides eigentlich keine vernünftige Grundlage.
Genau genommen ist es nicht einmal eine Quelle, sondern ein Literaturverweis aber das haben wir ja im Forum schon x mal besprochen.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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