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26.11.2006, 13:43
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.006
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Adenauers Westpolitik
Ich folge mal Wulfnoths Beispiel und eröffne zu diesem Thema einen Thread.
War die Adenauerische Politik die damals einzig richtige? Helmut Schmidt z.B. befürwortete dies.
Ich persönlich sehe es als die damals einzig richtige Möglichkeit an. Heute kann man sagen, dass der andere Weg vielleicht besser gewesen wäre, aber da wusste man auch nicht so bescheid wie heute. Nach dem Krieg, die Russen haben den Osten unter ihre Kontrolle, sie forderten Berlin und dann ein Angebot auf wiedervereinigung ? Ich hätte dem damals nicht zugestimmt, es wäre mir einfach viel zu unsicher gewesen.
Eure Meinung bitte
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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26.11.2006, 13:53
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.447
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AW: Adenauers Westpolitik
Gibt es überhaupt einen einzig richtigen Weg? Ich finde die Frage wesentlich wichtiger welche anderen Möglichkeiten es realistisch gab. Gab es überhaupt welche? Wir neigen ja im Nachhinein dazu, die Möglichkeiten westdeutscher Politiker maßlos zu überschätzen. Gerade die ersten Jahre der BRD waren doch von einem immensen alliierten Einfluss geprägt und als das Besatzungsstatut aufgehoben wurde war die Westintegration schon soweit fortgeschritten, dass es keine alternative Möglichkeit mehr gab.
Ich denke mit dem "Angebot auf Wiedervereinigung" meinst du die Stalinnote, oder? Egal ob diese überhaupt ernst zu nehmen war. Sie war einfach nicht umsetzbar ohne die Westalliierten vor den Kopf zu stoßen und eventuell sogar gegen Deutschland zu stellen. Immerhin hatten die Franzosen noch 1990 Vorbehalte gegen eine deutsche Wiedervereinigung, wie sag das erst in den 50ern aus.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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26.11.2006, 13:57
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.006
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AW: Adenauers Westpolitik
Stimmt, da hast du Recht. Ich meinte die Stalinnote. Aber sie wurde trotzdem auch von der Bundesregierung abgelehnt, nicht nur von den Allierten. Jetzt könnte man natürlich wieder fragen, wie viel Druck die Westallierten auf die Regierung ausgeübt haben. Adenauer denke ich hat sich aber in diesem Punkt sicher nicht von den Allierten bestimmen lassen, wie die Regierung sich zu positionieren hat. Dazu war er viel zu starrköpfig.
Wenn man ehrlich sein soll, hat eigentlich nur diese starke Westorientierung unser einigermaßen die Souveränität wiedergegeben. Denn nur bei der Westorientierung wusste man, dass die Deutschen, wenn sie mehr Unabhänigkeit erlangen sollten, nichtg auf einmal zu den Russen überlaufen würden.
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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26.11.2006, 16:39
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Quaestor
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Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
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AW: Adenauers Westpolitik
Tja ungewiss ist wie anders die Geschichte verlaufen wäre wenn die SPD unter Kurt Schuhmacher 1949 stärkste Kraft geworden wäre.
Seine Vorstellungen wichen beträchtlich von denen des "extremen" Katholiken Adenauers ab.
Er plädierte für ein demokratisches, sozialistisches und ungeteiltes Deutschland dem schnellstmöglich seine Souveränität zurückzugeben sei und das einen wichtigen Platz unter den souveränen Völkern Europas haben sollte. Zudem war er entschiedener Gegner des Kapitalismus.
In fast allem also stand er ganz im Gegensatz zu Konrad Adenauer der zwar durchaus beachtliches leistete dem Blockfreiheit und Wiedervereinigung jedoch als nicht erstrebenswert erschienen.
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26.11.2006, 16:41
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.006
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AW: Adenauers Westpolitik
Zitat von kobra
plädierte für ein demokratisches, sozialistisches und ungeteiltes Deutschland dem schnellstmöglich seine Souveränität zurückzugeben sei und das einen wichtigen Platz unter den souveränen Völkern Europas haben sollte. Zudem war er entschiedener Gegner des Kapitalismus.
Zum Glück kam Adenauer an die Macht
In fast allem also stand er ganz im Gegensatz zu Konrad Adenauer der zwar durchaus beachtliches leistete dem Blockfreiheit und Wiedervereinigung jedoch als nicht erstrebenswert erschienen.
Das würde ich nicht sagen. Er sagte immer, dass nur über die Westintegration die Wiedervereinigung möglich wäre.
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26.11.2006, 16:49
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.065
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AW: Adenauers Westpolitik
Ich bin mir da nicht so sicher, da ich mich in deutscher Geschichte natürlich nicht wirklich gut auskenne, aber wäre nicht eine Art österreichische Lösung denkbar gewesen? Neutrales Stück Land in der Mitte !? Oder wäre sowas von hausaus undenkbar gewesen?
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26.11.2006, 16:53
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.447
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AW: Adenauers Westpolitik
Das was du beschreibst wird allgemein als "dritter Weg" verstanden. Du musst hier aber einfach die Unterschiedlichen Wertigkeiten von Österreich und Deutschland sehen. Österreich ist klein und wirtschaftlich eher schwach. Deutschland war selbst nach dem Krieg noch ein potenzieller Koloss.
Natürlich wurde diese These trotzdem angedacht, wäre aber in der Umsetzung auf jeden Fall gescheitert. Gründe dafür sind äußerst vielfältig, denn in Deutschland hatte so ziemlich jede Siegermacht sehr individuelle Interessen. Die UdSSR wollte Entschädigungen (und dafür brauchten sie Kontrolle), Frankreich wollte Deutschland am liebsten komplett zerschlagen und England und Amerika wollten einen nach Westen orientierten Verbündeten im sich abzeichnenden Kalten Krieg.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
Geändert von Wulfnoth (26.11.2006 um 16:54 Uhr)
Grund: Fehlerteufel
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26.11.2006, 17:05
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Quaestor
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Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
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AW: Adenauers Westpolitik
Das würde ich nicht sagen. Er sagte immer, dass nur über die Westintegration die Wiedervereinigung möglich wäre.
In dieser Zeit das Gegenteil zu wollen also sich gegen eine theoretische Wiedervereinigung auszusprechen wäre einem politischen Selbstmord gleichgekommen.
Andererseits riet Adenauer den Saarländern für das Saarstatut und gegen Deutschland zu votieren. Er nahm also die Abtrennung eines ausschließlich deutsch besiedelten Gebietes in Kauf natürlich, auch in Hinblick auf die deutsch-französische Aussöhnung die ihm hoch anzurechnen ist.
In seinen Memoiren setzt er die protestantischen Preussen mit Heiden gleich und das nicht zum Spaß....
Gruß
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26.11.2006, 17:07
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
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AW: Adenauers Westpolitik
Das er Preußen nicht mochte, ist ja bekannt. Kein Wunder, dass die Hauptstadt nicht Frankfurt, was von der demokratischen Tradition besser gepasst hätte, sondern Bonn im Rheinland wurde.
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26.11.2006, 17:32
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Censor
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AW: Adenauers Westpolitik
Das er Preußen nicht mochte, ist ja bekannt. Kein Wunder, dass die Hauptstadt nicht Frankfurt, was von der demokratischen Tradition besser gepasst hätte, sondern Bonn im Rheinland wurde.
Seit wann ist Frankfurt/Main preußisch?
Bonn zur Hauptstadt zu machen ist allerdings auch ein typisch amerikanischer Ansatz, nämlich die Regierungen in verhältnismäßig unbedeutende Städte zu legen (man lese sich nur mal die Bundeshauptstädte der USA durch, die nahezu durchweg echte Provinznester sind). Auch Landeshauptstädte sind ja mitunter nach dem Muster ausgewählt worden: Düsseldorf statt Köln (oder Städten an der Ruhr, dagegen gab es aber u. U. berechtigte Gründe), Wiesbaden statt Frankfurt - und eben das Herauslösen dreier mehr oder weniger wichtiger (  ) Städte.
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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26.11.2006, 17:37
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Separatisto
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AW: Adenauers Westpolitik
Frankfurt war bis zur Auflösung Preußens doch preußischer Besitz?
natürlich gibt es auch andere Gründe, aber diesess Gerücht gibt es schon immer. Bonn hat natürlich seinen Vorteil, dass es westlich des Rheins liegt, also im Falle eines Angriffs der Sowjets nicht gleich überrollt wird.
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26.11.2006, 17:53
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Censor
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AW: Adenauers Westpolitik
Frankfurt war bis zur Auflösung Preußens doch preußischer Besitz?
"Preußen" ist aber nicht das Gebiet, dass der Staat Preußen umfasste - auch Köln war als Teil des Rheinlandes preußischer Besitz, dass macht dessen Bürgermeister Adenauer aber nicht zum Preußen.
Die "Preußen", die Adenauer so fürchtete waren das protestantische Junkertum (oder besser: das, was er sich darunter vorstellte), mit dem chauvinistischer Nationalismus und Militarismus einherging.
natürlich gibt es auch andere Gründe, aber diesess Gerücht gibt es schon immer. Bonn hat natürlich seinen Vorteil, dass es westlich des Rheins liegt, also im Falle eines Angriffs der Sowjets nicht gleich überrollt wird.
Welches Gerücht meinst du jetzt? Ich denke schon, dass Adenauer ziemlich eigensinng gehandelt hat.
Strategische Erwägungen werden aber vermutlich keine Rolle gespielt haben (wenn der Russe am Rhein steht, dann spielt es für Deutschland eh keine Rolle mehr, wo seine Regierung sitzt  ).
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26.11.2006, 18:27
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
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AW: Adenauers Westpolitik
Zitat von Kimon
Welches Gerücht meinst du jetzt? Ich denke schon, dass Adenauer ziemlich eigensinng gehandelt hat.
Strategische Erwägungen werden aber vermutlich keine Rolle gespielt haben (wenn der Russe am Rhein steht, dann spielt es für Deutschland eh keine Rolle mehr, wo seine Regierung sitzt ).
Es hat schon einen Unterschied. Wenn der Regierungsitz mit den gesamten Leitungen der Militärs, usw fällt oder nicht, ist schon ein wichtiger strategischer Grund.
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