07.09.2008 - 12:23
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #1  
Alt 28.06.2008, 23:16
möchtegern Historiker
 
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Die Waffen SS

Hallo ich interessiere mich sehr für die Waffen SS . Es ist ja sehr viel über die Totenkopfverbände etc. bekannt nun will ich eurer Wissen mal so kennenlernen so über die LAH etc. mfg willi ^^
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  #2  
Alt 29.06.2008, 11:02
Plebejer
 
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Nun die Frage ist, was du genau wissen möchtest. Es gibt ja auch einiges im Internet nachzulesen.

Ich gebe dir mal eine Antwort aus dem Bauch heraus ohne groß Details nachzuschlagen und beschränke mich zumeist auf militärische Ausführungen:

Anfangs bestand die Waffen-SS aus ausgewählten Männern (hohe körperliche sowie ethnische Merkmale mussten erfüllt werden, z.B wurde von Sepp Dietrich verlangt: mind. 180 cm Größe, keine kriminelle Vergangenheit, arische Herkunft musste nachgewiesen werden, keine Zahnplombe (!!!) usw.). Ihre Ausbildung wurde nicht von Wehrmachts(unter-)offizieren getragen sondern von einfachen "Bauernsöhnen"-Offizieren aus dem Volke, die jedoch oft einen Mangel an Kampferfahrung hatten. Daher gab es anfangs einen erheblichen Mangel an taktischer Ausbildung, was sich bitter rächen wird (unter anderem ein Grund für die hohen Ausfallrate in den Kampfhandlungen).

Warum ging ein junger Mann zur Waffen-SS? Vorherrschend war sicherlich der Wunsch einer Elitedivision anzugehören. Vorallem die Burschen ländlicher Gebiete sahen sich angesprochen, was sich in Russland positiv auf das Leben im Felde auswirken sollte.

Es waren großteils politische Soldaten, die sich mit der NS-Ideologie identifizierten und daher dem Gegner bereits mit einer ganz anderen Einstellung gegenübertraten. Ihre Verbissenheit und Verlässlichkeit sorgten dafür, dass sie als "Feurwehr" an der Ostfront zum Einsatz kamen.

Mit zunehmender Ausdünnung der Reihen und Himmlers Ambitionen wurden die Aufnahmekriterien stark heruntergesetzt, sodass man in den letzten 2 Jahren die stark zunehmenden Waffen-SS Divisionen nicht mehr mit jenen von 40' vergleichen konnte. (just my opinion)

Aus der Erfahrung meiner Diskussionen mit Veteranen, waren die Waffen-SS'ler bei der Wehrmacht sehr unbeliebt, da sie nach Ansicht der Wehrmacht stets "bevorzugt" wurden (neueste Waffen, mobil, etc). So wurde mir berichtet, dass während sich die Landser (in Russland) zu Fuß abschleppten die Waffen-SS'ler mit dem LKW hupend an den Reihen vorbei transportiert wurde. Der Hintergrund interessiert in diesem Falle dem Landser nicht - er sieht, dass er völlig erschöpft marschieren muss und diese 'arroganten' SS'ler sich auf dem LKW ausruhen können.

Repräsentativ vielleicht auch jener Augenzeugenbericht eines Stalingrad-Überlebenden:
Vor Leningrad schritt ein Waffen-SS'ler mit seinen hervorstechenden Runen am Halskragen den Schützengraben ab. Aufrecht wohlgemerkt, sodass er ein hervorragendes Ziel für Scharfschützen abgab.


Zusammenfassung: "Meine Ehre heißt Treue" - Dem Wahlspruch der Waffen-SS wurde gefolgt. Ohne Zweifel waren die Waffen-SS Divisionen gefürchtete Gegner mit fanatischer Verbissenheit und gefüllt mit erstklassigen Soldaten. Nach Williamson Hitlers optimale Instrumente der Macht.

Geändert von Babenberger (29.06.2008 um 11:38 Uhr).
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  #3  
Alt 29.06.2008, 11:49
Ädil
 
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Hinzufügen kann man den Ruf als Frontfeuerwehr, der allerdings mit hohem Blutzoll erworben wurde.
Der normale Landser was meistens ganz froh darüber, wenn neben ihm eine Einheit der Waffen-SS lag.
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  #4  
Alt 29.06.2008, 12:30
möchtegern Historiker
 
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ja danke nun ja die Frage die ich mir stelle ist ein wenig umfangreich nun am besten teil ich sie auf . Also mein Opa wurde gefragt ob er in die SS eintreten wollte da er gut in Mathe war und blaue augen hatte nun ja aber was nicht passt ist das er keine 178 cm groß war das wäre doch ein Bruch innerhalb einer Eliteeinheit gewesen . Nun auch frag ich mich warum aus der Schutzstaffel ein militärischer Arm hervorgerufen wurde die SS wurde ja gegründet die nur dem Führer und der Partei unterstellt ist und auch hier bedingungslos und bedenkenlos zu handeln nun ja warum wurde aus der LAH die Waffen SS mit mehr als 950 000 Mann (Stand 1944 ) ??? Könnt ihr mir da so bissel weiterhelfen ? nun ja auch mit dem Ruf dder Frontfeuerwehr ist ja dies da die SS keinen Schritt zurück ging ihr Motto lautete DEN TOD geben den TOD nehmen nun ja wenn man eine Division mit solchen Soldaten auf das Kampffeld schicken kann so denke ich es hat man einen psychologischen Vorteil den man aber auch niocht immer ausspielen kann .
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  #5  
Alt 29.06.2008, 12:50
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The Censor
 
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Satzzeichen und Absätze bitte nicht vergessen, das ist ja ganz schwer zu lesen!

Warum aus der SS noch ein militärischer Arm neben der Wehrmacht gegründet wurde ist eigentlich nicht so schwer zu erklären.
Der NS-Staat kannte neben Hitler auch noch andere wichtige Persönlichkeiten, die um Einfluss rangen. Göring hatte seine Luftwaffe und die Wehrmacht unterstand Keitel bzw. Hitler direkt. Himmler schuf sich mit der Waffen-SS seine persönliche Fronteinheit.

Zudem waren Kompetenzüberschneidungen zwischen Reichs- und Parteiinstitutionen ein Kernelement des NS-Staates. Viele Posten waren doppelt und dreifach vergeben und Zuständigkeiten von Gauleitern, Reichsstatthaltern, Ministern, Ministerpräsidenten, Wehrmachtsführung, SS-Führung etc. nicht genau definiert. Selbst innerhalb desselben Bereiches konkurrierten viele Abteilungen. Passend zu diesem Thema ist da der Sicherheitsbereich unter Himmler, da gab es neben der SS auch die Gestapo, aber die alte Polizei bestand auch weiter. Letztere unterstand dann meines Wissens nach auch noch teilweise dem preußischen Ministerpräsidenten Göring.

Einerseits konnte man mit diesem System der dopelten Kompetenz viele Leute mit hohen Posten bedenken, andererseits konnte Hitler sich so eine unangefochtene Stellung als Führer sichern, weil nur er im Zweifelsfall entscheiden konnte und durfte, wer welche Kompetenzen hat. Zudem waren sich viele der hohen Tiere im Staat, eben aufgrund dieser Kompetenzüberschneidungen/-streitereien spinnefeind. Opposition gegen den Führeranspruch Hitlers wurde damit von vornherein untergraben.
Innerhalb dieses Systems muss man ganz klar die Waffen-SS sehen.
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  #6  
Alt 29.06.2008, 18:57
möchtegern Historiker
 
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Nun ja erstmal entschuldige ich wegen den fehlenden Satzzeichen .
Gut die WSS war eine Elitetruppe deren Ruf es immer war eine stehende Truppe auf dem Kampfgebiet war. Um nun auf die These des ausruhenden SS-Soldaten zurückzukommen die Waffen SS zb. speziell die LAH war ja die 1.SS-Panzerdivision Adolf Hitler deren Mobilität steckt ja nun schon im Namen "Panzerdivision". Ich denke ihr kennt alle die Erzählnisse von anderen Soldaten seien es dt. Landser oder amer. Gis's oder russ. Soldaten wenn die SS an ihren Einsatzort kam konnte sie hervorstechen indem ihre Kampfeinheiten gut ausgerüstet waren und zudem auch körperlich nicht durch zB. durch einen langen Marsch beansprucht. Man kann schon sagen die Waffen-SS stand in einem Konkurrenzkampf zu der Wehrmacht. Diese These kann man aufstellen da moderne Waffen wie zB. der Tiger meist der SS vorbehalten war oder in der Feldausrüstung musste die WH auch öfters die zB. alten "Winteruniformen" der WSS "nachtragen". ICh denke ihr kennt jeder die Bilder aus dem Frankreichfeldzug wo der Naschub für die Lah einfach am Straßenrand liegt. Nun ja es ist ja auch bekannt das die WSS sehr verschwänderisch war. Nun ja @Wulfnoth deine Antwort erinnert mich sehr an das Buch Der SS-Staat . MFG Willi
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  #7  
Alt 29.06.2008, 19:18
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Keine Ahnung, ich kenn das Buch der SS-Staat nicht.
Meine Antwort ist allerdings gängige Lehrmeinung, wird sogar in Schulen so gelehrt. Folglich dürfte man sie überall finden
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  #8  
Alt 29.06.2008, 22:50
Ädil
 
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Die besondere Ausrüstung der SS lag aber nicht unbedingt an ihrem Ruf als Elite, sondern war ganz einfach so gewollt.
Der Wehrmacht hat Hitler nie ganz vertraut und auch die Zukunft hätte nicht der Wehrmacht, sondern einer ideologisch ergebenen Armee gehört.

Wäre man nicht auf die Kompetenz der Wehrmachtführung angewiesen, es wäre damals schon aus der SA das neue Heer erwachsen.
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  #9  
Alt 29.06.2008, 23:14
möchtegern Historiker
 
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Nun ja da hast du Recht nur musst du beachten das die SS aus der SA hervorging.
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  #10  
Alt 01.07.2008, 16:52
Plebejer
 
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Meiner angelesenen Kenntnis nach reicht die Waffen-SS schon in die dreissiger Jahre zurück, als die SS das Recht zugesprochen bekam, eine Division aufzustellen und entsprechend zu bewaffnen. Neben dem Mißtrauen Hitlers gegenüber der Wehrmacht und ihrem Offizierskorps spielte dabei auch der Ehrgeiz von Heinrich Himmler und des hinter ihm stehenden Reinhard Heidrich eine Rolle, ihre Machtposition immer weiter auszubauen. Auch im Krieg war es nicht unerheblich, daß die Ersatztruppenteile der sprunghaft wachsenden SS-Verbände schon von Anfang an dem Reichsführer SS unterstanden und nicht dem Oberbefehlshaber des Ersatzheeres - nach dem 20. Juli 1944 konnte Himmler auch diese machtvolle Position für sich ergeiern, von der aus er sich schließlich bis zum Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe aufschwingen konnte, und ganz zum Schluß im Elsaß und an der Ostfront "Feldherr spielen" durfte.

Der Begriff der Eliteeinheit ist sicherlich nicht falsch. Sehr bekannt sind die Panzer(grenadier)divisionen der Waffen-SS gewesen, und einige ihrer Kommandeure wie der legendäre Sepp Dietrich waren aufgrund ihrer Beliebtheit bei ihrer Truppe auch selbst in einer gewissen Machtposition anderweitigen Befehlshabern gegenüber. Hinzu kam, daß sie zwar immer wieder formell Wehrmachtsbefehlshabern unterstellt waren - aber disziplinarisch weiterhin dem Reichsführer SS unterstanden, so daß sie der disziplinarischen Kontrolle ihrer Wehrmachtsbefehlshaber weitgehend entzogen waren.

Die Truppe soll zumindest in den Anfängen mit einem enormen Blutzoll gekämpft haben getreu der dräuenden SS-Devise, daß es das eigene Schicksal sei, "den Tod zu geben und den Tod zu nehmen". Im weiteren Kriegsverlauf soll sich das insofern im Wortsinne draufgängerische Verhalten dem der übrigen Wehrmacht weitgehend angeglichen haben.

Auch die Bevorzugung mit Ausrüstung, Verpflegung usw. wird übereinstimmend von allen Autoren berichtet.

Je weiter der Krieg fortschritt, um so mehr haben sich indessen die Verhältnisse aneinander angeglichen. Man konnte späterhin auch ohne seinen Willen zur Waffen-SS versetzt oder eingezogen werden. Das hängt auch damit zusammen, daß die Wehrmacht als eigenständige Institution immer weiter zurückgedränkt wurde, erst recht nach dem 20. Juli. Ich vermute, daß es gegen Kriegsende wirklich nur noch Unterschiede in Ausrüstung und Verpflegung gewesen waren, die die Divisionen der Waffen-SS von den normalen Wehrmachtseinheiten unterschieden haben.

Ob die Waffen-SS in signifikantem Maße in Kriegsverbrechen oder den Völkermord involviert gewesen war, vermag ich nicht zu sagen. Ich meine aber, daß man auf jeden Fall einen großen Unterschied zwischen der Waffen-SS und der "Allgemeinen SS" machen muß, die bekanntlich die wesentlichen unmittelbaren Ausführer der diversen Völkermorde gewesen waren.
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  #11  
Alt 01.07.2008, 17:11
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Waffen-SS ? Wikipedia
Ich denke das ist ausführlich genug zur Verbrechensfrage. Die Waffen-SS war einfach überdurchschnittlich ideologisch, was zwingend überdurchschnittliche Verbrechensraten zur Folge hatte. Auch wenn sie anscheinend nicht zwingend für Verbrechen herangezogen wurde.
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  #12  
Alt 01.07.2008, 22:03
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Über die SS gibt es mehr Literatur als man lesen kann. Vor allem unter englischen Verfassern findet man relativ oft Bewunderer, die ein deutscher Autor so nicht formulieren kann – und so auch nicht angemessen ist.

Die SS wurde in Nürnberg nicht per se als verbrecherische Organisation eingestuft, ehemalige SS-ler hatten sich in der Nachkriegszeit aber in der Regel einer Entnazifizierung zu stellen. Wichtig ist vor allem der anfängliche Unterschied zwischen „allgemeiner SS“ (Anfangs eher eine Art von Schützenverein mit Freizeit-Uniformierten) und der Waffen-SS. Letztere war der bewaffnete Arm, die oft vereinfachend als „4. Waffengattung“ der Wehrmacht bezeichnet wurde. Die KZ-Wächter waren Anfangs die Angehörigen der „Totenkopfverbände“. So leicht lassen sich diese 3 Gruppen aber nicht auseinander halten, vor allem nicht die Totenkopfverbände, die schon für 1940 Soldaten für die SS-Division „Totenkopf“ stellte und in der es einen Austausch mit „Wachpersonal“ am ehesten geben konnte. Letztlich wurden die Totenkopfverbände mit der Waffen-SS verschmolzen. Noch komplizierter wird es nach dem missglückten Stauffenberg-Attentat, als der Chef der SS: Heinrich Himmler zum Kommandeur des „Ersatzheeres“ der Wehrmacht ernannt wurde.

Dieser auf den ersten Blick so harmlose Fakt war eine unglaubliche Änderung! Damit hatte Himmler zukünftig die Neuaushebungen und Neurekrutierungen aller Jahrgänge der deutschen Bevölkerung zur „Wehrmacht“ einzuziehen und die Verantwortung für ihre Ausbildung und ihrer Zuweisung zu den Einheiten. Was bedeutete das? Von nun an war die SS nicht mehr ein Mix aus deutschen „Freiwilligen“ und fremden Staatsangehörigen (Ausländer…), sondern Himmler leitete der SS die körperlich geeignetsten Rekruten normaler Wehrpflichtiger zu, ohne das den Männern eine echte Wahl blieb zur regulären Wehrmacht zu kommen. Es war quasi der Höhepunkt Himmlerscher Macht im Nationalsozialismus! Die ständigen Reibereien der verschiedenen staatlich- halbstaatlich- partei- oder schlicht „hausmacht“- Organisationen der „Großen“ des Reiches hat bereits Wulfnoth angesprochen. Einen sehr subtilen Eindruck von dem Gerangel findet sich in den Veröffentlichungen des ehemaligen Rüstungsministers (und verurteilten Kriegsverbrechers) Albert Speer. Die Konfrontation auf vielen, ursprünglich rüstungstechnischen Gebieten zwischen Speers Ministerium und Himmlers SS lesen sich wie die Themen zu einem dunklen Roman, wobei ja klar ist von wem die Berichte stammen!

Typisch bei diesem Thema ist dabei auch der Anachronismus wie die SS ursprünglich zu ihren Soldaten kam, denn regulär war jeder Deutsche wehrpflichtig, also hatte in der Wehrmacht zu dienen. Die SS suchte nach Auswegen, zuerst um ihre eigenen Männer davor zu bewahren zur Wehrmacht eingezogen zu werden, dann nach Ersatz. Dabei war ein Ausweg, die aus logischen Gründen nicht wehrpflichtigen Polizisten in die SS zu überführen, denn Himmler hatte als Chef der Polizei Zugriff auf die Polizei! Es gelang ihm auf diese Weise bis 1940, die (übrigens recht wenig effektive) SS-Polizeidivision aufzustellen, daneben die ursprünglich regimentsgroße LAH zur Brigade zu erweitern und schließlich zur Division. Dazu kamen Männer ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die sich aber für die deutsche Seite engagieren wollten. Man verhinderte diesen Männern den Gang zur Wehrmacht und erschloss sich dadurch Zugriff zu einem erheblichen Menschenpotential, bei deren Erschließung es keinen Kampf mit der anfangs übermächtigen Wehrmachtsbürokratie geben musste. Solche Männer waren Anfangs überzeugte Nazis, darunter auch Kriegsfreiwillige aus den USA oder der Schweiz… aber das waren Minderheiten. Ein weit größeres Potential waren so genannte „Volksdeutsche“, also Menschen deutscher Abstammung, die nicht innerhalb der Grenzen des Reiches lebten, den Dienst bei der SS verständlicherweise aber dem Dienst in ihren nationalen Armeen vorzogen, wo „Volksdeutsche“ häufig schlecht behandelt oder unterprivilegiert waren. Viele Auslandsdeutsche gab es in Ungarn und Rumänien, sowie in Jugoslawien, während in Polen lebende Deutsche nach der Annektierung zur Wehrmacht kamen. Anfangs hatte auch die Wehrmacht freiwilligen Franzosen, Holländern, Belgiern und später Bürgern der UdSSR ermöglicht in den so genannten „Legionen“ der Wehrmacht bewaffneten Dienst zu leisten. Indem Himmler den anfänglich so beharrlich & effektiv durch die Wehrmacht verteidigtes Recht auf „alle Reichsbürger“ umkehrte, verbot man der Wehrmacht solche Freiwilligentruppen aufzustellen. Die „Legionen“ gingen in der Waffen-SS auf. Nur zum Teil waren sie ideologisch infiziert. Man unterschied in der Spätzeit zwischen „Reichsdeutschen“ und „Volksdeutschen“ Soldaten (wobei sich die Unterschiede zwischen Beiden zunehmend verwischten), sowie westeuropäischen Freiwilligen (sie dienten in „Freiwilligendivisionen“, von denen die Division „Wiking“ die bekannteste wurde) und schließlich Männer nationaler Minderheiten und Kriegswilliger eher östlicher Herkunft, die in den wenig erfolgreichen „Waffendivisionen“ dienten. Letztere konnten nationale Minderheiten sein, von denen sich Himmler viel versprach, wie den muslimischen Bosniaken, aber auch russische Antikommunisten und ähnliche Kämpfer.
Als Elitetruppen der SS galten am ehesten die Panzer- und die Panzergrenadierdivisionen, die auch bevorzugt ausgerüstet waren. Diese Truppen wurden im Laufe des Krieges immer mehr gegenüber den entsprechenden Wehrmachtsverbänden bevorzugt bewaffnet und versorgt. Während die Panzerdivisionen des Heeres mit ihrem erfahrenen Personal ausbluteten, wuchs Himmlers „Panzerarmee“ ständig an. Divisionen mit Reichs- und Volksdeutschen waren in der Regel gut bewaffnet und ausgebildet mit entsprechender Motivation und waren ebenfalls meist „gute“ Kampfformationen. Die alten Freiwilligendivisionen aus Westeuropa schlugen sich ebenfalls sehr gut und waren entsprechend gut bewaffnet und ausgebildet. Unter den Waffendivisionen schwankte Qualität und Ausrüstung ganz erheblich. Die genannten bosnischen Divisionen zeigten keinerlei Kampfgeist und wurden aufgelöst, während etwa finnische SS-Männer sich sehr gut geschlagen zu haben scheinen. Eher Propagandatruppen waren die „Englische“ oder die „Indische“ Legionen, die aus Kriegsgefangenen bestanden und m.W. nie zum Einsatz kamen.

Eine weitere Legende ist die Geschichte von den „Bauernoffizieren“ der Waffen-SS. Ursprünglich bestand sie ja nur aus der persönlichen Leibwache Hitlers, also der späteren „Leibstandarte Adolf Hitler“, die schon vor dem Krieg als Wach- & Eliteregiment häufig in Berlin in Erscheinung trat. Diese „LAH“ des Haudegens Sepp Dietrich war ursprünglich die einzigste, „Wehrmachtsartig“ organisierte und ausgebildete Truppe der SS gewesen. Ihre Ausbildung übernahmen Offiziere und Soldaten des Wehrmacht-Regiments 9, welche die Traditionen der alten kaiserlichen Eliteregimenter fortsetzten und daher im Landserjargon auch gerne die „Graf 9“ genannt wurde. Die SS-Männer widersetzten sich dabei dem Versuch der Vereinnahmung durch die Wehrmacht, indem sie ihre Ideologie herausstellten. Zurück blieb ein zwiespältiges Gefühl… Viele Wehrmachtsoffiziere aus der ehemaligen „Graf 9“ waren später im Widerstand, sie bildeten die ideologischen „Kameraden“ trotzdem sehr gut aus und teilten sich im Vorkriegsdeutschland die Rollen der prestigeträchtigen Auftritte in Berlin mit der „LAH“. Auf dieser schmalen Basis war das Offizierskorps der SS freilich nicht auf Dauer zu füllen. So war es ein ehemaliger Wehrmachtsgeneral mit einem besonderen Trend zum Sportsgeist, Hausser, der die Basis für eigene SS-Offiziersschulen legte und hier beachtliches leistete.

Aus meiner Sicht scheint es in der Waffen-SS alles gegeben zu haben: Vom ideologischen SS-KZ-Mörder und ideologisch überzeugten Soldaten über Anhänger „germanischer Einheitsträume“ und Menschen, die einfach Deutsche bleiben wollten bis hin zu Separatisten, Opportunisten und Leuten, die gegen die Regime in ihrer Heimat kämpfen wollten. Bei Kriegsende dienten derart viele Menschen in der Waffen-SS, das man sie in dieser Hinsicht durchaus in die Nähe eines einfachen „Wehrmachtsteils“ rücken konnte, doch eine solche Erklärung greift viel zu kurz!
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  #13  
Alt 01.07.2008, 22:39
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Ziehst du hier nicht zu harte Grenzen zwischen Parteiorganisationen und Wehrmacht?
Sicher es gab preußisch geprägte Offiziere im Widerstand aber die breite Masse der Offiziere kämpfte bis zum Untergang, ihre ideologische Motivation mal außen vor gelassen.

Muss man die Waffen-SS nicht gerade zu Anfang viel mehr als persönliche Hausmacht Himmlers sehen, der als Polizeichef sich mehr mit dem "inneren Krieg" gegen die Juden und andere Minderheiten, sowie Systemabweichler beschäftigte und sich damit Einfluss auf den Kriegsverlauf sichern wollte. Sein großer Konkurrenz Göring hatte ja ebenfalls eine innenpolitische Position als Ministerpräsident Preußens und gleichzeitig eine Machtposition in der Armee als Chef der Luftwaffe und Reichsmarshall.
Himmler hingegen hatte im 1. Weltkrieg nicht an der Front gedient und hatte somit keine Chance in der standesbewussten Wehrmacht. Diese Möglichkeit einer größeren Einflussnahme war ihm also verwehrt.
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  #14  
Alt 01.07.2008, 23:49
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Konkurrenz im Naziregime

Ich wollte das Wechselspiel der Kräfte bei der ständigen Kompetenzüberschneidung in Hitlers "Führerstaat" an ein paar Beispielen mit beleuchten. Auch um der Glorifizierung der "Waffentaten der SS" nicht das Wort zu reden. Ich habe die Konkurrenz zwischen Wehrmacht und SS hier besonders betont, weil die Waffen-SS ja deren "persönlicher" Konkurrent/Alternativversion als bewaffnete Macht des Reiches wurde. Das ist nicht möglich, wenn ich einfach Parallelen ausleuchte und damit das Spezifische der SS außen vor lasse. Indem ich gleichzeitig herausstelle, das ohne Offiziere alter Prägung (zumindest aus der Reichswehrzeit) der Aufstieg der SS zu einer militärisch schlagkräftigen Truppe so nicht möglich gewesen wäre, ist gleichzeitig eine Verknüpfung gegeben. Die alte "Graf 9" repräsentierte die Elite der Kaiserzeit, deren Traditionen sie fortsetzte. Nicht ihr gehörte in Hitlers Staat die Zukunft. Im Konflikt zwischen Eid/Soldatischem Gehorsam und Distanz zu Teilen der Nazi-Diktatur entschied sich diese alte Elite in der Regel für den soldatischen Gehorsam.
Wundert das wirklich? Es waren Menschen, die ähnliche Traditionen verkörperten, welche der Weimarer Republik die "Dolchstoß-Legende" mit in die Wiege legten! Aus solchem Blickwinkel sollte es nachvollziehbar sein, das ein derartiger Menschenschlag nicht selbst das wagen sollte, was sie 1918 den "Novemberverbrechern" angelastet hatten und selbst als Grund für die Niederlage in diesem neuen Krieg mit einzugehen! Ich glaube dieser Aspekt wird generell zu wenig berücksichtigt in solchen Diskussionen.

Du hast Recht, dass die SS zu Anfang vor allem die persönliche Hausmacht Himmlers war, dessen Rolle als Polizeichef du sehr schön beschreibst. Die SS sollte gemäß der Pläne zu der Ordnungsmacht (des Inneren) des Nazi-Europas nach gewonnenem Krieg werden. Eine Begründung, die auch Hitler gegenüber von Wehrmachtsoffizieren angab, warum die SS auch im Feld ihre Rolle spielen müsse war; dass die SS eben auch in dem 'heroischen Ringen' um Deutschlands Führungsrolle ihren "Mann" stehen müsse. Denn wie stände ein SS-Mann da, wenn er gegen Männer vorgehen müsste, die ihr Blut in den Schlachten des Krieges genau für diesen Staat vergossen gehabt hätten? Also kurz: Die SS solle sich Bewähren und ein Teil des siegreichen Deutschland sein um auch nach dem Kriege Recht auf Existenz zu beweisen.

Hatte ich bisher "nur" die Wehrmacht als Konkurrent der Waffen-SS genannt, ist der Rolle der Waffen-SS geschuldet - eben als bewaffneter Arm der SS, die ihrerseits mehr war als die Waffen-SS (nach der gefragt war). Die SS spielte auch als "Allgemeine SS" eine Rolle. Gerade auch in der Kriegswirtschaft, was den angedeuteten Konflikt von Himmler mit Albert Speer bereits skizziert hat. Himmler hatte es nicht nur verstanden wesentliche Rüstungskapazitäten des "Protektorat Böhmen & Mähren" (etwa die heutige Republik Tschechien ohne Sudetengebieten) für seine SS exklusiv zu sichern, sondern als Sklavenhalter in den KZ und mit Sauckel als "Bevollmächtigten für den Arbeitseinsatz" (sprich "Raub" und Anwerbung ausländischer Arbeiter) einen beachtlichen Teil anderer Produktionskomponenten zur Verfügung. Der Konflikt mit Speer war weit subtiler als mit der Wehrmacht. Im "Protektorat" hatte er durch Heydrich, den "Reichsprotektor" (so was wie ein Regierungschef) und hohen SS-Offizier gewaltige Möglichkeiten. Heydrich war es auch, der für Himmler einen eigenen Geheimdienst aufbaute. Zuerst war das nur der SD, der eine Art von "Meinungsscreening" im Reich durchführte. Doch schon 1940 führte Heydrich seinen Geheimdienst auch im klassischen Ausland mit Agententätigkeiten mit einem spektakulären Streich ein.

Überhaupt erwies sich Himmler als exzellenter Machtspieler, der seinen Einfluss in fast schon feudalistischer Manier auszudehnen verstand. Sauckel war vorher ein Mann von Albert Speer gewesen, durch SS-Ehrenämter und Zuckerbrot aber letztlich zu seinem Mann geworden. Viele Konflikte innerhalb der Reichs- & Parteiorganisationen waren Folge des Machtkampfes zwischen den Paladinen Hitlers und weniger Ausdruck faschistischer Ideologie, denn man kämpfte mit allen Mitteln! Dabei wenige so erfolgreich und rücksichtslos wie Himmler!

Überhaupt Göring! Er hatte die besten Voraussetzungen für dergleichen Machtkämpfe. Als von Hitler in seinem Testament genannten potentiellen "Nachfolger" schienen seine Karten bei Nazis sehr gut. Dazu kam seine Rolle als Kriegsheld des 1.WK, der ihn für traditionellere Kreise durchaus empfahlen. Weiterhin war er im Ausland recht beliebt, so etwa auch in Schweden und verfügte über gute Kontakte. Im Reich selbst war er anfangs als preußischer Ministerpräsident auch Chef der größten deutschen Polizei! Ein Amt, das er nur zu bald an Himmlers gleichgeschaltete "Reichspolizei" verlieren sollte. Als Bevollmächtigter des 5-Jahres-Plans hatte er großen Einfluss in der Wirtschaft! Indem er sich auf seine Rolle als Chef der Luftwaffe konzentrierte, entglitten ihm schon vor Kriegsausbruch weite Teile seiner Hausmacht. Himmler hat er ganz sicher unterschätzt!
Aber mit seiner Luftwaffe versuchte Göring (recht erfolglos) eine ähnliche Hausmachtpolitik zu betreiben. Es gelang ihm sofort eine Heeresfliegerei zu unterbinden und die angedachte Marineluftwaffe zu schlucken. Seine Rüstungskompetenzen nutzte er vor dem Krieg um die Luftwaffe zu fördern. Erst unter Kriegszwang und hartem Widerstand entglitt ihm 1944 die Luftrüstung zugunsten Albert Speers. Als durch den Kriegsverlauf die Soldaten knapp wurden, die Bodenorganisation der Luftwaffe nach Frontsoldaten ausgekämmt werden sollte erfand er folgenden Trick, der an frühe Winkelzüge Himmlers zur Waffen-SS erinnert:
Mit der Erklärung seine ‚ideologisch gut erzogenen’ Männer doch nicht den alten, reaktionären Heeresoffizieren zur ‚Umerziehung’ herauszugeben, erreichte er die Genehmigung selbstständige Divisionen zum Bodenkampf im Rahmen der Luftwaffe aufstellen zu dürfen. Dies geschah unabhängig von den Fallschirmjäger-Divisionen, die er schon vor dem Krieg der Zuständigkeit des Heeres verweigert hatte. Diese so genannten „Luftwaffen-Feld-Divisionen“ wurden zwar taktisch dem Heer so unterstellt wie auch SS-Einheiten, blieben aber Bestandteil der Luftwaffe und wurden auch von deren Offizieren kommandiert und im Wesentliche ausgebildet! Ihre Gliederung war an Jägerdivisionen des Heeres angelehnt und der Motorisierungsgrad anfangs deutlich höher als bei entsprechenden Heeresverbänden und es wurden über 20 solcher Divisionen aufgestellt! Dazu kam sogar eine eigene Panzerdivision, die mit seinem Namen bezeichnet vor allem in Italien kämpfen sollte. Aber Görings Neuschöpfung sollte sich im Kampf nicht bewähren, ganz im Gegensatz zu den Fallschirmjägern und der Division „Hermann Göring“, die beide schon auf Vorkriegsformationen beruhten. Dabei war die Luftwaffe seit Gründung der Wehrmacht durch die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht durch Hitler immer ein integraler Bestandteil der Wehrmacht gewesen!

…man sieht welch wahnsinnige Blüten das faschistische System in Organisation (Polizei, Rüstung…) und Kampftruppen (mehrere „Heere“) treiben konnte. Da Himmlers Kriegsschöpfungen sich im Wesentlichen besser bewährten als jene des Veterans Göring, begann Himmler kurz vor Kriegsende sogar damit eine eigene SS-Luftwaffe zu organisieren. Dabei sollten „Hitlerjungen“ einfache Düsenjäger der Typen „Salamander“ und „Natter“ gegen alliierte Bomber fliegen. Zum Glück sollte es zu keinen Einsätzen dieser Art mehr kommen…

Geändert von tejason (01.07.2008 um 23:52 Uhr).
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  #15  
Alt 09.07.2008, 14:08
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Zitat von Willi Beitrag anzeigen
nun ja auch mit dem Ruf dder Frontfeuerwehr ist ja dies da die SS keinen Schritt zurück ging ihr Motto lautete DEN TOD geben den TOD nehmen nun ja wenn man eine Division mit solchen Soldaten auf das Kampffeld schicken kann so denke ich es hat man einen psychologischen Vorteil den man aber auch niocht immer ausspielen kann .
Lautete deren Motto nicht, "Meine Ehre heißt Treue"? Zumindest stand das auf deren Koppelschlössern und war angeblich von der französischen Fremdenlegion inspiriert.
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