28.08.2008 - 17:30
Historik Forum
Die Weltkriege Der Bereich für die Zeit der Weltkriege und die Zeit dazwischen.
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  #1  
Alt 19.01.2008, 09:43
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 299
Von Wihelm II. zu Hitler

Das Scheitern der ersten deutschen Demokratie
9.11.1918
Reichskanzler Max von Baden gibt bekannt, dass Wilhelm II. als deutscher Kaiser abdankt.
6.2.1919
In Weimar tritt die verfassungsgebende Nationalversammlung zusammen.
28.6.1919
Im Spiegelsal des Schlosses von Versailles unterzeichnen Deutschland und die Alliierten den Friedensvertrag.
27.4.1921
Im "Londoner Zahlungsplan" fordern die Alliierten 132 Milliarden Goldmark als Kriegsentschädigung. Im Dawes-Plan (1924) und im Young-Plan(1929) wird die Reparationslast später gemindert.
24.6.1922
Rechtsextremisten erschießen in Berlin Reichsaußenminister Walther Rathenau.
8./9.11.1923
Im Münchener Bürgerbräukeller ruft Adolf Hitler die "nationale Revolution" aus und erklärt die Berliner Regierung für abgesetzt. Die bayerische Polizei stoppt den Marsch der Putschisten zur Feldherrnhalle. 14 Aufständische und 4 Polizisten sterben.
Quelle: Der Spiegel
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  #2  
Alt 19.01.2008, 10:06
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
28.6.1919
Im Spiegelsal des Schlosses von Versailles unterzeichnen Deutschland und die Alliierten den Friedensvertrag
Friedensvertag?

Die Alliierten haben sehr zu Recht den Schandvertrag von Brest Litwosk von März 1918 heftig kritisiert. Sie haben es dann ein gutes Jahr später nicht besser gemacht. Sie haben sogar die Seeblockade noch bis in das Jahr 1919 aufrecht erhalten, obwohl schon lange die Waffen schwiegen. Die Deutschen sollten gefügig gehalten werden und dafür nahm billigend in Kauf, das weiter viele Menschen an Hunger oder deren Folgen starben.

Gut wir, bzw. unsere Vorfahren, können uns nicht beschwerden,haben wir den Aliierten es doch vorgemacht, wie man einen Diktatfrieden aufsetzt.

Mit diesem Vertrag wurde ganz gewiss keine Versöhnung in die Wege geleitet, ganz im Gegenteil, die ganze Art und weise wie schon die deutsche Delegation behandelt worden war, legt Zeugnis davon ab. Versailles hat die Saat gestreut, die den Aufstieg eines der größten Verbrecher der Geschichte ermöglicht hat; Hitler.

Geändert von Bruckner (19.01.2008 um 13:02 Uhr).
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  #3  
Alt 19.01.2008, 11:16
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Ich verstehe die Beziehung der Personen im Strangtitel nicht? Was möchtest du uns sagen?
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  #4  
Alt 19.01.2008, 14:11
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 299
Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Ich verstehe die Beziehung der Personen im Strangtitel nicht? Was möchtest du uns sagen?
Lieber Mozart,
es ist das Spiegelheft Nr.3 vom 14.1.2008. Der Titel ist Vor 75 Jahren: Der Anfang vom Untergang. Dort wird Hitlers Machtergreifung geschildert. Die Tafel, welche ich vom Spiegel habe, schildert den Ersten Teil der Weimarer Republik und wird in weiteren Tafeln mit der Übernahme des Amtes als Reichspräsidenten durch Hitler enden.
Nochmal, der Text dazu ist vom Spiegel und nicht von mir.
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  #5  
Alt 19.01.2008, 14:18
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 299
Zitat von Bruckner Beitrag anzeigen
Gut wir, bzw. unsere Vorfahren, können uns nicht beschwerden,haben wir den Aliierten es doch vorgemacht, wie man einen Diktatfrieden aufsetzt.

Mit diesem Vertrag wurde ganz gewiss keine Versöhnung in die Wege geleitet, ganz im Gegenteil, die ganze Art und weise wie schon die deutsche Delegation behandelt worden war, legt Zeugnis davon ab. Versailles hat die Saat gestreut, die den Aufstieg eines der größten Verbrecher der Geschichte ermöglicht hat; Hitler.
Lieber Bruckner,
niemand auch der Spiegel nicht behauptet, dass der Verseiller Vertrag kein Schandvertrag war. Natürlich hat dieser Vertrag den Aufstieg von Hitler enorm begünstigt. Es war ein Diktatfrieden, der zwangsläufig zum 2. Weltkrieg führen mußte. Der Spiegel hat sogar einmal vom 30jährigem Krieg in der Welt gesprochen.
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  #6  
Alt 19.01.2008, 14:34
Plebejer
 
Registriert seit: 15.01.2008
Beiträge: 12
Umso interessanter, dass die Amerikaner den Diktatfrieden von Versailles nie unterschrieben haben.
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  #7  
Alt 19.01.2008, 15:07
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.223
Zitat von Babenberger Beitrag anzeigen
Umso interessanter, dass die Amerikaner den Diktatfrieden von Versailles nie unterschrieben haben.
Aber auch nur weil sie sonst dem Völkerbund hätten beitreten müssen.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #8  
Alt 19.01.2008, 17:33
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Möchte man mit der Überschrift: "Von Wilhelm II. zu Hitler" eine Kontinuität aufzeigen, so finde ich sie unglücklich gewählt.
Man hätte sich da eher an Haffners "Von Bismarck zu Hitler" halten sollen.
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  #9  
Alt 19.01.2008, 18:52
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 389
Zitat von Bruckner Beitrag anzeigen
Friedensvertag?

Die Alliierten haben sehr zu Recht den Schandvertrag von Brest Litwosk von März 1918 heftig kritisiert. Sie haben es dann ein gutes Jahr später nicht besser gemacht. Sie haben sogar die Seeblockade noch bis in das Jahr 1919 aufrecht erhalten, obwohl schon lange die Waffen schwiegen. Die Deutschen sollten gefügig gehalten werden und dafür nahm billigend in Kauf, das weiter viele Menschen an Hunger oder deren Folgen starben.

Gut wir, bzw. unsere Vorfahren, können uns nicht beschwerden,haben wir den Aliierten es doch vorgemacht, wie man einen Diktatfrieden aufsetzt.

Mit diesem Vertrag wurde ganz gewiss keine Versöhnung in die Wege geleitet, ganz im Gegenteil, die ganze Art und weise wie schon die deutsche Delegation behandelt worden war, legt Zeugnis davon ab. Versailles hat die Saat gestreut, die den Aufstieg eines der größten Verbrecher der Geschichte ermöglicht hat; Hitler.
Ich würde beim Versailler Vertrag nicht von einem Diktatfrieden sprechen. Zwar wurde er nur von den Siegermächten vereinbart und Deutschland konnte nur schriftlich Protest einreichen, aber ich denke nicht, dass die Siegermächte die endgültige Ausschaltung Deutschlands im Sinn hatten, vielleicht abgesehen von Frankreich. Denn trotz der hohen Gebietsverluste, blieb Deutschland als Ganzes erhalten, im Gegensatz zu Österreich-Ungarn und dem Osmanischen Reich, die nach dem Ersten Weltkrieg vollkommen zerstückelt wurden.
So gesehen ist Deutschland noch relativ glimpflich davongekommen.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #10  
Alt 19.01.2008, 18:58
Benutzerbild von Scholl
Tribun
 
Registriert seit: 18.01.2008
Ort: Dülmen, NRW
Beiträge: 68
Zitat von Bruckner Beitrag anzeigen
Friedensvertag?

Mit diesem Vertrag wurde ganz gewiss keine Versöhnung in die Wege geleitet, ganz im Gegenteil, die ganze Art und weise wie schon die deutsche Delegation behandelt worden war, legt Zeugnis davon ab. Versailles hat die Saat gestreut, die den Aufstieg eines der größten Verbrecher der Geschichte ermöglicht hat; Hitler.
Die Alliertern haben mit dem Versailler Vertrag zwar den Grundstein gelegt bzw. ein Vorraussetzung geschaffen, aber die Entwicklung stand zu dem Zeitpunkt ja gerade am Anfang. Sie hätte gestoppt werden können oder in eine andere Richtung gelenkt werden. Politisch gesehen zumindest. Denn unter den wirtschaftlichen Bedingungen hatte die gesamte Welt zu leiden, nicht nur Deutschland. Da spielten also eine ganz Menge anderer, verschiedener Gründe für den Aufstieg der Nationalsozialisten eine Rolle.

Und die letzte Entscheidungsinstanz bezüglich des Kanzlers hatte immer noch der Reichspräsident. Das wird Hindenburg bis heute ja vorgeworfen, dass er Hitler zum Kanzler gemacht hat.

Und noch eins zum Ansehen Deutschlands nach dem 1. WK: klar wurde Deutschland die alleinige Schuld am Krieg gegeben, aber trotzdem hatte die junge Republik in Europa Fürsprecher und positive Reputationen. Die Politiker, wie zum Beispiel der angesprochene Walter Rathenau und auch Gustav Stresemann, der ja auch den Friedensnobelpreis bekommen hat, haben sich für eine friedliche Verständigung mit der Welt eingesetzt.

So einfach ist die Zeit zwischen den Kriegen nicht abzuhandeln. Es müssen Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Gegebenheiten berücksichtigt werden!

Grs
Der Scholl
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  #11  
Alt 19.01.2008, 19:06
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Ich würde beim Versailler Vertrag nicht von einem Diktatfrieden sprechen.
Sondern du nennst "Unterschreib das und mach alles was wir verlangen oder wir machen mit dir kurzen Prozess" wie....
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  #12  
Alt 19.01.2008, 20:06
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
Die Alliertern haben mit dem Versailler Vertrag zwar den Grundstein gelegt bzw. ein Vorraussetzung geschaffen
Genau das habe ich doch zum Ausruck gebracht.

Das es in der Geschichte von Weimar noch so einige Abbieggelegenheit gab, ist schon klar. Die Ursachen des Scheiterns der Repubik von Weimar ist ein umfassendes und interessantes Thema.


Denn unter den wirtschaftlichen Bedingungen hatte die gesamte Welt zu leiden, nicht nur Deutschland
Welche wirtschaftlichen Bedingungen meinst du genau? Unter den gewaltigen Reparationen, die Deutschland zu leisten hatte, haben sicher nur wenige Nationen, eben die Verlierer des Ersten Weltkrieges, zu leiden gehabt.
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  #13  
Alt 19.01.2008, 20:12
Quaestor
 
Registriert seit: 14.12.2007
Beiträge: 130
Ich würde beim Versailler Vertrag nicht von einem Diktatfrieden sprechen.
Wenn es ein Verhandlungsfrieden gewesen wäre, hätte die deutsche Delegation sicher auchinn Versailles mit verhandeln können. Diese Gelegenheit hat die deutsche Verhandlungsdelegation aber nie erhalten; ganz anders als vergleichsweise mit den Frankreichs Napoleons beim Wiener Kongress umgegangen worden war. Dort hatte Talleyrand durch sein überragendes Verhandlungsgeschick, für Frankreich einiges bewirrken könne. Es ging den Engländern und Franzosen nicht um Versöhnung, sondern mehr um die Befriedigung der eigenen vielfältigen Interessen.
Die Allierten, das hast du vollkommen korrekt zum Ausdruck gebracht, haben die Bedingungen für einen Frieden mit Deutschland unter sich vereinbart, also unter Ausschuß Deutschlands.

Den Deutschen wurden dieser Frieden lediglich zur Unterschrift präsentiert. Die Alternative war, das die Allierten mit ihren Truppen sonst in Deutschland einmarschiert wären. Denn man hatte ja schon im Vorfeld dafür Sorge getragen, ich meine im Zuge der Notenoffensive von US-Präsident Wilson inm Herbst 1918, als Deutschland Schritt für Schritt jeder einzelne Trumpf genommen worden war.

Geändert von Bruckner (19.01.2008 um 20:16 Uhr).
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  #14  
Alt 19.01.2008, 20:30
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 389
Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Sondern du nennst "Unterschreib das und mach alles was wir verlangen oder wir machen mit dir kurzen Prozess" wie....
Deutschland hat den Ersten Weltkrieg verloren und erst als definitiv feststand, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, gab die OHL die Niederlage zu und begann mit den Westmächten zu verhandeln. Angebote, etwa die 14 Punkte des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, wurden zuvor ausgeschlagen, da Deutschland bis zum Schluss einen Siegfrieden anstrebte. Hätte das Deutsche Reich seine Chancen für einen Friedensschluss auf gleicher Augenhöhe mit den Westmächten genutzt, etwa den Zusammenbruch des Russischen Zarenreiches und die daraus resultierende Niederlage Russlands, wäre die Stellung Berlins bei den Verhandlungen wohl eine andere gewesen.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #15  
Alt 19.01.2008, 20:38
mozart
Gast
 
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Die historischen Abläufe sind mir bekannt. Ich will aber wissen wie man das nennt, wenn man quasi mit der Pistole an der Schläfe gezwungen wird etwas zu unterschreiben.
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