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06.09.2008, 20:47
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Plebejer
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Registriert seit: 06.09.2008
Beiträge: 1
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Wilhelm 2
Hallo Leute !
Ich wollte euch mal fragen ob ihr mir verdeutlichen könnt, welche Macht dem Kaiser laut der Verfassung des Kaiserreichts zustand ?
Da ich schlecht Texte schreibe, könntet ihr mir Beispieltexte oder tipps geben ?
Da er doch Kaiser war, hatte er ja sehr viel macht, oder ?
wie könnte ich es denn besser ausdrücken ?
Hilfe, wäre echt nett !
VIelen dank ! 
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07.09.2008, 09:08
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Proud Confederate
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Registriert seit: 12.04.2008
Ort: Alfter, ca. 10-20 km von Bonn entfernt
Beiträge: 129
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Er war representativ für das ganze Reich, z.B. in diplomatischen Verhandlungen, zudem hatte er den Oberbefehl über die Deutsche Armee und war gleichzeitig König von Preussen.
Er war praktisch eine Art Bundespräsident, nur eben dass er auch den Oberbefehl über die Kaiserliche Armee hatte.
Zudem war er offiziell Staatsoberhaupt.
Deutsches Kaiserreich ? Wikipedia
Mfg
__________________
Ein wahrer Patriot ist der, welcher von Links- und Rechtsradikalen gleichermaßen angefeindet wird.
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15.10.2008, 21:37
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Leseratte
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Registriert seit: 11.10.2008
Ort: Brandenburg
Beiträge: 14
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Außerdem hatte er jederzeit die Möglichkeit den Reichstag also das Parlament aufzulösen womit man von einer gezähmten Volksvertretung sprechen kann
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15.10.2008, 22:01
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Praetor
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 381
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Zitat von BieneMaya
Hallo Leute !
Ich wollte euch mal fragen ob ihr mir verdeutlichen könnt, welche Macht dem Kaiser laut der Verfassung des Kaiserreichts zustand ?
Da ich schlecht Texte schreibe, könntet ihr mir Beispieltexte oder tipps geben ?
Da er doch Kaiser war, hatte er ja sehr viel macht, oder ?
wie könnte ich es denn besser ausdrücken ?
Hilfe, wäre echt nett !
VIelen dank !  
Möchtest Du es vorgekaut oder halb verdaut?
Wie darfs sein?
__________________
Glory, glory to old Ireland,
glory, glory to this island,
glory to the memory of the men
who fought and died,
"No surrender" is the war cry of
the Belfast Brigade.
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16.10.2008, 21:24
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Plebejer
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Registriert seit: 30.06.2008
Beiträge: 49
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Skizze
Der Kaiser des Deutschen Reiches war zunächst das Staatsoberhaupt, also oberster Dienstherr aller Beamten, Oberbefehlshaber der preussischen Armee. Sämtliche Beamte, vom Zollinspektor bis zum Reichskanzler wurden durch ihn oder in seinem Namen durch von ihm Beauftragte ernannt, befördert, entlassen oder pensioniert. Insbesondere von Wichtigkeit war der Umstand, daß die Regierungen des Reiches und Preussens ausschließlich dem Kaiser verantwortlich waren - nicht jedoch dem Reichs- oder Landtag (und in Preussen: dem Herrenhaus). Er ernannte und entlies die Mitglieder der Regierungen nach ausschließlich eigenem Ermessen - das Parlament konnte weder eine Regierung wählen, noch abwählen. Den Reichstag konnte er ebenfalls nach eigenem Ermessen auflösen, und neu wählen lassen. Die Reichsverfassung bot dem Reichstag nur relativ geringfügige Möglichkeiten. Am mächtigsten war seine Etatbefugnis. Der Reichstag mußte den Etat (Haushalt) des Reiches durch Gesetz verabschieden, was dann die Rechtsgrundlage für die Mittelzuweisungen an die einzelnen Reichsbehörden war - der Kaiser war also insofern auf eine Kooperation mit dem Reichstag angewiesen, den Etatentwurf durch den Reichtstag zu bringen, eine Hauptaufgabe der Reichsregierung. Aber auch dieses Recht des Reichstages war so eine Sache - denn es gab keinerlei Verfassungsgerichtsbarkeit, die einem seine Befugnisse überschreitenden Kaiser hätte in den Arm fallen können. Allenfalls seine "Kollegen" der übrigen Bundesstaaten ausser Preussen hätten bei ihm vorstellig werden und seinen sodann verfassungsdurchbrechenden Maßnahmen den Gehorsam aufkündigen können. Eine solche Verfassungskrise hat es jedoch niemals gegeben.
Unter anderem hat es sie deswegen nicht gegeben, weil Wilhelm II. über den weitaus größten Teil seiner Regierungszeit ein äusserst populärer Monarch gewesen war - nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland, insbesondere in England, dessen "große" Königin Victoria in seinen Armen gestorben war - sie war seine Großmutter gewesen, seine Mutter, die "Kaiserin Friedrich" Engländerin. Er konnte also auf einen verhältnismässig hohen Rückhalt in der öffentlichen Meinung und beim "Volk" zählen.
Wilhelm II hat im Gegensatz zu seinem Großvater und Vorgänger ein "persönliches Regiment" geführt, dh er hat die Geschäfte der Reichsregierung (und der preussischen Regierung) in hohem Maße an sich selbst gezogen, zur "Chefsache" gemacht, und in sehr vielen Fällen in die Ressorts seiner Regierungen "hineinregiert". Dies war in der Verfassung nicht vorgesehen - man dachte bei ihrer Konzeption wohl eher an eine Regierung im Stile Wilhelms I., dh einen weitgehenden Rückzug auf repräsentative Funktionen und Grundsatzentscheidungen ohne Involvierung des Monarchen ins Tagesgeschäft. Wilhelm II hat von dieser Möglichkeit, die ihm durch die Verfassung durchaus nicht genommen worden war, sehr freigiebigen Gebrauch gemacht, was durchaus zumindest in der ersten Hälfte seiner Regierungszeit zu seiner Popularität beigetragen haben mag: er war durchaus ein fleissiger Monarch.
Mit dem Kriegsausbruch jedoch hat sich seine Position ganz erstaunlich jäh verändert. An der Krise des Jahres 1914 war er noch unmittelbar als Agierender und Entscheidungsträger beteiligt - ab der Kriegserklärung jedoch hat er erstaunlich rasch seinen Einfluß auf die Kriegsführung und die Politik im übrigen verloren - eigentlich hatte er größeren Einfluß auf die Kriegsführung niemals wirklich gehabt. Das kann seine Ursache darin haben, daß die - im Gegensatz zum II. Weltkrieg - durchaus vorhandene Generalkriegsplanung von Anfang an nicht aufging. Der Westfeldzug unter dem jüngeren Moltke blieb stecken, während das ursprünglich schwache Ostheer, daß nur hinhaltenden Widerstand leisten sollte, seine erstaunlichen Erfolge erzielte. In der Folge, so liest man regelmässig, verwandelte sich das Kaiserreich in eine Militärdikatur Ludendorffs - mit dem damals schon im Pensionsalter befindlichen Hindenburg als Gallionsfigur. Ludendorff - ein militärisches Ausnahmetalent, den man durchaus als genialen Feldherrn bezeichnen darf - galt nach seinen Erfolgen zunächst im Osten und dann auch im Westen als Garant des Endsiegs, und seine häufigen Rücktrittsdrohungen haben Wilhelm II. buchstäblich in die Ecke gescheucht. Die wesentlichen politischen Entscheidungen wurden vom faktischen Oberfehlshaber Ludendorf getroffen - bis in Personalfragen der Reichsregierung hinein.
Der beiseite geschobene Kaiser hing derweil in seinem "Großen Hauptquartier" in Spaa nur so rum - und irgendwo las ich auch mal, daß seine spätere fast manische Leidenschaft zum Holzhacken in der dortigen Beschäftigungslosigkeit ihren Anfang genommen hätte. Erst zum Kriegsende, als Ludendorf im Herbst 1918 resignierend feststellen mußte, daß "nichts mehr zu machen" sei, kam er für einige wenige Wochen wieder auf die politische Bühne zurück, um alsbald entgültig wieder von ihr zu verschwinden.
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03.11.2008, 18:28
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Samurai
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Registriert seit: 02.11.2008
Beiträge: 92
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noch mal zur person wilhelm II
meiner ansicht nach war der kerl einfach überfordert mit der verantwortung. mit 29 kaiser werden ist schon dumm. außerdem wurde er in seiner kindheit speziell wg seines linken arms regelrecht gefoltert.
meiner ansicht nach war er geistig zerrüttet und ihm fehlten die fähigkeiten bismarcks oder friedrich des großen
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03.11.2008, 23:02
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Ädil
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Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 224
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Zitat von Shoto
noch mal zur person wilhelm II
meiner ansicht nach war der kerl einfach überfordert mit der verantwortung. mit 29 kaiser werden ist schon dumm. außerdem wurde er in seiner kindheit speziell wg seines linken arms regelrecht gefoltert.
meiner ansicht nach war er geistig zerrüttet und ihm fehlten die fähigkeiten bismarcks oder friedrich des großen
Ja, der ärmste.
In ein liberales und tolerantes Elternhaus hineingeboren zu werden, und dann wegen einer schweren Behinderung (für die ja kein Mensch was konnte; viele andere, weniger assistierte, starben bzw. sterben einfach) Therapien machen zu müssen, damit man den Arm wenigstens bewegen konnte...
Das Tragische an seiner Person ist, analog zu Österreichs Kaiserhaus, dass es in des Regenten allernächsten Umkreis (in beiden Fällen die Söhne) an fähigen Leuten absolut kein Mangel war, die man allerdings als Berater hätte akzeptieren müssen...
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14.11.2008, 03:05
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Ädil
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Registriert seit: 19.09.2008
Ort: Hollabrunn
Beiträge: 216
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Zitat von Shoto
meiner ansicht nach war der kerl einfach überfordert mit der verantwortung. mit 29 kaiser werden ist schon dumm.
Mit dem Alter hat das aber nicht unmittelbar zu tun. Friedrich der Große war 28, Maria Theresia 23, Karl der Große 21, Otto der Große 24, um nur einige Beispiele zu nennen, und sie alle wurden fähige Herrscher. Auch heute sind alte Politiker nicht zwangsläufig besser als junge. Es kommt wohl eher darauf an, wie man die Zeit bis zur Regierungsübernahme verbringt und sich darauf vorbereitet. Da hatten Thronfolger, bei denen von Kleinauf feststand, dass sie mal den Thron besteigen werden, sicher bessere Ausgangsbedingungen als heutzutage Politiker, die aufgrund ihrer Beziehungen zu Parteigranden plötzlich irgendein Amt erhalten.
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14.11.2008, 07:07
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.447
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Zitat von Scifi
Da hatten Thronfolger, bei denen von Kleinauf feststand, dass sie mal den Thron besteigen werden, sicher bessere Ausgangsbedingungen als heutzutage Politiker, die aufgrund ihrer Beziehungen zu Parteigranden plötzlich irgendein Amt erhalten.
Auch wenn das jetzt nur bedingt mit dem Thema zu tun hat ist das schlicht unwahr in Bezug auf Deutschland. Gerade die Ochsentour durch die Parteien sorgt dafür, dass man viele Ämter inne hatte bevor man in Spitzenpositionen vorrückt. Selbst Menschen wie Steinmeier, die nicht die Ochsentour gemacht haben, verfügen bereits über einen ansehnlichen Lebenslauf.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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14.11.2008, 12:24
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Samurai
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Registriert seit: 02.11.2008
Beiträge: 92
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Zitat von Scifi
Mit dem Alter hat das aber nicht unmittelbar zu tun. Friedrich der Große war 28, Maria Theresia 23, Karl der Große 21, Otto der Große 24, um nur einige Beispiele zu nennen, und sie alle wurden fähige Herrscher. Auch heute sind alte Politiker nicht zwangsläufig besser als junge. Es kommt wohl eher darauf an, wie man die Zeit bis zur Regierungsübernahme verbringt und sich darauf vorbereitet. Da hatten Thronfolger, bei denen von Kleinauf feststand, dass sie mal den Thron besteigen werden, sicher bessere Ausgangsbedingungen als heutzutage Politiker, die aufgrund ihrer Beziehungen zu Parteigranden plötzlich irgendein Amt erhalten.
ok. die waren jünger, aber bei wilhelm 2 war halt das problem, dass sein vater nach 99 tagen schon wieder "weg" war. bei den anderen hat es sich ja mehr oder weniger angedeutet.
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14.11.2008, 13:23
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.447
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Krebs in dem Stadium ist nicht heilbar, bei Wilhelm hat sich das also auch angedeutet.
Wer bei einem 29 Jahre alten Menschen von jugendlich bedingter Überforderung sprechen will konstruiert was. In dem Alter übernimmt man selbst heute wo die Jugend immer mehr ausgedehnt wird familiäre und berufliche Verantwortung.
Allgemeine Überforderung im Amt würde hier eher treffen aber das ist nun mal das Problem einer (erblichen) Monarchie.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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14.11.2008, 14:56
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Nur ein Mensch.
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Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 211
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Zitat von Wulfnoth
Auch wenn das jetzt nur bedingt mit dem Thema zu tun hat ist das schlicht unwahr in Bezug auf Deutschland. Gerade die Ochsentour durch die Parteien sorgt dafür, dass man viele Ämter inne hatte bevor man in Spitzenpositionen vorrückt. Selbst Menschen wie Steinmeier, die nicht die Ochsentour gemacht haben, verfügen bereits über einen ansehnlichen Lebenslauf.
Problem dabei ist imho dass ein politiker von seiner substasnz lebt. Heißt, dass er zwischen etlichen terminen und entscheidungen wenig zeit hat, sich grundsätzlich mit wirtschaft, philosophie u. dgl. zu beschäftigen- er kann also nur das nehmen, was er in dieser richtung bis zum eintritt in die tagespolitik gelernt hat. Intellektuell stagniert er.
__________________
"Wenn die Arbeit Spaß macht, ist das Leben die wahre Freude, ist die Arbeit Pflicht, ist das Leben Sklaverei“ Maxim Gorki
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14.11.2008, 15:11
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Ädil
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Registriert seit: 19.09.2008
Ort: Hollabrunn
Beiträge: 216
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Zitat von Wulfnoth
Auch wenn das jetzt nur bedingt mit dem Thema zu tun hat ist das schlicht unwahr in Bezug auf Deutschland. Gerade die Ochsentour durch die Parteien sorgt dafür, dass man viele Ämter inne hatte bevor man in Spitzenpositionen vorrückt. Selbst Menschen wie Steinmeier, die nicht die Ochsentour gemacht haben, verfügen bereits über einen ansehnlichen Lebenslauf.
Das stimmt natürlich in der Regel. Aber erstens gibt es auch die sogenannten "Quereinsteiger", zweitens besteht die Ochsentour in der Regel darin, dass Politiker die verschiedensten Positionen durchmachen und dadurch zwar Erfahrung in den verschiedensten Positionen sammeln, aber nichts wirklich lernen. Da beginnt z. B. jemand als Abgeordneter in einem Landtag, obwohl er von dessen Geschäftsordnung und der Landesverfassung keine Ahnung hat, wird dann ohne jegliche Marketing- und Managementausbildung Generalsekretär, bringt es zum Bundesminister für Finanzen, obwohl er eigentlich Geschichte studiert hat, und wird schließlich Bundeskanzler, obwohl er keine Erfahrung mit Diplomatie hat. Bei einem Thronfolger hingegen weiß man von seiner Kindheit an, dass er voraussichtlich einmal den Thron besteigen wird, und kann ihn, je nachdem welche Kompetenzen er als Monarch haben wird, gezielt dafür ausbilden, z. B. in Psychologie, Verfassungsrecht, Diplomatie, Kriegsführung, Rhetorik etc.
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17.11.2008, 14:54
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Plebejer
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Registriert seit: 30.06.2008
Beiträge: 49
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Man sollte sich die Beurteilung von Wilhelm II. nicht zu leicht machen, nicht den modischen Neigungen nachgeben, ihn als unverantwortlichen halbirren Staatsschauspieler abzustempeln.
Diese Beurteilung rührt aus einer Neigung moderner Geschichtsschreibung, im Nachhinein einen logischen Ablauf der Dinge zu konstruieren, und politische Urteile zu historischen werden zu lassen.
Um hinten anzufangen: sein eigenes und seiner Regierung Unvermögen, die Katastrophe des ersten Weltkrieges aufzuhalten - obschon seine redlichen Bemühungen darum nur allzu bekannt sind - muß gerechterweise neben dem Unvermögen der übrigen europäischen Regierungen gesehen werden; und zumindest die französische und englische Regierung waren parlamentarische Regierungen gewesen, die sich auch nicht mit Ruhm bekleckert haben. Gleiches gilt für das zum Konflikt hin tendierende "Staatensystem" des alten Europas, dessen überkommene diplomatische Methoden nicht mehr imstande waren, ein stabiles Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.
Selbstverständlich war Wilhelm II von den Anforderungen seiner Zeit überfordert - aber nicht er alleine. Lediglich aufgrund seiner Neigung zu präpotenten Auftritten und kraftmeiernder Rede hebt er sich von seinen Zeit- und Amtsgenossen ab.
Man sollte bei seiner Beurteilung zB auch nicht vergessen, daß Wilhelm II. aufgrund der langen Friedensperiode seiner Regierung sogar Anwärter auf einen der ersten Friedensnobelpreise gewesen war, ja geradezu als "Friedenskaiser" gegolten hatte - ganz im Gegensatz zur heutigen, weit verbreiteten Sichtweise, nach der er die Personifizierung des preussische Militarismus sein soll.
Der enorme Aufschwung des jungen Deutschen Reiches in Wirtschaft Industrie, sozialer Teilhabe der Arbeiterschaft an deren Errungenschaften und die weltweit führende Rolle Deutschlands in der Wissenschaft hat unter seiner Regierung stattgefunden.
Leider geht das alles im blutigen Kladeradatsch des I. Weltkrieges und seinem hier gezeigten Unvermögen unter.
Gewiss - es gibt eine Reihe von weitaus sympathischeren Herrschergestalten in der Geschichte - aber gleichwohl sollte man sich vor zu einseitigen Polemiken über Wilhelm II. hüten.
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