28.08.2008 - 17:40
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #16  
Alt 19.01.2008, 20:40
Benutzerbild von Scholl
Tribun
 
Registriert seit: 18.01.2008
Ort: Dülmen, NRW
Beiträge: 68
Mit den wirtschaftlichen Bedingungen war ich eigentlich ein paar Jahre weiter, nämlich Ende der zwanziger Jahre, zur Zeit der Weltwirtschaftskrise. Natürlich sind die Reparationen nach dem 1. Wk nicht außer Acht zu, die haben Deutschland natürlich sehr geschadet.
Ich kann nicht beurteilen inwiefern der erste Weltkrieg der Auslöser für die Weltwirtschaftskrise ist, aber sicherlich haben die Rüstungen und erhöhten Ausgaben der einzelnen Länder für den Krieg dazu beigetragen.

Was ich mit dem Versailler Vertrag meinte war folgendes: ich hab nicht angezweifelt, dass er der Grundstein für den Aufstieg des Nationalsozialismus war. Was sich sagen wollte war, dass er in seiner Entwicklung hätte aufgehalten werden können.
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  #17  
Alt 19.01.2008, 20:54
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
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Ort: Rheingau
Beiträge: 389
Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Die historischen Abläufe sind mir bekannt. Ich will aber wissen wie man das nennt, wenn man quasi mit der Pistole an der Schläfe gezwungen wird etwas zu unterschreiben.
In diesem Fall würde ich von einem selbstverschuldeten Diktatfrieden sprechen.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #18  
Alt 19.01.2008, 20:58
Quaestor
 
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Beiträge: 130
Ich kann nicht beurteilen inwiefern der erste Weltkrieg der Auslöser für die Weltwirtschaftskrise ist,
Meines Wissens nach hat der Erste Weltkrieg nicht entscheidenen Anteil an den Schwarzen Freitag an der New Yorker Wall Street und seinen verheerenden Folgen .

Die Weimarer Republik hatte eigentlich mehr schwere als gute Jahre zu überstehen. Es gab eine mittlere Phase so von 1924 bis 1929, die basierte aber auch nur auf Pump, wo es wirtschaftlich besser lief. In diesem Zeitraum waren auch die außenpolitischen Erfolge wie das Dawes Abkommen oder den Vertrag von Locarno zu verzeichnen.


Was ich mit dem Versailler Vertrag meinte war folgendes: ich hab nicht angezweifelt, dass er der Grundstein für den Aufstieg des Nationalsozialismus war. Was sich sagen wollte war, dass er in seiner Entwicklung hätte aufgehalten werden können.
Die erste deutsche Demokratie hatte, trotz einiger schwerwiegender Konstruktionsfehler, auf jeden Fall eine Chance gehabt, da stimme ich dir zu.
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  #19  
Alt 19.01.2008, 20:58
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
In diesem Fall würde ich von einem selbstverschuldeten Diktatfrieden sprechen.
Und wie nennst du den "Vertrag" von Brest-Litowsk?
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  #20  
Alt 19.01.2008, 21:02
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
Angebote, etwa die 14 Punkte des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, wurden zuvor ausgeschlagen, da Deutschland bis zum Schluss einen Siegfrieden anstrebte.
Als der deutsche Reichskanzler in der Nacht vom 03.Oktober zum 04.Oktober den amerikanischen Präsidenten bat, auf Basis der 14 Punkte Waffenstillstandverhandlungen in die Weg zu leiten, haben diese aber für Deutschland nicht mehr uneingeschränkt gegolten. Frankreich hat sich kurz nach Versailles von den 14 Punkten verabschiedet und das wurde den Amerikanern auch ganz offen mitgeteilt.


Frankreich und Großbritannien wollten aber auch um jeden Preis einen Siegfrieden, etwas anderes hätten sie ihren Landsleuten nach diesen schrecklichen und langen Krieg auch nicht verkaufen können.

Geändert von Bruckner (19.01.2008 um 21:05 Uhr).
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  #21  
Alt 19.01.2008, 21:18
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 711
Dieser Vertrag war auch eine der Ursachen für den Aufstieg Mussolinis und des Faschismus in den 20er Jahren in Italien. Obwohl Italien zu den "Siegern" zählte, musste es immense Schulden an die Alliierten für die Lieferung von Waffen und Munition abzahlen. Der Krieg war für viele ein schlechter Deal. Bereichert haben sich ein paar Leute, vor allem in USA. Italien empfand auch viele Vereinbarungen dort als nationale Schande. So auch die Abtretung von Territorium an das neu entstandene Gebiet Jugoslawien. Das deutsche Reich war nicht das einzige Land das am Katzentisch saß.
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #22  
Alt 19.01.2008, 21:27
Benutzerbild von Scholl
Tribun
 
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Ort: Dülmen, NRW
Beiträge: 68
Zitat von Bruckner Beitrag anzeigen
Meines Wissens nach hat der Erste Weltkrieg nicht entscheidenen Anteil an den Schwarzen Freitag an der New Yorker Wall Street und seinen verheerenden Folgen .
Es würde allerdings rein rechnerisch in die Zeit passen. Die Folgen horrender Rüstungs- und Kriegsausgaben könnten zehn Jahre nach Ende des Krieges spürbar gewesen sein.

Zitat von Bruckner Beitrag anzeigen
Die Weimarer Republik hatte eigentlich mehr schwere als gute Jahre zu überstehen. Es gab eine mittlere Phase so von 1924 bis 1929, die basierte aber auch nur auf Pump, wo es wirtschaftlich besser lief. In diesem Zeitraum waren auch die außenpolitischen Erfolge wie das Dawes Abkommen oder den Vertrag von Locarno zu verzeichnen.
Vor allem hatte sie einen schweren Start. Dazwischen hat sich um Verständigung und Konsolidierung bemüht. Am Ende herrschte das pure Chaos und es war auch weniger rühmlich, wie wir ja wissen.

Grs
Der Scholl
__________________
"Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!"

Geändert von Scholl (19.01.2008 um 21:33 Uhr).
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  #23  
Alt 19.01.2008, 22:48
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
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Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Und wie nennst du den "Vertrag" von Brest-Litowsk?
Du sprichst es an, es war einfach üblich für diese Zeit. Das Deutsche Reich hätte den Westmächten auch einen solchen Diktatfrieden auferlegt, nicht umsonst sprach man immer vom Siegfrieden als Ziel.
Folglich war das gejaule in der weimarer Zeit reichlich heuchlerisch, aber es ist natürlich immer härter wenn man selbst betroffen ist.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #24  
Alt 19.01.2008, 23:38
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
Es würde allerdings rein rechnerisch in die Zeit passen. Die Folgen horrender Rüstungs- und Kriegsausgaben könnten zehn Jahre nach Ende des Krieges spürbar gewesen sein.
Eine wesentliche Ursache war die Überhitzung der amerikanischen Konjuntur bedingt durch gewaltige Überinvestitonen und das daraus resultierende Überangebot an Waren.

Da auch schon damals eine weltweite Verflechtung der Weltwirtschaft gegeben war, blieb das nicht ohne Folgen. Die amerikanischen Banken holten sich ihr Geld, um liquide zu bleiben, von Ihren internationalen Schuldern zurück, von denen Deutschland ein bedeutender war. Deutschland hat nämlich um die allierten Reparationen bedienen zu können, regelmäßig Kredite bei amerikanischen Banken aufgenommen. Dadurch wurde natürlich wichtiges Kapital der Wirtschaft entzogen und dadurch sank die Produktion, die Beschäftigung....etc.
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  #25  
Alt 20.01.2008, 00:58
Benutzerbild von Scholl
Tribun
 
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Ort: Dülmen, NRW
Beiträge: 68
Man lernt halt nicht aus. Klingt auf jedenfall logisch.
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  #26  
Alt 20.01.2008, 01:22
MacX
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Beiträge: n/a
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Du sprichst es an, es war einfach üblich für diese Zeit. Das Deutsche Reich hätte den Westmächten auch einen solchen Diktatfrieden auferlegt, nicht umsonst sprach man immer vom Siegfrieden als Ziel.
Folglich war das gejaule in der weimarer Zeit reichlich heuchlerisch, aber es ist natürlich immer härter wenn man selbst betroffen ist.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschland eines der Westmächte gezwungen hätte seine Regierungsform zu ändern.
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  #27  
Alt 20.01.2008, 03:02
Benutzerbild von Scholl
Tribun
 
Registriert seit: 18.01.2008
Ort: Dülmen, NRW
Beiträge: 68
Zitat von MacX Beitrag anzeigen
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschland eines der Westmächte gezwungen hätte seine Regierungsform zu ändern.
Wo steht denn, dass Deutschland gezwungen wurde die parlamentarische Demokratie einzuführen?
Der Kaiser hat abgedankt und später die Republik ausgerufen. Zwar hat Liebknecht fast gleichzeitig die sozialistische Republik proklamiert, kam aber zu spät.
__________________
"Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!"
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  #28  
Alt 20.01.2008, 09:29
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 299
15.11.1923
Die Ausgabe der Rentenmark beendet Monate der Hyperinflation. Durch die Geldentwertung verlieren viele Kleinsparer ihr Vermögen.
20.12.1924
Hitler wird vorzeitig aus der Festungshaft in Landsberg am Lech entlassen.
26.4.1925
Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg gewinnt als Kandidat des antirepiblikanischen Lagers die Wahl zum Präsidenten.
24.10.1919
"Schwarzer Donnerstag" an der Wall Street. Mit dem Kursrutsch an der New Yorker Börse beginnt eine weltweite Wirtschaftskrise, die Deutschland hart trifft.
29.3.1930
Der Zentrumspolitiker Heinrich Brüning wird Kanzler. Er regiert zunehmend mit Notverordnungen und schaltet das Parlament aus. Die Republik wird zum Präsidialregime.
Quelle: Der Spiegel
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  #29  
Alt 20.01.2008, 10:47
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.223
Zitat von MacX Beitrag anzeigen
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschland eines der Westmächte gezwungen hätte seine Regierungsform zu ändern.
Daran waren wiederrum die Amerikaner schuld, die sonst recht wenig Interesse an Versailles hatten.
Aber wenn du eine kleinkarierte Aufzählung brauchst, Ja Deutschland hätte Gebietsabtretungen gefordert und Ja Deutschland hätte Reparationen gefordert. Beides haben sie 1871 und in Brest-Litowsk auch getan.
Es wäre schön gewesen wenn die westlichen Alliierten einen Frieden ohne Sieger zugelassen hätten, das hätte die internationalen Beziehungen wesentlich entspannt aber es wäre illusorisch zu glauben Deutschland hätte es anders gemacht.
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  #30  
Alt 20.01.2008, 11:15
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
Wo steht denn, dass Deutschland gezwungen wurde die parlamentarische Demokratie einzuführen?
Wilson schrieb am 08.Oktober in seiner Note, es ging um die Waffenstillstandverhandlungen, die er anbahnen sollte, an die deutsche Reichsregierung, das als Vorbedingung für Verhandlungen die besetzten Gebiete ausnahmslos geräumt werden sollte und "in wessen Namen der Reichskanzler denn eigentlich sprechen würde." Damit brachte Wilson zum Ausdruck, das die Alliierten Willens waren, sich in die politischen inneren Verhältnisse Deutschlands einzumischen.

In der deutschen Antwortnote vom 12.Oktober wurde die Räumung problemlos akzeptiert und die Frage, in wessen Namen man spreche, folgendermaßen beantwortet. Die Reichsregierung würde von der Reichstagsmehrheit unterstützt.


Die Antwort von Wilson war ziemlich harsch. Sie verwies darauf, das es auschließlich Sache der Alliierten sei, die Bedingungen des Waffenstilldandes festzusetzten und forderte die deutsche Bevölkerung mehr oder weniger verhüllt auf, sich von diesem autorkratischen System zu befreien.

Man kann also zumindest festhalten, das insbesondere die USA doch Einfluss genommen hatten, was ohnehin längst Programmatik der Mehrheitsparteien im Reichstag gewesen war. Wilson hat die Demokratie nicht erzwungen, aber immerhin Druck ausgeübt.

Geändert von Bruckner (20.01.2008 um 13:58 Uhr).
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