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05.06.2007, 23:18
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 414
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Sorben & Wenden im 3. Reich
habe letztens etwas gelesen daß mir bis dato noch gar nicht bewußt gewesen ist, daß nämlich in deutschland eine slawische bevölkerungsgrupe seit über 1000 jahren lebt, die sorben und wenden. was ich mich dabei gefragt habe ist inwiefern diese im 3. reich behelligt wurden. sind ihnen ihre slawischen ur- ur- ur- und noch ein paar urs- hinterher wurzeln zum verhängnis geworden ? oder gab es dort auch eine aberwitzige rechung a la wenn deine großmutter 3/4 jüdisch dein großvater 1/8 jüdisch waren kommst du gerade noch ums kz drum rum, sie sich also das "germanentum" juristisch ersessen haben?
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06.06.2007, 12:14
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
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Ich glaube mich zu erinnern, dass Sie ebenfalls diskriminiert wurden, aber nicht in dem Maße, wie es bei Juden der Fall war. So hat es mir zumindestens meine Mutter erzählt, und die lebte in der Nähe der Sorbischen Siedlungsarea. Ich glaube, Sie durften nur noch Deutsch reden,etc. Klassischer Germanisierungsprozess.
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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06.06.2007, 12:17
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.223
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Ich glaube wir haben schon einmal drüber gesprochen aber ich finde es trotzdem unglaublich faszinierend, dass eine Kultur und Sprache dermaßen lange in einem Land mit anderer Kultur und Sprache behaupten kann. Vor allem weil deren Siedlungsgebiet ja keine unzugängliche Gebirgsregion etc. gewesen ist sondern genau in Richtung des mittelalterlichen Kolonialisationsbereich der Deutschen lag.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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06.06.2007, 13:45
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 730
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Fällt das sorbische Sieldungsgebiet nicht u.a. in das Gebiet des Sprewaldes? Ist ziemlich unzugänglich (zwar keine Berge, sonder Flüsse & Sümpfe, aber was solls).
Im 3.Reich war auf alle Fälle der Gebrauch der sorbische Sprache verboten, oder überhaupt das Leben der eigenen Kultur (und dafür wurden Menschen auch hart bestraft, weiß nicht ob mit KZ), aber es gab meines Wissens keinen organisierten Massenmord wie im Falle der Juden u.a. Opfergruppen.
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06.06.2007, 15:31
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 414
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also ist "nur" das ausleben ihrer kultur bestraft worden aber nicht die zugehörigkeit zu einer "nichtarischen" bevölkerungsgruppe?
wie lange haben sie eigentlich hauptsächlich ihre eigene sprache benutzt und ihre kultur gelebt ? bis zum dritten reich oder war es schon vorher irgendwann vorbei ? wann hat denn die christianisierung bei ihnen eingesetzt ?
hat jetzt wohl weniger mit dem hauptthema drittes reich zu tun aber wenn wir schon mal dabei sind.
Geändert von rasputin753 (06.06.2007 um 15:33 Uhr).
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06.06.2007, 18:07
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 730
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Die sorbische Sprache wird heut noch gesprochen; in Cottbus & Umgebung sind die Straßenaschilder zweisprachig, und es gibt (glaub ich) auch Schulunterricht in sorbischer Sprache. Die Sorben sind (zusammen mit dem Dänen in Schleswig-Holstein) die einzig anerkannte ethnische Minderheit in Deutschland; d.h. vor allem, dass für sie die 5%-Klausel bei Landtagswahlen nicht gilt (bisher gibts aber keine sorbische Partei, die dass in Anspruch nimmt, im Gegensatz zum dänischen SSW), und halt diese kulturelle Dinge wie Unterricht in der Muttersprache.
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06.06.2007, 18:12
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 414
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die friesen sind doch eine anerkannte minderheit habe ich gedacht. ich war auch mal in chosebuz.. (ob ich das richtig geschrieben habe .. ich glaube nicht) bzw. cottbus. aber wird die sprache tatsächlich noch im alltag verwendet ?
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06.06.2007, 18:54
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.223
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Sicher mit den Friesen? Ich weiß nur dass Plattdüütsch eine anerkannte Sprache ist und in den Behörden theoretisch von mindestens einem Mitarbeiter verstanden werden muss.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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06.06.2007, 18:55
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 730
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Also, es gibt einen sorbischen Kulturverband (krieg den Namen nicht mehr zusammen; Drobdrudscha oder so), der diese Sprache und Kultur pflegt; wie gesagt, ich glaub auch Unterricht für sorbische Kinder (in einigen Fächern). Es ist also eine lebende Sprache (auch wenn bestimmt jeder Sorbe auch Deutsch spricht). Wieviele Familien zu Hause sorbisch reden, an wievielen Skattischen in sorbisch gereizt wird? Keinen Plan...
Friesen sind keine anerkannte Minderheit, so weit ich weiß (die Sache mit der 5%-Klausel...), über die Sprache weiß ich nichts.
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06.06.2007, 18:57
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 414
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habe gerade nochmal nachgeschaut und die friesen sind anscheinend doch eine anerkannte minderheit. http://de.wikipedia.org/wiki/Friesen
habe auch mal die sorben gegoogelt. gibt in deutschland anscheinend noch 60000 sprecher.
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06.06.2007, 19:02
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 730
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Zitat von rasputin753
Man lernte nie aus; war fest überzeugt, es gäbe nur zwei offizielle Minderheiten in Dtld.
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07.06.2007, 16:23
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 414
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gibt sogar 4. die sinti und roma sind auch als solche anerkannt, wohingegen ich nicht weiß ob die jenischen dazugehören.
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18.10.2007, 23:05
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Plebejer
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Registriert seit: 18.10.2007
Beiträge: 32
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Hallo,
vielliecht nur so als Ergänzung was die Sorben in der Gegenwart betrifft:
In Cottbus gibt es ein Niedersorbisches Gymnasium, an welcher die Sprache Sorbisch auch Pflichtfach bis zum Abitur ist. Also Unterricht gibt es gewiss nicht nur für sorbische Schüler.^^
Gewiss wird der Prozentsatz derer, die die Sprache in der Ober- & Niederlausitz wirklich noch alltäglich gebrauchen sehr gering sein. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass dies zum größten Teil auf die ältere Bevölkerung vom Land zutreffen wird.
Unabhängig davon werden gerade auch in den Dörfern, wobei ich mich hier besonders auf die Niederlausitz und den Umkreis von Cottbus beziehe, die typischen Feste regelmäßig und mit einer beträchtlichen Anteilanhme weiterhin rege begangen - auch von der Jugend.
LG Dora
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